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Call for Papers und Panels: HASHTAGS | TWEETS | PROTEST. Soziale Bewegungen im digitalen Zeitalter, Jahrestagung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Kooperation mit dem Weizenbaum Institut für die vernetzte Gesellschaft, Berlin, 15./16. November 2019

Protest und Gegenprotest, Herrschaft und Widerstand lassen sich heute nur im Kontext der digitalisierten Gesellschaft, ihrer speziellen Möglichkeiten, Dynamiken und Gefahren denken.

Digitale Kommunikation bestimmt unseren Alltag und die Formen, in denen wir uns (politisch) informieren, streiten und ausdrücken. Hashtags, Instagram-Stories und YouTube Videos werden heute nicht nur zur Selbstdarstellung eingesetzt, sondern sind auch zentral für kollektives Han­deln und politisches Engagement. Proteste werden über digitale Dokumentation – Bilder, Tweets, Streams – zumindest potenziell global sichtbar. Und zunehmend etablieren sich digitale Bewegungsunternehmer*innen, die finanzielle und politische Interessen vereinen und Startvorteile im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit im Netz versprechen.

Digitale Interaktionen verändern soziale Beziehungen und damit auch Form und Funktionieren sozialer Bewegungen und Proteste. Um Mobilisierungen zu initiieren, reicht im digitalen Kontext oft ein geringerer Grad an Organisiertheit; um an ihnen teilzunehmen, gar manchmal nur ein Klick. Bewegungen wiederum werden durch ihre digitale Arbeit erst sicht- und ansprechbar – als Massenbewegung bedürfen sie der digitalen Koordination. Dies kann Machtverhältnisse auf den Kopf stellen: So bieten sich Bewegungen wie auch marginalisierten Gruppen neue Chancen für die Artikulation ihrer Ideen und Interessen. Und doch stellt sich die Frage, welche Anliegen und Orga­nisationsweisen vom Digitalen besonders profitieren und auch, was im Kampf um Aufmerksamkeit unterliegt.

Auch andere Kehrseiten digitaler Organisation nehmen wir in jüngerer Zeit verstärkt wahr: Digitale Hasskulturen machen auf sich aufmerksam. Sie nutzen kommerzielle Plattformen, um Ideologien der Abwertung neu zu verkleiden, und bauen sich eigene Foren auf, in denen sie politische Kam­pagnen und Angriffe auf politische Gegner*innen koordinieren. Überwachung nimmt zu und lässt sich immer stärker automatisieren. Somit birgt die digitale Konstellation neben Gefahren wie Ver­einzelung, Repression, Stigmatisierung, Verleumdung und Zensur auch eine Gelegenheitsstruktur für rechte Akteur*innen – und für den Widerstand aus der Zivilgesellschaft. In jedem Fall schaffen soziale Netzwerke nicht mehr wegzudenkende transregionale Öffentlichkeiten, die die Politik und ihre kulturellen Grundlagen mitbestimmen.

Die diesjährige Jahrestagung des IPB widmet sich den Herausforderungen und Chancen für Pro­teste und Bewegungen im digitalen Zeitalter. Gemeinsam fragen wir: Wie müssen wir Protest im digitalen Kontext verstehen? Wodurch unter­scheiden und wie ergänzen sich Organisierung und Mobilisierung online und offline? Trägt die Struktur digitaler Plattformen dazu bei, dass besonders reaktionäre Bewegungen profitieren? Wie können digitale Räume emanzipatorische Politikansätze stärken? Welche methodischen und empirischen Herausforderungen sind mit der Erforschung von Bewegungen und Protest im Netz verbunden? Mögliche Beiträge umfassen die folgenden Themen, sind aber nicht auf sie begrenzt:

  • Online-Offline Interaktionen: Mechanismen und Prozesse
  • Mobilisierung über Plattformen (Messenger, Imageboards, Videoplattformen, Deep Web)
  • Bewegungsunternehmer*innentum im Netz
  • Visuelle Strategien (Memes, GIFs, Videos)
  • Internetbewegungen und ‚digitale (Bewegungs-)Parteien‘
  • Online-Subkulturen und ihre Beeinflussung des politischen Mainstreams
  • Digitale Repression und Überwachung durch staatliche Akteur*innen
  • Raumproduktion und Raumverständnisse im digitalen Kontext
  • Hassrede, Filterblasen, Echokammer, Algorithmen und deren anti-demokratische
  • Gefahren
  • Zivilgesellschaft 2.0: Digitales Streetwork, Solidarität und Gegenhegemonie
  • Praktiken, die das Digitale explizit ablehnen, und ihre Herausforderungen
  • Methodische Herausforderungen, forschungsethische Fragen und Forschungszugänge
  • Transnationale Gemeinschaftsbildung über digitale Plattformen (Bewegungen und Diaspora-Aktivismus)
  • Gezielte Manipulation von politischen Diskursen und Meinungen
  • Neue Organisationsformen, digitale Repertoires und Kampagnen
  • Theoretische Beiträge zu Protest, Digitalisierung und Überwachungskapitalismus

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Konferenz lädt zu alternativen Darstellungs­formen, wie Performances oder Ausstellungen, und aktivistischen Beiträgen ein. Wir ermutigen besonders junge Forschende und Frauen* sich anzumelden. Eine deutsch- und englischsprachige Publikation von ausgewählten Beiträgen wird angestrebt. Abstracts für Einzelbeiträge (max. 250 Wörter) oder Panelvorschläge mit bis zu vier Vortragsabs­tracts sind einzureichen bis zum 26. Juli 2019 unter: konferenz2019@protestinstitut.eu.

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Technische Universität Berlin, 8 July 2019

Protests and social movements are fuzzy objects to study. Scholars face a lack of clear boundaries, diversity-by-definition, and -often dramatic- changes over time. The field of social movement studies holds particular challenges to researchers with a view to getting the research design straight and becoming clear about the restrictions of an argument. These challenges contrast with the conditions of scientific production: the lion’s share of research on social movements and protests is realized in individual post-graduate projects. Scholars at this stage of their career tend to be isolated, they lack opportunities for exchange with peers, and their supervisors are more often than not specialized in an altogether different field.

The workshop Politics from below, to be held in Berlin on 8 July 2019, is hence designed to create a space for critical discussion and encouragement. During the one-day event, participants give and receive feedback on their work in the field of social movement and protest studies. They present central problems of their ongoing research and discuss them with colleagues at both early and advanced stages of their career.

To take part in the workshop in Berlin, send a 300-word abstract to info[at]protestinstitut.eu specifying a central problem you are struggling with in your research. The deadline to submit abstracts is 1 March 2019. Participants are informed by 15 March.

Please note that, as the workshop is a no-budget enterprise, there are no participation fees but also no funds for reimbursing travel costs.

The workshop is organized by
Institut für Protest- und Bewegungsforschung
AK Soziale Bewegungen der DVPW

Download CfP (pdf)

Das Themenheft Politik der Zeitschrift Body Politics setzt sich mit verschiedenen Formen der Körper-Politik bzw. der Politisierung von Körpern auseinander und damit der Frage, was an Körpern politisch ist bzw. wie diese politisch werden. Welche Rolle spielen Körper in politischen Auseinandersetzungen und Aushandlungen, welche für die Etablierung politischer Herrschaft? Der Begriff Körperpolitik oder im Englischen body politics bezeichnet sehr unterschiedliche Dinge: Insbesondere in älteren Schriften der politischen Theoriewerden unter body politic politische Einheiten („Körperschaften“) und deren Funktionen analog zum menschlichen Organismus gedacht und beschrieben. Foucault stellt schließlich die Frage, in welcher Weise menschliche Körper für eine politische Ökonomie produktiv gemacht werden. Mit der Einführung des Konzepts der Biopolitik eröffnet er eine Perspektive auf das Verhältnis von Staat und Körper. Die individuellen Körper bzw. deren Gesamtheit als Bevölkerung werden zunehmend zum Gegenstand staatlich-politischen Handelns, sie werden je nach politischem System mit verschiedenen Strategien reguliert, kontrolliert und produktiv gemacht (z.B. durch Zwangssterilisationen oder finanzielle Anreize wie Elterngeld). Aber nicht nur der Staat politisiert die Körper. Auch die individuelle Nachfrage nach reproduktionstechnologischen Maßnahmen und deren Kommodifizierung können unter biopolitischen Aspekten analysiert werden. Rabinow wiederum untersucht mit seinem Konzept der Biosozialität die Vergemeinschaftung durch Biopolitik. Agamben und Mbembe denken das Konzept der Biopolitik weiter, um zu verstehen, wie Macht und Herrschaft am menschlichen Körper und dessen Vernichtung ansetzen.

Eine weitere Verwendung des Begriffs Körperpolitik geht auf die neue Frauenbewegung in Nordamerika und Westeuropa zurück. Deren zentrale Forderung – das Private ist politisch –, bedeutet, den Begriff des Politischen zu erweitern und den weiblichen Körper und seine Kontrolle, die Rolle von Sexualität im Geschlechterverhältnis zu einem Politikum zu machen und zu kritisieren. Dies zeigt sich vor allem im Kampf gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs. Wie andere soziale Bewegungen auch (z.B. die Homosexuellenbewegung, die Krüppelbewegung u.a.) politisiert die Frauenbewegung Körperfragen und nutzt den Körper als Mittel des politischen Protests.

Die Beiträge für das geplante Themenheft können Einzelstudien zu Körperpolitik und Politisierung von Körpern präsentieren, d.h. diese in zeitlicher und räumlicher Hinsicht untersuchen, bezogen auf bestimmte Politikfelder, Diskurse und Praxen. Gewünscht sind Beiträge, die sich damit auseinandersetzen, wie Körper explizit in politische Prozesse eingebunden werden. Körperhistorische und körpertheoretische Perspektiven sollen beleuchten, in welcher Weise Politik auch eine materiell-körperliche Dimension hat. Mögliche Themenbereiche wären Körper in sozialen Kämpfen (beispielsweise in sozialen Bewegungen wie der Frauenbewegung, der Behindertenbewegung, Fat Activism etc.), Körper/Affekt in populistischen Bewegungen, die Relevanz von Körpern für bestimmte Policy Felder, für die Politik von Grenzregimen, Körper(fragen) als Gegenstand öffentlicher Debatten etc.

Mit diesem Call sollen Beiträge eingeworben werden, die sich aus einer systematischen, einer empirischen und/oder historischen Perspektive mit Körperpolitik und Politisierung von Körpern beschäftigen. Bitte schicken Sie Vorschläge in Form von Abstracts mit einer Länge von einer Seite (max. 500 Wörtern) bis zum 15.1.2019 an: i.schmincke(at)lmu.de

Der Call als pdf-Datei.

Call for Papers: Protestation et critique de la culture – Différences, passages, chevauchements / Protest und Kulturkritik – Differenzen, Übergänge, Schnittstellen, Forschungsatelier, Universität Straßburg & Universität Koblenz-Landau, 21.-25. Januar 2019, Landau/Pfalz

In Kooperation mit der Universität Straßburg nimmt der Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Orientierung und normative Bindung“ der Universität Koblenz-Landau die in Frankreich und in Deutschland in den letzten Jahren zunehmenden Protestbewegungen zum Anlass, in einem interdisziplinären Forschungsatelier nach dem Verhältnis von historischen und gegenwärtigen Protestformen sowie deren Relationen zur Kulturkritik zu fragen.

Die Geschichte beider Länder zeigt ein durchaus reichhaltiges Repertoire an unterschiedlichen Protesthaltungen und Protestpraktiken, und dennoch scheinen sich die jüngsten Ausdrucksformen und Einstellungen nicht ohne Weiteres unter bekannte Kategorien subsummieren zu lassen. Schlagworte wie jene des ‚Wutbürgers‘ (citoyens indignés), des ‚Abgehängten‘ (citoyens relégués) oder der ‚besorgten Bürger‘ weisen darauf hin, dass die Herausforderungen einer pluralistischen Kultur und einer zunehmend komplexer erlebten Welt eigene Formen des Protests hervorbringen. Wenn die neuere Bewegungs- und Protestforschung gegenwärtige Protesthaltungen unter dem Begriff der ‚Empörungsbewegungen’ diskutiert, dann werden damit insbesondere solche Haltungen und Handlungen fokussiert, die sich einer (selbst)kritischen Reflexion kultureller und gesellschaftlicher Verhältnisse weitgehend entziehen. Die verstärkten Tendenzen zu Provokation, Eskalation und Gewalt werden zusätzlich befördert, indem sich die oftmals von Ressentiments geleiteten Akteure vermehrt virtueller Kommunikationsangebote bedienen, die in Gestalt von ‚Filter Bubbles‘ und ‚Echo Chambers‘ subjektive Eindrücke selbstverstärkend zu kollektivieren und zu radikalisieren vermögen. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ist zu beobachten, dass ebensolche Entwicklungen zu einer Protesthaltung der strikten Ablehnung führen können, die wiederum hochgradig ideologieanfällig ist und dergestalt demokratische Ordnungen weniger kritisiert als in Frage stellt, direkt bedroht und attackiert.

Vor diesem Hintergrund sollen Beiträge vorgestellt und diskutiert werden, die sich dem Verhältnis von Protest und Kulturkritik annehmen, indem sie:

  • die Wechselwirkungen und Übergänge von Protest und Kulturkritik beleuchten,
  • unter Bezugnahme auf insbesondere philosophische sowie soziologische Ansätze auf das Verhältnis zwischen aktuellen Protesthaltungen/-bewegungen und gegenwärtiger sowie historischer Kulturkritik eingehen,
  • sich der Genese und wechselseitigen Beeinflussung deutscher und französischer Kulturkritik annehmen,
  • Möglichkeiten der Selbstverständigung im interkulturellen Austausch eruieren und zur Adressierung aktueller kultureller Probleme in Frankreich und in Deutschland beitragen.

Das Forschungsatelier richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (vorwiegend Doktorandinnen/Doktoranden aber auch Post-Doktorandinnen/Doktoranden) aus den Bereichen der Philosophie und Soziologie sowie angrenzenden Disziplinen, die sich im weiten Feld der Protestforschung und der Kulturkritik bewegen und Interesse haben, ihre Ansätze und Überlegungen anhand eines Vortrags mit ausgewiesenen Fachvertreterinnen und Fachvertretern interdisziplinär zu diskutieren. Neben den Veranstaltern Prof. Dr. Christian Bermes (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Franck Fischbach (Universität Straßburg) und Prof. Dr. Jürgen Raab (Universität Koblenz-Landau) werden noch weitere eingeladene Vertreter aus der Philosophie und der Soziologie wie u.a. Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg und PD Dr. Andreas Pettenkofer teilnehmen.

Ihre Antworten auf den Call for Papers mit bis zu 500 Worten senden Sie bitte bis zum 27. Oktober 2018 an joller(at)uni-landau.de. Reise- und Übernachtungskosten werden, vorbehaltlich der haushaltsrechtlichen Verfügbarkeit, übernommen. Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen.

Weitere Informationen zum Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Orientierung und normative Bindung“ finden Sie unter www.kulturelle-orientierung.de. Für Rückfragen können Sie sich jederzeit an Dr. Stefan Joller, Koordinator des Forschungsschwerpunktes am Campus Landau, wenden: joller[at]uni-landau.de.

Unter dem Titel „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ findet vom 25. bis 28. September in Frankfurt/Main der 27. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft statt. Der AK soziale Bewegungen trägt dazu mit mehreren Veranstaltungen bei. Wir sammeln hier alle vom AK organisierten, bzw. unterstützten Programmpunkte. In Klammern stehen jeweils die Organisator*innen. Details zu den Veranstaltungen des AK und zu allen anderen Panels und Podien finden sich im Kongressprogramm auf der Seite der DVPW.
26. September
16.00 Uhr: Panel „Civil Society in Non-democratic Settings“ Hörsaal HZ 12 (Annette Zimmer & Katja Levy)
16.00 Uhr: Panel „Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen“, Seminarraum SH 3.109 (Priska Daphi & Antonia Witt)
27. September
12.30 Uhr: Mitgliederversammlung des AK Soziale Bewegungen, Seminarraum SH 3.101 (Priska Daphi, Simon Teune & Sabrina Zajak)
14.00 Uhr: Panel „Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten“, Seminarraum SH 1.104 (Nicole Doerr & Simon Teune)
16.00 Uhr: Panel „Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen“, Seminarraum SH 3.105 (Ingmar Hagemann & Johanna Leinius)
28. September

9.00 Uhr: Roundtable „Die langfristigen Spuren sozialer Bewegungen“ mit Sigrid Baringhorst, Stefan Berger, Priska Daphi und Dieter Rucht, Hörsaal HZ 4 (Sebastian Haunss, Sabrina Zajak)

 

Call for Papers: Konflikt, Kompromiss, Konsensus: Wie Bewegungen und Institutionen miteinander interagieren / FJSB Sonderheft „Bewegungen & Institutionen“

Wie wirken soziale Bewegungen und Institutionen aufeinander? Unter welchen Bedingungen kommt es zu welcher Interaktionsform von institutionellen Vertreter*innen und Protestierenden? Wie verhalten sich Protestbewegungen zu formalisierten Akteuren? Wie verändert sich deren Beziehungen über Zeit und warum? Kurzum: Wie interagieren Bewegungen und Institutionen miteinander? Dieser Frage soll in einem Sonderheft des Forschungsjournals soziale Bewegungen nachgegangen werden. Denn bisher mangelt es – trotz zunehmender Thematisierung – an ausreichender Konzeptualisierung der wechselseitigen Beziehung, die sich konfliktiv, einvernehmlich (konsensual), oder auf Kompromissen basierend ausgestalten kann. Oft basieren die Annahmen über das Verhältnis von Bewegungen und Institutionen auf einem liberalen Demokratieverständnis, nach dem sich zivilgesellschaftliche Organisationen und formalisierte Institutionen prinzipiell gegenüberstehen. Die fließenden Grenzen und Kontinuitäten zwischen beiden, vor allem aber die dynamischen Aushandlungs- und Anpassungsprozesse zwischen sozialen Bewegungen und institutionellen Akteuren finden dabei wenig Beachtung.

Dieser Spannweite von Interaktionsformen sowie der Dynamiken zwischen Institutionen und Bewegungen wollen wir uns theoretisch und empirisch nähern. Hierfür suchen wir sowohl nach empirisch wie auch konzeptionell motivierten Beiträgen, die zu weiterem Nachdenken über die Vielfältigkeit des Verhältnisses von Bewegungen und Institutionen anregen, bestehende Annahmen kritisch hinterfragen, oder die Veränderungen ihrer wechselseitigen Beziehung in den Blick nehmen – ob über Zeit, Raum, oder Akteursgruppen hinweg. Insbesondere rufen wir Autor*innen auf Abstracts einzureichen, die sich mit Fallbeispielen aus Südostasien, Lateinamerika, Afrika, oder dem arabischen Raum beschäftigen, da bisher die Theorieentwicklung vor allem auf Erkenntnissen aus Studien zu europäischen Staaten und den USA basieren.

Durch die länderübergreifende Perspektive des Sonderhefts, sollen implizite Vorannahmen über das Verhältnis zwischen Bewegungen und Institutionen, die vom bisherigen geografischen Schwerpunkt auf liberalen Demokratien herrühren, offengelegt und reflektiert werden, Lücken aufgezeigt werden und eine neue Perspektive auf die Interaktion von Bewegungen und Institutionen entwickelt werden, welche die Erkenntnisse der empirischen Beiträge des Sonderhefts miteinander verknüpft und für die Bewegungsforschung anknüpfungsfähig macht.

Darüber hinaus ist unser Ziel die parallel stattfindenden Debatten in unterschiedlichen Disziplinen zusammen zu bringen. Wir freuen uns somit über Arbeiten aus der Bewegungsforschung, aber auch aus der Demokratisierungs- und Transformationsforschung, vergleichenden Politikwissenschaft, sowie den Internationalen Beziehungen.

Unser Ziel ist es nicht zuletzt die bereits existierenden Fachdebatten dieser Disziplinen zusammen zu bringen und ihre theoretischen, methodischen und empirischen Erkenntnisse für die deutschsprachige Bewegungsforschung fruchtbar zu machen. Durch empirische Fallbeispiele aus verschiedenen geographischen Kontexten wollen wir die Bandbreite an Beziehungsgeflechten und Interaktionsprozessen zwischen Bewegungen und Institutionen in Ländern des Globalen Nordens und Südens aufzeigen. Hierdurch soll nicht zuletzt der Tendenz der Bewegungsforschung entgegengewirkt werden, Institutionen lediglich separat oder als antagonistisches Gegenüber von sozialen Bewegungen zu thematisieren.

Nicht zuletzt knüpft das Sonderheft dabei an Debatten im Arbeitskreis Bewegungen und Institutionen am Institut für Protest- und Bewegungsforschung Berlin (IPB) an, die bereits in eine Blogreihe zur Interaktion von Bewegungen und Institutionen des Bretterblogs eingegangen sind.

Formale Vorgaben und Zeitplan
– Abgabefrist für Beitragsvorschläge in Form von Abstracts von max. 500 Wörtern (!) bis zum 1. August 2018
– Auswahl der Beitragsvorschläge bis zum 1. September 2018
– Abgabefrist für ausgewählte Beiträge mit einer Beitragslänge von 4.500 Wörtern bis 1. Dezember 2018
– Veröffentlichung des Sonderhefts im Frühjahr 2019 (Ausgabe 2/2018 des Forschungsjournals Soziale Bewegungen

Wir freuen uns über Einsendungen, für weitere Fragen schreibt uns gerne:
Jannis Grimm: jj.grimm[at]fu-berlin.de
Nina-Kathrin Wienkoop: wienkoop[at]leuphana.de

Call for Papers: Tagung «Kollektive Gegenentwürfe – Formen politischer Artikulationen Jugendlicher als Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse», 7.11. – 8.11.2018, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Aktuelle Befunde zum Verhältnis von Jugend und Politik zeichnen oft besorgniserregende Bilder einer apolitischen und wenig interessierten Jugend. Wissenschaftlich wie auch medial werden Jugendliche und junge Erwachsene als politikverdrossen bezeichnet, was sich darin zeigt, dass ihr Vertrauen in Parteien und Regierungsinstitutionen schwindet und die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen sinkt. Demgegenüber lässt sich die These formulieren, dass hier von einem sehr engen Politikverständnis ausgegangen wird, welches zum einen auf eine Teilhabe an institutionalisierten und etablierten (politischen) Strukturen fokussiert und zum anderen systemkonforme Einstellungen voraussetzt. Zudem verharrt der Fokus in diesen Beispielen oft auf individualisierenden Formen der Partizipation und politischen Artikulation.

Eine solche Rahmung wirft jedoch Fragen auf: Wie definiert und begründet sich eigentlich „das Politische“? Was bedeutet politische und gesellschaftliche Partizipation? Wer definiert diese und hat in dem Diskurs Deutungshoheit? Welche Möglichkeiten der kollektiven politischen (Selbst)Artikulation sehen Jugendliche?

Jugendliche und junge Erwachsene treten in unterschiedlichen Formen und Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens in Erscheinung und gestalten dieses in verschiedenster Weise mit. Damit aber die unterschiedlichen Formen der politischen Artikulation von Jugendlichen in den Fokus treten können, erfordert dies, den Begriff des Politischen wie auch den der politischen Partizipation breiter zu verstehen.

Selbstorganisierte Jugendliche, welche sich zusammenschliessen um etwas Eigenes zu erschaffen oder zu kreieren, kommen an unterschiedlichen Orten zum Vorschein. Möglichkeiten politischer Artikulation zeigen sich in Jugend(sub)kulturen, Jugendgruppen oder auch in nicht institutionellen Jugendorganisationen. Den verschiedenen Projekten gemein ist oft die Abgrenzung vom herkömmlichen, dem bereits vorhandenen (wie Strukturen oder Institutionen) oder von Erwachsenen. Sie können damit als eine Reaktion auf bestehende gesellschaftliche Verhältnisse und zugleich als eine Kritik derselben verstanden werden.

Wie Prozesse einer jugendlichen Selbstorganisation genau ablaufen und sich darin Möglichkeiten der kollektiven politischen und gesellschaftlichen Mitbestimmung zeigen, ist bislang ebenso wenig erforscht wie die Frage danach, welche (alternativen) kollektiven Formen politischer Artikulation sich bei Jugendlichen finden. Daher möchte die Tagung folgende Fragen ausloten und gemeinsam diskutieren:

  • Welche unterschiedlichen Möglichkeiten und Formen der kollektiven politischen und gesellschaftlichen Mitbestimmung ausserhalb institutionalisierter Strukturen gibt es?
  • Wie und wo werden Abgrenzungen zu bereits Bestehendem und etablierten Strukturen gezogen? Welche Arten von Gegenentwürfen werden ausformuliert?
  • Inwiefern können Gruppenbildung, Zusammenschlüsse und Selbstorganisation als Kritik und Antwort auf gesellschaftliche Verhältnisse verstanden werden?
  • Was bedeutet kollektives Handeln und Bewusstsein von selbstorganisierten Jugendlichen und wie zeigt sich dies in einer politischen Praxis?

Die Tagung findet am 7. und 8. November 2018 an der Universität Zürich statt. Sie bietet die Gelegenheit, empirisches Material und Überlegungen sowie auch theoretische Reflexionen und Analysen zu den genannten Fragen zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Wer sich dafür interessiert, mit einem Vortrag zur Tagung beizutragen, sendet bitte bis spätestens 13. Mai 2018 ein Abstract zum geplanten Beitrag (max. 1 Seite) an Selin Kilic (selin.kilic(at)ife.uzh.ch).

NGOs und soziale Bewegungen im Klimaregime. Ausdruck eines neuen Spannungsfeldes sozialer und ökologischer Fragen? Ad-hoc-Gruppe auf dem DGS-Kongress „Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen“ am 24.-28. September 2018 in Göttingen

Auf der UN-Klimakonferenz in Bonn Ende letzten Jahres wurde deutlich, dass zivilgesellschaftliche Initiativen, Netzwerke, aber auch weniger institutionalisierte Bewegungen von wachsender Bedeutung für den medialen Diskurs und das politische Framing der internationalen Klimaverhandlungen sind. NGOs und soziale Bewegungen erheben jedoch nicht nur bei den internationalen Klimaverhandlungen ihre Stimme, auch über die offiziellen Foren hinaus lässt sich eine Pluralisierung des sozialen Engagements im Klimaregime beobachten. Gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten sowie Kritik- und Protestformen werden neu justiert und auf die UN-Klimaverhandlungen und die dort diskutierten Lösungsansätze, Governance-Instrumente und Verhandlungsroutinen ausgerichtet. In diesem Zusammenhang treten auch zivilgesellschaftliche Akteure auf, die sich erst seit Kurzem an Dialog, Aktivitäten und Meinungstausch zu Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, etwa Verbände, Vereine, Stiftungen und informelle Initiativen und Netzwerke.

Die im Entstehen begriffene Klimabewegung bezieht globale, nationale und lokale Konfliktdimensionen aufeinander, was sich in neuen Formen des Protests und der Teilhabe zivilgesellschaftlicher Initiativen widerspiegelt. Die Spannungsfelder zwischen organisierten und wenig institutionalisierten, eingeladenen und nicht eingeladenen, global und lokal agierenden Akteuren sowie die Machtrelationen zwischen diesen gilt es zu untersuchen, um die Dynamik dieser Bewegung zu verstehen. Durch das Aufgreifen der Klimaproblematik seitens zivilgesellschaftlicher Akteure entsteht ein Diskursraum, der die internationale Aufmerksamkeit auf Klimawandelursachen und -lösungen lenkt, zugleich aber widersprüchliche Klimaschutzverständnisse beherbergt. Denn die sozialen, ökologischen und ökonomischen Konflikte des Klimawandels sowie die Umsetzung geplanter Maßnahmen treffen auf bestimmte lokale, politische und kulturell geprägte Kontexte.

In der Ad-hoc-Gruppe sollen anhand von ausgewählten Aspekten empirisch fassbare Trends und theoretische Perspektiven der Klimabewegung diskutiert werden. Mögliche Themenaspekte und Fragestellungen lauten:

  • Protest- und Teilhabepraktiken im Handlungsfeld Klimaschutz als Spiegel sozialer Konfliktfelder
    Wie werden soziale Konflikte bezüglich Klimaschutz und -anpassung in den Protest- und Teilhabepraktiken sichtbar gemacht? Welche unterschiedlichen Klimaschutzverständnisse prallen hierbei aufeinander und mit welchen politischen und ethischen Perspektiven sind diese verbunden?
  • Verhältnis zu und Konflikte mit anderen sozialen Bewegungen und Subbewegungen
    Wie genau gestaltet sich aktuell das Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen, etwa zur ehemaligen Anti-Atomkraft-Bewegung? Lassen sich hier neue Legitimationsstrategien, Praktiken und Netzwerke der Teilhabe und des Protests finden? Welche Verortungen und Veränderungen bezüglich der Klimabewegung können beobachtet werden, gerade mit Blick auf Subbewegungen und Formen der Radikalisierung?
  • Die Rolle und Einflussnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen
    Auf welche Weise eignen sich bereits bestehende zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGOs) wie Verbände, Vereine, Stiftungen oder Kirchen aktuelle Diskussionen zu Klimaschutzmaßnahmen an und wie verschaffen sie sich Legitimation und Stimme im Diskurs?
  • Kann von der Klimabewegung gesprochen werden?
    Lässt sich eine neue soziale Dynamik im zivilgesellschaftlichen Sektor beschreiben, für die der Klimawandel als globales Referenz- und Resonanzthema dient oder wird über Klimakonflikte vornehmlich unter anderen Begrifflichkeiten und Handlungsfeldern diskutiert? Kann insgesamt von der Klimabewegung gesprochen werden oder handelt es sich um ein ausdifferenziertes Netzwerk bereits bestehender sozialer Bewegungen, die Klimaaspekte inkludieren?

Beiträge aus der sozialwissenschaftlichen Klimaforschung, der Organisations- und Bewegungsforschung sowie der politischen Soziologie bilden die theoretische und empirische Basis, um eine fruchtbare Diskussion anzustoßen. Methodisch sind qualitative Fallstudien zu bestimmten Akteursgruppen oder (vergleichende) Länder-Cases denkbar. Zugleich stellen auch diskursanalytisch ausgerichtete Arbeiten einen möglichen Zugang dar, um das Thema umfassend zu beleuchten und einen konstruktiven Austausch zu ermöglichen.
Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge können bis zum 30.04.2018 zugeschickt werden:
annabarbara.friedrich(at)wiso.uni-hamburg.de

OrganisatorInnen:
Annabarbara Friedrich, Dr. Michael Kunkis, Dr. Angela Pohlmann (Universität Hamburg)
Mirko Suhari (Energy Cultures, Nachwuchsgruppe, Zeppelin Universität)

Download:
Der Call als pdf-Datei

Mit der Neuorganisation der DVPW sind die Sprecher_innen der AKs angehalten, eine Mitgliederliste zu führen. In Zukunft sollen sich neue Mitglieder direkt an die Sprecher_innen der Gliederungen wenden, denen sie beitreten möchten. Da es für den AK soziale Bewegungen nie eine Mitgliederliste gab, wollen wir deren Erstellung jetzt nachholen.

Wir bitten alle DVPW-Mitglieder, die sich dem Arbeitskreis zugehörig fühlen, sich in die Liste einzutragen. Das kann über die folgende Abfrage geschehen oder per Email an die Sprecher_innen.

Call for Papers: Dissonanzen und Solidarisierungen. Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen, Jahrestagung 2018 der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ in der DGPuK in Kooperation mit der Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, Datum: 26.-28.09.2018, Tagungsort: Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft

CfP zum Workshop „Mediale Verhandlungen von sozialen Bewegungen und Protest“ im Rahmen der Tagung (zum Call als pdf-Datei)

Verstehen wir Partizipation als einen essentiellen Bestandteil demokratischer Gesellschaften und als eng verflochten mit früheren und gegenwärtigen Medienkulturen, treten auch Fragen nach der Mitwirkung von marginalisierten Gruppen an gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen in den Vordergrund. Die Möglichkeiten und Grenzen von und die Bedingungen und Ressourcen für Partizipation in Medienkulturen stehen im Fokus dieser Tagung.

Einerseits ist die Diskussion um Partizipation durch unterschiedliche Perspektiven zum Beispiel als partizipative Kultur, als Teilnahme und Teilhabe an Entscheidungsprozessen oder als zivile Kultur gekennzeichnet, andererseits ist sie oft noch immer stark durch die von Habermas im Kontext der Theorie des kommunikativen Handelns entwickelten (und androzentristischen) Perspektive der politischen Partizipation als Beteiligung am öffentlichen Diskurs geprägt. Feministische Wissenschaftler*innen und Geschlechterforscher*innen haben bereits früh diese Engführung kritisiert und Konzepte einer fragmentierten und konfliktiven Öffentlichkeit, sowie das Konzept des Cultural Citizenship in die Diskussion um Partizipation und Öffentlichkeit eingebracht. Öffentlichkeiten sind demnach nicht nur gekennzeichnet durch Konsens und Gemeinschaft, sondern auch durch Dissonanzen und Fragmentierungen, die wiederum zu neuen Konnektivitäten und Solidarisierungen führen können. Daran möchten wir mit der Jahrestagung der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ zum Thema „Dissonanzen und Solidarisierungen: Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen“ anknüpfen und neue Perspektiven in der Diskussion um Partizipation, Kommunikation und Medien eröffnen.

Nicht nur kann Partizipation in und über Medien in der Gesellschaft als Zugang, Interaktion und Teilhabe an Entscheidungsprozessen qua rationalem Diskurs erfolgen, sondern es sind auch solche Formen der Partizipation in Demokratien relevant, die als Einspruch, Widerspruch oder Protest gegen gesellschaftliche Missstände auch über und durch Medien artikuliert werden. Dazu zählen Formen der Intervention, die über ‚klassische’ Straßenproteste, kreative und künstlerische Aktionen und Ausdrucksformen (wie etwa feministische Zines, Graffitis, etc.) oder in digitalen Öffentlichkeiten z.B. über Hashtags sichtbar werden. Solche Dissonanzen in demokratischen Gesellschaften genauer in den Blick zu nehmen und zu diskutieren, ist ein Anliegen der Tagung. Es sollen weiterhin auch solche Formen der Kooperation, Kollaboration und Solidarisierungen von und durch marginalisierte Gruppen sichtbar gemacht und diskutiert werden, die eine Teilnahme und Teilhabe an Gesellschaft und Politik einfordern und erreichen. Ferner sind Formen einer als ambivalent zu bewertenden Partizipation in Medienkulturen von Interesse, die im Sinne exkludierender Solidarität Ausgrenzung und Marginalisierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Subjekte intensivieren. Digitale Medien und mediale Netzwerke können beispielsweise für die Organisation von Protest und Partizipation, für die Herstellung von Handlungsfähigkeit und Solidarität, sowie für Interventionen in Online- und OfflineÖffentlichkeiten von entscheidender Bedeutung sein.

Für die Tagung wünschen wir uns theoretische und empirische Beiträge zu Partizipation in Medienkulturen aus geschlechtertheoretischer, queerer, feministischer und/oder intersektionaler Perspektive. Wir freuen uns genauso über historische Betrachtungen von Partizipation in Medienkulturen, als auch über Analysen gegenwärtiger Dissonanzen und Solidarisierungen in Medienkulturen. Insbesondere möchten wir bei dieser Tagung auch dazu einladen, den Dialog bzw. Transfer zwischen den Wissenschaften und gesellschaftlichen Initiativen zur Förderung von Partizipation in demokratischen Gesellschaften in und durch Medien zu stärken. Beiträge von und mit Journalist*innen, Initiativen und auch Aktivist*innen sind deshalb herzlich willkommen!

Mögliche Schwerpunktthemen (andere Themenbereiche sind auch willkommen!):

  • Medien, Partizipation und Migration
    • Teilnahme und Teilhabe von Geflüchteten an politischen und kulturellen
      Prozessen und medialen Öffentlichkeiten
    • Mediale Proteste von und für Geflüchtete
    • Aushandlungen von Flucht und Migration in digitalen Öffentlichkeiten
  • Medien, Partizipation und Ungleichheiten
    • Medien, Partizipation und Prozesse von In- und Exklusionen
    • Mediale Formen ambivalenter Partizipation (z.B. bei Anti-Feminismus, Rechtspopulismus und rechten Bewegungen)
    • Bedingungen für und Grenzen von Partizipation für marginalisierte Gruppen
  • Medien, Partizipation und Digitalisierung
    • Digitaler Protest und (feministischer) Hashtag-Aktivismus
    • Vergeschlechtlichte digitale Arbeit
    • Überwachung, Kontrolle und Ko-option von Nutzer*innendaten
    • Medientechnologien, Partizipation und Geschlecht

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Formen der kritischen Intervention entstehen in und über Medien? Welche Ansätze für emanzipatorische Solidarisierungen lassen sich in und über Medien
    beobachten?
  • Wie stellt sich historisch und gegenwärtig Teilnahme und Teilhabe in und durch Medien dar?
  • Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen in Medienkulturen gegeben
    sein, um möglichst vielen Menschen in demokratischen Gesellschaften Zugang zu
    Partizipation zu ermöglichen? Welche Rollen spielen dabei Prozesse der
    Digitalisierung?
  • Wo sind aus geschlechtertheoretischer und queer-/feministischer Perspektive die (theoretisch und empirisch) ‚blinden Flecken’ in der Forschung zu
    Medienpartizipation?
  • Welche sozialen Ungleichheiten, die sich etwa in Bezug auf Geschlecht, Ethnizität oder Klasse manifestieren können, finden sich in historischen und gegenwärtigen Partizipationsprozessen?
  • Welche Formen von Partizipation in Medienkulturen werden in öffentlichen Debatten von wem wie (de-) legitimiert? Welche normativen Diskurse werden sichtbar?
  • Wie können Institutionen und Initiativen einen Beitrag zur Förderung von
    Medienpartizipation in demokratischen Gesellschaften leisten?
  • Wie kann man einer Medienpartizipation, die exkludierende
    rechtspopulistische/neoreaktionäre und antifeministische Diskurse fördert, entgegen treten?

Einreichungen von Abstracts:
Willkommen sind Vorschläge für 15- bis 20-minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für organisierte Panels mit 3-4 einzelnen Beiträgen zu einem übergeordneten Thema. Besonders freuen wir uns auch über Vorschläge von Nachwuchswissenschaftler*innen. Wir möchten Sie bitten, Ihren Vorschlag in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000-6.000 Zeichen, exkl. Literatur) bis zum 30. April 2018 per Email an miriam.stehling(at)unituebingen.de zu senden. Für organisierte Panels reichen Sie bitte ein Extended Panel Abstract ein, das auch Kurzabstracts zu den einzelnen Beiträgen (ca. 300-400 Zeichen pro Beitrag) enthält. Bitte versehen Sie die Abstracts mit einem Deckblatt, auf dem der Panel bzw.Beitragstitel, sowie Name und Adresse der Einreichenden vermerkt sind. Das Abstract selbst sollte keinerlei Hinweise auf Ihre Person haben, da die Vorschläge in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet werden. Es ist geplant, bis ca. Anfang Juni 2018 über die Annahme der Beiträge zu informieren.

Tagungsablauf:
Die Tagung beginnt am Abend des 26. September 2018 ab ca. 18:00 Uhr mit einer Veranstaltung und einem Get together. Die Tagung wird am Freitag, den 28. September 2018 gegen 15:00 Uhr enden. Im Vorfeld der Eröffnung am Mittwoch wird ein Workshop für Wissenschaftler*innen aller Statusgruppen stattfinden, bei dem laufende Forschungsprojekte diskutiert werden können. Dieser Workshop wird organisiert durch die Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung. Hierzu wird ein separater Call for Papers veröffentlicht.

Organisation:

  • Dr. Miriam Stehling, Eberhard Karls Universität Tübingen (local organizer und Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Ass. Prof. Dr. Ricarda Drüeke, Universität Salzburg (Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Lina Brink, Helena Körner und Julika Mücke als Mitglieder der
    Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Leitung: Prof. Dr. Tanja Thomas)

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf www.critical-media-studies.net! Der call als pdf-Datei.

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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