You are currently browsing the category archive for the ‘Tagungen’ category.

Call for Papers: Tagung «Kollektive Gegenentwürfe – Formen politischer Artikulationen Jugendlicher als Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse», 7.11. – 8.11.2018, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Aktuelle Befunde zum Verhältnis von Jugend und Politik zeichnen oft besorgniserregende Bilder einer apolitischen und wenig interessierten Jugend. Wissenschaftlich wie auch medial werden Jugendliche und junge Erwachsene als politikverdrossen bezeichnet, was sich darin zeigt, dass ihr Vertrauen in Parteien und Regierungsinstitutionen schwindet und die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen sinkt. Demgegenüber lässt sich die These formulieren, dass hier von einem sehr engen Politikverständnis ausgegangen wird, welches zum einen auf eine Teilhabe an institutionalisierten und etablierten (politischen) Strukturen fokussiert und zum anderen systemkonforme Einstellungen voraussetzt. Zudem verharrt der Fokus in diesen Beispielen oft auf individualisierenden Formen der Partizipation und politischen Artikulation.

Eine solche Rahmung wirft jedoch Fragen auf: Wie definiert und begründet sich eigentlich „das Politische“? Was bedeutet politische und gesellschaftliche Partizipation? Wer definiert diese und hat in dem Diskurs Deutungshoheit? Welche Möglichkeiten der kollektiven politischen (Selbst)Artikulation sehen Jugendliche?

Jugendliche und junge Erwachsene treten in unterschiedlichen Formen und Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens in Erscheinung und gestalten dieses in verschiedenster Weise mit. Damit aber die unterschiedlichen Formen der politischen Artikulation von Jugendlichen in den Fokus treten können, erfordert dies, den Begriff des Politischen wie auch den der politischen Partizipation breiter zu verstehen.

Selbstorganisierte Jugendliche, welche sich zusammenschliessen um etwas Eigenes zu erschaffen oder zu kreieren, kommen an unterschiedlichen Orten zum Vorschein. Möglichkeiten politischer Artikulation zeigen sich in Jugend(sub)kulturen, Jugendgruppen oder auch in nicht institutionellen Jugendorganisationen. Den verschiedenen Projekten gemein ist oft die Abgrenzung vom herkömmlichen, dem bereits vorhandenen (wie Strukturen oder Institutionen) oder von Erwachsenen. Sie können damit als eine Reaktion auf bestehende gesellschaftliche Verhältnisse und zugleich als eine Kritik derselben verstanden werden.

Wie Prozesse einer jugendlichen Selbstorganisation genau ablaufen und sich darin Möglichkeiten der kollektiven politischen und gesellschaftlichen Mitbestimmung zeigen, ist bislang ebenso wenig erforscht wie die Frage danach, welche (alternativen) kollektiven Formen politischer Artikulation sich bei Jugendlichen finden. Daher möchte die Tagung folgende Fragen ausloten und gemeinsam diskutieren:

  • Welche unterschiedlichen Möglichkeiten und Formen der kollektiven politischen und gesellschaftlichen Mitbestimmung ausserhalb institutionalisierter Strukturen gibt es?
  • Wie und wo werden Abgrenzungen zu bereits Bestehendem und etablierten Strukturen gezogen? Welche Arten von Gegenentwürfen werden ausformuliert?
  • Inwiefern können Gruppenbildung, Zusammenschlüsse und Selbstorganisation als Kritik und Antwort auf gesellschaftliche Verhältnisse verstanden werden?
  • Was bedeutet kollektives Handeln und Bewusstsein von selbstorganisierten Jugendlichen und wie zeigt sich dies in einer politischen Praxis?

Die Tagung findet am 7. und 8. November 2018 an der Universität Zürich statt. Sie bietet die Gelegenheit, empirisches Material und Überlegungen sowie auch theoretische Reflexionen und Analysen zu den genannten Fragen zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Wer sich dafür interessiert, mit einem Vortrag zur Tagung beizutragen, sendet bitte bis spätestens 13. Mai 2018 ein Abstract zum geplanten Beitrag (max. 1 Seite) an Selin Kilic (selin.kilic(at)ife.uzh.ch).

Advertisements

NGOs und soziale Bewegungen im Klimaregime. Ausdruck eines neuen Spannungsfeldes sozialer und ökologischer Fragen? Ad-hoc-Gruppe auf dem DGS-Kongress „Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen“ am 24.-28. September 2018 in Göttingen

Auf der UN-Klimakonferenz in Bonn Ende letzten Jahres wurde deutlich, dass zivilgesellschaftliche Initiativen, Netzwerke, aber auch weniger institutionalisierte Bewegungen von wachsender Bedeutung für den medialen Diskurs und das politische Framing der internationalen Klimaverhandlungen sind. NGOs und soziale Bewegungen erheben jedoch nicht nur bei den internationalen Klimaverhandlungen ihre Stimme, auch über die offiziellen Foren hinaus lässt sich eine Pluralisierung des sozialen Engagements im Klimaregime beobachten. Gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten sowie Kritik- und Protestformen werden neu justiert und auf die UN-Klimaverhandlungen und die dort diskutierten Lösungsansätze, Governance-Instrumente und Verhandlungsroutinen ausgerichtet. In diesem Zusammenhang treten auch zivilgesellschaftliche Akteure auf, die sich erst seit Kurzem an Dialog, Aktivitäten und Meinungstausch zu Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, etwa Verbände, Vereine, Stiftungen und informelle Initiativen und Netzwerke.

Die im Entstehen begriffene Klimabewegung bezieht globale, nationale und lokale Konfliktdimensionen aufeinander, was sich in neuen Formen des Protests und der Teilhabe zivilgesellschaftlicher Initiativen widerspiegelt. Die Spannungsfelder zwischen organisierten und wenig institutionalisierten, eingeladenen und nicht eingeladenen, global und lokal agierenden Akteuren sowie die Machtrelationen zwischen diesen gilt es zu untersuchen, um die Dynamik dieser Bewegung zu verstehen. Durch das Aufgreifen der Klimaproblematik seitens zivilgesellschaftlicher Akteure entsteht ein Diskursraum, der die internationale Aufmerksamkeit auf Klimawandelursachen und -lösungen lenkt, zugleich aber widersprüchliche Klimaschutzverständnisse beherbergt. Denn die sozialen, ökologischen und ökonomischen Konflikte des Klimawandels sowie die Umsetzung geplanter Maßnahmen treffen auf bestimmte lokale, politische und kulturell geprägte Kontexte.

In der Ad-hoc-Gruppe sollen anhand von ausgewählten Aspekten empirisch fassbare Trends und theoretische Perspektiven der Klimabewegung diskutiert werden. Mögliche Themenaspekte und Fragestellungen lauten:

  • Protest- und Teilhabepraktiken im Handlungsfeld Klimaschutz als Spiegel sozialer Konfliktfelder
    Wie werden soziale Konflikte bezüglich Klimaschutz und -anpassung in den Protest- und Teilhabepraktiken sichtbar gemacht? Welche unterschiedlichen Klimaschutzverständnisse prallen hierbei aufeinander und mit welchen politischen und ethischen Perspektiven sind diese verbunden?
  • Verhältnis zu und Konflikte mit anderen sozialen Bewegungen und Subbewegungen
    Wie genau gestaltet sich aktuell das Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen, etwa zur ehemaligen Anti-Atomkraft-Bewegung? Lassen sich hier neue Legitimationsstrategien, Praktiken und Netzwerke der Teilhabe und des Protests finden? Welche Verortungen und Veränderungen bezüglich der Klimabewegung können beobachtet werden, gerade mit Blick auf Subbewegungen und Formen der Radikalisierung?
  • Die Rolle und Einflussnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen
    Auf welche Weise eignen sich bereits bestehende zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGOs) wie Verbände, Vereine, Stiftungen oder Kirchen aktuelle Diskussionen zu Klimaschutzmaßnahmen an und wie verschaffen sie sich Legitimation und Stimme im Diskurs?
  • Kann von der Klimabewegung gesprochen werden?
    Lässt sich eine neue soziale Dynamik im zivilgesellschaftlichen Sektor beschreiben, für die der Klimawandel als globales Referenz- und Resonanzthema dient oder wird über Klimakonflikte vornehmlich unter anderen Begrifflichkeiten und Handlungsfeldern diskutiert? Kann insgesamt von der Klimabewegung gesprochen werden oder handelt es sich um ein ausdifferenziertes Netzwerk bereits bestehender sozialer Bewegungen, die Klimaaspekte inkludieren?

Beiträge aus der sozialwissenschaftlichen Klimaforschung, der Organisations- und Bewegungsforschung sowie der politischen Soziologie bilden die theoretische und empirische Basis, um eine fruchtbare Diskussion anzustoßen. Methodisch sind qualitative Fallstudien zu bestimmten Akteursgruppen oder (vergleichende) Länder-Cases denkbar. Zugleich stellen auch diskursanalytisch ausgerichtete Arbeiten einen möglichen Zugang dar, um das Thema umfassend zu beleuchten und einen konstruktiven Austausch zu ermöglichen.
Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge können bis zum 30.04.2018 zugeschickt werden:
annabarbara.friedrich(at)wiso.uni-hamburg.de

OrganisatorInnen:
Annabarbara Friedrich, Dr. Michael Kunkis, Dr. Angela Pohlmann (Universität Hamburg)
Mirko Suhari (Energy Cultures, Nachwuchsgruppe, Zeppelin Universität)

Download:
Der Call als pdf-Datei

Call for Papers: Dissonanzen und Solidarisierungen. Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen, Jahrestagung 2018 der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ in der DGPuK in Kooperation mit der Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, Datum: 26.-28.09.2018, Tagungsort: Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft

CfP zum Workshop „Mediale Verhandlungen von sozialen Bewegungen und Protest“ im Rahmen der Tagung (zum Call als pdf-Datei)

Verstehen wir Partizipation als einen essentiellen Bestandteil demokratischer Gesellschaften und als eng verflochten mit früheren und gegenwärtigen Medienkulturen, treten auch Fragen nach der Mitwirkung von marginalisierten Gruppen an gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen in den Vordergrund. Die Möglichkeiten und Grenzen von und die Bedingungen und Ressourcen für Partizipation in Medienkulturen stehen im Fokus dieser Tagung.

Einerseits ist die Diskussion um Partizipation durch unterschiedliche Perspektiven zum Beispiel als partizipative Kultur, als Teilnahme und Teilhabe an Entscheidungsprozessen oder als zivile Kultur gekennzeichnet, andererseits ist sie oft noch immer stark durch die von Habermas im Kontext der Theorie des kommunikativen Handelns entwickelten (und androzentristischen) Perspektive der politischen Partizipation als Beteiligung am öffentlichen Diskurs geprägt. Feministische Wissenschaftler*innen und Geschlechterforscher*innen haben bereits früh diese Engführung kritisiert und Konzepte einer fragmentierten und konfliktiven Öffentlichkeit, sowie das Konzept des Cultural Citizenship in die Diskussion um Partizipation und Öffentlichkeit eingebracht. Öffentlichkeiten sind demnach nicht nur gekennzeichnet durch Konsens und Gemeinschaft, sondern auch durch Dissonanzen und Fragmentierungen, die wiederum zu neuen Konnektivitäten und Solidarisierungen führen können. Daran möchten wir mit der Jahrestagung der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ zum Thema „Dissonanzen und Solidarisierungen: Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen“ anknüpfen und neue Perspektiven in der Diskussion um Partizipation, Kommunikation und Medien eröffnen.

Nicht nur kann Partizipation in und über Medien in der Gesellschaft als Zugang, Interaktion und Teilhabe an Entscheidungsprozessen qua rationalem Diskurs erfolgen, sondern es sind auch solche Formen der Partizipation in Demokratien relevant, die als Einspruch, Widerspruch oder Protest gegen gesellschaftliche Missstände auch über und durch Medien artikuliert werden. Dazu zählen Formen der Intervention, die über ‚klassische’ Straßenproteste, kreative und künstlerische Aktionen und Ausdrucksformen (wie etwa feministische Zines, Graffitis, etc.) oder in digitalen Öffentlichkeiten z.B. über Hashtags sichtbar werden. Solche Dissonanzen in demokratischen Gesellschaften genauer in den Blick zu nehmen und zu diskutieren, ist ein Anliegen der Tagung. Es sollen weiterhin auch solche Formen der Kooperation, Kollaboration und Solidarisierungen von und durch marginalisierte Gruppen sichtbar gemacht und diskutiert werden, die eine Teilnahme und Teilhabe an Gesellschaft und Politik einfordern und erreichen. Ferner sind Formen einer als ambivalent zu bewertenden Partizipation in Medienkulturen von Interesse, die im Sinne exkludierender Solidarität Ausgrenzung und Marginalisierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Subjekte intensivieren. Digitale Medien und mediale Netzwerke können beispielsweise für die Organisation von Protest und Partizipation, für die Herstellung von Handlungsfähigkeit und Solidarität, sowie für Interventionen in Online- und OfflineÖffentlichkeiten von entscheidender Bedeutung sein.

Für die Tagung wünschen wir uns theoretische und empirische Beiträge zu Partizipation in Medienkulturen aus geschlechtertheoretischer, queerer, feministischer und/oder intersektionaler Perspektive. Wir freuen uns genauso über historische Betrachtungen von Partizipation in Medienkulturen, als auch über Analysen gegenwärtiger Dissonanzen und Solidarisierungen in Medienkulturen. Insbesondere möchten wir bei dieser Tagung auch dazu einladen, den Dialog bzw. Transfer zwischen den Wissenschaften und gesellschaftlichen Initiativen zur Förderung von Partizipation in demokratischen Gesellschaften in und durch Medien zu stärken. Beiträge von und mit Journalist*innen, Initiativen und auch Aktivist*innen sind deshalb herzlich willkommen!

Mögliche Schwerpunktthemen (andere Themenbereiche sind auch willkommen!):

  • Medien, Partizipation und Migration
    • Teilnahme und Teilhabe von Geflüchteten an politischen und kulturellen
      Prozessen und medialen Öffentlichkeiten
    • Mediale Proteste von und für Geflüchtete
    • Aushandlungen von Flucht und Migration in digitalen Öffentlichkeiten
  • Medien, Partizipation und Ungleichheiten
    • Medien, Partizipation und Prozesse von In- und Exklusionen
    • Mediale Formen ambivalenter Partizipation (z.B. bei Anti-Feminismus, Rechtspopulismus und rechten Bewegungen)
    • Bedingungen für und Grenzen von Partizipation für marginalisierte Gruppen
  • Medien, Partizipation und Digitalisierung
    • Digitaler Protest und (feministischer) Hashtag-Aktivismus
    • Vergeschlechtlichte digitale Arbeit
    • Überwachung, Kontrolle und Ko-option von Nutzer*innendaten
    • Medientechnologien, Partizipation und Geschlecht

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Formen der kritischen Intervention entstehen in und über Medien? Welche Ansätze für emanzipatorische Solidarisierungen lassen sich in und über Medien
    beobachten?
  • Wie stellt sich historisch und gegenwärtig Teilnahme und Teilhabe in und durch Medien dar?
  • Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen in Medienkulturen gegeben
    sein, um möglichst vielen Menschen in demokratischen Gesellschaften Zugang zu
    Partizipation zu ermöglichen? Welche Rollen spielen dabei Prozesse der
    Digitalisierung?
  • Wo sind aus geschlechtertheoretischer und queer-/feministischer Perspektive die (theoretisch und empirisch) ‚blinden Flecken’ in der Forschung zu
    Medienpartizipation?
  • Welche sozialen Ungleichheiten, die sich etwa in Bezug auf Geschlecht, Ethnizität oder Klasse manifestieren können, finden sich in historischen und gegenwärtigen Partizipationsprozessen?
  • Welche Formen von Partizipation in Medienkulturen werden in öffentlichen Debatten von wem wie (de-) legitimiert? Welche normativen Diskurse werden sichtbar?
  • Wie können Institutionen und Initiativen einen Beitrag zur Förderung von
    Medienpartizipation in demokratischen Gesellschaften leisten?
  • Wie kann man einer Medienpartizipation, die exkludierende
    rechtspopulistische/neoreaktionäre und antifeministische Diskurse fördert, entgegen treten?

Einreichungen von Abstracts:
Willkommen sind Vorschläge für 15- bis 20-minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für organisierte Panels mit 3-4 einzelnen Beiträgen zu einem übergeordneten Thema. Besonders freuen wir uns auch über Vorschläge von Nachwuchswissenschaftler*innen. Wir möchten Sie bitten, Ihren Vorschlag in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000-6.000 Zeichen, exkl. Literatur) bis zum 30. April 2018 per Email an miriam.stehling(at)unituebingen.de zu senden. Für organisierte Panels reichen Sie bitte ein Extended Panel Abstract ein, das auch Kurzabstracts zu den einzelnen Beiträgen (ca. 300-400 Zeichen pro Beitrag) enthält. Bitte versehen Sie die Abstracts mit einem Deckblatt, auf dem der Panel bzw.Beitragstitel, sowie Name und Adresse der Einreichenden vermerkt sind. Das Abstract selbst sollte keinerlei Hinweise auf Ihre Person haben, da die Vorschläge in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet werden. Es ist geplant, bis ca. Anfang Juni 2018 über die Annahme der Beiträge zu informieren.

Tagungsablauf:
Die Tagung beginnt am Abend des 26. September 2018 ab ca. 18:00 Uhr mit einer Veranstaltung und einem Get together. Die Tagung wird am Freitag, den 28. September 2018 gegen 15:00 Uhr enden. Im Vorfeld der Eröffnung am Mittwoch wird ein Workshop für Wissenschaftler*innen aller Statusgruppen stattfinden, bei dem laufende Forschungsprojekte diskutiert werden können. Dieser Workshop wird organisiert durch die Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung. Hierzu wird ein separater Call for Papers veröffentlicht.

Organisation:

  • Dr. Miriam Stehling, Eberhard Karls Universität Tübingen (local organizer und Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Ass. Prof. Dr. Ricarda Drüeke, Universität Salzburg (Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Lina Brink, Helena Körner und Julika Mücke als Mitglieder der
    Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Leitung: Prof. Dr. Tanja Thomas)

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf www.critical-media-studies.net! Der call als pdf-Datei.

Mit dem diesjährigen Kongress der DVPW, der vom 25. bis 28. September in Frankfurt (Main) stattfindet, änderte sich erstmals auch das Procedere in der Programmgestaltung. Panels wurden nicht mehr von den einzelnen DVPW-Gliederungen (Sektionen und Arbeitskreise) organisert, sondern bei einer Programmkommission eingereicht und von dieser ausgewählt.

Die Calls zu diesen Panels hat die DVPW-Geschäftsstelle in einer Datei veröffentlicht. Bis zum 31. Januar können Vorschläge für Beiträge dann direkt bei den Panel-Organisator_innen eingereicht werden.

Bei den Sprecher_innen des AK soziale Bewegungen wurden 15 Panel zur Unterstützung eingereicht, neun davon wurden mit unserer Unterstützung eingereicht. Ausgewählt wurden schließlich drei offene Panels und ein Roundtable.

Wir freuen uns über Einreichungen für den Roundtable und in den offenen Panels:

Roundtable: Die entfernten Folgen sozialer Bewegungen

Veranstalter_innen des Roundtables: Sebastian Haunss (Universität Bremen), Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Sabrina Zajak (Ruhr-Universität Bochum)

Unterstützt von: Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft & AK Soziale Bewegungen

Soziale Bewegungen sind zentrale Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels. Die Arbeiter-, Frauen- oder Umweltbewegungen, die antikolonialen Befreiungsbewegungen, die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings oder die Bewegung des 15. Mai in Spanien, die faschistischen Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre und die rechtspopulistischen Bewegungen der Gegenwart haben in den jeweiligen Gesellschaften deutliche Spuren hinterlassen. In vielen Fällen haben soziale Bewegungen zumindest einige ihrer unmittelbaren politischen Ziele erreicht – wenn auch oft nicht sofort, sondern erst nach lange andauernden Auseinandersetzungen. Politische Institutionen und Organisationen haben sich unter dem Druck von Protesten gewandelt oder sind neu entstanden – wie zum Beispiel die Partei Die Grünen oder die Beteiligungsform der runden Tische. Darüber hinaus haben soziale Bewegungen kulturelle Wandlungsprozesse befördert, Subkulturen selbst hervorgebracht oder wesentlich beeinflusst und zu einem Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen beigetragen. Während die politischen Erfolge nicht selten nur von kurzer Dauer waren, können die kulturellen Auswirkungen sozialer Bewegungen langfristiger und weitreichender sein und selbst dann Spuren im kulturellen Gefüge von Gesellschaften hinterlassen, wenn Bewegungen bei der Durchsetzung ihrer konkreten Ziele nicht erfolgreich waren. Diese indirekten und langfristigen Spuren, die soziale Bewegungen hinterlassen, sind allerdings bisher höchstens punktuell erforscht worden, und sollen daher im Fokus des vorgeschlagenen Panels stehen.
Konkret sollen die Beiträge des Panels die folgenden Fragen entweder aus theoretisch-konzeptioneller oder empirischer Perspektive adressieren:

  • Wie lassen sich indirekte Wirkungen sozialer Bewegungen messen?
  • In welchen Bereichen zeitigen soziale Bewegungen langfristige Folgen, in welchen nicht?
  • Wie verändern vorangegangene Bewegungen die Bedingungen gegenwärtigen und zukünftigen Protests.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an haunss(at)uni-bremen.de, sabrina.zajak(at)rub.de und daphi(at)hsfk.de.

Panel: Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen

Veranstalterinnen des Panels: Dr. Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz
-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Dr. Antonia Witt (Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Soziologie der
internationalen Beziehungen

In den letzten Jahren lässt sich eine Vielzahl von Protesten gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse beobachten, die eine Rückkehr zu nationalen Identitäten und traditionellen Werten fordern. Nicht selten spielt dabei eine zentrale Rolle, dass das Internationale als Raum beschränkter Partizipationsmöglichkeiten – also begrenzter Demokratie – angesehen wird. Während das Internationale im Sinne kosmopolitischer Werte und Offenheit in diesen Protesten abgelehnt und eher als Gefahrenraum konstruiert wird, beziehen sich diese Proteste paradoxerweise gleichzeitig auf das Internationale, etwa indem transnationale Netzwerke und Ideen zur Mobilisierung genutzt werden oder explizit andere Internationale imaginiert werden.

Das Panel fragt nach der Imagination und Konstituierung des Internationalen in aktuellen reaktionären Protesten: welche Vorstellungen vom Internationalen werden in diesen Protesten evoziert? Inwieweit wird diesen Vorstellungen durch die eigene Praxis widersprochen? Und wie beeinflussen diese Proteste die Idee vom Internationalen anderer Gruppen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesen Beobachtungen für die Rolle von Wissenschaft in der öffentlichen Debatte ziehen, das Internationale (anders/besser) begreifbar zu machen?

Wir freuen uns über theoretische wie empirische Beiträge. Willkommen sind empirische Beiträge mit Einzelfall- oder vergleichenden Studien sowie Reflektionen über methodische, theoretische und praktische Grundlagen und Konsequenzen der Erforschung von Imaginationen des Internationalen.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an daphi(at)hsfk.de und witt(at)hsfk.de.

Panel: Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen

Veranstalter_innen des Panels: Dr. Ingmar Hagemann (Universität Duisburg-Essen) und Dr. des. Johanna Leinius (Universität Kassel)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Politik und Geschlecht

Viele soziale Bewegungen sind Grenzphänomene des Demokratischen: Von den 1968-Bewegungen bis zu queeren und feministischen Bewegungen weltweit, der Landlosenbewegung in Brasilien oder Pegida in Deutschland schließen sich Menschen außerhalb der etablierten Kanäle des demokratischen Systems zusammen, um ihre Forderungen oder ihre Kritik zu artikulieren.

Die Analyse dieser häufig an den Rändern des etablierten politischen Systems agierenden Bewegungen kann neue Perspektiven auf die Demokratie eröffnen. Soziale Bewegungen erproben alternative Formen politischer Praxis, artikulieren kritische Perspektiven auf Herrschaftsverhältnisse und tarieren das Sagbare und Machbare in der Demokratie neu aus. Demokratie erscheint aus dieser poststrukturalistischen Analyseperspektive stärker als gesamtgesellschaftliches, im Alltagshandeln kontinuierlich reproduziertes Phänomen und nicht vor allem als Prozess der politischen Einflussnahme über den Weg verfassungsrechtlicher Institutionen.

Eine solche Perspektive betrachtet Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt als konstitutiv für Gesellschaft. Sie bietet ein Theorie-Methoden-Set, um Demokratie in ihrer historischen Gewordenheit zu analysieren und die ständige Neuverhandlung ihrer Grenzen anhand der Praktiken und Artikulationen derjenigen nachzuzeichnen, die diese radikal in Frage stellen. Die Untersuchung dieses Wechselverhältnisses von Demokratie und sozialen Bewegungen bietet somit Einsichten in die Wirkungsweise von Demokratie und die Grenzen des Demokratischen.

Das Panel möchte poststrukturalistische Analysen versammeln, die in ihren Arbeiten besonders den Charakter sozialer Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen herausarbeiten, empirische Analysen mit gesellschaftstheoretischen Diskussionen verbinden, und dabei die enge, zum Teil auch spannungsvolle Verbindung von sozialen Bewegungen und Demokratie verdeutlichen. Wir erbitten kurze Abstracts von 300 Wörtern.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail -Adressen der Veranstalter/innen des Panels: ingmar.hagemann(at)uni-due.de und leinius@uni-kassel.de

Panel: Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten

Veranstalter_innen des Panels: Nicole Doerr (Universität Kopenhagen) und Simon Teune (TU Berlin)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen

Ein Merkmal rechtspopulistischer Strategien ist die Indienstnahme demokratischer Argumente gegen die liberale Demokratie. In den Deutungsangeboten von Pegida, AfD und traditionellen Akteuren der extremen Rechten verbindet sich ein verschwörungsideologischer Anti-Elitismus mit völkisch begründeten direktdemokratischen Forderungen. Tatsächlich ist es der neuen völkischen Akteurskonstellation gelungen, Bürger_innen zu aktivieren: Stimmen für die AfD rekrutieren sich zu großen Teilen aus der Gruppe der Nichtwähler_innen, Pegida und ähnlich gelagerte Proteste haben viele Teilnehmende zum ersten Mal auf die Straße gebracht. Wenn die neu aufgestellte Rechte mit einem demokratisch begründeten Angebot reüssiert, wie verändert das Konzepte einer an Menschenrechten und Vielfalt orientierten Demokratie

Das Panel lädt Beiträge ein, die sich der Herausforderung der Demokratie aus beiden Richtungen widmen. Auf der einen Seite ist für die neue Rechte zu klären, welche Vorstellungen von Demokratie hier entwickelt werden und inwiefern diese an frühere Phasen der extremen Rechten anschließen. Gibt es über die Rhetorik und das Versprechen der Repräsentation marginalisierter Positionen hinaus ein reales demokratisches Angebot? Auf der anderen Seite fragen wir danach, welche demokratischen Ideen und Praktiken dieser Entwicklung entgegengesetzt werden. Wie werden Grenzen des Sagbaren begründet? Wie werden Ausschlüsse und Ungleichheitsverhältnisse verhandelt? Und wie werden sie überbrückt, um zu inklusiven Entscheidungen zu kommen?

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag im Umfang von einer Seite bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail-Adressen der Veranstalter/innen des Panels: nd(at)soc.ku.dk und teune(at)ztg.tu-berlin.de.

Bei der Auswahl der Vorträge koordinieren sich die Veranstalter/innen mit Kolleg/innen in thematisch verwandten Panels, so dass die Zuordnung einzelner Vorträge zu einem anderen Panel vorbehalten bleibt.

Call for Papers: Soziale Arbeit, Empowerment & kollektive Organisierung, Hochschule Düsseldorf, 6.-7. April 2018, Organisator*innen: Sara Madjlessi-Roudi & Fabian Virchow

›Empowerment‹ ist ein vielfach beachtetes Konzept in zahlreichen Feldern der Sozialen Arbeit. Es zielt auf individueller, kollektiver und organisationaler Ebene auf Maßnahmen und Strategien ab, die den Grad der Selbstbestimmung und Autonomie im Leben von Menschen und Gemeinschaften erhöhen – insbesondere durch die selbstverantwortliche Vertretung der jeweiligen Interessen. ›Empowerment‹-Praxen und -Standpunkte haben auch in zahlreichen sozialen Bewegungen und kollektiven Ansätzen der Organisierung eine wichtige Rolle gespielt.

Das Fachforum Soziale Arbeit, Empowerment & kollektive Organisierung zielt auf eine kritische Würdigung von Theorie und Praxis von ›Empowerment‹ und die Weiterentwicklung von theoretischen und praktischen Perspektiven jenseits einer neoliberalen Indienstnahme. Wir laden konzeptionell-theoretische Beiträge und empirische Analysen zu Ansätzen, Traditionslinien, Möglichkeiten, Grenzen und Ambivalenzen von ›Empowerment‹ in Kontexten Sozialer Arbeit sowie Ansätzen kollektiver Organisierung ein. Wir freuen uns über Empowerment-Projekte, die sich im Rahmen des Forums vorstellen möchten.

Bitte senden Sie Ihr abstract im Umfang von maximal 500 Worten sowie einen kurzen CV bis zum 15.12.2017 an folgende Adresse: empowerment-fachforum(at)hs-duesseldorf.de

Verfasser*innen angenommener Beiträge werden bis zum 05.01.2018 benachrichtigt.

Die Veranstaltung findet in deutscher und englischer Sprache (z.T. Simultanübersetzung) statt.

Der Call als pdf-Datei (deutsch und englisch).

Call for Panels: DVPW-Kongress 2018 „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ – Arbeitskreis soziale Bewegungen

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der nächste DVPW Kongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ statt.

Vorschläge für Panels im Rahmen des Arbeitskreises soziale Bewegungen mit Bezug zum Thema des Kongresses können bis zum 25.10. an die Sprecher_innen geschickt werden. Details zum Format der Vorschläge und zum Kongressthema finden sich im Call for Panels der DVPW.

Call for Papers Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 4. bis 6 . Oktober 2017, Organisation: Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in der DGPuK und Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität

Weltweit setzten und setzen sich feministische Aktivist*innen und Bewegungen für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein; dabei berufen sich (queer-, lesbisch-)feministische Bündnisse auf unterschiedliche Feminismen, wählen verschiedene Formen zur Artikulation von Protest und zielen dabei auf die Herstellung verschiedener Öffentlichkeit(en) : Selbstverständigung und politische Forderungen wurden und werden sowohl in Netzwerken im Privatraum als auch in alternativen öffentlich-politischen Kontexten ausgehandelt , dafür Öffentlichkeit hergestellt oder versucht, sie in bestehende Öffentlichkeiten hineinzutragen; bis heute werden hierfür verschiedene Kommunikationsformen und unterschiedliche Medien genutzt. Akteur*innen, ihr Medienhandeln und die dadurch erzeugten Räume konstituieren dabei unterschiedliche Öffentlichkeitsebenen, in denen verschiedene Strategien zur Durchsetzung von Themen zum Tragen kommen können; diese Kommunikationsformen und Strategien verändern sich unter den aktuellen Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten.
Aktivismus und Intervention in (queer-)feministischen Öffentlichkeiten stehen auf unterschiedliche Weisen in der Tradition historischer Emanzipationsbewegungen von Frauen* und waren stets begleitet von theoretischen Überlegungen und Erkenntnissen: Feministische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Öffentlichkeit haben beispielsweise deren Abgrenzung zur privaten Sphäre kritisch beleuchtet und das asymmetrische Machtverhältnis in den Blick genommen , auf dem eine solche Trennung beruht und die es stützt.

Im Zentrum der Jahrestagung der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main stehen feministische Kritik und Praktiken des Widerstands im medialen Wandel sowie die damit in Gang gesetzten Veränderungen im Verständnis und in der Formierung von Öffentlichkeiten. Dies wirft vielfältige Fragen auf: Welche Debatten prägen das feministische Verständnis von Öffentlichkeit(en)? Welcher Öffentlichkeiten bedienen sich feministische Akteur*innen und wie stellt sich das durchaus ambivalente Verhältnis zu traditionellen Massenmedien dar? Welche Rolle hat der feministische Journalismus in der Geschichte der Frauen*bewegungen bis heute gespielt? Welchen Herausforderungen müssen sich Frauen*bewegungen und queer-feministische Interventionen historisch und gegenwärtig stellen? Was bedeutet die Infragestellung von Geschlechterkategorien für feministische Handlungsmacht und die Artikulation feministischer Forderungen in medialen Öffentlichkeiten? In welcher Form finden feministische Forderungen und Positionen in fiktionalen, non-fiktionalen und sozialen Medien Verbreitung? Und wie werden diese rezipiert?
Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppen Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Universität Frankfurt am Main widmet sich diesen und weiteren Fragen unter dem Titel „Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel“.
Im Rahmen der Tagung laden wir dazu ein, Fragestellungen nach dem Verhältnis von Feminismus und Öffentlichkeit insbesondere entlang von drei Themenfeldern nachzugehen:

Themengebiet 1: Frauen*bewegungen in historischer und aktueller Perspektive
Im Zuge der historischen und neuen Frauenbewegung en entstanden zahlreiche feministische Initiativen und Gruppen, die sich gegen die Diskriminierung von Frauen* richteten und ein verändertes gesellschaftliches Frauenbild präsentierten. Ulla Wischermann hat beispielsweise gezeigt, wie es den historischen Frauenbewegungen gelang, ihre Forderungen nach Frauenwahlrecht und Sexualstrafrechtsreformen durchzusetzen, obwohl sie damals noch von der Teilnahme an der bürgerlichen Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Dabei griffen die Frauenbewegungen auf vielfältige Medien und Kommunikationsformen zurück, angefangen von Tagebüchern und Briefen, über Vorträge und Vereinspresse bis hin zur Ansprache der Massenmedien. Feministische Publizist*innen und Journalist*innen spiel(t)en für den Erfolg der Bewegungen eine tragende Rolle. Entscheidend für die Herstellung feministischer Öffentlichkeit, die sich als Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur formierte, waren die meist regionalen Frauenzeitschriften und der Rundfunk. Mittlerweile ist das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten und kommunikativen Foren dazu getreten, in dem sich (queer-)feministische Gegenöffentlichkeiten bilden, die ebenso die traditionelle Öffentlichkeit der Massenmedien und des Parlaments erreichen können. Die Debatte um (queer-)feministische Anliegen findet heute vermehrt im Wechselspiel zwischen alten und neuen Medien statt. Es stellen sich somit u.a. folgende Fragen:

  • Welcher Interventionen bedienen sich Frauen*bewegungen in unterschiedlichen Ländern und/oder transnational sowohl in historischer als auch aktueller Perspektive?
  • Welche Unterschiede und Parallelen zeigen Vergleiche von aktuell en zu früheren Aktionsformen der Frauen*bewegungen?
  • Wie werden Zugehörigkeiten zu Frauen*bewegungen verhandelt und wie wird eine gemeinsame Identität konstruiert und zugleich Diversität ausgehandelt?
  • Wie stellt sich das Verhältnis von Journalismus und Feminismus dar?
  • Welche Methoden bieten sich zur Erforschung sowohl historischer als auch aktueller Frauen*bewegungen an?

Themengebiet 2: (Queer- )Feministische Bewegungsöffentlichkeiten und Bewegungsmedien
Feministische Bewegungen und feministische Protestformen haben sich seit dem Beginn der Frauenbewegung en vielfältiger Kommunikationsformen und Medien bedient. Gegenwärtig sind es vielfach digitale Medien, die der Mobilisierung, Selbstverständigung aber auch als Orte des Protests dienen. Dabei sind es beispielweise (queer-)feministische Zines, die eine immer größere Verbreitung erfahren. Ein „communicative turn“ in den Repertoires feministischer Bewegungen äußert sich in einer Entwicklung von einem Offline- zu einem Online-Aktivismus sowie von einer kontinuierlichen Mobilisierung von Bewegungsöffentlichkeiten hin zu einzelnen Protesten und Kampagnen. Feministische, queere und postkoloniale Theoretiker*innen weisen auf die Möglichkeiten dezentrierter Öffentlichkeiten hin, die etablierte Strukturen in Frage stellen und vielfältigen gesellschaftlichen Interessen und Erfahrungen eine Stimme verleihen können. Gleichzeitig werden feministische Interventionen und Frauen*bewegungen in den traditionellen Medien thematisiert; oft jedoch so, dass deren kritische Perspektive auf strukturelle Ungleichheiten verloren geht . Somit entstehen u.a. folgende Fragestellungen, die wir zu diskutieren einladen:

  • Welche Bedeutung haben Bewegungsmedien für feministische Interventionen?
  • Wie werden (Bewegungs-)Öffentlichkeiten hergestellt und welche Rolle spielen Emotionen und Affekte für diese Bewegungen?
  • Wie verändert sich durch sogenannte Ad-Hoc-Öffentlichkeiten und flüchtige Zusammenschlüsse vor allem im Internet politisches feministisches Handeln?
  • Wie werden feministische Protestartikulationen von den Massenmedien und in sozialen Medien aufgegriffen und gerahmt? Wie werden sie rezipiert?

Themengebiet 3: Gegenangriffe: Antifeministische Öffentlichkeiten
Neben feministischen und emanzipatorischen Öffentlichkeiten und Bewegungen sind es jedoch auch antifeministische Bewegungen, die sich verstärkt öffentlich artikulieren und in und durch Medien agieren. Gegenwärtig zeigt sich ein Antifeminismus bzw. „Anti-Genderismus“, der nationalkonservative und rechtsextreme Einstellungen und Politiken in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern verbindet. Die darin enthaltenen antifeministischen Anfeindungen polemisieren oft pauschal gegen einen als einheitlich wahrgenommenen bzw. als uniform konstruierten Feminismus, unter den sowohl jegliche gleichstellungspolitische Maßnahmen als auch Gender Studies und Queer Theory undifferenziert subsumiert werden. Diese Anfeindungen sind nicht neu, deutlich erkennbar ist die historische Dimension antifeministischer Haltungen; bereits im Kaiserreich gab es eine gut vernetzte Abwehrbewegung gegenüber Frauenrechtlerinnen. Diskutieren möchten wir u.a. die folgenden Fragen:

  • Welcher Öffentlichkeiten, medialen Netzwerke und Argumentationsmuster bedient(e) sich der historische und aktuelle Antifeminismus?
  • Wie lassen sich Kenntnisse über die Dynamiken in digitalen Öffentlichkeiten für das Verstehen antifeministischer Hate Speech nutzbar machen?
  • Welche Wirkungen und Folgen haben antifeministische Angriffe in Bezug auf individuelle Akteur*innen und sowie auf die Handlungsspielräume von queer-feministischen Bewegungen in verschieden en Öffentlichkeiten?
  • Schließlich, darüber hinausgehend, welche Strategien im Umgang mit antifeministischen Akteur*innen und Gruppierungen sowie welche (medialen) Gegeninitiativen und Interventionen in antifeministische Öffentlichkeiten gibt es?

Tagungsablauf
Die Tagung findet anlässlich der Verabschiedung von Ulla Wischermann an der Goethe – Universität Frankfurt am Main statt. Sie wird am Mittwoch, dem 4. Oktober, abends mit einem Get together eröffnet und endet am Freitag, dem 6. Oktober, am frühen Nachmittag. Genaue Angaben zu Programm, Veranstaltungsort, Anreise, Unterkünften etc. werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Einreichung von Abstracts
Willkommen sind Vorschläge für 15 bis 20- minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für Panels und innovative Diskussionsformen zu der im Call umrissenen Thematik. Wir bitten Sie, Ihren Vorschlag per E-Mail bis zum 30. April 2017 in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000 bis 6.000 Zeichen) einzureichen und einem der drei Themengebiete zuzuordnen. Besonders freuen wir uns über Vorschläge von Nachwuchswissenschafter*innen. Weiter besteht für Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit, Qualifikationsarbeiten (Masterarbeiten oder Dissertationen) als work-in-progress für einen Workshop des wissenschaftlichen Nachwuchses einzureichen. Ein entsprechender Call wird gesondert verschickt. Bitte senden Sie Ihr Abstract an Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke(at)sbg.ac.at). Die Vorschläge werden in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet. Deshalb sind die Abstracts mit einem Deckblatt zu versehen, auf welchem der Beitragstitel sowie Name und Adresse des/der Einreichenden vermerkt sind. Bis Anfang Juni 2017 werden wir über die Annahme der Beiträge informieren.

Für das Organisationsteam in Frankfurt/Main Dr. Marianne Schmidbaur Für die Fachgruppe Dr. Ricarda Drüeke Dr. Elke Grittmann

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for Contributions: RIOTS – Violence as politics? International Conference, 19-20 May 2017, Berlin, Organizers: Working Group Riots within the Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb)

“Riots” continue to make headlines in the media, usually as a violent reaction to occurrences of police brutality, or in the context of broader political protest and movement mobilizations as, for example, in demonstrations turning violent or movements applying both violent and non-violent forms of action as given in the context of the “Nuit Débout” protests directed against the labour market reforms 2016 in France. However, all too often the notion of “riots” is used in a seemingly self-evident way, leaving more questions than answers. While there have arguably been new developments in conceptualizing and studying riots in recent scientific publications, this critical observation still holds true not only for discourses on riots in the mass media, but also for many scientific contributions dealing with riots in one way or the other.

Apart from describing clashes with the police, sometimes involving attacks on private or public property, looting or arson, there is no shared definition of the term “riots”, nor is there an agreement on how to study riots, their effects concerning social change or processes of political subjectivation. With its focus on durable organizational frameworks and long-lasting processes of mobilization, the research on social movements often excludes the seemingly spontaneous, unorganized and violent forms of action. The fact that rioters may not always articulate their demands in conventional ways, like offering messages and claims on signs and leaflets, seems to further interfere with their inclusion into Social Movement Studies. On the other hand, when riots are addressed through the lens of collective violence, they are often dealt with as one form of violent group behavior among others, thereby disregarding the specific motivational and structural aspects regularly involved in the emergence of riots. Therefore, both Social Movement Studies as well as research on (collective) violence often still exclude riots as a subject of research, or they tend to describe riots as somehow apolitical phenomena. Even when social inequality is acknowledged as a causal factor, studies often describe riots as a fatalistic reaction to social circumstances and living conditions, thus failing to recognize rioters as political subjects and the processes of political subjectivation involved.

Following up on the Riot-Workshop series of the Arbeitskreis Riot (AK Riot) at the Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) in Berlin, we are pleased to invite you to the 6th workshop as part of the international two-day conference “Riots. Violence as politics?”.

We want to discuss with you riots as a concept and phenomenon and therefore give room for presentations of your research regarding riots. We would like to invite you to send us a short proposal for a presentation on the following (or related) questions:

The pros and cons of the term “riot”
The term “riot” contains the terminological danger of unifying social phenomena that differ in their forms, contents and backgrounds. Against this backdrop, the term “riot” can be put into question: is the term as such scientifically capable of grasping forms of protest that are outside established forms of political articulation? Or would it be more reasonable to abandon the notion of “riots” and adopt other terminological concepts such as “collective violence”? For example, it could be argued that reading riots as a form of collective violence refers to a comparably low common denominator of different social phenomena, but avoids transgressing historical and contextual specificities and differences.

Riots and violence
What is the role of violence in riots? How can we understand different forms of violence in relation to riots? How can violence be conceptualized as a form of action? Can violence in the context of riots be understood as a means of communication? What role do violent actions play for the representation of riots in the public discourse?

Riots and political subjectivation
Why do people participate in riots? Are riots to be understood as a rejection of representational forms of political involvement? Are riots even political at all? What kind of political subjectivity do riots presuppose? How do they affect or constitute processes of political subjectivation?

Riots and social movements
How can we understand and conceptualize the relation between social movements and riots? How can riots be fruitfully included in Social Movement Studies? Can riots be a starting point for the formation of more organized and lasting collective actors? How do social movement organizations position themselves in relation to riots and other forms of violent action?

We warmly welcome presentations of your research projects, bachelor or master theses, PhD chapters or proposals, article drafts or other scientific work in progress. If you want to present and discuss your work and ideas, please submit your proposal (1-2 pages) to riot_workshop(at)riseup.net until 15 March 2017. The workshop as well as the conference will be held in English, so both your proposal or draft paper as well as the presentation should be in English. In order to have enough time to discuss all contributions, your presentation should not exceed 20 minutes.

If you would like to participate without holding a presentation, please let us also know until 31 March 2017. In case you have any questions, please do not hesitate to contact us. We are looking forward to hearing from you!

Janna Frenzel, Philippe Greif, Fabian Klein and Sarah Uhlmann
(Organizational team / AK Riots )

In cooperation with
Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb), Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG), TU Berlin

Funded by
Hans Böckler Stiftung

Download: Call as pdf document

A Closely Coupled Tango? Interactions between Electoral and Protest Politics, Workshop at the ECPR Joint Sessions, Nottingham, 25-30 April 2017, organizers: Ondrej Cisar (Charles University in Prague) & Swen Hutter (European University Institute)

The proposed workshop focuses on one of the most debated theoretical and empirical problems of social movement and collective action research. Social movement studies have tended to declare social movements the defining feature of established post-1968 democracies and generally prioritized the protest arena of action. However, there have been important recent contributions pointing out the need to focus on the electoral arena, political parties, and their interactions with social movements and protest politics. In fact, this type of inter-arena interaction constitutes one of the most important challenges of social movement research. At present, their interaction remains undertheorized and understudied. Moreover, by focusing on these two particular arenas, the papers assembled in the workshop will be able to address more general issues related to interactions of social fields in modern societies. Also, it will hopefully stimulate conversations across various research areas by bringing together scholars working on social movements, political parties and their networks, as well as on political participation and representation more generally. Given that European societies are currently facing multiple challenges, such as the recent economic recession in some parts of the continent, the rise in political populism, and xenophobic mobilization against diverse representatives of the supposed European “other”, this type of research focused not only on protest, but also its electoral consequences is about to become even more important. This is currently reinforced by the European “migrant crisis” which holds a clear potential to politically reconfigure not only the European political arena, but also national politics in many member states. In this respect, the workshop focuses on a problem of high real-world relevance.

To learn more about the Workshop and to submit a paper proposal visit the ecpr website. Abstracts are to be submitted by 1 December 2016.

Call for Papers: ECPR Joint Sessions Workshop „Integration or Cooptation? Dynamic Interactions Between Social Movements and Institutions“, Nottingham 25-30 April 2017, Workshop Directors: Nicole Deitelhoff (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt) & Katrin Uba (Uppsala Universitet)

Citizens’ political activism via social movements or advocacy organisations often involve in conflicts with power holders. The ways in which these groups interact with established institutions are manifold – from cooperation to demonstrations and civil disobedience, or from repression and cooptation to acceptance and responsiveness. This workshop addresses the dynamic interactions between social movements and institutions with a focus on strategies of and against cooptation. While cooptation is a prominent strategy of institutions to cope with critique and much has been written about cooptation in the research on authoritarian regimes or social movements, we still know little about its dynamics or implications. The workshop focuses on movement-institution interactions and their consequences for movements’ strategies and aims as well as institutions’ political decisions. The goal is to clarify what cooptation entails and in how far it may, in fact, allow for a (symbolic) integration of movements’ claims in established institutions? We invite papers that look at social movement cooptation from both the institutional and from the social movement perspective. We especially encourage empirical studies that apply a relational perspective on movements and institutions in one country, at transnational level, or in comparative perspective and that utilize qualitative, as well as quantitative methodological approaches. Welcome are papers addressing one or more of the following questions. Concerning social movements: What effects does cooptation strategies have on social movements? To what extent do they change their goals and/or organizational forms? Why do social movements get coopted? Do they reflect on the danger of cooptation? With regards to institutions core questions are: (How) do these try to coopt social movements? With what mechanisms is approximation reached? What are the effects on the institutions?

For more details please visit: http://ecpr.eu/Events/PanelDetails.aspx?PanelID=4850&EventID=104

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

letzte Tweets

RSS-Feed zu den Twitter-Nachrichten

Navigation

Flickr Pool Protests and Demonstrations

Advertisements