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Call for Papers: Parteien in Bewegung. Jahrestagung AK Parteienforschung der DVPW, 25.-26. Oktober 2019, Akademie für Politische Bildung, Tutzing

Die etablierten Parteien und die von ihnen getragenen Parteiendemokratien westlichen Typs werden gegenwärtig von einer wiedererstarkten Form der politischen Vergesellschaftung – der Bewegung – unter Druck gesetzt. Bewegungen sind medial, gesellschaftlich und elektoral höchst erfolgreich (bspw. La République en Marche!, Podemos, Movimento 5 Stelle). Bewegungen entfalten in ihrer Verbindung von gesellschaftlicher Fundierung, populistischer und/oder personalisierter Zuspitzung und flexibler Organisationsstrukturen eine Zugkraft, die die etablierten Parteien nicht unberührt lässt. Zum einen, weil die Mitgliederparteien von Bewegungsparteien elektoral erfolgreich herausgefordert werden. Zum anderen, weil parteiliche Organisationsstrukturen (u.a. Binnenorganisation, Kommunikation) im Vergleich zur Bewegung als Organisationsform eher überholt wirken. Auch im deutschen Parteienwettbewerb gewinnt die „Bewegung“ an Bedeutung, sowohl als parteiliches Leitmotiv („Bewegungspartei“, „Bündnispartei“) wie auch auf Systemebene als Impulsgeber und Konkurrenz, wenn etwa parteiübergreifende Allianzen etablierte Parteien antreiben und die Agenda bestimmen (bspw. Fridays for Future, Deutsche Wohnen & Co enteignen, Aufstehen). Daher müssen Parteien als Organisationen, aber auch als Akteure der repräsentativen Demokratie reagieren.

Diese Entwicklungen nehmen wir zum Anlass, uns im Rahmen der AK-Jahrestagung dem Thema Parteien in Bewegung zu widmen. Damit sind vielfältige Fragen verbunden, etwa:

  • Von der Bewegung lernen? Parteientwicklung als Reaktion auf Bewegungserfolge?
  • Von der Partei lernen? Verparteilichung von Bewegungen im Parlament?
  • Parteien als Bewegung – Bewegungen als Partei: Wie neu & anders sind Bewegungen?
  • Partei – Bewegung – Gesellschaft: Wechselwirkung, Konkurrenten und Impulsgeber?
  • Grenzen und Potentiale der „Bewegungsdemokratie“: Korrektiv, Ergänzung oder Gefahr für die repräsentative Parteiendemokratie?
  • Entstehungsbedingungen/-gründe für Bewegungen: Neue Themen oder neue Formen?

Wir freuen uns über Beitragsvorschläge, die Antworten zu den skizzierten Fragen liefern. Beiträge können theoretisch oder empirisch angelegt sein. Empirisch sind Fallstudien ebenso wie vergleichende Analysen von Interesse, die verschiedene Ebenen ansprechen können. Ganz besonders begrüßen wir Einreichungen von Wissenschaftlerinnen.

Beitragsvorschläge bitte bis zum 31.07.2019 an die Sprecher des Arbeitskreises mailen (max. 250 Wörter; Prof. Dr. Uwe Jun, jun(at)uni-trier.de; Dr. Sebastian Bukow, bukow(at)hhu.de).

Die Jahrestagung des AK Parteien der DVPW findet in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing statt. Die Tagung ist paper-based, d.h. die ausgearbeiteten Beiträge müssen bis zum 15.10.2019 vorliegen und werden im Rahmen der Tagung diskutiert. Nach der Tagung werden die überarbeiteten Beiträge in der Schriftenreihe der Akademie Tutzing veröffentlicht (Abgabe der Beiträge: 31.12.2019).

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Call for papers: Social Movements and Civil Society in Central and Eastern Europe. Historical Legacy and Current Trends, International Conference, Warsaw, 12. / 13. October 2019, Conference organizers: Piotr Kocyba, Małgorzata Łukianow

Social movements and civil-society activism have a long tradition in Central and Eastern Europe (CEE). The best example is Solidarność, which can be considered one of Europe’s most influential modern social movements. Despite the important impact that impressive mass mobilization – not only in Poland – had on the end of Communism, since the collapse of the Communist regime, civil societies in CEE have been considered lethargic. There is a smaller number of NGOs than in the so-called Western societies and they have attracted few members. Furthermore, general opinion polls show a population that is reluctant to engage either socially or in nonconventional political activities. However, it has become increasingly clear in recent years that this commonsense perspective on the passivity of civil societies in CEE does not provide a complete picture. This is particularly true when politically controversial decisions lead to mass mobilization on the streets. We could point out here the demonstrations against corruption in Bucharest in January 2017, or the Budapest demonstrations against the closing of the Central European University in April 2017. We could also refer to the anti-government demonstrations that followed the change of government in Poland in 2015. Last but not least, students in East Central Europe also took part in the Fridays for Future demonstrations on a large scale. These are only the most visible signs of recent activism. In the so-called ‘transformation societies’, there are many people involved in activism at the local level and often in informal contexts. However, due to a lack of formal legal organization or simply because of their (right-wing, conservative) political orientation, they have rarely been taken into consideration (such as the PiS-affiliated Kluby Gazety Polskiej or the FIDESZ-affiliated Polgárikörök).

The conference aims to take a closer look at these phenomenona and to offer different empirical perspectives (based on narrative interviews, protest surveys, protest event analysis etc.), not only beyond progressive and formalized movements but also to uncover little explored lines of development, as well as fractures in the engagement of social activism in CEE.

The conference will focus mainly on the specificity of social movements and civil societies in post-communist Europe and address, among others, the following questions:

  • What role do historical legacies play for current activism in CEE?
  • How and why does civic activism differ in CEE from that in Western Europe?
  • What role do social movements play for the quality of democracy in CEE?
  • How are they intertwined with illiberal tendencies?
  • What kind of imageries and visual representations do certain movements use?
  • How do social movements mobilize people for their aims?
  • What methodological challenges do we encounter in CEE?

Potential contributions can include all kinds of activism (progressive and regressive). We welcome researchers from the social sciences, political science, history, cultural studies and related fields.

The conference will take place in collaboration with the Institute of Philosophy and Sociology of the Polish Academy of Sciences (IFiS PAN), the Graduate School for Social Research (GSSR), the Expert Commission for Economic and Social Studies of the Herder Research Council, the Institute for Social Movement Studies (ipb), and the Chair for Central and Eastern European Studies (TU Chemnitz). The language of the conference is English.

Abstracts should not exceed 250 words and should be submitted by August 15th to: socialmovementsCEE(at)gmail.com

Due to the generous funding of the Herder Research Council and the Chair for Central and Eastern European Studies, we are able to offer accommodation for a limited number of participants. Should you be interested in funding, please inform us in your application.

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Call for Papers und Panels: HASHTAGS | TWEETS | PROTEST. Soziale Bewegungen im digitalen Zeitalter, Jahrestagung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Kooperation mit dem Weizenbaum Institut für die vernetzte Gesellschaft, Berlin, 15./16. November 2019

Protest und Gegenprotest, Herrschaft und Widerstand lassen sich heute nur im Kontext der digitalisierten Gesellschaft, ihrer speziellen Möglichkeiten, Dynamiken und Gefahren denken.

Digitale Kommunikation bestimmt unseren Alltag und die Formen, in denen wir uns (politisch) informieren, streiten und ausdrücken. Hashtags, Instagram-Stories und YouTube Videos werden heute nicht nur zur Selbstdarstellung eingesetzt, sondern sind auch zentral für kollektives Han­deln und politisches Engagement. Proteste werden über digitale Dokumentation – Bilder, Tweets, Streams – zumindest potenziell global sichtbar. Und zunehmend etablieren sich digitale Bewegungsunternehmer*innen, die finanzielle und politische Interessen vereinen und Startvorteile im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit im Netz versprechen.

Digitale Interaktionen verändern soziale Beziehungen und damit auch Form und Funktionieren sozialer Bewegungen und Proteste. Um Mobilisierungen zu initiieren, reicht im digitalen Kontext oft ein geringerer Grad an Organisiertheit; um an ihnen teilzunehmen, gar manchmal nur ein Klick. Bewegungen wiederum werden durch ihre digitale Arbeit erst sicht- und ansprechbar – als Massenbewegung bedürfen sie der digitalen Koordination. Dies kann Machtverhältnisse auf den Kopf stellen: So bieten sich Bewegungen wie auch marginalisierten Gruppen neue Chancen für die Artikulation ihrer Ideen und Interessen. Und doch stellt sich die Frage, welche Anliegen und Orga­nisationsweisen vom Digitalen besonders profitieren und auch, was im Kampf um Aufmerksamkeit unterliegt.

Auch andere Kehrseiten digitaler Organisation nehmen wir in jüngerer Zeit verstärkt wahr: Digitale Hasskulturen machen auf sich aufmerksam. Sie nutzen kommerzielle Plattformen, um Ideologien der Abwertung neu zu verkleiden, und bauen sich eigene Foren auf, in denen sie politische Kam­pagnen und Angriffe auf politische Gegner*innen koordinieren. Überwachung nimmt zu und lässt sich immer stärker automatisieren. Somit birgt die digitale Konstellation neben Gefahren wie Ver­einzelung, Repression, Stigmatisierung, Verleumdung und Zensur auch eine Gelegenheitsstruktur für rechte Akteur*innen – und für den Widerstand aus der Zivilgesellschaft. In jedem Fall schaffen soziale Netzwerke nicht mehr wegzudenkende transregionale Öffentlichkeiten, die die Politik und ihre kulturellen Grundlagen mitbestimmen.

Die diesjährige Jahrestagung des IPB widmet sich den Herausforderungen und Chancen für Pro­teste und Bewegungen im digitalen Zeitalter. Gemeinsam fragen wir: Wie müssen wir Protest im digitalen Kontext verstehen? Wodurch unter­scheiden und wie ergänzen sich Organisierung und Mobilisierung online und offline? Trägt die Struktur digitaler Plattformen dazu bei, dass besonders reaktionäre Bewegungen profitieren? Wie können digitale Räume emanzipatorische Politikansätze stärken? Welche methodischen und empirischen Herausforderungen sind mit der Erforschung von Bewegungen und Protest im Netz verbunden? Mögliche Beiträge umfassen die folgenden Themen, sind aber nicht auf sie begrenzt:

  • Online-Offline Interaktionen: Mechanismen und Prozesse
  • Mobilisierung über Plattformen (Messenger, Imageboards, Videoplattformen, Deep Web)
  • Bewegungsunternehmer*innentum im Netz
  • Visuelle Strategien (Memes, GIFs, Videos)
  • Internetbewegungen und ‚digitale (Bewegungs-)Parteien‘
  • Online-Subkulturen und ihre Beeinflussung des politischen Mainstreams
  • Digitale Repression und Überwachung durch staatliche Akteur*innen
  • Raumproduktion und Raumverständnisse im digitalen Kontext
  • Hassrede, Filterblasen, Echokammer, Algorithmen und deren anti-demokratische
  • Gefahren
  • Zivilgesellschaft 2.0: Digitales Streetwork, Solidarität und Gegenhegemonie
  • Praktiken, die das Digitale explizit ablehnen, und ihre Herausforderungen
  • Methodische Herausforderungen, forschungsethische Fragen und Forschungszugänge
  • Transnationale Gemeinschaftsbildung über digitale Plattformen (Bewegungen und Diaspora-Aktivismus)
  • Gezielte Manipulation von politischen Diskursen und Meinungen
  • Neue Organisationsformen, digitale Repertoires und Kampagnen
  • Theoretische Beiträge zu Protest, Digitalisierung und Überwachungskapitalismus

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Konferenz lädt zu alternativen Darstellungs­formen, wie Performances oder Ausstellungen, und aktivistischen Beiträgen ein. Wir ermutigen besonders junge Forschende und Frauen* sich anzumelden. Eine deutsch- und englischsprachige Publikation von ausgewählten Beiträgen wird angestrebt. Abstracts für Einzelbeiträge (max. 250 Wörter) oder Panelvorschläge mit bis zu vier Vortragsabs­tracts sind einzureichen bis zum 26. Juli 2019 unter: konferenz2019@protestinstitut.eu.

Technische Universität Berlin, 8 July 2019

Protests and social movements are fuzzy objects to study. Scholars face a lack of clear boundaries, diversity-by-definition, and -often dramatic- changes over time. The field of social movement studies holds particular challenges to researchers with a view to getting the research design straight and becoming clear about the restrictions of an argument. These challenges contrast with the conditions of scientific production: the lion’s share of research on social movements and protests is realized in individual post-graduate projects. Scholars at this stage of their career tend to be isolated, they lack opportunities for exchange with peers, and their supervisors are more often than not specialized in an altogether different field.

The workshop Politics from below, to be held in Berlin on 8 July 2019, is hence designed to create a space for critical discussion and encouragement. During the one-day event, participants give and receive feedback on their work in the field of social movement and protest studies. They present central problems of their ongoing research and discuss them with colleagues at both early and advanced stages of their career.

To take part in the workshop in Berlin, send a 300-word abstract to info[at]protestinstitut.eu specifying a central problem you are struggling with in your research. The deadline to submit abstracts is 1 March 2019. Participants are informed by 15 March.

Please note that, as the workshop is a no-budget enterprise, there are no participation fees but also no funds for reimbursing travel costs.

The workshop is organized by
Institut für Protest- und Bewegungsforschung
AK Soziale Bewegungen der DVPW

Download CfP (pdf)

Call for Papers: Protestation et critique de la culture – Différences, passages, chevauchements / Protest und Kulturkritik – Differenzen, Übergänge, Schnittstellen, Forschungsatelier, Universität Straßburg & Universität Koblenz-Landau, 21.-25. Januar 2019, Landau/Pfalz

In Kooperation mit der Universität Straßburg nimmt der Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Orientierung und normative Bindung“ der Universität Koblenz-Landau die in Frankreich und in Deutschland in den letzten Jahren zunehmenden Protestbewegungen zum Anlass, in einem interdisziplinären Forschungsatelier nach dem Verhältnis von historischen und gegenwärtigen Protestformen sowie deren Relationen zur Kulturkritik zu fragen.

Die Geschichte beider Länder zeigt ein durchaus reichhaltiges Repertoire an unterschiedlichen Protesthaltungen und Protestpraktiken, und dennoch scheinen sich die jüngsten Ausdrucksformen und Einstellungen nicht ohne Weiteres unter bekannte Kategorien subsummieren zu lassen. Schlagworte wie jene des ‚Wutbürgers‘ (citoyens indignés), des ‚Abgehängten‘ (citoyens relégués) oder der ‚besorgten Bürger‘ weisen darauf hin, dass die Herausforderungen einer pluralistischen Kultur und einer zunehmend komplexer erlebten Welt eigene Formen des Protests hervorbringen. Wenn die neuere Bewegungs- und Protestforschung gegenwärtige Protesthaltungen unter dem Begriff der ‚Empörungsbewegungen’ diskutiert, dann werden damit insbesondere solche Haltungen und Handlungen fokussiert, die sich einer (selbst)kritischen Reflexion kultureller und gesellschaftlicher Verhältnisse weitgehend entziehen. Die verstärkten Tendenzen zu Provokation, Eskalation und Gewalt werden zusätzlich befördert, indem sich die oftmals von Ressentiments geleiteten Akteure vermehrt virtueller Kommunikationsangebote bedienen, die in Gestalt von ‚Filter Bubbles‘ und ‚Echo Chambers‘ subjektive Eindrücke selbstverstärkend zu kollektivieren und zu radikalisieren vermögen. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ist zu beobachten, dass ebensolche Entwicklungen zu einer Protesthaltung der strikten Ablehnung führen können, die wiederum hochgradig ideologieanfällig ist und dergestalt demokratische Ordnungen weniger kritisiert als in Frage stellt, direkt bedroht und attackiert.

Vor diesem Hintergrund sollen Beiträge vorgestellt und diskutiert werden, die sich dem Verhältnis von Protest und Kulturkritik annehmen, indem sie:

  • die Wechselwirkungen und Übergänge von Protest und Kulturkritik beleuchten,
  • unter Bezugnahme auf insbesondere philosophische sowie soziologische Ansätze auf das Verhältnis zwischen aktuellen Protesthaltungen/-bewegungen und gegenwärtiger sowie historischer Kulturkritik eingehen,
  • sich der Genese und wechselseitigen Beeinflussung deutscher und französischer Kulturkritik annehmen,
  • Möglichkeiten der Selbstverständigung im interkulturellen Austausch eruieren und zur Adressierung aktueller kultureller Probleme in Frankreich und in Deutschland beitragen.

Das Forschungsatelier richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (vorwiegend Doktorandinnen/Doktoranden aber auch Post-Doktorandinnen/Doktoranden) aus den Bereichen der Philosophie und Soziologie sowie angrenzenden Disziplinen, die sich im weiten Feld der Protestforschung und der Kulturkritik bewegen und Interesse haben, ihre Ansätze und Überlegungen anhand eines Vortrags mit ausgewiesenen Fachvertreterinnen und Fachvertretern interdisziplinär zu diskutieren. Neben den Veranstaltern Prof. Dr. Christian Bermes (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Franck Fischbach (Universität Straßburg) und Prof. Dr. Jürgen Raab (Universität Koblenz-Landau) werden noch weitere eingeladene Vertreter aus der Philosophie und der Soziologie wie u.a. Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg und PD Dr. Andreas Pettenkofer teilnehmen.

Ihre Antworten auf den Call for Papers mit bis zu 500 Worten senden Sie bitte bis zum 27. Oktober 2018 an joller(at)uni-landau.de. Reise- und Übernachtungskosten werden, vorbehaltlich der haushaltsrechtlichen Verfügbarkeit, übernommen. Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen.

Weitere Informationen zum Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Orientierung und normative Bindung“ finden Sie unter www.kulturelle-orientierung.de. Für Rückfragen können Sie sich jederzeit an Dr. Stefan Joller, Koordinator des Forschungsschwerpunktes am Campus Landau, wenden: joller[at]uni-landau.de.

Unter dem Titel „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ findet vom 25. bis 28. September in Frankfurt/Main der 27. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft statt. Der AK soziale Bewegungen trägt dazu mit mehreren Veranstaltungen bei. Wir sammeln hier alle vom AK organisierten, bzw. unterstützten Programmpunkte. In Klammern stehen jeweils die Organisator*innen. Details zu den Veranstaltungen des AK und zu allen anderen Panels und Podien finden sich im Kongressprogramm auf der Seite der DVPW.
26. September
16.00 Uhr: Panel „Civil Society in Non-democratic Settings“ Hörsaal HZ 12 (Annette Zimmer & Katja Levy)
16.00 Uhr: Panel „Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen“, Seminarraum SH 3.109 (Priska Daphi & Antonia Witt)
27. September
12.30 Uhr: Mitgliederversammlung des AK Soziale Bewegungen, Seminarraum SH 3.101 (Priska Daphi, Simon Teune & Sabrina Zajak)
14.00 Uhr: Panel „Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten“, Seminarraum SH 1.104 (Nicole Doerr & Simon Teune)
16.00 Uhr: Panel „Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen“, Seminarraum SH 3.105 (Ingmar Hagemann & Johanna Leinius)
28. September

9.00 Uhr: Roundtable „Die langfristigen Spuren sozialer Bewegungen“ mit Sigrid Baringhorst, Stefan Berger, Priska Daphi und Dieter Rucht, Hörsaal HZ 4 (Sebastian Haunss, Sabrina Zajak)

 

Call for Papers: Tagung «Kollektive Gegenentwürfe – Formen politischer Artikulationen Jugendlicher als Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse», 7.11. – 8.11.2018, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Aktuelle Befunde zum Verhältnis von Jugend und Politik zeichnen oft besorgniserregende Bilder einer apolitischen und wenig interessierten Jugend. Wissenschaftlich wie auch medial werden Jugendliche und junge Erwachsene als politikverdrossen bezeichnet, was sich darin zeigt, dass ihr Vertrauen in Parteien und Regierungsinstitutionen schwindet und die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen sinkt. Demgegenüber lässt sich die These formulieren, dass hier von einem sehr engen Politikverständnis ausgegangen wird, welches zum einen auf eine Teilhabe an institutionalisierten und etablierten (politischen) Strukturen fokussiert und zum anderen systemkonforme Einstellungen voraussetzt. Zudem verharrt der Fokus in diesen Beispielen oft auf individualisierenden Formen der Partizipation und politischen Artikulation.

Eine solche Rahmung wirft jedoch Fragen auf: Wie definiert und begründet sich eigentlich „das Politische“? Was bedeutet politische und gesellschaftliche Partizipation? Wer definiert diese und hat in dem Diskurs Deutungshoheit? Welche Möglichkeiten der kollektiven politischen (Selbst)Artikulation sehen Jugendliche?

Jugendliche und junge Erwachsene treten in unterschiedlichen Formen und Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens in Erscheinung und gestalten dieses in verschiedenster Weise mit. Damit aber die unterschiedlichen Formen der politischen Artikulation von Jugendlichen in den Fokus treten können, erfordert dies, den Begriff des Politischen wie auch den der politischen Partizipation breiter zu verstehen.

Selbstorganisierte Jugendliche, welche sich zusammenschliessen um etwas Eigenes zu erschaffen oder zu kreieren, kommen an unterschiedlichen Orten zum Vorschein. Möglichkeiten politischer Artikulation zeigen sich in Jugend(sub)kulturen, Jugendgruppen oder auch in nicht institutionellen Jugendorganisationen. Den verschiedenen Projekten gemein ist oft die Abgrenzung vom herkömmlichen, dem bereits vorhandenen (wie Strukturen oder Institutionen) oder von Erwachsenen. Sie können damit als eine Reaktion auf bestehende gesellschaftliche Verhältnisse und zugleich als eine Kritik derselben verstanden werden.

Wie Prozesse einer jugendlichen Selbstorganisation genau ablaufen und sich darin Möglichkeiten der kollektiven politischen und gesellschaftlichen Mitbestimmung zeigen, ist bislang ebenso wenig erforscht wie die Frage danach, welche (alternativen) kollektiven Formen politischer Artikulation sich bei Jugendlichen finden. Daher möchte die Tagung folgende Fragen ausloten und gemeinsam diskutieren:

  • Welche unterschiedlichen Möglichkeiten und Formen der kollektiven politischen und gesellschaftlichen Mitbestimmung ausserhalb institutionalisierter Strukturen gibt es?
  • Wie und wo werden Abgrenzungen zu bereits Bestehendem und etablierten Strukturen gezogen? Welche Arten von Gegenentwürfen werden ausformuliert?
  • Inwiefern können Gruppenbildung, Zusammenschlüsse und Selbstorganisation als Kritik und Antwort auf gesellschaftliche Verhältnisse verstanden werden?
  • Was bedeutet kollektives Handeln und Bewusstsein von selbstorganisierten Jugendlichen und wie zeigt sich dies in einer politischen Praxis?

Die Tagung findet am 7. und 8. November 2018 an der Universität Zürich statt. Sie bietet die Gelegenheit, empirisches Material und Überlegungen sowie auch theoretische Reflexionen und Analysen zu den genannten Fragen zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Wer sich dafür interessiert, mit einem Vortrag zur Tagung beizutragen, sendet bitte bis spätestens 13. Mai 2018 ein Abstract zum geplanten Beitrag (max. 1 Seite) an Selin Kilic (selin.kilic(at)ife.uzh.ch).

NGOs und soziale Bewegungen im Klimaregime. Ausdruck eines neuen Spannungsfeldes sozialer und ökologischer Fragen? Ad-hoc-Gruppe auf dem DGS-Kongress „Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen“ am 24.-28. September 2018 in Göttingen

Auf der UN-Klimakonferenz in Bonn Ende letzten Jahres wurde deutlich, dass zivilgesellschaftliche Initiativen, Netzwerke, aber auch weniger institutionalisierte Bewegungen von wachsender Bedeutung für den medialen Diskurs und das politische Framing der internationalen Klimaverhandlungen sind. NGOs und soziale Bewegungen erheben jedoch nicht nur bei den internationalen Klimaverhandlungen ihre Stimme, auch über die offiziellen Foren hinaus lässt sich eine Pluralisierung des sozialen Engagements im Klimaregime beobachten. Gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten sowie Kritik- und Protestformen werden neu justiert und auf die UN-Klimaverhandlungen und die dort diskutierten Lösungsansätze, Governance-Instrumente und Verhandlungsroutinen ausgerichtet. In diesem Zusammenhang treten auch zivilgesellschaftliche Akteure auf, die sich erst seit Kurzem an Dialog, Aktivitäten und Meinungstausch zu Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, etwa Verbände, Vereine, Stiftungen und informelle Initiativen und Netzwerke.

Die im Entstehen begriffene Klimabewegung bezieht globale, nationale und lokale Konfliktdimensionen aufeinander, was sich in neuen Formen des Protests und der Teilhabe zivilgesellschaftlicher Initiativen widerspiegelt. Die Spannungsfelder zwischen organisierten und wenig institutionalisierten, eingeladenen und nicht eingeladenen, global und lokal agierenden Akteuren sowie die Machtrelationen zwischen diesen gilt es zu untersuchen, um die Dynamik dieser Bewegung zu verstehen. Durch das Aufgreifen der Klimaproblematik seitens zivilgesellschaftlicher Akteure entsteht ein Diskursraum, der die internationale Aufmerksamkeit auf Klimawandelursachen und -lösungen lenkt, zugleich aber widersprüchliche Klimaschutzverständnisse beherbergt. Denn die sozialen, ökologischen und ökonomischen Konflikte des Klimawandels sowie die Umsetzung geplanter Maßnahmen treffen auf bestimmte lokale, politische und kulturell geprägte Kontexte.

In der Ad-hoc-Gruppe sollen anhand von ausgewählten Aspekten empirisch fassbare Trends und theoretische Perspektiven der Klimabewegung diskutiert werden. Mögliche Themenaspekte und Fragestellungen lauten:

  • Protest- und Teilhabepraktiken im Handlungsfeld Klimaschutz als Spiegel sozialer Konfliktfelder
    Wie werden soziale Konflikte bezüglich Klimaschutz und -anpassung in den Protest- und Teilhabepraktiken sichtbar gemacht? Welche unterschiedlichen Klimaschutzverständnisse prallen hierbei aufeinander und mit welchen politischen und ethischen Perspektiven sind diese verbunden?
  • Verhältnis zu und Konflikte mit anderen sozialen Bewegungen und Subbewegungen
    Wie genau gestaltet sich aktuell das Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen, etwa zur ehemaligen Anti-Atomkraft-Bewegung? Lassen sich hier neue Legitimationsstrategien, Praktiken und Netzwerke der Teilhabe und des Protests finden? Welche Verortungen und Veränderungen bezüglich der Klimabewegung können beobachtet werden, gerade mit Blick auf Subbewegungen und Formen der Radikalisierung?
  • Die Rolle und Einflussnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen
    Auf welche Weise eignen sich bereits bestehende zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGOs) wie Verbände, Vereine, Stiftungen oder Kirchen aktuelle Diskussionen zu Klimaschutzmaßnahmen an und wie verschaffen sie sich Legitimation und Stimme im Diskurs?
  • Kann von der Klimabewegung gesprochen werden?
    Lässt sich eine neue soziale Dynamik im zivilgesellschaftlichen Sektor beschreiben, für die der Klimawandel als globales Referenz- und Resonanzthema dient oder wird über Klimakonflikte vornehmlich unter anderen Begrifflichkeiten und Handlungsfeldern diskutiert? Kann insgesamt von der Klimabewegung gesprochen werden oder handelt es sich um ein ausdifferenziertes Netzwerk bereits bestehender sozialer Bewegungen, die Klimaaspekte inkludieren?

Beiträge aus der sozialwissenschaftlichen Klimaforschung, der Organisations- und Bewegungsforschung sowie der politischen Soziologie bilden die theoretische und empirische Basis, um eine fruchtbare Diskussion anzustoßen. Methodisch sind qualitative Fallstudien zu bestimmten Akteursgruppen oder (vergleichende) Länder-Cases denkbar. Zugleich stellen auch diskursanalytisch ausgerichtete Arbeiten einen möglichen Zugang dar, um das Thema umfassend zu beleuchten und einen konstruktiven Austausch zu ermöglichen.
Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge können bis zum 30.04.2018 zugeschickt werden:
annabarbara.friedrich(at)wiso.uni-hamburg.de

OrganisatorInnen:
Annabarbara Friedrich, Dr. Michael Kunkis, Dr. Angela Pohlmann (Universität Hamburg)
Mirko Suhari (Energy Cultures, Nachwuchsgruppe, Zeppelin Universität)

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Der Call als pdf-Datei

Call for Papers: Dissonanzen und Solidarisierungen. Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen, Jahrestagung 2018 der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ in der DGPuK in Kooperation mit der Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, Datum: 26.-28.09.2018, Tagungsort: Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft

CfP zum Workshop „Mediale Verhandlungen von sozialen Bewegungen und Protest“ im Rahmen der Tagung (zum Call als pdf-Datei)

Verstehen wir Partizipation als einen essentiellen Bestandteil demokratischer Gesellschaften und als eng verflochten mit früheren und gegenwärtigen Medienkulturen, treten auch Fragen nach der Mitwirkung von marginalisierten Gruppen an gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen in den Vordergrund. Die Möglichkeiten und Grenzen von und die Bedingungen und Ressourcen für Partizipation in Medienkulturen stehen im Fokus dieser Tagung.

Einerseits ist die Diskussion um Partizipation durch unterschiedliche Perspektiven zum Beispiel als partizipative Kultur, als Teilnahme und Teilhabe an Entscheidungsprozessen oder als zivile Kultur gekennzeichnet, andererseits ist sie oft noch immer stark durch die von Habermas im Kontext der Theorie des kommunikativen Handelns entwickelten (und androzentristischen) Perspektive der politischen Partizipation als Beteiligung am öffentlichen Diskurs geprägt. Feministische Wissenschaftler*innen und Geschlechterforscher*innen haben bereits früh diese Engführung kritisiert und Konzepte einer fragmentierten und konfliktiven Öffentlichkeit, sowie das Konzept des Cultural Citizenship in die Diskussion um Partizipation und Öffentlichkeit eingebracht. Öffentlichkeiten sind demnach nicht nur gekennzeichnet durch Konsens und Gemeinschaft, sondern auch durch Dissonanzen und Fragmentierungen, die wiederum zu neuen Konnektivitäten und Solidarisierungen führen können. Daran möchten wir mit der Jahrestagung der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ zum Thema „Dissonanzen und Solidarisierungen: Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen“ anknüpfen und neue Perspektiven in der Diskussion um Partizipation, Kommunikation und Medien eröffnen.

Nicht nur kann Partizipation in und über Medien in der Gesellschaft als Zugang, Interaktion und Teilhabe an Entscheidungsprozessen qua rationalem Diskurs erfolgen, sondern es sind auch solche Formen der Partizipation in Demokratien relevant, die als Einspruch, Widerspruch oder Protest gegen gesellschaftliche Missstände auch über und durch Medien artikuliert werden. Dazu zählen Formen der Intervention, die über ‚klassische’ Straßenproteste, kreative und künstlerische Aktionen und Ausdrucksformen (wie etwa feministische Zines, Graffitis, etc.) oder in digitalen Öffentlichkeiten z.B. über Hashtags sichtbar werden. Solche Dissonanzen in demokratischen Gesellschaften genauer in den Blick zu nehmen und zu diskutieren, ist ein Anliegen der Tagung. Es sollen weiterhin auch solche Formen der Kooperation, Kollaboration und Solidarisierungen von und durch marginalisierte Gruppen sichtbar gemacht und diskutiert werden, die eine Teilnahme und Teilhabe an Gesellschaft und Politik einfordern und erreichen. Ferner sind Formen einer als ambivalent zu bewertenden Partizipation in Medienkulturen von Interesse, die im Sinne exkludierender Solidarität Ausgrenzung und Marginalisierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Subjekte intensivieren. Digitale Medien und mediale Netzwerke können beispielsweise für die Organisation von Protest und Partizipation, für die Herstellung von Handlungsfähigkeit und Solidarität, sowie für Interventionen in Online- und OfflineÖffentlichkeiten von entscheidender Bedeutung sein.

Für die Tagung wünschen wir uns theoretische und empirische Beiträge zu Partizipation in Medienkulturen aus geschlechtertheoretischer, queerer, feministischer und/oder intersektionaler Perspektive. Wir freuen uns genauso über historische Betrachtungen von Partizipation in Medienkulturen, als auch über Analysen gegenwärtiger Dissonanzen und Solidarisierungen in Medienkulturen. Insbesondere möchten wir bei dieser Tagung auch dazu einladen, den Dialog bzw. Transfer zwischen den Wissenschaften und gesellschaftlichen Initiativen zur Förderung von Partizipation in demokratischen Gesellschaften in und durch Medien zu stärken. Beiträge von und mit Journalist*innen, Initiativen und auch Aktivist*innen sind deshalb herzlich willkommen!

Mögliche Schwerpunktthemen (andere Themenbereiche sind auch willkommen!):

  • Medien, Partizipation und Migration
    • Teilnahme und Teilhabe von Geflüchteten an politischen und kulturellen
      Prozessen und medialen Öffentlichkeiten
    • Mediale Proteste von und für Geflüchtete
    • Aushandlungen von Flucht und Migration in digitalen Öffentlichkeiten
  • Medien, Partizipation und Ungleichheiten
    • Medien, Partizipation und Prozesse von In- und Exklusionen
    • Mediale Formen ambivalenter Partizipation (z.B. bei Anti-Feminismus, Rechtspopulismus und rechten Bewegungen)
    • Bedingungen für und Grenzen von Partizipation für marginalisierte Gruppen
  • Medien, Partizipation und Digitalisierung
    • Digitaler Protest und (feministischer) Hashtag-Aktivismus
    • Vergeschlechtlichte digitale Arbeit
    • Überwachung, Kontrolle und Ko-option von Nutzer*innendaten
    • Medientechnologien, Partizipation und Geschlecht

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Formen der kritischen Intervention entstehen in und über Medien? Welche Ansätze für emanzipatorische Solidarisierungen lassen sich in und über Medien
    beobachten?
  • Wie stellt sich historisch und gegenwärtig Teilnahme und Teilhabe in und durch Medien dar?
  • Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen in Medienkulturen gegeben
    sein, um möglichst vielen Menschen in demokratischen Gesellschaften Zugang zu
    Partizipation zu ermöglichen? Welche Rollen spielen dabei Prozesse der
    Digitalisierung?
  • Wo sind aus geschlechtertheoretischer und queer-/feministischer Perspektive die (theoretisch und empirisch) ‚blinden Flecken’ in der Forschung zu
    Medienpartizipation?
  • Welche sozialen Ungleichheiten, die sich etwa in Bezug auf Geschlecht, Ethnizität oder Klasse manifestieren können, finden sich in historischen und gegenwärtigen Partizipationsprozessen?
  • Welche Formen von Partizipation in Medienkulturen werden in öffentlichen Debatten von wem wie (de-) legitimiert? Welche normativen Diskurse werden sichtbar?
  • Wie können Institutionen und Initiativen einen Beitrag zur Förderung von
    Medienpartizipation in demokratischen Gesellschaften leisten?
  • Wie kann man einer Medienpartizipation, die exkludierende
    rechtspopulistische/neoreaktionäre und antifeministische Diskurse fördert, entgegen treten?

Einreichungen von Abstracts:
Willkommen sind Vorschläge für 15- bis 20-minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für organisierte Panels mit 3-4 einzelnen Beiträgen zu einem übergeordneten Thema. Besonders freuen wir uns auch über Vorschläge von Nachwuchswissenschaftler*innen. Wir möchten Sie bitten, Ihren Vorschlag in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000-6.000 Zeichen, exkl. Literatur) bis zum 30. April 2018 per Email an miriam.stehling(at)unituebingen.de zu senden. Für organisierte Panels reichen Sie bitte ein Extended Panel Abstract ein, das auch Kurzabstracts zu den einzelnen Beiträgen (ca. 300-400 Zeichen pro Beitrag) enthält. Bitte versehen Sie die Abstracts mit einem Deckblatt, auf dem der Panel bzw.Beitragstitel, sowie Name und Adresse der Einreichenden vermerkt sind. Das Abstract selbst sollte keinerlei Hinweise auf Ihre Person haben, da die Vorschläge in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet werden. Es ist geplant, bis ca. Anfang Juni 2018 über die Annahme der Beiträge zu informieren.

Tagungsablauf:
Die Tagung beginnt am Abend des 26. September 2018 ab ca. 18:00 Uhr mit einer Veranstaltung und einem Get together. Die Tagung wird am Freitag, den 28. September 2018 gegen 15:00 Uhr enden. Im Vorfeld der Eröffnung am Mittwoch wird ein Workshop für Wissenschaftler*innen aller Statusgruppen stattfinden, bei dem laufende Forschungsprojekte diskutiert werden können. Dieser Workshop wird organisiert durch die Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung. Hierzu wird ein separater Call for Papers veröffentlicht.

Organisation:

  • Dr. Miriam Stehling, Eberhard Karls Universität Tübingen (local organizer und Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Ass. Prof. Dr. Ricarda Drüeke, Universität Salzburg (Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Lina Brink, Helena Körner und Julika Mücke als Mitglieder der
    Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Leitung: Prof. Dr. Tanja Thomas)

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf www.critical-media-studies.net! Der call als pdf-Datei.

Mit dem diesjährigen Kongress der DVPW, der vom 25. bis 28. September in Frankfurt (Main) stattfindet, änderte sich erstmals auch das Procedere in der Programmgestaltung. Panels wurden nicht mehr von den einzelnen DVPW-Gliederungen (Sektionen und Arbeitskreise) organisert, sondern bei einer Programmkommission eingereicht und von dieser ausgewählt.

Die Calls zu diesen Panels hat die DVPW-Geschäftsstelle in einer Datei veröffentlicht. Bis zum 31. Januar können Vorschläge für Beiträge dann direkt bei den Panel-Organisator_innen eingereicht werden.

Bei den Sprecher_innen des AK soziale Bewegungen wurden 15 Panel zur Unterstützung eingereicht, neun davon wurden mit unserer Unterstützung eingereicht. Ausgewählt wurden schließlich drei offene Panels und ein Roundtable.

Wir freuen uns über Einreichungen für den Roundtable und in den offenen Panels:

Roundtable: Die entfernten Folgen sozialer Bewegungen

Veranstalter_innen des Roundtables: Sebastian Haunss (Universität Bremen), Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Sabrina Zajak (Ruhr-Universität Bochum)

Unterstützt von: Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft & AK Soziale Bewegungen

Soziale Bewegungen sind zentrale Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels. Die Arbeiter-, Frauen- oder Umweltbewegungen, die antikolonialen Befreiungsbewegungen, die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings oder die Bewegung des 15. Mai in Spanien, die faschistischen Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre und die rechtspopulistischen Bewegungen der Gegenwart haben in den jeweiligen Gesellschaften deutliche Spuren hinterlassen. In vielen Fällen haben soziale Bewegungen zumindest einige ihrer unmittelbaren politischen Ziele erreicht – wenn auch oft nicht sofort, sondern erst nach lange andauernden Auseinandersetzungen. Politische Institutionen und Organisationen haben sich unter dem Druck von Protesten gewandelt oder sind neu entstanden – wie zum Beispiel die Partei Die Grünen oder die Beteiligungsform der runden Tische. Darüber hinaus haben soziale Bewegungen kulturelle Wandlungsprozesse befördert, Subkulturen selbst hervorgebracht oder wesentlich beeinflusst und zu einem Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen beigetragen. Während die politischen Erfolge nicht selten nur von kurzer Dauer waren, können die kulturellen Auswirkungen sozialer Bewegungen langfristiger und weitreichender sein und selbst dann Spuren im kulturellen Gefüge von Gesellschaften hinterlassen, wenn Bewegungen bei der Durchsetzung ihrer konkreten Ziele nicht erfolgreich waren. Diese indirekten und langfristigen Spuren, die soziale Bewegungen hinterlassen, sind allerdings bisher höchstens punktuell erforscht worden, und sollen daher im Fokus des vorgeschlagenen Panels stehen.
Konkret sollen die Beiträge des Panels die folgenden Fragen entweder aus theoretisch-konzeptioneller oder empirischer Perspektive adressieren:

  • Wie lassen sich indirekte Wirkungen sozialer Bewegungen messen?
  • In welchen Bereichen zeitigen soziale Bewegungen langfristige Folgen, in welchen nicht?
  • Wie verändern vorangegangene Bewegungen die Bedingungen gegenwärtigen und zukünftigen Protests.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an haunss(at)uni-bremen.de, sabrina.zajak(at)rub.de und daphi(at)hsfk.de.

Panel: Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen

Veranstalterinnen des Panels: Dr. Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz
-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Dr. Antonia Witt (Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Soziologie der
internationalen Beziehungen

In den letzten Jahren lässt sich eine Vielzahl von Protesten gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse beobachten, die eine Rückkehr zu nationalen Identitäten und traditionellen Werten fordern. Nicht selten spielt dabei eine zentrale Rolle, dass das Internationale als Raum beschränkter Partizipationsmöglichkeiten – also begrenzter Demokratie – angesehen wird. Während das Internationale im Sinne kosmopolitischer Werte und Offenheit in diesen Protesten abgelehnt und eher als Gefahrenraum konstruiert wird, beziehen sich diese Proteste paradoxerweise gleichzeitig auf das Internationale, etwa indem transnationale Netzwerke und Ideen zur Mobilisierung genutzt werden oder explizit andere Internationale imaginiert werden.

Das Panel fragt nach der Imagination und Konstituierung des Internationalen in aktuellen reaktionären Protesten: welche Vorstellungen vom Internationalen werden in diesen Protesten evoziert? Inwieweit wird diesen Vorstellungen durch die eigene Praxis widersprochen? Und wie beeinflussen diese Proteste die Idee vom Internationalen anderer Gruppen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesen Beobachtungen für die Rolle von Wissenschaft in der öffentlichen Debatte ziehen, das Internationale (anders/besser) begreifbar zu machen?

Wir freuen uns über theoretische wie empirische Beiträge. Willkommen sind empirische Beiträge mit Einzelfall- oder vergleichenden Studien sowie Reflektionen über methodische, theoretische und praktische Grundlagen und Konsequenzen der Erforschung von Imaginationen des Internationalen.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an daphi(at)hsfk.de und witt(at)hsfk.de.

Panel: Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen

Veranstalter_innen des Panels: Dr. Ingmar Hagemann (Universität Duisburg-Essen) und Dr. des. Johanna Leinius (Universität Kassel)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Politik und Geschlecht

Viele soziale Bewegungen sind Grenzphänomene des Demokratischen: Von den 1968-Bewegungen bis zu queeren und feministischen Bewegungen weltweit, der Landlosenbewegung in Brasilien oder Pegida in Deutschland schließen sich Menschen außerhalb der etablierten Kanäle des demokratischen Systems zusammen, um ihre Forderungen oder ihre Kritik zu artikulieren.

Die Analyse dieser häufig an den Rändern des etablierten politischen Systems agierenden Bewegungen kann neue Perspektiven auf die Demokratie eröffnen. Soziale Bewegungen erproben alternative Formen politischer Praxis, artikulieren kritische Perspektiven auf Herrschaftsverhältnisse und tarieren das Sagbare und Machbare in der Demokratie neu aus. Demokratie erscheint aus dieser poststrukturalistischen Analyseperspektive stärker als gesamtgesellschaftliches, im Alltagshandeln kontinuierlich reproduziertes Phänomen und nicht vor allem als Prozess der politischen Einflussnahme über den Weg verfassungsrechtlicher Institutionen.

Eine solche Perspektive betrachtet Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt als konstitutiv für Gesellschaft. Sie bietet ein Theorie-Methoden-Set, um Demokratie in ihrer historischen Gewordenheit zu analysieren und die ständige Neuverhandlung ihrer Grenzen anhand der Praktiken und Artikulationen derjenigen nachzuzeichnen, die diese radikal in Frage stellen. Die Untersuchung dieses Wechselverhältnisses von Demokratie und sozialen Bewegungen bietet somit Einsichten in die Wirkungsweise von Demokratie und die Grenzen des Demokratischen.

Das Panel möchte poststrukturalistische Analysen versammeln, die in ihren Arbeiten besonders den Charakter sozialer Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen herausarbeiten, empirische Analysen mit gesellschaftstheoretischen Diskussionen verbinden, und dabei die enge, zum Teil auch spannungsvolle Verbindung von sozialen Bewegungen und Demokratie verdeutlichen. Wir erbitten kurze Abstracts von 300 Wörtern.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail -Adressen der Veranstalter/innen des Panels: ingmar.hagemann(at)uni-due.de und leinius@uni-kassel.de

Panel: Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten

Veranstalter_innen des Panels: Nicole Doerr (Universität Kopenhagen) und Simon Teune (TU Berlin)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen

Ein Merkmal rechtspopulistischer Strategien ist die Indienstnahme demokratischer Argumente gegen die liberale Demokratie. In den Deutungsangeboten von Pegida, AfD und traditionellen Akteuren der extremen Rechten verbindet sich ein verschwörungsideologischer Anti-Elitismus mit völkisch begründeten direktdemokratischen Forderungen. Tatsächlich ist es der neuen völkischen Akteurskonstellation gelungen, Bürger_innen zu aktivieren: Stimmen für die AfD rekrutieren sich zu großen Teilen aus der Gruppe der Nichtwähler_innen, Pegida und ähnlich gelagerte Proteste haben viele Teilnehmende zum ersten Mal auf die Straße gebracht. Wenn die neu aufgestellte Rechte mit einem demokratisch begründeten Angebot reüssiert, wie verändert das Konzepte einer an Menschenrechten und Vielfalt orientierten Demokratie

Das Panel lädt Beiträge ein, die sich der Herausforderung der Demokratie aus beiden Richtungen widmen. Auf der einen Seite ist für die neue Rechte zu klären, welche Vorstellungen von Demokratie hier entwickelt werden und inwiefern diese an frühere Phasen der extremen Rechten anschließen. Gibt es über die Rhetorik und das Versprechen der Repräsentation marginalisierter Positionen hinaus ein reales demokratisches Angebot? Auf der anderen Seite fragen wir danach, welche demokratischen Ideen und Praktiken dieser Entwicklung entgegengesetzt werden. Wie werden Grenzen des Sagbaren begründet? Wie werden Ausschlüsse und Ungleichheitsverhältnisse verhandelt? Und wie werden sie überbrückt, um zu inklusiven Entscheidungen zu kommen?

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag im Umfang von einer Seite bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail-Adressen der Veranstalter/innen des Panels: nd(at)soc.ku.dk und teune(at)ztg.tu-berlin.de.

Bei der Auswahl der Vorträge koordinieren sich die Veranstalter/innen mit Kolleg/innen in thematisch verwandten Panels, so dass die Zuordnung einzelner Vorträge zu einem anderen Panel vorbehalten bleibt.

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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