Call for Contributions: feministische studien (Heft 1/2017): Gesellschaftskritik in Frauenbewegungen und (queer)feministischen Öffentlichkeiten, Gastherausgeberinnen: Elisabeth Klaus, Tanja Thomas und Susanne Kinnebrock

Feministische Interventionen in gesellschaftliche Transformationsprozesse, ein von feministischer Gesellschaftskritik geschärfter Blick auf „soziale, kulturelle, politische Verhältnisse und Entwicklungen und die Analyse gesellschaftlicher Ungleichheit, aber auch die Kritik an Kapitalismus, Neoliberalismus sowie Patriarchalismus und Heteronormatitvität sind unverzichtbar im Kampf um mehr Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit“ (Wischermann 2013: 188).

In der Vergangenheit und bis heute setzen sich Frauenclubs, Frauenvereine, Frauenbewegungen, lesbisch-feministische Bewegungen und queere Bündnisse weltweit für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein: Lokal, überregional und transnational kämpfen sie gegen mangelnde Achtung und unzureichende Förderung  sowie für den Schutz  der Rechte von Menschen aller Geschlechter. Sie protestieren gegen Ungleichheit zwischen Männern* und Frauen* und für die Teilhabe an der Macht und an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen etwa der Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung, Umwelt und Friedenssicherung. In diesen Kämpfen haben sich Frauenbewegungen wie (queer-)feministische Öffentlichkeiten zugleich neue symbolische wie materielle Räume angeeignet und diese ausgestaltet, Grenzen des Sichtbaren und Sagbaren verändert und eigene kulturelle Ausdrucksformen gefunden. Damit einher ging eine Kritik an rationalistischen Vorstellungen von Politik und an objektivistischen Vorstellungen von Wissen.

Die Frauenbewegungsforschung hat gezeigt, dass  Medien  in feministischen Gegenöffentlichkeiten  eine zentrale Rolle spielen. Vom Flugblatt bis zu Twitter wurden und werden Medien  für die wirkmächtige Thematisierung ihrer Forderungen  genutzt,  sie werden als Instrumente zur öffentlichen Skandalisierung und Visualisierung eingesetzt; Ungerechtigkeiten und Exklusionen werden somit sichtbar gemacht und Teilhabe an der hegemonialen Öffentlichkeit eingefordert. Mediale und kulturelle Produktionen wie  Bewegungszeitschriften,  Zines und Blogs  waren und  sind  aber auch für feministische Selbstverständigungsprozesse, die Herausbildung  einer eigenen Bewegungskultur und  feministischer Netzwerke bedeutsam. Sie befördern  feministisches Bewusstsein, wecken die Lust am gemeinsamen Lernen auch in Kontroverse und ermöglichen die ermächtigende Erfahrung der kollektiven Durchsetzung von Forderungen. Damit liefern feministische Öffentlichkeiten zugleich Anstöße für die Erweiterung der  eigenen  Handlungsmöglichkeiten  ihrer Akteur*innen  –  Gesellschaftsveränderung war und ist stets mit Prozessen der Selbstveränderung verbunden. Die Formen des Zugangs und der produktive Gebrauch von Medien haben einen Anteil an der Verfestigung alter oder der Begründung neuer Machtverhältnisse und Hierarchien  auch  innerhalb feministischer Bewegungen, die  von  vielfältigen Kontroversen und Debatten begleitet waren und sind.

Feministische Öffentlichkeiten haben stets das Spektrum an medialen Kommunikationsmöglichkeiten für die Vernetzung über lokale Räume und nationalstaatliche Grenzsetzungen hinweg ausgenutzt und verbreiten heute etwa die Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal via YouTube und anderen Social Media Anwendungen.  Zweifellos haben sich  Kommunikationsforen und  -formen von  Frauenbewegungen und(queer-)feministischen Bewegungen vervielfältigt, doch bleibt die Frage, inwiefern damit auch eine Stärkung ihrer Positionen einhergeht.

Stets wurden und werden feministische Bewegungen in hegemonialen Öffentlichkeiten und Medien reflektiert und repräsentiert, oft auf eine Weise, die ihre Handlungsmöglichkeiten einschränken und Sanktionen gegen ihre Akteur*innen legitimieren.  In den Medien werden Widerstände artikuliert und Akteur*innen bedroht und diffamiert. Antifeministische Netzwerke, die sich derzeit im Internet besonders vehement artikulieren, sind dabei kein ganz neues Phänomen, sondern ebenso historisch wirkmächtig gewesen, und wurden und werden auch von Frauen* mitgetragen. Dazu kommt, dass auch unabhängig von organisierten antifeministischen Bündnissen in hegemonialen Öffentlichkeiten Grenzen errichtet werden, zwischen „guten“ und „schlechten“ feministischen Positionierungen, zwischen Akteur*innen, die in den traditionellen Medien zu Wort kommen und solchen, die keine Stimme haben. Forderungen feministischer Bewegungen konnten so von ihrem gesellschaftskritischen Impetus abgespalten und für Modernisierungen im neoliberalen Kapitalismus genutzt werden. Das gilt etwa für die in den 1970er Jahren geforderte Neugestaltung von Produktions- und Reproduktionsbereich, die zwar den Eintritt von Frauen in das Arbeitsleben  forciert, aber die gesellschaftliche Geringschätzung von häuslicher Pflegeleistung und Reproduktionsarbeit nicht verändert hat. Das gilt auch für die öffentliche Thematisierung von sexueller Gewalt, die heute für rassistische Positionen missbraucht wird. Das wirft die Frage nach den Strategien und Möglichkeiten auf, sich gegen Enteignungen, Spaltungen und Antifeminismus zur Wehr zu setzen. Damit verbunden stellt sich die Frage, wie einer Re-Artikulation feministischer Bewegungen und dem Verlust eines kollektiven Gedächtnisses über feministische Gesellschaftskritik begegnet werden kann.

Mit diesem Call wollen wir Autor*innen einladen, die Frauenbewegungen bzw. (queer-)feministische Bewegungen untersuchen und Fragen stellen nach

  • der Bedeutung von Medien für die Strategien, Artikulations- und Interventionsmöglichkeiten in verschiedenen historischen Phasen,
  • dem Stellenwert von kulturellen und medialen Produktionen, von Performativität und Affektivität für Bewegungskulturen und Bewegungsöffentlichkeiten sowie deren Akteur*innen,
  • den Veränderungen für die Formierung und Entfaltung  von feministischen Bewegungen, die mit digitalen Medien einhergehen,
  • der historischen und aktuellen Bedeutung des Mediengebrauchs und den diesen  innewohnenden Ambivalenzen,
  • nach konkreten Praktiken des Mediengebrauchs auf den unterschiedlichen Ebenen feministischer Öffentlichkeit,
  • dem translokalen (transnationalen) Vernetzungspotential mittels Medien, das womöglich zugleich Machtverhältnisse zu irritieren wie zu stabilisieren vermag,
  • den Potentialen von Medien, aber auch ihren Grenzen  für individuelle und kollektive Erfahrungen und für die Entwicklung eines feministischen Bewusstseins,
  • den Möglichkeiten der Verhandlung von Erinnerungen und der Konstituierung feministischer Bewegungsgedächtnisse,
  • der medialen Repräsentationen und dessen Relevanz für Handlungsfähigkeit,
  • dem Charakter, den Formen und Ursachen antifeministischer Bewegungen, ihrer Bedeutung für die Einschränkung feministischer Öffentlichkeiten und den Möglichkeiten, diesen wirkmächtig zu begegnen.

Die Zeitschrift feministische studien – Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung Nr. 1/2016 wird 6 bis 8 Beiträge zu diesem Schwerpunkt enthalten, und zwar Aufsätze (bis 40.000 Zeichen) und Diskussionsbeiträge (bis 25.000 Zeichen), die nach einem peer-review-Verfahren ausgewählt werden. Erwünscht sind auch Tagungsberichte sowie Rezensionen oder Sammelrezensionen zu Veröffentlichungen, die sich vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, mit dem Schwerpunkt dieses Heftes beschäftigen.

Wir laden Sie herzlich ein, bis zum 03.07.2016 ein Abstract von bis zu 2.500 Zeichen bei den Herausgeberinnen des Schwerpunktheftes, Prof. Dr.  Elisabeth Klaus  (Universität Salzburg),  Prof. Dr. Tanja Thomas (Universität Tübingen) und Prof. Dr. Susanne Kinnebrock (Universität Augsburg) einzureichen. Einreichung: manuskripte@feministische-studien.de

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for participation: Workshop „FORSCHEN ZU PEGIDA – Interdisziplinäre Perspektiven auf eine rechtspopulistische Protestbewegung“, 20.06.2016, Technische Universität Berlin

PEGIDA als rechtspopulistische Protestbewegung ist seit den ersten Demonstrationen im Herbst 2014 zu einem viel beachteten Phänomen im bundesdeutschen Diskurs geworden. Auch im akademischen Bereich haben die wöchentlichen Demonstrationen in Dresden und anderen Städten sowie die sich inzwischen europaweit vernetzende Bewegung vielfältige Forschungen angestoßen. Dabei haben wir den Eindruck, dass bis auf wenige herausgehobene Projekte oder Forschungszusammenhänge viele der entstehenden oder bereits fertiggestellten Arbeiten unsichtbar bleiben. Auch die Vernetzung und der kontinuierliche Austausch zwischen den Forschenden ist bis auf einige Ausnahmen eher lose.

Einer solchen Tendenz wollen wir mit unserem Workshop entgegentreten. Unser Ziel ist es, möglichst viele interessierte Menschen, die zu PEGIDA oder mit einem starken Bezug zu PEGIDA forschen, zusammenzubringen und so einen langfristigen, dezidiert interdisziplinären Austausch anzustoßen. Der Workshop dient dafür als ein erster Schritt, um verschiedene Blickrichtungen und Annäherungsmöglichkeiten auf das „Phänomen“ PEGIDA und die Menschen, die die Bewegung voranbringen, kennen zu lernen. Der Ansatz ist dabei möglichst breit gewählt, um vielfältigste Forschungen zu unterschiedlichen Facetten von PEGIDA beinhalten zu können. Dazu zählen bspw. die Betrachtung von PEGIDA als rechtspopulistische, neue soziale Bewegung (in Dresden, der BRD und darüber hinaus), Beobachtungen der Demonstrationen und ihrer Teilnehmenden oder die Rolle virtueller Vernetzungsstrategien. Die Einladung richtet sich explizit auch an Menschen, die sich in Haus- oder Abschlussarbeiten intensiver mit den umrissenen Themenfeldern auseinandersetzen.

Es ist geplant, dass jede*r Teilnehmende in einem kurzen, rund 10-minütigen, Input einen Einblick in die eigene(-n) Arbeit(-en) gibt. In der anschließenden Gruppendiskussion können dann einzelne Fragestellungen, Herangehensweisen, Probleme und vor allem auch gemeinsame Perspektiven intensiver diskutiert werden. Als Ausblick wünschen wir uns eine Verstetigung solcher Treffen bzw. den Aufbau einer längerfristigen gegenseitigen Vernetzung.

Wir hoffen, am 20.06.2016 viele interessierte Menschen begrüßen zu dürfen.

Lisa Magdalena Richter & Sebastian Sommer

Zusammenfassung
Workshop „FORSCHEN ZU PEGIDA – Interdisziplinäre Annäherungen an eine rechtspopulistische Protestbewegung“

Wann? – 20.06.2015 ab 11:00 (geplante Dauer: 4-5h)
Wo? –   Technische Universität Berlin | Zentrum Technik und Gesellschaft | Hardenbergstr. 16-18| 10623 Berlin | Raum 6.06

Um eine vorherige Anmeldung unter pegida-workshop@riseup.net wird bis zum 15.06.2016 gebeten, um den Ablauf besser planen zu können. Laptop und Beamer werden vor Ort sein. Der Workshop soll hauptsächlich auf Deutsch abgehalten werden. Dennoch sind auch Beiträge in englischer Sprache möglich.

Leider ist keine Erstattung von Fahrtkosten möglich. Dennoch hoffen wir auf eine Beteiligung von vielen Menschen außerhalb Berlins.

Zu den Einladenden
Lisa Magdalena Richter schreibt derzeit ihre Masterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin zur Frage, inwiefern kulturelle und institutionelle legacies zum Entstehen von PEGIDA in Dresden beigetragen haben. Vorher hat sie Kulturwissenschaften (B.A.) und Europa-Studien (M.A.) mit den Schwerpunkten Transformationsstudien, Demokratisierungsprozessen und Zivilgesellschaft an der Viadrina in Frankfurt/Oder studiert.

Sebastian Sommer promoviert am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin zu den „Erlebniswelten in rechtspopulistischen Massenbewegungen am Beispiel von PEGIDA“. Das Erleben in und von national-gefärbten Kollektivereignissen beschäftigte ihn bereits in seiner MA-Thesis über „Public-Viewing-Angebote (in der BRD) als Orte der kollektiven Erfahrung von    nationaler Gemeinschaft“.

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Conflicting Populisms. Left and Right Wing Populism in Europe, Wien, 9.-11. Juni 2016, eine Tagung der Professur für Politische Theorie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, Organisation: Oliver Marchart und Isolde Charim

Vor dem Hintergrund der anhaltenden ökonomischen und politischen Krise gewinnen Populismen immer mehr an Zugkraft. Europa scheint gespalten in Länder, die von rechtspopulistischen Bewegungen erfasst werden, und solchen, in denen ein linker Neopopulismus erprobt wird. Während alte Sicherheiten wegbrechen, entbrennen neue Kämpfe um politische Deutungshoheit. Transnational betrachtet ergibt sich daraus ein komplexes Bild: Populismen unterschiedlicher weltanschaulicher Prägung liegen nicht nur im Konflikt mit der liberalen Mitte, sie geraten auch untereinander in Konflikt. Mehr denn je wird daran die Ambivalenz des Phänomens Populismus deutlich. Populismus ist ein Konfliktbegriff. Nicht nur beschreibt er eine konfliktorientierte Politikform, er ist auch selbst höchst umstritten.

Die Tagung möchte dieser schillernden und umstrittenen Seite des Populismus anhand seiner vielfältigen aktuellen Ausprägungen nachgehen. Dazu sollen u.a. folgende Fragen adressiert werden: Welche Unterschiede lassen sich zwischen linken und rechten Populismen ausmachen? Können populistische Strategien angemessene Antworten auf die gegenwärtigen politischen Herausforderungen liefern? Kann, darf, ja soll die Linke populistisch sein? In welchem internen oder externen Verhältnis steht Populismus zu Demokratie?

Call for Papers:
Am 11. Juni 2016 wird hierzu – im Anschluss an eine Podiumsdiskussion am 9.6. und ein Symposion am 10.6. – ein ganztägiger Workshop mit DoktorandInnen und PostdoktorandInnen stattfinden.

Wir möchten Sie auffordern, Abstracts (max. 1500 Zeichen) für einen 20 minütigen Vortrag inklusive Kurzbiographie bis zum 15.5. 2016 unter politische.theorie(at)univie.ac.at einzureichen. Über eine Zu- oder Absage erhalten Sie innerhalb einer Woche Bescheid.

Programm

9. Juni 2016

Beginn: 19.00h
Podiumsdiskussion mit Micha Brumlik, Chantal Mouffe, Jan-Werner Müller und Peter Pilz, Moderation: Isolde Charim

Ort: Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, Armbrustergasse 15, 1190 Wien

10. Juni 2016

9.15-12.15
Oliver Marchart (University of Vienna): Introduction. The Amorphous Shape of Populism

Catherine Colliot-Thélène (Université de Rennes 1/University of Frankfurt): Populismus als begriffliches Problem

Emilia Palonen (University of Helsinki): Populist Dynamics and Democracy: the Cases of Finland and Hungary

13.15-15.30
Chantal Mouffe (Westminster University): Populism and Radical Democracy

Jan-Werner Müller (Princeton University): Why Populism is a Danger to Democracy

16.00-18.30
Yannis Stavrakakis (University of Thessaloniki): Populism vs. Anti-populism in the Greek Crisis: Divisions of Public Discourse

Ingolfur Blühdorn (Vienna University of Economics and Business): Populism and its Unlikely Siblings. Discursive practice in Simulative Democracy

Ort: Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien, Universitätsstraße 7/2.Stock, Hörsaal 1, 1010 Wien

Ihre Anmeldung für die Tagung senden Sie bitte an: politische.theorie@univie.ac.at

11. Juni 2016

Beginn: 10.00h
Workshop für DoktorandInnen und PostdoktorandInnen

Ort: Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien, Universitätsstraße 7/2.Stock, Hörsaal 1, 1010 Wien

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Call for Papers: International Dissidence. Rule and Resistance in a Globalized World, International Conference, Frankfurt, 2-4 March 2017

From Occupy Wall Street and radical jihadism to protests against UN peacekeeping, right-wing mobilization in Europe and India’s exit from the Non-Proliferation Treaty – resistance remains a ubiquitous but ambiguous aspect of global social and political life. It takes many courses, purposes and guises. In parallel, rule has been re-fashioned for both academic and political purposes. It is present in the power of the international banking system, ‘Western’ imperialism, the legitimation of violence, in a homogenizing globalism and asymmetrical global rules. But how can we make sense of the dynamic relationship between resistance and rule in today’s globalized world? How has resistance changed across time and social spaces? And how is it affected by or does it affect transnationalization?

Resistance challenges and sometimes produces or reproduces systems of rule. This constitutive relationship between rule and resistance, however, seldom attracts scholarly attention. This negligence is partly due to the fragmentation of academic discourses. Some scholars focus on specific types of resistance (e.g. populist movements, cyber activism, terrorist groups or the extreme right) or specific processes (e.g. radicalization, deradicalization, or transnationalization). Still others study the variety of forms and practices of rule in reaction to various forms of resistance. While such specialization has yielded deeper insights into the significance and operation of rule and resistance in particular instances, it has also occluded the bigger picture. Scholarly understanding of the relationship between resistance and systems of rule has suffered as a result. The conference will attend to this bigger picture.

We invite scholars from various disciplines, including sociology, history, political science, political theory, international relations, anthropology, and area studies, whose work contributes to one of the conference sections. Section 1 focuses on resistance to specific systems of rule, ranging from international norms, regulations and bureaucracies to rule by elites. Section 2 zooms into the dynamic interactions between authorities and resistance movements, including how international organizations cope with protest, reactions to digital dissidence, and various forms of international disciplining of protest within the state. Section 3 finally traces how resistance movements change from “opposition”, referring to resistance according to established rules, to “dissidence”, referring to revolutionary resistance availing itself of unconventional means (for a more detailed description of the sections and panels, click on http://dissidenz.net/konferenz-2017/).

The conference is part of the collaborative research project “International Dissidence” based at the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders” at Goethe University Frankfurt (for more information, click on dissidenz.net/en).

To encourage in-depth discussion, presentations will span 20 minutes and will be held in plenary sessions.

Please send your abstract of no more than 300 words to conference(at)dissidenz.net by 1 June 2016. Please indicate your panel of interest. Travel and lodging expenses will be covered for those accepted.

Call for Papers: Acting on media: pioneer communities, social movements and civil society organizations, 13 and 14 October 2016, University of Bremen, Germany, organizers: Andreas Hepp, Sigrid Kannengießer and Sebastian Kubitschko

In one way or the other the current transformation of society is related to media, which are understood to mean organizations, content and technologies. As a consequence, media themselves are gaining increasing relevance in political debates and for political activity per se. Actors like hacker collectives, alternative media or open source movements do not only use media to organize, collaborate and to mobilize, but explicitly center their activities on media-related questions. Pioneer communities like the Quantified Self or Makers movement have emerged as new kinds of collectivities at the crossroads between social movements and think tanks, in their support of new forms of media practice. At the same time, new initiatives critically deal with media and point to problems caused by current media appropriation. One prominent case is Repair Cafés where people maintain their devices to avoid buying new ones, pointing to the socio-ecological damage the production and disposal of media technologies cause. The number of examples that could be added to this list is constantly growing.

What the actors mentioned have in common is that they tinker around with media, tease them apart, explore and modify them. They thematize how media are dominantly used in society and they often influence the way media are constructed and perceived in public discourse. Overall, by putting media at the center of their involvement, they are acting on media. Along with this development, apparently clear distinctions between ‘alternative’ and ‘established’ groups, between ‘insider’ and ‘outsider’ tactics, between ‘traditional’ and ‘new’ forms of media-related engagement become blurred. The core idea of this workshop is to bring together empirical analysis and critical reflections on different forms of acting on media.

With this focus in mind, we would like to discuss the following questions:

  • Who are the actors (individual, collective, movement-based, etc.) that thematize, problematize and/or politicize contemporary media?
  • How do actors act on media? What are their concrete aims and practices? What is their role in our social world?
  • Which contradictions can we perceive regarding these actors and media appropriation – either in the initiatives themselves or between them?
  • Which relevance and influence have and which constraints do these initiatives face in highly media-saturated societies?
  • What kind of influence and effects result from these activities/actions?

We explicitly encourage contributions from actors analyzing in different research areas and disciplines – ranging from communities, organizations, think tanks, movements, and the like – that put media in the center of their activities. Besides presentations of empirical studies, we also ask for theoretical contributions and methodological reflections on how to analyze the research object outlined above.

Doctoral students
We ask PhD students to indicate on their abstracts whether the submission is part of a doctoral project. This status will be taken into account in the review process. During the conference, accepted PhD students will present during the regular conference program. In addition, carefully selected respondents will comment on the doctoral projects and discuss the research with PhD students in a special panel.

Submission
Please send your submission of no more than 500 words (cover with contact details and a separate abstract, prepared for anonymous review) by 30 April 2016 to sigrid.kannengiesser(at)uni-bremen.de. Acceptance and rejection letters will be sent out in early June 2016.

Download Call
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Call for Contributions: Konflikte um Abschiebungen, Tagung im September 2016, Osnabrück, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Organisator_innen: Maren Kirchhoff, Helen Schwenken, Helge Schwiertz

Abschiebungen sind neben Grenzkontrollen ein zentrales Instrument der gegenwärtigen Regierung von Migration, wobei in der Europäischen Union insbesondere abgelehnte Asylsuchende betroffen sind. Darüber hinaus ziehen Abschiebungen symbolisch und faktisch die Grenzen von politischen Gemeinschaften und Bürgerschaft, insbesondere in Form des Nationalstaates. Immer wieder stellen sich jedoch Teile der Bevölkerung Abschiebungen entgegen und hinterfragen dadurch auch herrschende Grenzziehungen. Die sich in diesem Zusammenhang potentiell entwickelnde moralische, ethische oder politische Ablehnung von Abschiebungen, als mit staatlichem Zwang durchgesetzte Form der Ausreise, führt zu diversen Protestformen von Petitionen bis zu Aktionen zivilen Ungehorsams. Diese verschiedenen Proteste gegen Abschiebungen werden im Rahmen der internationalen Tagung im September hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert und diskutiert.

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Call for Applications: SIEF Summer School “Trusting Resistance. New Ethnographies of Social  Movements and Alternative Economies”, Tübingen, 24-30 July 2016

Venue: Hohentübingen Castle, University of Tübingen, Germany

Convened by: Prof. Dr. Monique Scheer (Ludwig-Uhland-Institut für  Empirische Kulturwissenschaft)

Funded by: the Institutional Strategy of the University of Tübingen  (ZUK 63), the International Society for Ethnology and Folklore (SIEF),  and the CRC 923 on “Threatened Orders”

Deadline for proposal submission: March 20, 2016

Overview
This international summer school combines two highly debated topics:  trust and resistance. From protest to critical consumption, to the  do-it-yourself movement, to radical gardening or alternative health  care: when groups are formed in resistance to an ‘establishment’ or  ‘mainstream’, they often express a lack of trust in the ‘powers that  be’ – therefore, practices of mistrust seem to be constitutive for  such movements. On the other hand, within the group it is important to  establish trust in the alternative models being tried out. Thus, it  would seem that trust and mistrust operate in these cases as a dynamic  motor for change. Thinking about the conceptualization of trust and  mistrust will necessarily be part of the discussion. Is trust an  attitude, an ethic, a virtue, or a feeling, perhaps even an emotion?  From the ethnographic perspective, it makes sense to look at trust  and mistrust in connection with the practices that mobilize and  cultivate them. Thus, the summer school will also encourage the  participants to go beyond trust/mistrust to think about the role of  other feelings and attitudes important to the groups they are studying  as well. We would like to offer a space for exploring this dynamic  more deeply with PhD students and early postdocs working on research  projects in the above-mentioned areas.

We invite anyone taking an ethnographic approach to the culture of  resistance, studying social movements, political and consumer protest,  activism in its many forms, to participate in this summer school.  European ethnologists, folklorists, anthropologists, cultural studies  scholars, sociologists, historians, and political scientists are all  welcome to apply. The focus is on looking at trust/mistrust at the  micro-level of everyday life and social interactions. This includes  not only attention to the practical dimensions of doings and sayings,  thinking and feelings, but also considering the importance of material  artifacts, sensory impressions, sounds, images, performances, rituals,  spaces, and places. Participants at any stage of their research –  including beginning PhD students – will have an opportunity to present  work in progress and to discuss central research issues. To ensure an  open and collaborative learning environment, the number of  participants will be limited to a maximum of 25.

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Date: 28 January 2016, 6.00 p.m.

Venue: Freie Universität Berlin, Lecture Hall A, Garystraße 55 (U Thielplatz)

Protest campaigns linked to episodes of democratization are often described as sudden: surprise, excitement, and innovation are terms often used to describe eventful democratization, as times are perceived as exceptional. Della Porta suggests that one major transformation during those events is what we can conceptualize as time intensification. She will discuss the impact of relational processes of time intensification and then time normalization through the analysis of activists’ perception of time.

Donatella della Porta is professor of Political Science at the Scuola Normale Superiore in Florence. She is the Dean of the Institute of Humanities and Social Sciences and directs the Center on Social Movement Studies.

Organizers:
Prof. Dr. Cilja Harders, Director of the Center for Middle Eastern and North African Politics, FU Berlin.

Prof. Dr. Jochen Roose, Professor for Social Sciences at the University of Wroclaw and researcher at the Institute for Protest and Social Movement Studies, Berlin.

Download: Flyer (pdf)

Call for Papers: Konsumkritische Projekte und Praktiken: Ziele, Muster und Folgen gemeinschaftlichen Konsums, Universität Bremen, 23-24.6.2016, Organisatorinnen: Prof. Dr. Ines Weller und Dr. Sigrid Kannengießer

Konsumkritische Projekte und Praktiken des kritischen Konsums entstehen und verbreiten sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland, Westeuropa, und Nordamerika: Repair Cafés, Transition Towns, Urban Gardening, Tauschbörsen/-ringe, Nachbarschaftsautos und FabLabs sind nur einige Beispiele für Projekte, in denen die derzeitige Konsumgesellschaft hinterfragt und Alternativen zum dominierenden kapitalistischen Wirtschaftssystem entwickelt und praktiziert werden können. Ihre Nutzer*innen und Mitglieder reparieren defekte Alltagsgegenstände, bauen selbst Obst und Gemüse in urbanen Gärten an, tauschen ihre Güter oder versuchen nachhaltige Wirtschaftssysteme zu etablieren. Die verschiedenen Projekte lassen sich in den Kontext gemeinschaftlichen Konsums und einer Sharing Economy einordnen. An sie richten sich zum Teil hohe Erwartungen in Hinblick auf die Transformation der derzeitigen nicht nachhaltigen Formen von Produktion und Konsum. Erwartet werden u.a. die Herausbildung neuer konsumkritischer Werte und Praktiken, die Entwicklung sozialer Innovationen und Stärkung der Gemeinschaftsorientierung als auch ökologische Entlastungen durch die Schonung von Ressourcen.

Die Erforschung dieser konsumkritischen Projekte steht aber erst am Anfang. Noch wenig systematisch untersucht sind beispielsweise folgende Fragen:

  • Wer sind die Akteure, die konsumkritische Projekte organisieren und sich an
    ihnen beteiligen? Wer macht mit, wer nicht?
  • Handelt es sich dabei eher um kurzfristige oder eher um langfristige Aktivitäten?
  • Welche Motive und Ziele verfolgen die Beteiligten?
  • Welche gesellschaftliche Bedeutung schreiben sie ihren Projekten zu?
  • Können Brüche in der Praxis des kritischen Konsums identifiziert werden und
    Unterschiede innerhalb der Gruppe der Beteiligten?
  • Welche Beziehungen lassen sich zwischen dem Engagement in konsumkritischen
    Projekten und den alltäglichen Konsummustern erkennen? Wie stehen sie in Re-
    lation zur Mediatisierung und Digitalisierung des Alltags?

Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns während des Workshops beschäftigen.

Wir laden zur Einreichung von Abstracts ein, die sich mit konsumkritischen Projekten und Praktiken des kritischen Konsums beschäftigen. Neben empirischen Fallstudien begrüßen wir auch theoretische Beiträge und methodische Reflektionen, anhand derer diskutiert werden kann, wie diese gesellschaftlichen Phänomene untersucht werden können.

Bitte schicken Sie eine Zusammenfassung Ihres Vortrags von bis zu 1000 Wörtern bis zum 28.02.2016 an sigrid.kannengiesser(at)uni-bremen.de und/oder weller(at)uni-bremen.de.

Download: Der Call als pdf-Datei

Im Rahmen eines von der Kommission der Europäischen Union (7. Forschungsrahmenprogramm) geförderten Projektes ist an der Professur für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen (Prof. Deitelhoff) der Goethe-Universität Frankfurt vorbehaltlich der Mittelbewilligung folgende Position zum 01.01.2016 befristet für die Dauer von zwei Jahren zu besetzen:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter (E13 TV-G-U, 60%-Teilzeit)

Gesucht wird ein/e Wissenschaftler/in, die/der am deutschen Teilprojekt des internationalen Projektes „Living together with difficult memories and diverse identities“ (LIVINGMEMORIES, ERA-NET RUS Plus Projekt) mit Kooperationspartnern in Finnland, Lettland, Estland, der Türkei und Russland arbeitet. Das deutsche Teilprojekt „Protest und Erinnerung: Zum Bezug gegenwärtiger Proteste auf die „langen 1960er Jahre“ in Ost- und Westdeutschland“ vergleicht die aktuelle öffentliche Erinnerung an die „langen 60er“ mit Erinnerungen in sozialen Bewegungen auf der Grundlage von Medienanalyse, Interviews und teilnehmender Beobachtung.

Wir erwarten sehr gute sozialwissenschaftliche Hochschulabschlüsse, einschlägige theoretische und methodische Kenntnisse, Kreativität und Eigenständigkeit sowie Kooperations- und Teamfähigkeit. Erfahrungen in der Durchführung eines Forschungsprojektes, in der Erforschung sozialer Bewegungen sowie in der qualitativen Datenauswertung mit MaxQDA sind von Vorteil.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte bis zum 18.11.2015 an Beate Stein, Goethe-Universität Frankfurt, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Max-Horkheimer-Straße 2, 60323 Frankfurt am Main.

Bitte beachten Sie, dass Bewerbungsunterlagen nicht zurückgeschickt und nach Ablauf des Verfahrens vernichtet werden.

Die Ausschreibung als pdf-Datei

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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