Call for Applications: Promotionsprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung: „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“, 4 Stipendien, Bewerbungsschluss: 10. Januar 2018

Ziel des Promotionsprogramms:
Motiviert durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll.

Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen.

Forschungsleitend können Fragen die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftliche n und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa. Forschungsleitend könnten beispielsweise dabei auch Fragen zur modernen Demokratiegeschichte sein, gedacht als Erforschung der Sozialen Demokratie(n) in der politischen Praxis. Dabei sollten verschiedene gesellschaftspolitische Dimensionen beleuchtet werden.

Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden. Zu möglichen Ausrichtungen zählen Studien zur Sozialen Demokratie(n) und ihren Bewegungen Auseinandersetzungen mit Blick auf alle drei Dimensionen der Politik.

  • Polity: Ansätze zu formalen, institutionellen und verfassungsmäßigen Strukturen und Ordnungen. Hierunter könnten Arbeiten fallen, die sich mit Fragen der Entwicklung des Gemeinwesens die damit verbundenen wertebezogenen Grundhaltungen thematisieren.
  • Policy: Ansätze zu Erforschung inhaltlicher Arenen der Politik. Hierunter fallen Arbeiten, die Politiken und Politikfelder und hierbei eine Neuvermessung politischer Kräftefelder in Deutschland, Europa und der Welt vornehmen oder an neue Ideengeschichtliche Arbeiten anknüpfen.
  • Politics: Ansätze zu Machträumen und Wirkungen im Spiegel von Willensbildungs- und Entscheidungsbildungsprozessen.

Beispiele:
Zum Verhältnis von Freiheit und Sicherheit der Gründung der Sozialdemokratie fokussieren, das je nach Zeitraum der Untersuchung unterschiedlich ausgeleuchtet werden kann. Dies können Untersuchungen zu innerparteilichen Aushandlungen bei der Auseinandersetzung mit Extremismus und Terrorismus seit den 1970er Jahren sein, inter- oder transnationale vergleichende Studien, die Krisenregime sozialdemokratischer respektive Labour- Regierungen genauer beleuchten.

Gleiches gilt für Themen, die mit Terrorismusbekämpfung in Verbindung stehen, wie z.B. Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung und Schleierfahndung. Ebenso fehlen nach wie vor Arbeiten, die sich mit Fokus auf Soziale Demokratie(n) und ihre Bewegung um die Erforschung von Politiken und Politikfeldern zu den Stichworten Gender, Inklusion und Disability verdient machen.

Förderung:
Die Förderung erfolgt mit einem Vollzeitstipendium des Begabtenförderwerks der Friedrich-Ebert- Stiftung (FES). Mit der Strategie „Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt“ werden vor allem Studierende mit bildungsfernem Hintergrund, herausragender wissenschaftlicher Kompetenz und besonderem gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein materiell und ideell gefördert. Als politische Stiftung teilen unsere Stipendiat_innen einen sozialdemokratischen Wertekanon.

Fachliche Anbindung:
Gleichzeitig gehören zur Friedrich-Ebert-Stiftung eines der wichtigsten Archive zur Erforschung sozialer Bewegungen und die größte Gewerkschaftsbibliothek der Welt. Die Bedeutung des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) als Zentrum historischer Forschungen spiegelt sich nicht zuletzt in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte wider, die im Referat Public History des AdsD angesiedelt ist. Die Promotionsförderlinie erfährt dadurch eine direkte fachliche Anbindung.

  • Forschungen, die einen Blick auf Überwachung der SPD durch die Staatssicherheit ihrer Berliner Gliederungen werfen sowie die Beziehungen zu den verschiedenen Akteuren der Sozialdemokratie im Längsschnitt untersuchen, können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der FU Berlin eingebunden und hier auch von Professor Dr. Arnd Bauerkämper betreut werden.
  • Forschungen zur Arbeiterwohlfahrt können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der Deutschen Sporthochschule der Universität zu Köln eingebunden und hier auch von Professor Dr. Jürgen Mittag betreut werden.

Die Bewerbung erfolgt online:
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Zulassung zur Promotion ohne Auflagen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Das vorangegangene Studium sollte mit überdurchschnittlichem Ergebnis und zügig abgeschlossen sein. Neben der fachwissenschaftlichen Qualifikation wird ein ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Bei der Online-Bewerbung sollte der Bezug zum Promotionsprogramm im Motivationsschreiben ausdrücklich erwähnt werden. Der Bewerbungsschluss ist der 10. Januar 2018.
Weitere Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen sind hier zu finden unter:

Kontakt/Beratung:
Dr. Ursula Bitzegeio
Ref. Promotionsförderung , Doktorierendenprogramme und Wissenschaftliche Begleitveranstaltungen
Friedrich-Ebert-Stiftung
Godesberger Allee 149
D-53175 Bonn
Ursula.Bitzegeio(at)fes.de

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Call for Panels: DVPW-Kongress 2018 „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ – Arbeitskreis soziale Bewegungen

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der nächste DVPW Kongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ statt.

Vorschläge für Panels im Rahmen des Arbeitskreises soziale Bewegungen mit Bezug zum Thema des Kongresses können bis zum 25.10. an die Sprecher_innen geschickt werden. Details zum Format der Vorschläge und zum Kongressthema finden sich im Call for Panels der DVPW.

Call for Contributions: Kolloquium Politik von unten – Programm Herbst/Winter 2017

– Scroll down for English –

Für das nächste Programm des Kolloquiums „Politik von unten“ laden wir alle Interessierten ein, bis zum 5. September ihren Vorschlag für einen Beitrag einzureichen.

Im Kolloquium diskutieren wir seit 2011 Forschungsprojekte und Texte zu kollektivem politischem Handeln. Dies umfasst unter anderem die Themen politische Mobilisierung, Protest, soziale Bewegungen und Revolutionen. Gleichzeitig soll das Kolloquium eine Möglichkeit sein, Forscher_innen mit ähnlichen Interessen regelmäßig zu treffen.

Das Kolloquium findet 14-tägig Montags um 18:00 Uhr im Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin statt. In der Regel wird im Vorfeld ein Text verschickt und als bekannt vorausgesetzt. Diskutiert werden zum einen Entwürfe von Aufsätzen/Kapiteln (vor der Publikation); zum anderen Forschungsprojekte, die den Entwurfsstatus überschritten haben. Die Texte sollten 20 Seiten nicht überschreiten.

Als alternative Formate sind auch kurze Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen möglich.

Wer einen Vorschlag einreichen möchte, kann dies direkt in dem folgenden EtherPad tun: https://pad.riseup.net/p/pvuprogrammII2017. Dort finden sich weitere Informationen zum Vorgehen und zum Kolloquium.

Mehr Informationen zum Kolloquium und zu den zurückliegenden Programmen auf der Kolloquiumsseite.

Bei Rückfragen stehen Simon Teune (simon.teune(at)gmail.com) und Jannis Grimm (jj.grimm(at)fu-berlin.de) zur Verfügung.

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Call for Contributions: Colloquium politics from below – program fall/winter 2017

Interested scholars are kindly invited to submit their proposal for a contribution to the fall/winter program of the colloquium ‚politics from below‘ by September 5th.

We have created the colloquium in 2011 to discuss research projects and texts tackling collective political action. We are looking for topics such as political mobilization, protest, social movements, and revolutions. The colloquium is also an opportunity to meet scholars with similar interests on a regular basis.

The colloquium takes place on every second Monday at 18:00 in the Center for Technology and Society at Technische Universität Berlin. Usually, we start our discussion right away based on a text that is circulated in advance. Texts may be draft chapters or articles as well as research proposals. For a dense discussion, less than 20 pages have proven to be most productive. Alternative formats include short presentations or moderated discussions.

If you want to propose a contribution, please leave your name, proposed title, and email-address for every date that fits your schedule in this EtherPad: https://pad.riseup.net/p/pvuprogrammII2017

For more information on the colloquium (in German) and past programs visit the colloquium’s website.

For questions regarding format and logistics, please contact Simon Teune (simon.teune(at)gmail.com) or Jannis Grimm (jj.grimm(at)fu-berlin.de)

Call for Papers Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 4. bis 6 . Oktober 2017, Organisation: Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in der DGPuK und Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität

Weltweit setzten und setzen sich feministische Aktivist*innen und Bewegungen für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein; dabei berufen sich (queer-, lesbisch-)feministische Bündnisse auf unterschiedliche Feminismen, wählen verschiedene Formen zur Artikulation von Protest und zielen dabei auf die Herstellung verschiedener Öffentlichkeit(en) : Selbstverständigung und politische Forderungen wurden und werden sowohl in Netzwerken im Privatraum als auch in alternativen öffentlich-politischen Kontexten ausgehandelt , dafür Öffentlichkeit hergestellt oder versucht, sie in bestehende Öffentlichkeiten hineinzutragen; bis heute werden hierfür verschiedene Kommunikationsformen und unterschiedliche Medien genutzt. Akteur*innen, ihr Medienhandeln und die dadurch erzeugten Räume konstituieren dabei unterschiedliche Öffentlichkeitsebenen, in denen verschiedene Strategien zur Durchsetzung von Themen zum Tragen kommen können; diese Kommunikationsformen und Strategien verändern sich unter den aktuellen Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten.
Aktivismus und Intervention in (queer-)feministischen Öffentlichkeiten stehen auf unterschiedliche Weisen in der Tradition historischer Emanzipationsbewegungen von Frauen* und waren stets begleitet von theoretischen Überlegungen und Erkenntnissen: Feministische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Öffentlichkeit haben beispielsweise deren Abgrenzung zur privaten Sphäre kritisch beleuchtet und das asymmetrische Machtverhältnis in den Blick genommen , auf dem eine solche Trennung beruht und die es stützt.

Im Zentrum der Jahrestagung der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main stehen feministische Kritik und Praktiken des Widerstands im medialen Wandel sowie die damit in Gang gesetzten Veränderungen im Verständnis und in der Formierung von Öffentlichkeiten. Dies wirft vielfältige Fragen auf: Welche Debatten prägen das feministische Verständnis von Öffentlichkeit(en)? Welcher Öffentlichkeiten bedienen sich feministische Akteur*innen und wie stellt sich das durchaus ambivalente Verhältnis zu traditionellen Massenmedien dar? Welche Rolle hat der feministische Journalismus in der Geschichte der Frauen*bewegungen bis heute gespielt? Welchen Herausforderungen müssen sich Frauen*bewegungen und queer-feministische Interventionen historisch und gegenwärtig stellen? Was bedeutet die Infragestellung von Geschlechterkategorien für feministische Handlungsmacht und die Artikulation feministischer Forderungen in medialen Öffentlichkeiten? In welcher Form finden feministische Forderungen und Positionen in fiktionalen, non-fiktionalen und sozialen Medien Verbreitung? Und wie werden diese rezipiert?
Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppen Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Universität Frankfurt am Main widmet sich diesen und weiteren Fragen unter dem Titel „Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel“.
Im Rahmen der Tagung laden wir dazu ein, Fragestellungen nach dem Verhältnis von Feminismus und Öffentlichkeit insbesondere entlang von drei Themenfeldern nachzugehen:

Themengebiet 1: Frauen*bewegungen in historischer und aktueller Perspektive
Im Zuge der historischen und neuen Frauenbewegung en entstanden zahlreiche feministische Initiativen und Gruppen, die sich gegen die Diskriminierung von Frauen* richteten und ein verändertes gesellschaftliches Frauenbild präsentierten. Ulla Wischermann hat beispielsweise gezeigt, wie es den historischen Frauenbewegungen gelang, ihre Forderungen nach Frauenwahlrecht und Sexualstrafrechtsreformen durchzusetzen, obwohl sie damals noch von der Teilnahme an der bürgerlichen Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Dabei griffen die Frauenbewegungen auf vielfältige Medien und Kommunikationsformen zurück, angefangen von Tagebüchern und Briefen, über Vorträge und Vereinspresse bis hin zur Ansprache der Massenmedien. Feministische Publizist*innen und Journalist*innen spiel(t)en für den Erfolg der Bewegungen eine tragende Rolle. Entscheidend für die Herstellung feministischer Öffentlichkeit, die sich als Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur formierte, waren die meist regionalen Frauenzeitschriften und der Rundfunk. Mittlerweile ist das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten und kommunikativen Foren dazu getreten, in dem sich (queer-)feministische Gegenöffentlichkeiten bilden, die ebenso die traditionelle Öffentlichkeit der Massenmedien und des Parlaments erreichen können. Die Debatte um (queer-)feministische Anliegen findet heute vermehrt im Wechselspiel zwischen alten und neuen Medien statt. Es stellen sich somit u.a. folgende Fragen:

  • Welcher Interventionen bedienen sich Frauen*bewegungen in unterschiedlichen Ländern und/oder transnational sowohl in historischer als auch aktueller Perspektive?
  • Welche Unterschiede und Parallelen zeigen Vergleiche von aktuell en zu früheren Aktionsformen der Frauen*bewegungen?
  • Wie werden Zugehörigkeiten zu Frauen*bewegungen verhandelt und wie wird eine gemeinsame Identität konstruiert und zugleich Diversität ausgehandelt?
  • Wie stellt sich das Verhältnis von Journalismus und Feminismus dar?
  • Welche Methoden bieten sich zur Erforschung sowohl historischer als auch aktueller Frauen*bewegungen an?

Themengebiet 2: (Queer- )Feministische Bewegungsöffentlichkeiten und Bewegungsmedien
Feministische Bewegungen und feministische Protestformen haben sich seit dem Beginn der Frauenbewegung en vielfältiger Kommunikationsformen und Medien bedient. Gegenwärtig sind es vielfach digitale Medien, die der Mobilisierung, Selbstverständigung aber auch als Orte des Protests dienen. Dabei sind es beispielweise (queer-)feministische Zines, die eine immer größere Verbreitung erfahren. Ein „communicative turn“ in den Repertoires feministischer Bewegungen äußert sich in einer Entwicklung von einem Offline- zu einem Online-Aktivismus sowie von einer kontinuierlichen Mobilisierung von Bewegungsöffentlichkeiten hin zu einzelnen Protesten und Kampagnen. Feministische, queere und postkoloniale Theoretiker*innen weisen auf die Möglichkeiten dezentrierter Öffentlichkeiten hin, die etablierte Strukturen in Frage stellen und vielfältigen gesellschaftlichen Interessen und Erfahrungen eine Stimme verleihen können. Gleichzeitig werden feministische Interventionen und Frauen*bewegungen in den traditionellen Medien thematisiert; oft jedoch so, dass deren kritische Perspektive auf strukturelle Ungleichheiten verloren geht . Somit entstehen u.a. folgende Fragestellungen, die wir zu diskutieren einladen:

  • Welche Bedeutung haben Bewegungsmedien für feministische Interventionen?
  • Wie werden (Bewegungs-)Öffentlichkeiten hergestellt und welche Rolle spielen Emotionen und Affekte für diese Bewegungen?
  • Wie verändert sich durch sogenannte Ad-Hoc-Öffentlichkeiten und flüchtige Zusammenschlüsse vor allem im Internet politisches feministisches Handeln?
  • Wie werden feministische Protestartikulationen von den Massenmedien und in sozialen Medien aufgegriffen und gerahmt? Wie werden sie rezipiert?

Themengebiet 3: Gegenangriffe: Antifeministische Öffentlichkeiten
Neben feministischen und emanzipatorischen Öffentlichkeiten und Bewegungen sind es jedoch auch antifeministische Bewegungen, die sich verstärkt öffentlich artikulieren und in und durch Medien agieren. Gegenwärtig zeigt sich ein Antifeminismus bzw. „Anti-Genderismus“, der nationalkonservative und rechtsextreme Einstellungen und Politiken in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern verbindet. Die darin enthaltenen antifeministischen Anfeindungen polemisieren oft pauschal gegen einen als einheitlich wahrgenommenen bzw. als uniform konstruierten Feminismus, unter den sowohl jegliche gleichstellungspolitische Maßnahmen als auch Gender Studies und Queer Theory undifferenziert subsumiert werden. Diese Anfeindungen sind nicht neu, deutlich erkennbar ist die historische Dimension antifeministischer Haltungen; bereits im Kaiserreich gab es eine gut vernetzte Abwehrbewegung gegenüber Frauenrechtlerinnen. Diskutieren möchten wir u.a. die folgenden Fragen:

  • Welcher Öffentlichkeiten, medialen Netzwerke und Argumentationsmuster bedient(e) sich der historische und aktuelle Antifeminismus?
  • Wie lassen sich Kenntnisse über die Dynamiken in digitalen Öffentlichkeiten für das Verstehen antifeministischer Hate Speech nutzbar machen?
  • Welche Wirkungen und Folgen haben antifeministische Angriffe in Bezug auf individuelle Akteur*innen und sowie auf die Handlungsspielräume von queer-feministischen Bewegungen in verschieden en Öffentlichkeiten?
  • Schließlich, darüber hinausgehend, welche Strategien im Umgang mit antifeministischen Akteur*innen und Gruppierungen sowie welche (medialen) Gegeninitiativen und Interventionen in antifeministische Öffentlichkeiten gibt es?

Tagungsablauf
Die Tagung findet anlässlich der Verabschiedung von Ulla Wischermann an der Goethe – Universität Frankfurt am Main statt. Sie wird am Mittwoch, dem 4. Oktober, abends mit einem Get together eröffnet und endet am Freitag, dem 6. Oktober, am frühen Nachmittag. Genaue Angaben zu Programm, Veranstaltungsort, Anreise, Unterkünften etc. werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Einreichung von Abstracts
Willkommen sind Vorschläge für 15 bis 20- minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für Panels und innovative Diskussionsformen zu der im Call umrissenen Thematik. Wir bitten Sie, Ihren Vorschlag per E-Mail bis zum 30. April 2017 in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000 bis 6.000 Zeichen) einzureichen und einem der drei Themengebiete zuzuordnen. Besonders freuen wir uns über Vorschläge von Nachwuchswissenschafter*innen. Weiter besteht für Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit, Qualifikationsarbeiten (Masterarbeiten oder Dissertationen) als work-in-progress für einen Workshop des wissenschaftlichen Nachwuchses einzureichen. Ein entsprechender Call wird gesondert verschickt. Bitte senden Sie Ihr Abstract an Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke(at)sbg.ac.at). Die Vorschläge werden in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet. Deshalb sind die Abstracts mit einem Deckblatt zu versehen, auf welchem der Beitragstitel sowie Name und Adresse des/der Einreichenden vermerkt sind. Bis Anfang Juni 2017 werden wir über die Annahme der Beiträge informieren.

Für das Organisationsteam in Frankfurt/Main Dr. Marianne Schmidbaur Für die Fachgruppe Dr. Ricarda Drüeke Dr. Elke Grittmann

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for Contributions: RIOTS – Violence as politics? International Conference, 19-20 May 2017, Berlin, Organizers: Working Group Riots within the Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb)

“Riots” continue to make headlines in the media, usually as a violent reaction to occurrences of police brutality, or in the context of broader political protest and movement mobilizations as, for example, in demonstrations turning violent or movements applying both violent and non-violent forms of action as given in the context of the “Nuit Débout” protests directed against the labour market reforms 2016 in France. However, all too often the notion of “riots” is used in a seemingly self-evident way, leaving more questions than answers. While there have arguably been new developments in conceptualizing and studying riots in recent scientific publications, this critical observation still holds true not only for discourses on riots in the mass media, but also for many scientific contributions dealing with riots in one way or the other.

Apart from describing clashes with the police, sometimes involving attacks on private or public property, looting or arson, there is no shared definition of the term “riots”, nor is there an agreement on how to study riots, their effects concerning social change or processes of political subjectivation. With its focus on durable organizational frameworks and long-lasting processes of mobilization, the research on social movements often excludes the seemingly spontaneous, unorganized and violent forms of action. The fact that rioters may not always articulate their demands in conventional ways, like offering messages and claims on signs and leaflets, seems to further interfere with their inclusion into Social Movement Studies. On the other hand, when riots are addressed through the lens of collective violence, they are often dealt with as one form of violent group behavior among others, thereby disregarding the specific motivational and structural aspects regularly involved in the emergence of riots. Therefore, both Social Movement Studies as well as research on (collective) violence often still exclude riots as a subject of research, or they tend to describe riots as somehow apolitical phenomena. Even when social inequality is acknowledged as a causal factor, studies often describe riots as a fatalistic reaction to social circumstances and living conditions, thus failing to recognize rioters as political subjects and the processes of political subjectivation involved.

Following up on the Riot-Workshop series of the Arbeitskreis Riot (AK Riot) at the Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) in Berlin, we are pleased to invite you to the 6th workshop as part of the international two-day conference “Riots. Violence as politics?”.

We want to discuss with you riots as a concept and phenomenon and therefore give room for presentations of your research regarding riots. We would like to invite you to send us a short proposal for a presentation on the following (or related) questions:

The pros and cons of the term “riot”
The term “riot” contains the terminological danger of unifying social phenomena that differ in their forms, contents and backgrounds. Against this backdrop, the term “riot” can be put into question: is the term as such scientifically capable of grasping forms of protest that are outside established forms of political articulation? Or would it be more reasonable to abandon the notion of “riots” and adopt other terminological concepts such as “collective violence”? For example, it could be argued that reading riots as a form of collective violence refers to a comparably low common denominator of different social phenomena, but avoids transgressing historical and contextual specificities and differences.

Riots and violence
What is the role of violence in riots? How can we understand different forms of violence in relation to riots? How can violence be conceptualized as a form of action? Can violence in the context of riots be understood as a means of communication? What role do violent actions play for the representation of riots in the public discourse?

Riots and political subjectivation
Why do people participate in riots? Are riots to be understood as a rejection of representational forms of political involvement? Are riots even political at all? What kind of political subjectivity do riots presuppose? How do they affect or constitute processes of political subjectivation?

Riots and social movements
How can we understand and conceptualize the relation between social movements and riots? How can riots be fruitfully included in Social Movement Studies? Can riots be a starting point for the formation of more organized and lasting collective actors? How do social movement organizations position themselves in relation to riots and other forms of violent action?

We warmly welcome presentations of your research projects, bachelor or master theses, PhD chapters or proposals, article drafts or other scientific work in progress. If you want to present and discuss your work and ideas, please submit your proposal (1-2 pages) to riot_workshop(at)riseup.net until 15 March 2017. The workshop as well as the conference will be held in English, so both your proposal or draft paper as well as the presentation should be in English. In order to have enough time to discuss all contributions, your presentation should not exceed 20 minutes.

If you would like to participate without holding a presentation, please let us also know until 31 March 2017. In case you have any questions, please do not hesitate to contact us. We are looking forward to hearing from you!

Janna Frenzel, Philippe Greif, Fabian Klein and Sarah Uhlmann
(Organizational team / AK Riots )

In cooperation with
Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb), Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG), TU Berlin

Funded by
Hans Böckler Stiftung

Download: Call as pdf document

Ausschreibung von drei Promotionsstipendien in der Nachwuchsgruppe „Protest und Reform in der globalen politischen Ökonomie aus der Perspektive einer postkolonialen Politikforschung“, Universität Kassel

Die Nachwuchsgruppe untersucht die Auswirkungen der globalen Protestbewegung seit den 1990er Jahren auf institutionelle Reformen in der globalen politischen Ökonomie (z.B. von Weltbank, IWF, WTO) unter Anwendung postkolonialer Konzepte.

Die neoliberale Globalisierung der Ökonomie hat aufgrund ihrer negativen sozialen, politischen und ökologischen Konsequenzen in den 1990er Jahren zu einer neuen globalen Protestbewegung geführt. Diese manifestierte sich in den zahlreichen Protesten gegen die Institutionen der globalen Wirtschaftspolitik, allen voran Weltbank, IWF und WTO (wie in Genf 1998, Seattle 1999, Prag 2000 oder Genua 2001), aber auch im Netzwerk Peoples‘ Global Action (PGA), im Weltsozialforum von Porto Alegre oder in attac. Die Nachwuchsgruppe untersucht die Auswirkungen dieses Protests in Form von Reformen in der globalen politischen Ökonomie, insbesondere in den drei erwähnten Organisationen. Dabei sollen Konzepte der postkolonialen Studien zur Anwendung kommen, wie z.B. Othering und Orientalismus (Said), subalterne Artikulation und Repräsentation (Spivak), Provinzialisierung Europas (Chakrabrty) und Hybridität (Bhabha). Mögliche Themenfelder der Dissertationen sind z.B. die Reform der Strukturanpassungsprogramme oder die Etablierung des Inspection Panels der Weltbank, der Vorschlag eines Staateninsolvenzverfahrens im IWF, die TRIPs-Reform in der WTO oder die Auseinandersetzung um eine Devisentransaktionssteuer oder multilaterale Investititionsabkommen.
Ausschreibung von 3 Promotionsstipendien

Im Rahmen der von der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Kassel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften eingerichteten Nachwuchsforschungsgruppe sind zum 1.10. 2017 drei Promotionsstipendien in Höhe von 1.450 € monatlich für eine Laufzeit von maximal drei Jahren zu vergeben.
Über die Stipendien wird nach den Auswahl- und Förderungskriterien der Hans-Böckler-Stiftung entschieden. Bewerber*innen müssen einen überdurchschnittlichen Studienabschluss sowie ein gewerkschaftliches oder gesellschaftspolitisches Engagement nachweisen.
Die Bewerbungsunterlagen der Hans-Böckler-Stiftung finden Sie auf den Seiten der Stiftung. Diese sind zusammen mit einem Kurz-Exposé (ca. 3 Seiten) einzureichen, in dem das geplante Vorhaben skizziert und in das Forschungsprogramm der Nachwuchsgruppe eingeordnet wird. Wenn Sie in die engere Auswahl kommen, ist nach Absprache ein reguläres Exposé (ca. 10 Seiten) nachzureichen. Ein Gutachten muss nicht eingereicht werden, dieses wird für Sie zu einem späteren Zeitpunkt durch den Leiter der Nachwuchsgruppe erstellt.
Einreichungen sind bis spätestens zum 28.2.2017 zu senden an Prof. Dr. Aram Ziai.

Download: Die Ausschreibung als pdf-Datei

Call for Papers für ein Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen: „Soziale Bewegungen und industrielle Beziehungen“, Herausgeberinnen: Sabrina Zajak und Britta Rehder (Ruhr-Universität Bochum)

In den industriellen Beziehungen wurden die Gewerkschaften als soziale Bewegungen wiederentdeckt. Die Literatur über gewerkschaftliche Revitalisierung und „social movement unionism“ knüpft bisher allerdings nur sehr lose an die theoretischen Konzepte und empirischen Befunde der Bewegungsforschung an. Dies lässt eine grundlegende und umfassendere Analyse der Beziehungsgeflechte zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften auf der einen sowie Versuche der Integration der industriellen Beziehungs- und Bewegungsforschung auf der anderen Seite unterberücksichtigt. Zudem werden soziale Bewegungen meist nur in ihren Interaktionsbeziehungen mit den Gewerkschaften untersucht, nicht aber in ihrem Zusammenspiel mit der betrieblichen Arena der Arbeitsbeziehungen. So wissen wir bisher kaum etwas darüber, ob Forderungen sozialer Bewegungen nach mehr Partizipation und Demokratisierung von Unternehmen dazu beitragen, etablierte Mitbestimmungsstrukturen entweder zu stärken oder aber zu verdrängen bzw. zu ersetzen. Der Austausch und Dialog zwischen den Forschungsgebieten ist in dem Maße relevant, in dem die Bedeutung sozialer Bewegungen im sozialen und politischen Prozess weltweit (wieder) zu wachsen scheint. Nicht wenige Beobachter/innen sehen Kooperationen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Zeiten kontinuierlicher Krisen als Kernelement einer Gegenbewegung und als wichtiges Heilmittel gegen die Auswüchse neoliberaler Globalisierung und deren wirtschaftliche und politische Krisendynamiken. Dabei lassen sich Allianzen in verschiedenen Themenfeldern auch jenseits der Erwerbsregulierung feststellen, z.B. in Handels- und Austeritätsprotesten ebenso wie in den Bereichen (globaler) Umweltregulierung, der Energiewende, der Flüchtlingspolitik oder im Kampf gegen Rechtspopulismus- und -extremismus. Gleichzeitig ist es nicht selbstverständlich, dass es zu Bündnissen kommt, und wir wissen bisher wenig darüber wie und unter welchen Bedingungen ideologische Differenzen, unterschiedliche historische Entwicklungspfade und Konkurrenzverhältnisse zwischen unterschiedlichen Organisationsformen überwunden werden.

In dem geplanten Schwerpunktheft sollen daher sowohl empirisch als auch konzeptionell-theoretisch angelegte Beiträge zum Thema ‚Industrielle Beziehungen und soziale Bewegungen’ veröffentlicht werden. Diese können und sollen mit fachlich unterschiedlichen Perspektiven arbeiten (z.B. Soziologie, Politikwissenschaft, Gender Studies, Wirtschaftswissenschaften, Ethnologie, politische Ökonomie, Geschichtswissenschaften, Arbeitsrechtswissenschaft). Auch international bzw. transnational angelegte oder komparative Beiträge sind sehr willkommen. Die Manuskripte könnten beispielsweise die folgenden Themen adressieren und kombinieren:

Theorieintegration

Welche theoretischen Konzepte der Bewegungsforschung sind besonders anschlussfähig und gewinnbringend für die Perspektive der industriellen Beziehungen? Was können beide Bereiche voneinander lernen? In der Bewegungsforschung spielen z.B. Theorieschulen eine große Rolle, die im weitesten Sinne den interpretativen oder konstruktivistischen Ansätzen nahe stehen (z.B. Framing). Diese werden in der Literatur über industrielle Beziehungen bisher nur sehr zögerlich rezipiert. Wie ist das zu erklären, und lässt sich die Theoriedivergenz in fruchtbarer Weise überwinden?

Kooperation und Konflikt zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen:

Gibt es Themenbereiche, Politikfelder und Kontextbedingungen, die Allianzen wahrscheinlicher machen? Welchen Einfluss hat die nationale und/oder sektorale institutionelle Verfasstheit der Systeme der Arbeitsbeziehungen auf die Entstehung von Konflikt oder Kooperation? Machen ein starker Staat und/oder organisationsmächtige Verbände (bzw. die Abwesenheit dieser Faktoren) einen Unterschied? Welche Institutionalisierungsgrade von Kooperation lassen sich feststellen und wie lassen diese sich begründen? Welche Themenhierarchien, ideologischen Diskrepanzen, und (Macht-)Konflikte lassen sich innerhalb von Allianzen beobachten? Gibt es Gewerkschaften oder Bewegungen, die besonders resistent gegenüber Kooperation sind und warum?

Soziale Bewegungen und betriebliche Arbeitsbeziehungen:

Inwiefern tragen soziale Bewegungen zur Schaffung neuer Partizipationsformen am Arbeitsplatz bei? Ergänzen diese die etablierten Mitbestimmungsstrukturen oder stehen sie in Konkurrenz? Welche Rolle spielen Betriebsräte in den und für die Interaktionsbeziehungen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, z.B. im Fall unternehmenszentrierter Kampagnen? Unter welchen Bedingungen fördern sie die Kooperation der Gewerkschaften mit Bewegungsakteuren, in welchen Fällen treten sie als Bremser auf? Lassen sich Muster feststellen bzgl. verschiedener Betriebsratstypen? Und sind Fragen des Konflikts bzw. der Kooperation auch relevant und ertragreich in Bezug auf die Management- und Arbeitgeberseite? Lassen sich Fälle identifizieren und erklären, in denen Koalitionen mit sozialen Bewegungen und gegen die Arbeitnehmerinteressen geschlossen werden?

Mehrebenendynamiken:

Ist Kooperation zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen auf lokaler oder globaler Ebene wahrscheinlicher? Sind Kooperationen besonders dafür geeignet, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu mobilisieren? Welche Rolle spielen supranationale Akteure, z.B. Europäische Betriebsräte oder Dachverbände der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, für die Interaktionsbeziehungen?

Zu diesen (und verwandten) Themen erbitten wir bis zum 20.01.2017 zunächst ein Abstract (ca. 1-2 Seiten) mit Arbeitstitel, Fragestellung, methodischer Herangehensweise, evtl. verwendeter Datengrundlage sowie einer kurzen Erläuterung des theoretischen Bezugs des Beitrags als PDF- oder Word-Datei.

Zeitplan

Der Zeitplan sieht wie folgt aus:
20.01.2017: Einreichung der Abstracts
15.02.2017: Mitteilung über (Nicht-)Annahme
31.08.2017: Full papers liegen vor
31.10.2017: Gutachten liegen vor
31.12.2017: Ggf. Abgabe der Überarbeitung
31.01.2018: Ergebnis der Nachbegutachtung
28.02.2018: Letzte Überarbeitungen liegen vor
Ca. 15.04.2018: Erscheinen des Hefts

Abstracts bitte an Rainer Hampp Verlag: E-Mail: Hampp(at)RHVerlag.de

Call for Contibutions: Blog und Buch zum bürgerschaftlichen Engagement in der Flüchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen

Im Januar wird ein neuer Blog zum Thema bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe mit dem Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen online gehen. Ziel des Blogs ist es, Formen, Motive, Strukturen, Effekte und regionale Herausforderungen bürgerschaftlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe zu diskutieren. Gesucht werden theoretische und empirische Beiträge von WissenschaftlerInnen, Studierenden, Engagierten, und weiteren Interessierten. Folgende Themen und Fragestellungen sind denkbar:

  • Engagementformen und –verständnisse: Welche verschiedenen vor allem informellen und netzwerkförmigen Formen des Engagements lassen sich beobachten? Inwiefern verschieben sich die Grenzen zwischen politischem und sozialem Engagement? Was unterscheidet Engagement in der Flüchtlingshilfe von anderen Engagementbereichen?
  • Engagement und Lebensverlauf: Aus welchen Motiven und Beweggründen entscheiden sich Engagierte für die Aufnahme des Engagements? Welche Rolle spielt das Engagement für die Engagierten selber? (Lerneffekte, Netzwerkeffekte, Auswirkungen auf politische Einstellungen, eigene Arbeitsmarktintegration)
  • Engagement und Integration: Welche Wirkung entfaltet Engagement auf die Personen mit Fluchthintergrund? Werden durch das Engagement soziale Ungleichheiten reproduziert?
  • Interaktion mit Behörden: Welche Erfahrungen werden im Umgang mit Behörden gesammelt?
  • Institutionalisierung von Engagement: Wie institutionalisiert sich Flüchtlingsengagement? Welche alternativen Organisationsstrukturen etablieren sich jenseits des Vereins?
  • Engagement und soziale Medien: welche Rolle spielen soziale Medien in der Organisation und Verbreitung von Engagement?
  • Engagementabbruch: Warum beenden Personen ihr Engagement?

Beiträge können laufend eingereicht werden (Länge 1000 bis max. 6000 Wörter). Beiträge, die bis zum 20.01.2017 eingereicht werden, werden auf einem Workshop am 31.01 am Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum, vorgestellt. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit in das Blogbuch aufgenommen zu werden.

Der Blog und das Blogbuch entstehen in Anschluss an das Lehrforschungsprojekt „Bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe in Nordrhein-Westfalen“ (Leitung Sabrina Zajak, Mitarbeit: Ines Gottschalk). Dabei nehmen die Beiträge der Studierenden selbst verschiedene Formen des Engagements in der Flüchtlingshilfe in der Region in den Blick. Anhand unterschiedlicher Fallbeispiele werden sowohl individuelle Motive und Beweggründe für Flüchtlingsengagement als auch Prozesse der Institutionalisierung des Engagements in Vereinen und deren Interaktion mit Behörden und anderen Akteuren in der Flüchtlingspolitik betrachtet. Auch das Bild, welches Ehrenamtliche von Flüchtlingen entwerfen sowie das Verhältnis zwischen Ehrenamtlichen und Flüchtlingen werden beleuchtet. Die verschiedenen Fallstudien werden ebenfalls in dem Blog und Blogbuch veröffentlicht.

Beitragsbekundungen sind bis zum 15.12.2016 an Ines Gottschalk (ines.gottschalk(at)rub.de) zu richten. Die Beiträge für den Blog sind bis zum 20.01.2017 einzureichen. Beiträge für das  Buch bis zum 28.2.2017.

Alle Interessierten sind zudem herzlich eingeladen, zum Abschlussworkshop des Seminars zu kommen. Im Rahmen des Workshops soll die Möglichkeit bestehen, gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse an Engagierte zurückzuspielen und gleichzeitig auch relevante Fragestellungen aus der Praxis mit in zukünftige Forschungsprozesse zu nehmen. Der Abschlussworkshop findet am 31.1.2017 von 14:00-18:00 Uhr im Institut für soziale Bewegungen, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum statt. Am Anschluss an den Workshop wird es die Möglichkeit zur weiteren Diskussion bei einem Essen und Getränken geben.

Mehr Informationen zum Projekt auf der ISB-Webseite.

A Closely Coupled Tango? Interactions between Electoral and Protest Politics, Workshop at the ECPR Joint Sessions, Nottingham, 25-30 April 2017, organizers: Ondrej Cisar (Charles University in Prague) & Swen Hutter (European University Institute)

The proposed workshop focuses on one of the most debated theoretical and empirical problems of social movement and collective action research. Social movement studies have tended to declare social movements the defining feature of established post-1968 democracies and generally prioritized the protest arena of action. However, there have been important recent contributions pointing out the need to focus on the electoral arena, political parties, and their interactions with social movements and protest politics. In fact, this type of inter-arena interaction constitutes one of the most important challenges of social movement research. At present, their interaction remains undertheorized and understudied. Moreover, by focusing on these two particular arenas, the papers assembled in the workshop will be able to address more general issues related to interactions of social fields in modern societies. Also, it will hopefully stimulate conversations across various research areas by bringing together scholars working on social movements, political parties and their networks, as well as on political participation and representation more generally. Given that European societies are currently facing multiple challenges, such as the recent economic recession in some parts of the continent, the rise in political populism, and xenophobic mobilization against diverse representatives of the supposed European “other”, this type of research focused not only on protest, but also its electoral consequences is about to become even more important. This is currently reinforced by the European “migrant crisis” which holds a clear potential to politically reconfigure not only the European political arena, but also national politics in many member states. In this respect, the workshop focuses on a problem of high real-world relevance.

To learn more about the Workshop and to submit a paper proposal visit the ecpr website. Abstracts are to be submitted by 1 December 2016.

Stipendienprogramm „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“, 4 Stipendien sind zu vergeben, Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2016

Ziel des Promotionsprogramms:
Angeregt durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll.

Forschungsleitend können Fragen an die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa.

Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen. Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden. Denkbare thematische Schwerpunkte der Arbeit wären:

  • Problemgeschichtliche Studien zur Geschichte der Sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen, die kritische Periodisierungen vornehmen, Kontinuitäten und Diskontinuitäten beschreiben, Umbrüche analysieren und mit gegenwärtigen Effekten in Beziehung setzen. Hierbei sollten kritische politik-, macht-, krisen- und reform- und wirkungsgeschichtliche Untersuchungen stattfinden.
  • Studien zur Geschichte der Sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen, die sich mit dem Wandel von Arbeits- und Lebenswelten befassen. Die besondere Berücksichtigung der Policy, Gender und Disability Studies, aber auch ländervergleichende Perspektiven und qualitative und/oder quantitative sozialwissenschaftliche Ansätze wären wünschenswert.
  • Methodisch begrüßen wir regionale, transnationale, globalgeschichtliche und vergleichende Studien zur Geschichte der Sozialen Demokratie und sozialistischer Bewegungen, die Aspekte von Medialisierung, Vernetzung und Kommunikation mitdenken und Kategorien wie „labour“, „class“, „race“, „religion“ und „gender“ kritisch und präzise reflektieren.
  • Studien zur Geschichte der sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen aus dem Bereich Intellectual History, die sozialdemokratische Werte, Ideen, Programmatiken und Semantiken untersuchen und/oder problemorientiert biografische beziehungsweise kollektivbiografische Methoden anwenden.
  • Arbeiten, die sich mit der (Arbeiter-)Wohlfahrtsgeschichte befassen und in einen größeren Forschungsrahmen eingebettet werden können. (Informationen hierzu können unter der in der pdf-Datei stehenden Kontaktadresse erfragt werden).

Förderung:
Die Förderung erfolgt mit einem Vollzeitstipendium des Begabtenförderwerks der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Mit der Strategie „Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt“ werden vor allem Studierende mit bildungsfernem Hintergrund, herausragender wissenschaftlicher Kompetenz und besonderem gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein materiell und ideell gefördert. Als politische Stiftung teilen unsere Stipendiat_innen einen sozialdemokratischen Wertekanon.

Fachliche Anbindung:
Gleichzeitig gehören zur Friedrich-Ebert-Stiftung eines der wichtigsten Archive zur Erforschung sozialer Bewegungen und die größte Gewerkschaftsbibliothek der Welt. Die Bedeutung des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) als Zentrum historischer Forschungen spiegelt sich nicht zuletzt in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte wider, die im Referat Public History des AdsD angesiedelt ist. Die Promotionsförderlinie erfährt dadurch eine direkte fachliche Anbindung.

Die Bewerbung erfolgt online:
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Zulassung zur Promotion ohne Auflagen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Das vorangegangene Studium sollte mit überdurchschnittlichem Ergebnis und zügig abgeschlossen sein. Neben der fachwissenschaftlichen Qualifikation wird ein ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Bei der Online-Bewerbung sollte der Bezug zum Promotionsprogramm im Motivationsschreiben ausdrücklich erwähnt werden. Der Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2016. Weitere Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen sind online zu finden.

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Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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