Call for Papers: Entgrenzte politische Teilhabe? Beiträge zu einer politischen Soziologie transnationaler Mobilisierungs- bzw. Partizipationsprozesse, Arbeitstagung des DVPW-Arbeitskreises Soziologie der internationalen Beziehungen (SiB) in Kooperation mit dem Verein für Protest- und Bewegungsforschung, 12. Juni 2015, Technische Universität Berlin

Der Workshop beschäftigt sich mit der sozialen Konstruktion und Transformation politischer Teilhabe, die sich im Zuge einer Migration von Entscheidungen in inter- bzw. transnationale Institutionen ebenfalls transnationalisiert. Ausgangspunkt ist dabei zum einen die gängige Beobachtung, dass sich globales Regieren immer mehr für nichtstaatliche Akteure (Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften, NGOs) öffnen – nicht zuletzt (aber auch nicht nur) im Zuge des viel beachteten „participatory turns“ internationaler Organisationen und Foren. Gleichzeitig wissen wir jedoch wenig darüber, welche vorangehenden Ressourcen, Prozesse und Machtkonflikte Zugangsmöglichkeiten für bestimmte Gruppen bzw. Akteure schaffen oder beschränken. Auch reproduziert sich eine sowohl inner- als auch zwischengesellschaftliche Ungleichheit an materiellen und immateriellen Ressourcen augenscheinlich auf der Ebene transnationaler Teilhabe(chancen), was deren soziologisch fundierte Analyse zum zentralen Ausgangspunkt einer kritischen IB macht. Die Grenzen zwischen Partizipation und Mobilisierung verwischen dabei zusehends; eine soziologische Perspektive scheint schließlich auch prädestiniert, das sich wandelnde Verständnis von Teilhabe selbst zu rekonstruieren. Sowohl die Konstruktion als auch die Nutzung von Zugang wird somit zu einem Produkt komplexer – i.w.S. sozialer – Mechanismen, deren Analyse einer bereits in Ansätzen vorhandenen, aber bislang kaum integrierten „politischen Soziologie transnationaler Mobilisierungs- bzw. Partizipationsprozesse“ aufgegeben ist. Wir laden alle Interessierten herzlich dazu ein, Beitragsvorschläge einzureichen. Mögliche Themenbereiche und Fragestellungen sind:

  • Inwiefern generieren transnationale Mobilisierungsprozesse neue transnationale Beteiligungsmöglichkeiten oder unterminieren diese? Unter welchen Bedingungen gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Partizipation und politischer Teilhabe in Form von Mitgestaltungsmöglichkeit? Welche Mechanismen übersetzen Partizipation in Macht und Einfluss?
  • Wie steht es um die interkulturelle „Reisefähigkeit“ von Partizipationsformen und Inklusionsmechanismen, d.h. inwiefern ermöglichen etwa transnationale Kampagnen eine – unter normativen Gesichtspunkten gerechte bzw. faire – politische Teilhabe über kulturelle Grenzen hinweg?
  • Inwiefern führt eine institutionalisierte Inklusion seitens internationaler Institutionen zu einer Reproduktion transnationaler Eliten bzw. politischer Ungleichheit? Oder gibt es transformative Rückkopplungsschleifen transnationaler Inklusion auf lokale oder nationale Machtverhältnisse?
  • Inwiefern ist Zugang und Einfluss begleitet von Kämpfen um Anerkennung und Akzeptanz zwischen nichtstaatlichen Akteuren? Wie verlaufen Auseinandersetzungen zwischen um Einfluss ringende NGOs, SMOs, think tanks, MNCs, Gewerkschaften ect.? Welche Rolle spielt dabei Legitimitätsgewinne durch Netzwerkbildung?
  • Welche neuen transnationalen Beteiligungsformen entstehen im Kontext transnationaler Unternehmen und ihrem supply chain governance? Inwiefern weisen solche Beteiligungsformen (z.B. Partizipation in Multistakeholderinitativen, political consumerism, oder corporate campaigning) Ähnlichkeiten zur Teilhabe in internationalen Organisationen auf?

Deadlines
Beitragsskizzen (Max. 500 Wörter) 1. April 2015
Benachrichtigung der Annahme 15. April 2015
Abgabe der Papiere 01. Juni 2015
Workshop 12. Juni 2015

Die Beitragsskizzen können per E-Mail an die beiden Organisatoren geschickt werden.

Kontakt
Matthias Ecker-Ehrhardt
Arbeitsstelle Transnationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik
Freie Universität Berlin
ecker(at)zedat.fu-berlin.de

Sabrina Zajak
Institut für soziale Bewegungen
Ruhr-Universität Bochum
Sabrina.zajak(at)rub.de

An der Universität Bremen ist im Zentrum für Sozialpolitik (ZeS), Abteilung „Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates“ (Leitung: Prof. Dr. Frank Nullmeier) zum nächstmöglichen Zeitpunkt für die Dauer von drei Jahren, mit Gelegenheit zur Promotion die Stelle eines/einer Wissenschaftlichen Mitarbeiters/Wissenschaftlichen Mitarbeiterin (0,65 – Stelle, Entgeltgruppe 13 TVL) – unter dem Vorbehalt der Stellenfreigabe in der Forschungsgruppe „Soziale Konflikte“ zu besetzen.

Die von Dr. Sebastian Haunss geleitete Forschungsgruppe beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Konflikten und sozialen Bewegungen. Die Doktorand/innen-Stelle bietet die Gelegenheit zur eigenverantwortlichen Durchführung eines Forschungsvorhabens mit dem Ziel der Promotion. Es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an der Graduiertenausbildung der Universität Bremen. Neben der Arbeit an einem frei gewählten Promotionsprojekt im Bereich der Forschung zu sozialen Bewegungen wird die Mitarbeit bei der Beantragung von Forschungsmitteln bei Drittmittelgebern sowie die aktive Mitarbeit und Kooperation in der Forschungsgruppe erwartet.

Erforderliche Voraussetzungen sind

  • ein zur Promotion in Politikwissenschaft berechtigender Universitätsabschluss
  • Kenntnisse der sozialwissenschaftlichen Forschung zu gesellschaftlichen Konflikten und sozialen Bewegungen
  • Kenntnisse qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden sowie
  • die Bereitschaft, sich mit netzwerkanalytischen Methoden zu beschäftigen.

Erwünschte Voraussetzungen sind Grundkenntnisse der Programmierung oder Datenbankadministration.

Die Universität Bremen beabsichtigt, den Anteil von Frauen im Wissenschaftsbereich zu erhöhen und fordert deshalb Frauen ausdrücklich auf, sich zu bewerben. Schwerbehinderten Bewerberinnen/Bewerbern wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben. Bewerbungen von Menschen mit einem Migrationshintergrund sind willkommen.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte unter Angabe der Kennziffer A17/15 bis zum 24.02.2015 per E-Mail an PD Dr. Sebastian Haunss, E-mail: sebastian.haunss(at)uni-bremen.de

Call for Abstracts: International Graduate Conference „Challenging Collectivities“, Frankfurt/Main (Germany), October 29.-31. 2015

The conference “Challenging Collectivities” aims to theoretically reflect and empirically consider a wide range of contemporary phenomena. We are interested in developments such as contemporary social and political movements, the debate surrounding the so-called digital revolution associated with new forms of networking, the newly arising debate on the concept of life forms and their political or critical potentials, the relevance of a collective unconscious for the analysis of contemporary events, and discussions of global phenomena which invite us to reconsider collective formations – especially in regard to the concept of (maybe even non-human) agency. Thus, the conference engages questions concerning the conditions and forms of collective action, the social transformation that occurs in social and political movements in continuation of and/or against established models, and the manifestations of violence that occur in processes of collectivization. Graduate students, postdoctoral researchers, and junior faculty members are invited to submit papers until March 1st 2015. Furthermore, we will gladly accept artistic contributions, lecture performances, and artistic endeavors.

Contact: info(at)graduateconferencefrankfurt.de
Website: http://graduateconferencefrankfurt.de/

Ausschreibung von 3 Promotionsstipendien in der Nachwuchsgruppe „Transnationale Allianzen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Europa“

Die Hans-Böckler-Stiftung vergibt 3 Promotionsstipendien im Rahmen der am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum angesiedelten Nachwuchsgruppe „Transnationale Allianzen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Europa“ (Konzept auf der Seite der RUB). Leiterin der Nachwuchsgruppe ist Prof. Dr. Sabrina Zajak.

Die Nachwuchsgruppe untersucht die Entstehung, interne Koordinationsmechanismen und Wirkungsweisen von transnationalen Allianzen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen in Europa. Vorgesehene Themenschwerpunkte sind die Kooperationsbildung auf europäischen Sozialforen, Allianzen im Kontext europäischer Austeritätspolitik und die Mobilisierung gegen Freihandelsabkommen (Beispiel TTIP).

Die Nachwuchsgruppe bietet einen intensiven fachlichen Austausch mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie mit Prof. Zajak und den anderen Wissenschaftlern am Institut für soziale Bewegungen. Darüber hinaus garantiert die Einbindung innerhalb der im Zuge der Exzellenzinitiative eingerichteten Ruhr-University Research School den DoktorandInnen ein internationales Forschungsumfeld, in dessen Mittelpunkt die vertiefte wissenschaftliche Qualifikation und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen stehen.

Die Ausschreibung als pdf-Datei

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Call for Papers des Arbeitskreises soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, 26. wissenschaftlicher Kongress der DVPW “Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit”, 21.-25. September 2015, Universität Duisburg-Essen

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW organisiert zum diesjährigen Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (hier geht es zur Kongress-Seite) vier Panels, drei davon eigenständig und eins in Kooperation mit dem Arbeitskreis Soziologie der internationalen Beziehungen. Call für alle Panel als pdf-Datei

Wir bitten um die Einsendung von Vorschlägen für Vorträge bis zum 28. Februar 2015 und hoffen auf rege Beteiligung. Mehr Informationen finden sich in den Beschreibungen der einzelnen Panels weiter unten:

Panel der Arbeitskreise soziale Bewegungen und Soziologie der internationalen Beziehungen:
Lokale Protestbewegungen und internationale Politik. Destabilisierung oder Demokratisierung? (pdf)

Panel des Arbeitskreises soziale Bewegungen:
Protest und Polizei in der Überwachungsgesellschaft (pdf)
Bitte verhalten Sie sich ruhig. Die Praxis der Kritik und die Politik der Sicherheit (pdf)
Zwischen Hetze und Hilfe. Politische Mobilisierung in der Flüchtlingspolitik (pdf)

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Call for Papers „Riots“ – Arbeitstitel für ein sub\urban Themenheft

Die Konzentration verschiedener sozialer Ungleichheiten macht urbane Räume auf ganz unterschiedliche Weise zu Schauplätzen sozialer Konflikte. Historisch wie aktuell sind sie Austragungsort für Massendemonstrationen und andere Aktionsformen von Protestbewegungen, und immer wieder auch für sogenannte riots: Jugendaufstände in marginalisierten Vierteln europäischer Metropolen, food riots als Proteste gegen steigende Lebensmittelpreise in Städten des globalen Südens und ritualisierte Kämpfe zwischen linken Gruppierungen und staatlichen Ordnungsinstitutionen sind einige Beispiele hierfür. Trotz der unterschiedlichen Kontexte, in denen riots stattfinden, werden ihnen gemeinhin Charakteristika wie Spontanität, Unorganisiertheit und Gewalt zugeschrieben.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Protestformen und widerständigen Praktiken ist bisher vor allem in der Sozialen Bewegungsforschung zu verorten. Somit stellen Phänomene oder Ereignisse, die sich nicht mit den gängigen Definitionskriterien für neue soziale Bewegungen erfassen lassen, in diesem Rahmen eine analytische Herausforderung dar. So wird kontrovers diskutiert, ob riots überhaupt als politisch gelten können. Daher bleiben sie als Forschungsobjekte tendenziell ausgeschlossen. Zwar gibt es Analysen, die untersuchen, welche Beweggründe Menschen dazu motivieren, an einem riot teilzunehmen und sich damit für eine bestimmte Art der Artikulation im öffentlichen Raum zu entscheiden. Ebenso ist gefragt worden, wie riots diskursiv verhandelt, repräsentiert, vereinnahmt und in Beziehung zu anderen gesellschaftlichen Konflikten gesetzt werden. Aber es bleibt umstritten, was der Begriff riot umfasst, welchen analytischen Mehrwert er hat, und in welchem Verhältnis er zu Begriffen wie „Revolte“, „Aufstand“ oder „Massenprotest“ steht.

Das geplante Themenheft zu riots möchte diese konzeptuelle Offenheit als Chance begreifen, um sich aus verschiedenen theoretischen Perspektiven dem Phänomen kritisch anzunähern. Folgende Fragenkomplexe sollen hierbei als Denkanstöße fungieren:

  • Inwiefern lässt sich der Gegenstand riots definitorisch fassen? Inwiefern handelt es sich bei gewaltvollen Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftung um zentrale Charakteristika von riots?
  • Können soziale Bewegungen und riots getrennt voneinander analysiert werden? Ist die häufige definitorische Unterscheidung zwischen sozialen Bewegungen als kollektiver, zielgerichteter und nachhaltiger Aktions- und Organisierungsform und riots als punktuelles, emotional initiiertes und in seiner Wirkung destruktives Ereignis zutreffend? Oder ist es eher notwendig zu fragen, wie sich soziale Bewegungen und riots zueinander verhalten, und welche Wechselwirkungen zwischen ihnen bestehen?
  • Handelt es sich bei riots um abgrenzbare Ereignisse, oder sind sie Teil eines umfassenderen Prozesses? Wie stehen riots mit alltäglichen konfliktiven Verhältnissen in Zusammenhang? Inwiefern lassen sich riots aus einer prozess-orientierten Perspektive mit alltäglichen Formen von Widerständigkeit und Protest erklären?
  • Können spezifische Faktoren als ursächlich für die Entstehung von riots identifiziert werden? Wie lassen sich ggf. die Zusammenhänge zwischen sozialer Benachteiligungen, Marginalisierungs- und Exklusionserfahrungen und individueller sowie kollektiver Motivstruktur der Aufständischen fassen?
  • Welche Relevanz hat die Stadt als Sozialraum für soziale und politische Auseinandersetzungen? Welche Rolle spielen die sich in der Stadt räumlich ausprägenden sozialen Ungleichheiten? Wie trägt Urbanität mit ihrer Infrastruktur und ihrer Pluralität zur Herausbildung von Protesten bei? Welche Rolle spielt etwa die Verfügung über Netzwerke und Ressourcen bei der Entstehung von sozialen Bewegungen oder riots?
  • Wie werden riots in der Öffentlichkeit verhandelt? Welche Bedeutungen werden riots in Medien, Politik und Wissenschaft diskursiv zugeschrieben, und welche Verschränkungen bestehen etwa zu Diskursen über benachteiligte Quartiere, Kriminalität oder öffentlicher Sicherheit? In welchem Verhältnis stehen dabei Selbst-Inszenierungen und Fremdzuschreibungen aller beteiligten Akteure? Welche Auswirkungen haben verschiedene gewaltvolle Ausprägungen von Widerstand auf die öffentliche Wahrnehmung und Verhandlung von Protest und dessen Legitimität? Welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, Alter sowie Ethnizität werden über riots generell und Gewalt im Speziellen (re)produziert?
  • Wer beteiligt sich auf welche Weise an riots und welche sozialstrukturellen Kategorien sind dabei relevant? Was bedeutet die Gewaltförmigkeit eines riots und die soziale Dynamik, die durch Gewalt produziert wird, konkret für den Ein- und Ausschluss von Teilnehmenden, wenn beispielsweise der rechtliche Status, körperliche Befähigung und soziale Kategorien wie Geschlecht mit berücksichtigt werden?
  • Wie lassen sich riots im Spannungsfeld von (progressivem) sozialem Wandel einerseits und der Stabilisierung bestehender Macht- und Herrschaftsverhältnisse andererseits verorten? Können riots als Ausgangspunkt für die politische Subjektwerdung, für Kollektivierungs- und Organisierungsprozesse marginalisierter Bevölkerungsgruppen dienen? Erweitern sie deren politische Handlungsspielräume und den Zugang zum Diskurs, indem sie Forderungen sichtbar machen, oder ist das Gegenteil der Fall?

Wir bitten um die Einreichung von Abstracts (300 – 700 Wörter) für Aufsätze bis zum 23. Januar 2015. Diese können sich gerne auf eine oder mehrere der hier formulierten Fragenkomplexe beziehen, wir möchten aber auch zu eigenen kritisch-innovativen Ideen und Ansätzen ermutigen. Sowohl theoretisch-methodische Beiträge als auch empirische Untersuchungen sind willkommen. Das Themenheft ist aus globaler Perspektive offen für die Vielfältigkeit des Phänomens riots. Empirische Beispiele aus verschiedenen geographischen Kontexten sowie historische Untersuchungen sind willkommen.

Außerdem bitten wir um Einreichungen für die offene Rubrik „Magazin“. Hier freuen wir uns über Rezensionen, Interviews, photographische Arbeiten, literarische Texte und andere kreative Formate mit Bezug zum Thema riots. Wie in der sub\urban üblich, ist auch eine Debatte geplant, in der mehrere Autor_innen auf einen Text reagieren und dazu Stellung beziehen. Hier soll die Frage diskutiert werden, wie sich der politische Gehalt von riots und urbanen Bewegungen, und deren etwaiges emanzipatives Potenzial fassen lassen können. Wer Interesse hat, sich an der Debatte zu beteiligen, kann sich gerne bei uns melden.

Abstracts sowie Fragen können an folgende Adresse geschickt werden: themenheft_suburban(at)riseup.net

Wir sind gespannt und freuen uns auf eure/Ihre Einreichungen.

Janna Frenzel, Philippe Greif, Fabian Klein, Sarah Uhlmann

Der Call for Papers als pdf-Datei

Call for Papers: Protest_Räume? Zum Verhältnis von Protest und Raum in der geographischen Debatte. Panel auf dem Deutschen Kongress für Geographie, Berlin, 1.-6. Oktober 2015. Organisator_innen: Catarina Gomes de Matos und Daniel Mullis

Der arabische Frühling, die Occupy- und Indignadosproteste und vielfältige ‚Recht auf Stadt‘-Bewegungen haben in den letzten Jahren zu einer verstärkten sozialwissenschaftlichen Beschäftigung mit Protesten geführt (vgl. Birke/Henninger 2012). Dabei zeigt sich, nicht zuletzt angefacht durch den spatial turn, eine zaghafte Tendenz, Raum in der Analyse von sozialen Bewegungen implizit oder explizit mitzudenken. So ist etwa für Judith Butler (2011) das Einende der Protestereignisse in den letzten Jahren, dass sich Körper in einem Raum bewegen und dabei Anspruch auf einen spezifischen Raum erheben. Jenseits allgemeiner Verweise auf die Wichtigkeit räumlicher Praktiken kommen konkrete Auseinandersetzungen mit Raum(produktionen) aber oftmals zu kurz.

Im Gegensatz wird in der stadtgeographischen Debatte und den Urban Social Movements-Studies Stadt und Urbanität eine zentrale Bedeutung zugesprochen. So wird etwa darauf verwiesen, dass Städte als Orte selektiver Integration, sozialen Ausschlusses, Segregation und Verdrängung (Mullis 2014) eine spezifische Subjektivierung hervorbringen, die Protest in einer besonderen Weise befördert. Gleichzeitig seien Städte zu immobilen Symbolen der Macht geworden, an denen Proteste Antagonismen artikulieren könnten (Arampatzi/Nicholls 2012). Hier stellt sich eher die Frage nach einer Übersignifikanz des Raumbegriffs, die womöglich den Blick auf andere Merkmale verstellt.

Die Fachsitzung soll einen Ort schaffen, den Zusammenhang von Protest und Raum zu diskutieren sowie Möglichkeiten und Grenzen geographischer Forschung zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ Beachtung von Raum auszuloten. Diskutiert werden die Rolle von Raum(produktionen) in sozialen Bewegungen sowie im wissenschaftlichen Blick darauf.

Für die Session sind vier 20 minütige Vorträge geplant, die zu Blöcken gebündelt diskutiert werden. Wir möchten insbesondere Nachwuchswissenschaftler_innen ermuntern, Vorschläge einzureichen. Diese können u.a. zur Diskussion der folgenden Fragen beitragen:

  • Wie verräumlichen soziale Bewegungen ihre teilweise abstrakten Forderungen?
  • Wie kann es gelingen, in der geographischen Forschung sowohl die Bedeutung von Raum als auch eine Nicht-Bedeutung von Raum zu erfassen?
  • Wie verhält sich die Raumdebatte aus postkolonialer und feministischer Perspektive sowie mit Blick auf gesellschaftliche Klassen?
  • Welche Rolle spielen Karten bei der (Re-)Produktion von Raumbildern in aktivistischer Praxis und Wissenschaft?

Mehr Informationen auf der Kongressseite.
Vorschläge können bis zum 11.01.2015 online eingereicht werden.Die Nummer der Fachsitzung lautet: SL-FS-40+

Literatur

Arampatzi, Athina; Nicholls, Walter J. (2012): The urban roots of anti-neoliberal social movements: the case of Athens, Greece. In: Environ. Plann. A 44(11), S. 2591–2610.

Birke, Peter; Henninger, Max (2012): Krisen Proteste. Beiträge aus Sozial.Geschichte Online. Berlin/Hamburg: Assoziation A.

Butler, Judith (2011): Bodies in Alliance and the Politics of the Street. In: transversal – EIPCP multilingual webjournal Sept. 11. Online verfügbar unter http://www.eipcp.net/transversal/1011/butler/en, zuletzt geprüft am 19.09.2013.

Candeias, Mario; Völpel, Eva (2013): Plätze sichern! Über Occupy, Indignados, Syntagma und die Lernfähigkeit des Mosaiks Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Hamburg: VSA.

Kastner, Jens; Lorey, Isabell; Rauning, Gerald; Waibel Tom (Hgg.) (2012): Occupy! Die aktuellen Kämpfe um die Besetzung des Politischen. Wien/Berlin: Turia + Kant.

Mullis, Daniel (2014): Recht auf die Stadt. Von Selbstverwaltung und radikaler Demokratie. Münster: Unrast.

Uitermark, Justus (2004): Looking Forward by Looking Back: May Day Protests in London and the Strategic Significance of the Urban. In: Antipode 36(4), S. 706–727.

Zibechi, Raúl (2011): Territorien des Widerstandes. Eine politische Kartografie der urbanen Peripherien Lateinamerikas. Berlin: Assoziation A.

Call for Papers: Die Ökologie im rechten und linken Spektrum: Konvergenzen und Divergenzen zwischen Deutschland und Frankreich von den 1970er Jahren bis heute. Deutsch-französischer Workshop für NachwuchswissenschaftlerInnen, Université de Lorraine/Universität des Saarlandes, Herbst 2015

Die gegenwärtig „natürlich“ erscheinende Verortung der Ökologie im linken politischen Lager ist ein relativ neues Phänomen und keineswegs selbstverständlich, auch wenn die Mehrzahl der Grünen und der französischen Verts als Alt-Achtundsechziger und somit als Erben der unkonventionellen „neuen Linken“ und ihrer Forderung nach individueller Emanzipation und Selbstverwirklichung auftreten. Die jüngsten Debatten um die Bildung schwarz-grüner Koalitionen oder die um mögliche Bündnisse zwischen Umweltschützern und regionalistischen Bewegungen weisen erneut auf die politischen Ambivalenzen der Ökologie hin und rufen öffentliche Kontroversen hervor. Auch wenn die grünen Parteien weiterhin größtenteils als Sprachrohre progressiver Forderungen wahrgenommen werden (Naturschutz, Anti-Atomkraft, Feminismus, Pazifismus, Solidarität für die Dritte-Welt, usw.), werden sie auch häufig bezichtigt, die Träger eines rückwärtsgewandten Pessimismus bzw. einer reaktionären Feindseligkeit gegenüber technologischen Entwicklungen zu sein, gar eine gefährliche Nähe zum rechtsextremen Lager aufzuweisen, sobald sie etwa auf Parallelen zwischen Artenvielfalt und kultureller Vielfalt in der Gesellschaft pochen. Gegner der Vereinnahmung des Umweltschutzes durch das linke politische Lager werden nicht müde, die Ökologie als „genuin konservatives Anliegen“ (Heinz-Siegfried Strelow) darzustellen und fordern das rechte politische Lager auf, jene in seinem Diskurs wiederaufzugreifen, um dieses verlassene Terrain wiederzubesetzen.

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Britta Baumgarten, Priska Daphi and Peter Ullrich (eds.) (2014): Conceptualizing Culture in Social Movement Research, Houndsmills, Basingstoke: Palgrave Macmillan

Blog post written by Peter Ullrich

Baumgarten et al. 2014Britta Baumgarten, Priska Daphi, and Peter Ullrich have edited a collected volume on cultural analyses of social movements which just came out with Palgrave. The book “Conceptualizing Culture in Social Movement Research” resulted from several author workshops organized by the editors together with the research network “New Perspectives on Social Movements and Protest”.

In line with the general ideas of the network (bringing state-of-the-art theoretical debate from the social sciences to protest research) they systematicallv address some lacunas in the existing cultural approches to social movements. Many experienced and younger scholars from different countries elaborate specific theories and apply them to the subject of social movement research. Chapters were written by the editors, James Jasper, June Nash, Laurence Cox, Reiner Keller, Jochen Roose, Cristina Flesher Fominaya, Nicole Doerr, Jeffrey Juris, Olga Malets, Sabrina Zajak, and Erik Neveu (table of contents).

Luckily, large parts of the book can be acessed for free on Google Books. It is also possible to buy copies with a discount with this flyer.

The publisher announces it as follows:

Culture has become a prominent concept in social movement research. It is, however, often employed in an unsystematic and limited way. This volume introduces and compares different concepts of culture in social movement research. It assesses advantages and shortcomings of existing concepts and introduces new approaches. In particular, it addresses facets of cultural theory that have hitherto been largely neglected in the literature on social movements. This includes ideas from anthropology, discourse analysis, sociology of emotions, narration, spatial theory, and others. The chapters in this volume address three relationships between social movements and culture: culture as a framework for movements, social movements’ internal culture, and culture and cultural change as a result of social movement activity. For the purpose of making concepts easily accessible, each contribution explains its approach to culture in an understandable way and illustrates it with recent cases of mobilization.

The book already had quite a warm reception. Read what others said about the book:

A valuable and timely contribution. The authors and editors of this terrific volume provide the tools for figuring out how culture matters to movements with a useful conceptual framework and case studies chock-full of theoretical insights. (Francesca Polletta, University of California, Irvine).

In line with the more general cultural turn in the social sciences, this state of the art collection of essays and analyses provides stimulating ideas and insights into theoretical, methodological and empirical aspects of culture in social movements. It is a must for both curious newcomers and experienced scholars working in this field (Dieter Rucht, Prof. em., Free University Berlin and WZB Berlin Social Science Center)/i>.

Das von der Hamburger Landesforschungsförderung unterstützte interdisziplinäre Graduiertenkolleg

Lose Verbindungen: Kollektivität im digitalen und urbanen Raum

(Sprecher: Prof. Dr. Urs Stäheli; stellv. Sprecherin: Prof. Dr. Gabriele Klein)

vergibt zum 1. Januar 2015 für 3 Jahre 8 Promotionsstipendien (Euro 1.350/Monat) und 1 Postdoc-Stelle (Vollzeit, EGr. 13 TV-L).

Forschungsprogramm
Neue Formen von Kollektivität gehen zunehmend auf die Verschränkung urbaner und digitaler Räume zurück. Das Kolleg untersucht, inwiefern Kollektivität – anders als klassische Gemeinschaften, die auf Traditionen und Vertrautheit zurückgreifen können – dadurch immer stärker auf ‚losen Verbindungen’ beruht. Es handelt sich um temporäre und heterogene Formen des Zusammenseins, die sich durch das Ineinandergreifen urbaner und medialer Infrastrukturen organisieren und sich spontan als Einheit erfahren. Beispiele für solche Figurationen sind: politisches Besetzen (z.B. Occupy), das über Social Media organisiert ist; digitales Schwärmen, das körperliche Ausdrucksformen findet (z.B. Anonymous oder Flashmobs); oder neue Praktiken der Gastfreundschaft unter Fremden (z.B. Couchsurfing). Systematisch interessieren uns vier Aspekte, die auch die Module des Kollegs bilden: 1. Urban/digitale Räume der Kollektivität, 2. die Erfahrung und Bewegungsordnung von Kollektivität, 3. Taktiken und Strategien der Kollektivität und 4. Genealogie und Theorien der Kollektivität. (Weitere Informationen auf der Webseite der Uni HH)

Angebot
Das Kolleg bietet ein interdisziplinäres Umfeld mit einem breitgefächerten Spektrum an BetreuerInnen aus den Sozial- und Kulturwissenschaften. Das Kolleg fördert die Internationalisierung (u.a. Gastaufenthalte im Ausland), bietet strukturierte Seminare für Doktorandinnen und Doktoranden, ein spezielles Betreuungsprogramm und die Möglichkeit zu selbstorganisierten Kolloquien.

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
PD Dr. Ulrich Bielefeld (Hamburger Institut für Sozialforschung); Prof. Dr. Kathrin Fahlenbrach (UHH, Medienwissenschaft); Jun.-Prof. Dr. Sina Farzin (UHH, Soziologie); Prof. Dr. Alexa Färber (HCU, Stadtanthropologie/-ethnografie); Prof. Dr. Gabriele Klein (UHH, Performance Studies); Prof. Dr. Katharina Liebsch (HSU, Soziologie); Prof. Dr. Claus Pias (Leuphana Universität Lüneburg, Kultur und Ästhetik digitaler Medien); Prof. Dr. Urs Stäheli (UHH, Soziologie)

Anforderungen
Sozial- oder kulturwissenschaftlicher Studienabschluss (bzw. Promotion für die Postdoc-Stelle); Teamfähigkeit; Bereitschaft zur aktiven Teilnahme am Promotionsprogramm; kurzes Expose für Dissertationsprojekt (max. 4000 Zeichen) oder Postdocprojekt (max. 8000 Zeichen) im Rahmen unseres Forschungsprogramms. Der/die Postdoc entwickelt ein eigenes Projekt, beteiligt sich an der Betreuung/Beratung der Promovierenden und ist wesentlich am Aufbau eines Methoden/Theorie-Moduls beteiligt. Die ausführliche Stellenausschreibung finden Sie auf unserer Homepage.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Motivationsschreiben, CV, Scans der Studienabschlüsse, ggf. Publikations-/Vortragsverzeichnis, Expose) sollen per E-Mail in einer PDF-Datei an den Sprecher des Kollegs, Prof. Dr. Urs Stäheli (Sekretariat-AllgemeineSoziologie[at]wiso.uni-hamburg.de) bis zum 16.10.2014 gesendet werden.

Ausschreibung als pdf-Datei

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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