NGOs und soziale Bewegungen im Klimaregime. Ausdruck eines neuen Spannungsfeldes sozialer und ökologischer Fragen? Ad-hoc-Gruppe auf dem DGS-Kongress „Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen“ am 24.-28. September 2018 in Göttingen

Auf der UN-Klimakonferenz in Bonn Ende letzten Jahres wurde deutlich, dass zivilgesellschaftliche Initiativen, Netzwerke, aber auch weniger institutionalisierte Bewegungen von wachsender Bedeutung für den medialen Diskurs und das politische Framing der internationalen Klimaverhandlungen sind. NGOs und soziale Bewegungen erheben jedoch nicht nur bei den internationalen Klimaverhandlungen ihre Stimme, auch über die offiziellen Foren hinaus lässt sich eine Pluralisierung des sozialen Engagements im Klimaregime beobachten. Gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten sowie Kritik- und Protestformen werden neu justiert und auf die UN-Klimaverhandlungen und die dort diskutierten Lösungsansätze, Governance-Instrumente und Verhandlungsroutinen ausgerichtet. In diesem Zusammenhang treten auch zivilgesellschaftliche Akteure auf, die sich erst seit Kurzem an Dialog, Aktivitäten und Meinungstausch zu Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, etwa Verbände, Vereine, Stiftungen und informelle Initiativen und Netzwerke.

Die im Entstehen begriffene Klimabewegung bezieht globale, nationale und lokale Konfliktdimensionen aufeinander, was sich in neuen Formen des Protests und der Teilhabe zivilgesellschaftlicher Initiativen widerspiegelt. Die Spannungsfelder zwischen organisierten und wenig institutionalisierten, eingeladenen und nicht eingeladenen, global und lokal agierenden Akteuren sowie die Machtrelationen zwischen diesen gilt es zu untersuchen, um die Dynamik dieser Bewegung zu verstehen. Durch das Aufgreifen der Klimaproblematik seitens zivilgesellschaftlicher Akteure entsteht ein Diskursraum, der die internationale Aufmerksamkeit auf Klimawandelursachen und -lösungen lenkt, zugleich aber widersprüchliche Klimaschutzverständnisse beherbergt. Denn die sozialen, ökologischen und ökonomischen Konflikte des Klimawandels sowie die Umsetzung geplanter Maßnahmen treffen auf bestimmte lokale, politische und kulturell geprägte Kontexte.

In der Ad-hoc-Gruppe sollen anhand von ausgewählten Aspekten empirisch fassbare Trends und theoretische Perspektiven der Klimabewegung diskutiert werden. Mögliche Themenaspekte und Fragestellungen lauten:

  • Protest- und Teilhabepraktiken im Handlungsfeld Klimaschutz als Spiegel sozialer Konfliktfelder
    Wie werden soziale Konflikte bezüglich Klimaschutz und -anpassung in den Protest- und Teilhabepraktiken sichtbar gemacht? Welche unterschiedlichen Klimaschutzverständnisse prallen hierbei aufeinander und mit welchen politischen und ethischen Perspektiven sind diese verbunden?
  • Verhältnis zu und Konflikte mit anderen sozialen Bewegungen und Subbewegungen
    Wie genau gestaltet sich aktuell das Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen, etwa zur ehemaligen Anti-Atomkraft-Bewegung? Lassen sich hier neue Legitimationsstrategien, Praktiken und Netzwerke der Teilhabe und des Protests finden? Welche Verortungen und Veränderungen bezüglich der Klimabewegung können beobachtet werden, gerade mit Blick auf Subbewegungen und Formen der Radikalisierung?
  • Die Rolle und Einflussnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen
    Auf welche Weise eignen sich bereits bestehende zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGOs) wie Verbände, Vereine, Stiftungen oder Kirchen aktuelle Diskussionen zu Klimaschutzmaßnahmen an und wie verschaffen sie sich Legitimation und Stimme im Diskurs?
  • Kann von der Klimabewegung gesprochen werden?
    Lässt sich eine neue soziale Dynamik im zivilgesellschaftlichen Sektor beschreiben, für die der Klimawandel als globales Referenz- und Resonanzthema dient oder wird über Klimakonflikte vornehmlich unter anderen Begrifflichkeiten und Handlungsfeldern diskutiert? Kann insgesamt von der Klimabewegung gesprochen werden oder handelt es sich um ein ausdifferenziertes Netzwerk bereits bestehender sozialer Bewegungen, die Klimaaspekte inkludieren?

Beiträge aus der sozialwissenschaftlichen Klimaforschung, der Organisations- und Bewegungsforschung sowie der politischen Soziologie bilden die theoretische und empirische Basis, um eine fruchtbare Diskussion anzustoßen. Methodisch sind qualitative Fallstudien zu bestimmten Akteursgruppen oder (vergleichende) Länder-Cases denkbar. Zugleich stellen auch diskursanalytisch ausgerichtete Arbeiten einen möglichen Zugang dar, um das Thema umfassend zu beleuchten und einen konstruktiven Austausch zu ermöglichen.
Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge können bis zum 30.04.2018 zugeschickt werden:
annabarbara.friedrich(at)wiso.uni-hamburg.de

OrganisatorInnen:
Annabarbara Friedrich, Dr. Michael Kunkis, Dr. Angela Pohlmann (Universität Hamburg)
Mirko Suhari (Energy Cultures, Nachwuchsgruppe, Zeppelin Universität)

Download:
Der Call als pdf-Datei

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Mit der Neuorganisation der DVPW sind die Sprecher_innen der AKs angehalten, eine Mitgliederliste zu führen. In Zukunft sollen sich neue Mitglieder direkt an die Sprecher_innen der Gliederungen wenden, denen sie beitreten möchten. Da es für den AK soziale Bewegungen nie eine Mitgliederliste gab, wollen wir deren Erstellung jetzt nachholen.

Wir bitten alle DVPW-Mitglieder, die sich dem Arbeitskreis zugehörig fühlen, sich in die Liste einzutragen. Das kann über die folgende Abfrage geschehen oder per Email an die Sprecher_innen.

Call for Papers: Dissonanzen und Solidarisierungen. Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen, Jahrestagung 2018 der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ in der DGPuK in Kooperation mit der Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, Datum: 26.-28.09.2018, Tagungsort: Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft

CfP zum Workshop „Mediale Verhandlungen von sozialen Bewegungen und Protest“ im Rahmen der Tagung (zum Call als pdf-Datei)

Verstehen wir Partizipation als einen essentiellen Bestandteil demokratischer Gesellschaften und als eng verflochten mit früheren und gegenwärtigen Medienkulturen, treten auch Fragen nach der Mitwirkung von marginalisierten Gruppen an gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen in den Vordergrund. Die Möglichkeiten und Grenzen von und die Bedingungen und Ressourcen für Partizipation in Medienkulturen stehen im Fokus dieser Tagung.

Einerseits ist die Diskussion um Partizipation durch unterschiedliche Perspektiven zum Beispiel als partizipative Kultur, als Teilnahme und Teilhabe an Entscheidungsprozessen oder als zivile Kultur gekennzeichnet, andererseits ist sie oft noch immer stark durch die von Habermas im Kontext der Theorie des kommunikativen Handelns entwickelten (und androzentristischen) Perspektive der politischen Partizipation als Beteiligung am öffentlichen Diskurs geprägt. Feministische Wissenschaftler*innen und Geschlechterforscher*innen haben bereits früh diese Engführung kritisiert und Konzepte einer fragmentierten und konfliktiven Öffentlichkeit, sowie das Konzept des Cultural Citizenship in die Diskussion um Partizipation und Öffentlichkeit eingebracht. Öffentlichkeiten sind demnach nicht nur gekennzeichnet durch Konsens und Gemeinschaft, sondern auch durch Dissonanzen und Fragmentierungen, die wiederum zu neuen Konnektivitäten und Solidarisierungen führen können. Daran möchten wir mit der Jahrestagung der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ zum Thema „Dissonanzen und Solidarisierungen: Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen“ anknüpfen und neue Perspektiven in der Diskussion um Partizipation, Kommunikation und Medien eröffnen.

Nicht nur kann Partizipation in und über Medien in der Gesellschaft als Zugang, Interaktion und Teilhabe an Entscheidungsprozessen qua rationalem Diskurs erfolgen, sondern es sind auch solche Formen der Partizipation in Demokratien relevant, die als Einspruch, Widerspruch oder Protest gegen gesellschaftliche Missstände auch über und durch Medien artikuliert werden. Dazu zählen Formen der Intervention, die über ‚klassische’ Straßenproteste, kreative und künstlerische Aktionen und Ausdrucksformen (wie etwa feministische Zines, Graffitis, etc.) oder in digitalen Öffentlichkeiten z.B. über Hashtags sichtbar werden. Solche Dissonanzen in demokratischen Gesellschaften genauer in den Blick zu nehmen und zu diskutieren, ist ein Anliegen der Tagung. Es sollen weiterhin auch solche Formen der Kooperation, Kollaboration und Solidarisierungen von und durch marginalisierte Gruppen sichtbar gemacht und diskutiert werden, die eine Teilnahme und Teilhabe an Gesellschaft und Politik einfordern und erreichen. Ferner sind Formen einer als ambivalent zu bewertenden Partizipation in Medienkulturen von Interesse, die im Sinne exkludierender Solidarität Ausgrenzung und Marginalisierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Subjekte intensivieren. Digitale Medien und mediale Netzwerke können beispielsweise für die Organisation von Protest und Partizipation, für die Herstellung von Handlungsfähigkeit und Solidarität, sowie für Interventionen in Online- und OfflineÖffentlichkeiten von entscheidender Bedeutung sein.

Für die Tagung wünschen wir uns theoretische und empirische Beiträge zu Partizipation in Medienkulturen aus geschlechtertheoretischer, queerer, feministischer und/oder intersektionaler Perspektive. Wir freuen uns genauso über historische Betrachtungen von Partizipation in Medienkulturen, als auch über Analysen gegenwärtiger Dissonanzen und Solidarisierungen in Medienkulturen. Insbesondere möchten wir bei dieser Tagung auch dazu einladen, den Dialog bzw. Transfer zwischen den Wissenschaften und gesellschaftlichen Initiativen zur Förderung von Partizipation in demokratischen Gesellschaften in und durch Medien zu stärken. Beiträge von und mit Journalist*innen, Initiativen und auch Aktivist*innen sind deshalb herzlich willkommen!

Mögliche Schwerpunktthemen (andere Themenbereiche sind auch willkommen!):

  • Medien, Partizipation und Migration
    • Teilnahme und Teilhabe von Geflüchteten an politischen und kulturellen
      Prozessen und medialen Öffentlichkeiten
    • Mediale Proteste von und für Geflüchtete
    • Aushandlungen von Flucht und Migration in digitalen Öffentlichkeiten
  • Medien, Partizipation und Ungleichheiten
    • Medien, Partizipation und Prozesse von In- und Exklusionen
    • Mediale Formen ambivalenter Partizipation (z.B. bei Anti-Feminismus, Rechtspopulismus und rechten Bewegungen)
    • Bedingungen für und Grenzen von Partizipation für marginalisierte Gruppen
  • Medien, Partizipation und Digitalisierung
    • Digitaler Protest und (feministischer) Hashtag-Aktivismus
    • Vergeschlechtlichte digitale Arbeit
    • Überwachung, Kontrolle und Ko-option von Nutzer*innendaten
    • Medientechnologien, Partizipation und Geschlecht

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Formen der kritischen Intervention entstehen in und über Medien? Welche Ansätze für emanzipatorische Solidarisierungen lassen sich in und über Medien
    beobachten?
  • Wie stellt sich historisch und gegenwärtig Teilnahme und Teilhabe in und durch Medien dar?
  • Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen in Medienkulturen gegeben
    sein, um möglichst vielen Menschen in demokratischen Gesellschaften Zugang zu
    Partizipation zu ermöglichen? Welche Rollen spielen dabei Prozesse der
    Digitalisierung?
  • Wo sind aus geschlechtertheoretischer und queer-/feministischer Perspektive die (theoretisch und empirisch) ‚blinden Flecken’ in der Forschung zu
    Medienpartizipation?
  • Welche sozialen Ungleichheiten, die sich etwa in Bezug auf Geschlecht, Ethnizität oder Klasse manifestieren können, finden sich in historischen und gegenwärtigen Partizipationsprozessen?
  • Welche Formen von Partizipation in Medienkulturen werden in öffentlichen Debatten von wem wie (de-) legitimiert? Welche normativen Diskurse werden sichtbar?
  • Wie können Institutionen und Initiativen einen Beitrag zur Förderung von
    Medienpartizipation in demokratischen Gesellschaften leisten?
  • Wie kann man einer Medienpartizipation, die exkludierende
    rechtspopulistische/neoreaktionäre und antifeministische Diskurse fördert, entgegen treten?

Einreichungen von Abstracts:
Willkommen sind Vorschläge für 15- bis 20-minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für organisierte Panels mit 3-4 einzelnen Beiträgen zu einem übergeordneten Thema. Besonders freuen wir uns auch über Vorschläge von Nachwuchswissenschaftler*innen. Wir möchten Sie bitten, Ihren Vorschlag in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000-6.000 Zeichen, exkl. Literatur) bis zum 30. April 2018 per Email an miriam.stehling(at)unituebingen.de zu senden. Für organisierte Panels reichen Sie bitte ein Extended Panel Abstract ein, das auch Kurzabstracts zu den einzelnen Beiträgen (ca. 300-400 Zeichen pro Beitrag) enthält. Bitte versehen Sie die Abstracts mit einem Deckblatt, auf dem der Panel bzw.Beitragstitel, sowie Name und Adresse der Einreichenden vermerkt sind. Das Abstract selbst sollte keinerlei Hinweise auf Ihre Person haben, da die Vorschläge in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet werden. Es ist geplant, bis ca. Anfang Juni 2018 über die Annahme der Beiträge zu informieren.

Tagungsablauf:
Die Tagung beginnt am Abend des 26. September 2018 ab ca. 18:00 Uhr mit einer Veranstaltung und einem Get together. Die Tagung wird am Freitag, den 28. September 2018 gegen 15:00 Uhr enden. Im Vorfeld der Eröffnung am Mittwoch wird ein Workshop für Wissenschaftler*innen aller Statusgruppen stattfinden, bei dem laufende Forschungsprojekte diskutiert werden können. Dieser Workshop wird organisiert durch die Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung. Hierzu wird ein separater Call for Papers veröffentlicht.

Organisation:

  • Dr. Miriam Stehling, Eberhard Karls Universität Tübingen (local organizer und Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Ass. Prof. Dr. Ricarda Drüeke, Universität Salzburg (Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Lina Brink, Helena Körner und Julika Mücke als Mitglieder der
    Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Leitung: Prof. Dr. Tanja Thomas)

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf www.critical-media-studies.net! Der call als pdf-Datei.

Für das nächste Programm des Kolloquiums „Politik von unten“ laden wir alle Interessierten ein, bis zum 16. Februar ihren Vorschlag für einen Beitrag einzureichen.

Im Kolloquium diskutieren wir seit 2011 Forschungsprojekte und Texte zu kollektivem politischem Handeln. Dies umfasst unter anderem die Themen politische Mobilisierung, Protest, soziale Bewegungen und Revolutionen. Gleichzeitig soll das Kolloquium eine Möglichkeit sein, Forscher_innen mit ähnlichen Interessen regelmäßig zu treffen.

Das Kolloquium findet 14-tägig Montags um 18:00 Uhr im Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin statt. In der Regel wird im Vorfeld ein Text verschickt und als bekannt vorausgesetzt. Diskutiert werden zum einen Entwürfe von Aufsätzen/Kapiteln (vor der Publikation); zum anderen Forschungsprojekte, die den Entwurfsstatus überschritten haben. Die Texte sollten 20 Seiten nicht überschreiten.

Als alternative Formate sind auch kurze Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen möglich.

Wer einen Vorschlag einreichen möchte, kann dies direkt in dem dafür angelegten EtherPad tun. Dort finden sich weitere Informationen zum Vorgehen und zum Kolloquium.

Mehr Informationen zum Kolloquium und zu den zurückliegenden Programmen auf der Kolloquiumsseite.

Bei Rückfragen stehen Simon Teune (teune(at)ztg.tu-berlin) und Jannis Grimm (jj.grimm(at)fu-berlin.de) zur Verfügung.

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Call for Contributions: Colloquium politics from below – program spring/summer 2018

Interested scholars are kindly invited to submit their proposal for a contribution to the spring/summer program of the colloquium ‚politics from below‘ by February 16th.

We have created the colloquium in 2011 to discuss research projects and texts tackling collective political action. We are looking for topics such as political mobilization, protest, social movements, and revolutions. The colloquium is also an opportunity to meet scholars with similar interests on a regular basis.

The colloquium takes place on every second Monday at 18:00 in the Center for Technology and Society at Technische Universität Berlin. Usually, we start our discussion right away based on a text that is circulated in advance. Texts may be draft chapters or articles as well as research proposals. For a dense discussion, less than 20 pages have proven to be most productive. Alternative formats include short presentations or moderated discussions.

If you want to propose a contribution, please leave your name, proposed title, and email-address for every date that fits your schedule in this EtherPad.

For more information on the colloquium (in German) and past programs visit the colloquium’s website.

For questions regarding format and logistics, please contact Simon Teune (teune(at)ztg.tu-berlin.de) or Jannis Grimm (jj.grimm(at)fu-berlin.de)

Mit dem diesjährigen Kongress der DVPW, der vom 25. bis 28. September in Frankfurt (Main) stattfindet, änderte sich erstmals auch das Procedere in der Programmgestaltung. Panels wurden nicht mehr von den einzelnen DVPW-Gliederungen (Sektionen und Arbeitskreise) organisert, sondern bei einer Programmkommission eingereicht und von dieser ausgewählt.

Die Calls zu diesen Panels hat die DVPW-Geschäftsstelle in einer Datei veröffentlicht. Bis zum 31. Januar können Vorschläge für Beiträge dann direkt bei den Panel-Organisator_innen eingereicht werden.

Bei den Sprecher_innen des AK soziale Bewegungen wurden 15 Panel zur Unterstützung eingereicht, neun davon wurden mit unserer Unterstützung eingereicht. Ausgewählt wurden schließlich drei offene Panels und ein Roundtable.

Wir freuen uns über Einreichungen für den Roundtable und in den offenen Panels:

Roundtable: Die entfernten Folgen sozialer Bewegungen

Veranstalter_innen des Roundtables: Sebastian Haunss (Universität Bremen), Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Sabrina Zajak (Ruhr-Universität Bochum)

Unterstützt von: Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft & AK Soziale Bewegungen

Soziale Bewegungen sind zentrale Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels. Die Arbeiter-, Frauen- oder Umweltbewegungen, die antikolonialen Befreiungsbewegungen, die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings oder die Bewegung des 15. Mai in Spanien, die faschistischen Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre und die rechtspopulistischen Bewegungen der Gegenwart haben in den jeweiligen Gesellschaften deutliche Spuren hinterlassen. In vielen Fällen haben soziale Bewegungen zumindest einige ihrer unmittelbaren politischen Ziele erreicht – wenn auch oft nicht sofort, sondern erst nach lange andauernden Auseinandersetzungen. Politische Institutionen und Organisationen haben sich unter dem Druck von Protesten gewandelt oder sind neu entstanden – wie zum Beispiel die Partei Die Grünen oder die Beteiligungsform der runden Tische. Darüber hinaus haben soziale Bewegungen kulturelle Wandlungsprozesse befördert, Subkulturen selbst hervorgebracht oder wesentlich beeinflusst und zu einem Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen beigetragen. Während die politischen Erfolge nicht selten nur von kurzer Dauer waren, können die kulturellen Auswirkungen sozialer Bewegungen langfristiger und weitreichender sein und selbst dann Spuren im kulturellen Gefüge von Gesellschaften hinterlassen, wenn Bewegungen bei der Durchsetzung ihrer konkreten Ziele nicht erfolgreich waren. Diese indirekten und langfristigen Spuren, die soziale Bewegungen hinterlassen, sind allerdings bisher höchstens punktuell erforscht worden, und sollen daher im Fokus des vorgeschlagenen Panels stehen.
Konkret sollen die Beiträge des Panels die folgenden Fragen entweder aus theoretisch-konzeptioneller oder empirischer Perspektive adressieren:

  • Wie lassen sich indirekte Wirkungen sozialer Bewegungen messen?
  • In welchen Bereichen zeitigen soziale Bewegungen langfristige Folgen, in welchen nicht?
  • Wie verändern vorangegangene Bewegungen die Bedingungen gegenwärtigen und zukünftigen Protests.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an haunss(at)uni-bremen.de, sabrina.zajak(at)rub.de und daphi(at)hsfk.de.

Panel: Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen

Veranstalterinnen des Panels: Dr. Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz
-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Dr. Antonia Witt (Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Soziologie der
internationalen Beziehungen

In den letzten Jahren lässt sich eine Vielzahl von Protesten gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse beobachten, die eine Rückkehr zu nationalen Identitäten und traditionellen Werten fordern. Nicht selten spielt dabei eine zentrale Rolle, dass das Internationale als Raum beschränkter Partizipationsmöglichkeiten – also begrenzter Demokratie – angesehen wird. Während das Internationale im Sinne kosmopolitischer Werte und Offenheit in diesen Protesten abgelehnt und eher als Gefahrenraum konstruiert wird, beziehen sich diese Proteste paradoxerweise gleichzeitig auf das Internationale, etwa indem transnationale Netzwerke und Ideen zur Mobilisierung genutzt werden oder explizit andere Internationale imaginiert werden.

Das Panel fragt nach der Imagination und Konstituierung des Internationalen in aktuellen reaktionären Protesten: welche Vorstellungen vom Internationalen werden in diesen Protesten evoziert? Inwieweit wird diesen Vorstellungen durch die eigene Praxis widersprochen? Und wie beeinflussen diese Proteste die Idee vom Internationalen anderer Gruppen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesen Beobachtungen für die Rolle von Wissenschaft in der öffentlichen Debatte ziehen, das Internationale (anders/besser) begreifbar zu machen?

Wir freuen uns über theoretische wie empirische Beiträge. Willkommen sind empirische Beiträge mit Einzelfall- oder vergleichenden Studien sowie Reflektionen über methodische, theoretische und praktische Grundlagen und Konsequenzen der Erforschung von Imaginationen des Internationalen.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an daphi(at)hsfk.de und witt(at)hsfk.de.

Panel: Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen

Veranstalter_innen des Panels: Dr. Ingmar Hagemann (Universität Duisburg-Essen) und Dr. des. Johanna Leinius (Universität Kassel)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Politik und Geschlecht

Viele soziale Bewegungen sind Grenzphänomene des Demokratischen: Von den 1968-Bewegungen bis zu queeren und feministischen Bewegungen weltweit, der Landlosenbewegung in Brasilien oder Pegida in Deutschland schließen sich Menschen außerhalb der etablierten Kanäle des demokratischen Systems zusammen, um ihre Forderungen oder ihre Kritik zu artikulieren.

Die Analyse dieser häufig an den Rändern des etablierten politischen Systems agierenden Bewegungen kann neue Perspektiven auf die Demokratie eröffnen. Soziale Bewegungen erproben alternative Formen politischer Praxis, artikulieren kritische Perspektiven auf Herrschaftsverhältnisse und tarieren das Sagbare und Machbare in der Demokratie neu aus. Demokratie erscheint aus dieser poststrukturalistischen Analyseperspektive stärker als gesamtgesellschaftliches, im Alltagshandeln kontinuierlich reproduziertes Phänomen und nicht vor allem als Prozess der politischen Einflussnahme über den Weg verfassungsrechtlicher Institutionen.

Eine solche Perspektive betrachtet Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt als konstitutiv für Gesellschaft. Sie bietet ein Theorie-Methoden-Set, um Demokratie in ihrer historischen Gewordenheit zu analysieren und die ständige Neuverhandlung ihrer Grenzen anhand der Praktiken und Artikulationen derjenigen nachzuzeichnen, die diese radikal in Frage stellen. Die Untersuchung dieses Wechselverhältnisses von Demokratie und sozialen Bewegungen bietet somit Einsichten in die Wirkungsweise von Demokratie und die Grenzen des Demokratischen.

Das Panel möchte poststrukturalistische Analysen versammeln, die in ihren Arbeiten besonders den Charakter sozialer Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen herausarbeiten, empirische Analysen mit gesellschaftstheoretischen Diskussionen verbinden, und dabei die enge, zum Teil auch spannungsvolle Verbindung von sozialen Bewegungen und Demokratie verdeutlichen. Wir erbitten kurze Abstracts von 300 Wörtern.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail -Adressen der Veranstalter/innen des Panels: ingmar.hagemann(at)uni-due.de und leinius@uni-kassel.de

Panel: Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten

Veranstalter_innen des Panels: Nicole Doerr (Universität Kopenhagen) und Simon Teune (TU Berlin)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen

Ein Merkmal rechtspopulistischer Strategien ist die Indienstnahme demokratischer Argumente gegen die liberale Demokratie. In den Deutungsangeboten von Pegida, AfD und traditionellen Akteuren der extremen Rechten verbindet sich ein verschwörungsideologischer Anti-Elitismus mit völkisch begründeten direktdemokratischen Forderungen. Tatsächlich ist es der neuen völkischen Akteurskonstellation gelungen, Bürger_innen zu aktivieren: Stimmen für die AfD rekrutieren sich zu großen Teilen aus der Gruppe der Nichtwähler_innen, Pegida und ähnlich gelagerte Proteste haben viele Teilnehmende zum ersten Mal auf die Straße gebracht. Wenn die neu aufgestellte Rechte mit einem demokratisch begründeten Angebot reüssiert, wie verändert das Konzepte einer an Menschenrechten und Vielfalt orientierten Demokratie

Das Panel lädt Beiträge ein, die sich der Herausforderung der Demokratie aus beiden Richtungen widmen. Auf der einen Seite ist für die neue Rechte zu klären, welche Vorstellungen von Demokratie hier entwickelt werden und inwiefern diese an frühere Phasen der extremen Rechten anschließen. Gibt es über die Rhetorik und das Versprechen der Repräsentation marginalisierter Positionen hinaus ein reales demokratisches Angebot? Auf der anderen Seite fragen wir danach, welche demokratischen Ideen und Praktiken dieser Entwicklung entgegengesetzt werden. Wie werden Grenzen des Sagbaren begründet? Wie werden Ausschlüsse und Ungleichheitsverhältnisse verhandelt? Und wie werden sie überbrückt, um zu inklusiven Entscheidungen zu kommen?

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag im Umfang von einer Seite bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail-Adressen der Veranstalter/innen des Panels: nd(at)soc.ku.dk und teune(at)ztg.tu-berlin.de.

Bei der Auswahl der Vorträge koordinieren sich die Veranstalter/innen mit Kolleg/innen in thematisch verwandten Panels, so dass die Zuordnung einzelner Vorträge zu einem anderen Panel vorbehalten bleibt.

Call for Contributions: Handbuch Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen

Ein wesentliches Grundmotiv poststrukturalistischer Ansätze ist die Skepsis gegenüber stabil und wohl geordnet erscheinenden sozialen Phänomenen. Poststrukturalistische Perspektiven, wie sie bspw. bei Foucault, Derrida, Laclau und Mouffe oder Butler zu finden sind, betonen demgegenüber, dass Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt, sowie unerwartete Dynamiken konstitutiv für Gesellschaft sind und daher zentrale Ansatzpunkte für eine Analyse sozialer Phänomene sind. Gemeinsam ist diesen Ansätzen ihr Fokus auf die Konflikte und Aushandlungsprozesse, die der Erzeugung sozialer Wahrheiten und Bedeutung zugrunde liegen.

Für die Analyse sozialer Bewegungen ist diese Blickverschiebung zentral, denn erst durch diese poststrukturalistische Perspektive werden einige wichtige Aspekte des Untersuchungsgegenstandes „soziale Bewegungen” erfassbar, die mittels der etablierten Forschungsansätze in der Bewegungsforschung weitestgehend unterbestimmt bleiben. Zu diesen Aspekten gehören beispielsweise das Verständnis sozialer Bewegungen als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und die daraus folgende Notwendigkeit einer explizit gesellschaftstheoretisch angelegten Analyseperspektive, die komplexe Wechselbeziehung von sozialer Struktur und Subjekt und die daraus resultierende Negierung der Annahme von feststehenden und objektiv erfassbaren Identitäten, wie auch die zentrale Bedeutung von Macht für die Formierung von sozialen Bewegungen und ihren Subjekten. Daraus schließen wir, dass es immer einer engen Verbindung von Empirie und Theorie bedarf und die Forschungspraxis und die Methoden an diese veränderte Blickverschiebung angepasst werden müssen. Dies impliziert auch die Kenntlichmachung der eigenen Position als Forscher*in, die (Weiter-)Entwicklung daran angepasster Forschungsmethoden und eine kritische Reflexion dieser.

Im deutschsprachigen wie im internationalen Raum arbeiten bereits zahlreiche Forscher*innen aus einer poststrukturalistischen Perspektive zu sozialen Bewegungen, Protest und Praktiken des Widerstands. Was jedoch eine poststrukturalistische Perspektive konkret bedeutet, welche Prämissen sie impliziert, auf welchen theoretischen Ansätzen sie aufbaut und wie diese empirisch angewendet werden, ist dabei immer noch ein weites, relativ unstrukturiertes und loses Feld.

Um die Sichtbarkeit poststrukturalistischer Arbeiten zu erhöhen, einen strukturierten Überblick über das heterogene Feld poststrukturalistischer Bewegungsforschung zu erhalten, Ideen und Ansätze zu bündeln und in einen produktiven Austausch zu bringen, wollen wir ein Handbuch Poststrukturalistische Bewegungsforschung veröffentlichen. Das Handbuch soll einerseits einen Überblick über die existierenden methodischen und theoretischen Ansätze geben. Andererseits soll es im Sinne eines Werkzeugkastens die konkrete Herangehensweise des jeweiligen Ansatzes nachzeichnen und aus der Forschungspraxis berichten.

Die einzelnen Artikel sollten wie folgt aufgebaut sein: Zunächst sollten die theoretischen und epistemologischen Prämissen des verwendeten Ansatzes vorgestellt werden. In einem zweiten Schritt sollten darauf aufbauend die konkrete Forschungspraxis illustriert, etwaige Probleme der Operationalisierung identifiziert und mögliche Lösungsvorschläge diskutiert werden. Die Darstellung der eigenen poststrukturalistisch geprägten Forschungsperspektive sollte daher anhand eines empirischen Fallbeispiels veranschaulicht werden. Das Fallbeispiel muss dabei nicht eine soziale Bewegungen im engeren Sinne umfassen, sondern kann sich auch auf Proteste und andere Formen widerständiger Praktiken beziehen. Zusätzlich suchen wir noch ein bis zwei Artikel, die das Feld verschiedener poststrukturalistischer Ansätze zur Erforschung sozialer Bewegungen auf einer breiteren Meta-Ebene systematisch aufarbeiten.

Wir rufen alle Interessierten auf, sich mit eigenen Beiträgen an dem angestrebten systematischen Überblick über die Vielfalt poststrukturalistisch inspirierter Herangehensweise an das Themenfeld ‘soziale Bewegungen’ zu beteiligen. Dies schließt explizit auch Wissenschaftler*innen ein, die sich selbst nicht direkt in der Bewegungsforschung verorten (bspw. geographische, kultursoziologische, feministische oder postkoloniale Ansätze).

Wir freuen uns auf Abstracts (englischsprachige Beiträge sind ebenfalls willkommen) von circa 250 Wörtern. Die Beitragsvorschläge sollten gemeinsam mit einer kurzen Darstellung der eigenen Person bis zum 19. Februar 2018 bei den Herausgeber*innen eingehen.


Das Handbuch wird von den Sprecher*innen des ipb-Arbeitskreises “Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen” herausgegeben und beruht auf den Diskussion innerhalb des Arbeitskreises. Der AK ist Teil des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung und wurde im Sommer 2016 gegründet. Ziel des Arbeitskreises ist es, poststrukturalistische (und andere bisher unterrepräsentierte gesellschaftstheoretische) Ansätze in der Bewegungsforschung sichtbarer zu machen, mit diesen Ansätzen arbeitende Forscher*innen zu vernetzen und auf diesem Weg das Portfolio theoretischer und methodischer Ansätze innerhalb der Forschung zu sozialen Bewegungen zu erweitern. An einer Mitarbeit im AK interessierte Forscher*innen können sich gern unter den auf der AK-Seite genannten Emailadressen melden.

Call for Applications: Four positions for doctoral researchers (Praedoc) in ERC-funded project “Protest and Order. Democratic theory, contentious politics, and the changing shape of western democracies” (POWDER), Department of Political and Social Sciences, Otto Suhr Institute of Political Science, Research project “POWDER”

Four positions for doctoral researchers (Praedoc)

  • 65% part-time job
  • limited to 4 years
  • Entgeltgruppe 13 TV-L FU
  • Reference code: POWDER-DRP-2017
  • Starting date: 1 April 2018

ERC-funded project on “Protest and Order. Democratic theory, contentious politics, and the changing shape of western democracies” (POWDER)

The research project aims to analyze the interrelationship between protest and political order under the contextual conditions of the changing shape of modern western democracy. Two groups of questions are connected to this study perspective, which will be answered by means of a democratic-theoretically-led synchronous comparison of four selected contemporary protest movements – (1) anonymous digital protest, (2) transnationally organized alter-globalization protest, (3) protest of undocumented migrants and (4) rightwing identitarian protest.

The aim is to clarify the extent to which the new forms of protest question the premises of democratic orders, what potential for further development lies within the new forms of protest on the one hand, and what are the challenges to democracy on the other. Furthermore, the project seeks to determine the influence and relevance held by the democratic order itself in an age of the changing shape of democracy with regard to the specific formation of the new forms of protest, and what statements can be made on how the formation of the order is changed, in turn, by the new forms of protest themselves.
Job description:

Mission and activities: The appointed doctoral researchers will work closely with the project’s Principal Investigator Christian Volk, Professor of Political Science with a special focus on Politics and Law, and three research assistants. Each doctoral researcher will be responsible for the study and analysis of one of the four respective protest movements.

Specifically, the doctoral researchers will be required to:

Conduct research in the externally funded POWDER project; within the framework of the research project, the oopportunity for a doctorate is given, including:

  • Collaborate in refining the project design and methodology and further developing the theoretical frame,
  • Conduct (empirical) research on one of the four protest movements (case studies),
  • Prepare and participate in joint publications;
  • Collaborate in the preparation of workshops;
  • Present the project and related research at conferences;
  • Meet project interim goals and strictly adhere to project timelines;
  • Carry out administrative and coordination duties associated with the project, including interim reporting to funders.

Requirements
Completed degree of university education (Magister, Diploma or Master’s degree) in Social Sciences (preferably in Political Science or Sociology).
Desirable:

  • Excellent degree of university education;
  • Verifiable skills with respect to qualitative research methods (preferably experiences in ethnographic research and/or discourse analysis);
  • Knowledge of and experience in social movement research and deeper knowledge in one of the issue areas relevant to the project (digital protest, alter-globalization protest movements, protest of undocumented migrants or rightwing identitarian protest);
  • Strong interests in questions of democratic and political theory;
    Strong organizational skills and ability to work autonomously;
  • Excellent interpersonal skills and demonstrated ability to work in a team and accommodating of diverse views;
  • Very good command of English, both in writing and in speaking (further language skills are an asset, e.g. French, Arabic, Spanish);
  • Two letters of recommendation (German or English) should be sent by the referees to: sekretariat-polre@polsoz.fu-berlin.de

All applications quoting the reference code should be addressed no later than January 29, 2018 as an email to Prof. Dr. Christian Volk: sekretariat-polre@polsoz.fu-berlin.de

We look forward to receiving your electronic application via Email in one PDF file (maximum 5 MB), including your CV, letter of motivation, as well as a short research proposal in English (2500 words) for one of the four issue areas addressing the question of how to study and analyze the respective protest movements.

For more information, candidates are encouraged to consult the website of the research unit.

Click here for the PDF version of the call.

Call for Papers: Soziale Arbeit, Empowerment & kollektive Organisierung, Hochschule Düsseldorf, 6.-7. April 2018, Organisator*innen: Sara Madjlessi-Roudi & Fabian Virchow

›Empowerment‹ ist ein vielfach beachtetes Konzept in zahlreichen Feldern der Sozialen Arbeit. Es zielt auf individueller, kollektiver und organisationaler Ebene auf Maßnahmen und Strategien ab, die den Grad der Selbstbestimmung und Autonomie im Leben von Menschen und Gemeinschaften erhöhen – insbesondere durch die selbstverantwortliche Vertretung der jeweiligen Interessen. ›Empowerment‹-Praxen und -Standpunkte haben auch in zahlreichen sozialen Bewegungen und kollektiven Ansätzen der Organisierung eine wichtige Rolle gespielt.

Das Fachforum Soziale Arbeit, Empowerment & kollektive Organisierung zielt auf eine kritische Würdigung von Theorie und Praxis von ›Empowerment‹ und die Weiterentwicklung von theoretischen und praktischen Perspektiven jenseits einer neoliberalen Indienstnahme. Wir laden konzeptionell-theoretische Beiträge und empirische Analysen zu Ansätzen, Traditionslinien, Möglichkeiten, Grenzen und Ambivalenzen von ›Empowerment‹ in Kontexten Sozialer Arbeit sowie Ansätzen kollektiver Organisierung ein. Wir freuen uns über Empowerment-Projekte, die sich im Rahmen des Forums vorstellen möchten.

Bitte senden Sie Ihr abstract im Umfang von maximal 500 Worten sowie einen kurzen CV bis zum 15.12.2017 an folgende Adresse: empowerment-fachforum(at)hs-duesseldorf.de

Verfasser*innen angenommener Beiträge werden bis zum 05.01.2018 benachrichtigt.

Die Veranstaltung findet in deutscher und englischer Sprache (z.T. Simultanübersetzung) statt.

Der Call als pdf-Datei (deutsch und englisch).

Call for Applications: Promotionsprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung: „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“, 4 Stipendien, Bewerbungsschluss: 10. Januar 2018

Ziel des Promotionsprogramms:
Motiviert durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll.

Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen.

Forschungsleitend können Fragen die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftliche n und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa. Forschungsleitend könnten beispielsweise dabei auch Fragen zur modernen Demokratiegeschichte sein, gedacht als Erforschung der Sozialen Demokratie(n) in der politischen Praxis. Dabei sollten verschiedene gesellschaftspolitische Dimensionen beleuchtet werden.

Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden. Zu möglichen Ausrichtungen zählen Studien zur Sozialen Demokratie(n) und ihren Bewegungen Auseinandersetzungen mit Blick auf alle drei Dimensionen der Politik.

  • Polity: Ansätze zu formalen, institutionellen und verfassungsmäßigen Strukturen und Ordnungen. Hierunter könnten Arbeiten fallen, die sich mit Fragen der Entwicklung des Gemeinwesens die damit verbundenen wertebezogenen Grundhaltungen thematisieren.
  • Policy: Ansätze zu Erforschung inhaltlicher Arenen der Politik. Hierunter fallen Arbeiten, die Politiken und Politikfelder und hierbei eine Neuvermessung politischer Kräftefelder in Deutschland, Europa und der Welt vornehmen oder an neue Ideengeschichtliche Arbeiten anknüpfen.
  • Politics: Ansätze zu Machträumen und Wirkungen im Spiegel von Willensbildungs- und Entscheidungsbildungsprozessen.

Beispiele:
Zum Verhältnis von Freiheit und Sicherheit der Gründung der Sozialdemokratie fokussieren, das je nach Zeitraum der Untersuchung unterschiedlich ausgeleuchtet werden kann. Dies können Untersuchungen zu innerparteilichen Aushandlungen bei der Auseinandersetzung mit Extremismus und Terrorismus seit den 1970er Jahren sein, inter- oder transnationale vergleichende Studien, die Krisenregime sozialdemokratischer respektive Labour- Regierungen genauer beleuchten.

Gleiches gilt für Themen, die mit Terrorismusbekämpfung in Verbindung stehen, wie z.B. Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung und Schleierfahndung. Ebenso fehlen nach wie vor Arbeiten, die sich mit Fokus auf Soziale Demokratie(n) und ihre Bewegung um die Erforschung von Politiken und Politikfeldern zu den Stichworten Gender, Inklusion und Disability verdient machen.

Förderung:
Die Förderung erfolgt mit einem Vollzeitstipendium des Begabtenförderwerks der Friedrich-Ebert- Stiftung (FES). Mit der Strategie „Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt“ werden vor allem Studierende mit bildungsfernem Hintergrund, herausragender wissenschaftlicher Kompetenz und besonderem gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein materiell und ideell gefördert. Als politische Stiftung teilen unsere Stipendiat_innen einen sozialdemokratischen Wertekanon.

Fachliche Anbindung:
Gleichzeitig gehören zur Friedrich-Ebert-Stiftung eines der wichtigsten Archive zur Erforschung sozialer Bewegungen und die größte Gewerkschaftsbibliothek der Welt. Die Bedeutung des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) als Zentrum historischer Forschungen spiegelt sich nicht zuletzt in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte wider, die im Referat Public History des AdsD angesiedelt ist. Die Promotionsförderlinie erfährt dadurch eine direkte fachliche Anbindung.

  • Forschungen, die einen Blick auf Überwachung der SPD durch die Staatssicherheit ihrer Berliner Gliederungen werfen sowie die Beziehungen zu den verschiedenen Akteuren der Sozialdemokratie im Längsschnitt untersuchen, können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der FU Berlin eingebunden und hier auch von Professor Dr. Arnd Bauerkämper betreut werden.
  • Forschungen zur Arbeiterwohlfahrt können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der Deutschen Sporthochschule der Universität zu Köln eingebunden und hier auch von Professor Dr. Jürgen Mittag betreut werden.

Die Bewerbung erfolgt online:
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Zulassung zur Promotion ohne Auflagen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Das vorangegangene Studium sollte mit überdurchschnittlichem Ergebnis und zügig abgeschlossen sein. Neben der fachwissenschaftlichen Qualifikation wird ein ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Bei der Online-Bewerbung sollte der Bezug zum Promotionsprogramm im Motivationsschreiben ausdrücklich erwähnt werden. Der Bewerbungsschluss ist der 10. Januar 2018.
Weitere Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen sind hier zu finden unter:

Kontakt/Beratung:
Dr. Ursula Bitzegeio
Ref. Promotionsförderung , Doktorierendenprogramme und Wissenschaftliche Begleitveranstaltungen
Friedrich-Ebert-Stiftung
Godesberger Allee 149
D-53175 Bonn
Ursula.Bitzegeio(at)fes.de

Call for Panels: DVPW-Kongress 2018 „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ – Arbeitskreis soziale Bewegungen

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der nächste DVPW Kongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ statt.

Vorschläge für Panels im Rahmen des Arbeitskreises soziale Bewegungen mit Bezug zum Thema des Kongresses können bis zum 25.10. an die Sprecher_innen geschickt werden. Details zum Format der Vorschläge und zum Kongressthema finden sich im Call for Panels der DVPW.

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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