Call for Contributions: Handbuch Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen

Ein wesentliches Grundmotiv poststrukturalistischer Ansätze ist die Skepsis gegenüber stabil und wohl geordnet erscheinenden sozialen Phänomenen. Poststrukturalistische Perspektiven, wie sie bspw. bei Foucault, Derrida, Laclau und Mouffe oder Butler zu finden sind, betonen demgegenüber, dass Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt, sowie unerwartete Dynamiken konstitutiv für Gesellschaft sind und daher zentrale Ansatzpunkte für eine Analyse sozialer Phänomene sind. Gemeinsam ist diesen Ansätzen ihr Fokus auf die Konflikte und Aushandlungsprozesse, die der Erzeugung sozialer Wahrheiten und Bedeutung zugrunde liegen.

Für die Analyse sozialer Bewegungen ist diese Blickverschiebung zentral, denn erst durch diese poststrukturalistische Perspektive werden einige wichtige Aspekte des Untersuchungsgegenstandes „soziale Bewegungen” erfassbar, die mittels der etablierten Forschungsansätze in der Bewegungsforschung weitestgehend unterbestimmt bleiben. Zu diesen Aspekten gehören beispielsweise das Verständnis sozialer Bewegungen als Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und die daraus folgende Notwendigkeit einer explizit gesellschaftstheoretisch angelegten Analyseperspektive, die komplexe Wechselbeziehung von sozialer Struktur und Subjekt und die daraus resultierende Negierung der Annahme von feststehenden und objektiv erfassbaren Identitäten, wie auch die zentrale Bedeutung von Macht für die Formierung von sozialen Bewegungen und ihren Subjekten. Daraus schließen wir, dass es immer einer engen Verbindung von Empirie und Theorie bedarf und die Forschungspraxis und die Methoden an diese veränderte Blickverschiebung angepasst werden müssen. Dies impliziert auch die Kenntlichmachung der eigenen Position als Forscher*in, die (Weiter-)Entwicklung daran angepasster Forschungsmethoden und eine kritische Reflexion dieser.

Im deutschsprachigen wie im internationalen Raum arbeiten bereits zahlreiche Forscher*innen aus einer poststrukturalistischen Perspektive zu sozialen Bewegungen, Protest und Praktiken des Widerstands. Was jedoch eine poststrukturalistische Perspektive konkret bedeutet, welche Prämissen sie impliziert, auf welchen theoretischen Ansätzen sie aufbaut und wie diese empirisch angewendet werden, ist dabei immer noch ein weites, relativ unstrukturiertes und loses Feld.

Um die Sichtbarkeit poststrukturalistischer Arbeiten zu erhöhen, einen strukturierten Überblick über das heterogene Feld poststrukturalistischer Bewegungsforschung zu erhalten, Ideen und Ansätze zu bündeln und in einen produktiven Austausch zu bringen, wollen wir ein Handbuch Poststrukturalistische Bewegungsforschung veröffentlichen. Das Handbuch soll einerseits einen Überblick über die existierenden methodischen und theoretischen Ansätze geben. Andererseits soll es im Sinne eines Werkzeugkastens die konkrete Herangehensweise des jeweiligen Ansatzes nachzeichnen und aus der Forschungspraxis berichten.

Die einzelnen Artikel sollten wie folgt aufgebaut sein: Zunächst sollten die theoretischen und epistemologischen Prämissen des verwendeten Ansatzes vorgestellt werden. In einem zweiten Schritt sollten darauf aufbauend die konkrete Forschungspraxis illustriert, etwaige Probleme der Operationalisierung identifiziert und mögliche Lösungsvorschläge diskutiert werden. Die Darstellung der eigenen poststrukturalistisch geprägten Forschungsperspektive sollte daher anhand eines empirischen Fallbeispiels veranschaulicht werden. Das Fallbeispiel muss dabei nicht eine soziale Bewegungen im engeren Sinne umfassen, sondern kann sich auch auf Proteste und andere Formen widerständiger Praktiken beziehen. Zusätzlich suchen wir noch ein bis zwei Artikel, die das Feld verschiedener poststrukturalistischer Ansätze zur Erforschung sozialer Bewegungen auf einer breiteren Meta-Ebene systematisch aufarbeiten.

Wir rufen alle Interessierten auf, sich mit eigenen Beiträgen an dem angestrebten systematischen Überblick über die Vielfalt poststrukturalistisch inspirierter Herangehensweise an das Themenfeld ‘soziale Bewegungen’ zu beteiligen. Dies schließt explizit auch Wissenschaftler*innen ein, die sich selbst nicht direkt in der Bewegungsforschung verorten (bspw. geographische, kultursoziologische, feministische oder postkoloniale Ansätze).

Wir freuen uns auf Abstracts (englischsprachige Beiträge sind ebenfalls willkommen) von circa 250 Wörtern. Die Beitragsvorschläge sollten gemeinsam mit einer kurzen Darstellung der eigenen Person bis zum 19. Februar 2018 bei den Herausgeber*innen eingehen.


Das Handbuch wird von den Sprecher*innen des ipb-Arbeitskreises “Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen” herausgegeben und beruht auf den Diskussion innerhalb des Arbeitskreises. Der AK ist Teil des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung und wurde im Sommer 2016 gegründet. Ziel des Arbeitskreises ist es, poststrukturalistische (und andere bisher unterrepräsentierte gesellschaftstheoretische) Ansätze in der Bewegungsforschung sichtbarer zu machen, mit diesen Ansätzen arbeitende Forscher*innen zu vernetzen und auf diesem Weg das Portfolio theoretischer und methodischer Ansätze innerhalb der Forschung zu sozialen Bewegungen zu erweitern. An einer Mitarbeit im AK interessierte Forscher*innen können sich gern unter den auf der AK-Seite genannten Emailadressen melden.

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Call for Applications: Four positions for doctoral researchers (Praedoc) in ERC-funded project “Protest and Order. Democratic theory, contentious politics, and the changing shape of western democracies” (POWDER), Department of Political and Social Sciences, Otto Suhr Institute of Political Science, Research project “POWDER”

Four positions for doctoral researchers (Praedoc)

  • 65% part-time job
  • limited to 4 years
  • Entgeltgruppe 13 TV-L FU
  • Reference code: POWDER-DRP-2017
  • Starting date: 1 April 2018

ERC-funded project on “Protest and Order. Democratic theory, contentious politics, and the changing shape of western democracies” (POWDER)

The research project aims to analyze the interrelationship between protest and political order under the contextual conditions of the changing shape of modern western democracy. Two groups of questions are connected to this study perspective, which will be answered by means of a democratic-theoretically-led synchronous comparison of four selected contemporary protest movements – (1) anonymous digital protest, (2) transnationally organized alter-globalization protest, (3) protest of undocumented migrants and (4) rightwing identitarian protest.

The aim is to clarify the extent to which the new forms of protest question the premises of democratic orders, what potential for further development lies within the new forms of protest on the one hand, and what are the challenges to democracy on the other. Furthermore, the project seeks to determine the influence and relevance held by the democratic order itself in an age of the changing shape of democracy with regard to the specific formation of the new forms of protest, and what statements can be made on how the formation of the order is changed, in turn, by the new forms of protest themselves.
Job description:

Mission and activities: The appointed doctoral researchers will work closely with the project’s Principal Investigator Christian Volk, Professor of Political Science with a special focus on Politics and Law, and three research assistants. Each doctoral researcher will be responsible for the study and analysis of one of the four respective protest movements.

Specifically, the doctoral researchers will be required to:

Conduct research in the externally funded POWDER project; within the framework of the research project, the oopportunity for a doctorate is given, including:

  • Collaborate in refining the project design and methodology and further developing the theoretical frame,
  • Conduct (empirical) research on one of the four protest movements (case studies),
  • Prepare and participate in joint publications;
  • Collaborate in the preparation of workshops;
  • Present the project and related research at conferences;
  • Meet project interim goals and strictly adhere to project timelines;
  • Carry out administrative and coordination duties associated with the project, including interim reporting to funders.

Requirements
Completed degree of university education (Magister, Diploma or Master’s degree) in Social Sciences (preferably in Political Science or Sociology).
Desirable:

  • Excellent degree of university education;
  • Verifiable skills with respect to qualitative research methods (preferably experiences in ethnographic research and/or discourse analysis);
  • Knowledge of and experience in social movement research and deeper knowledge in one of the issue areas relevant to the project (digital protest, alter-globalization protest movements, protest of undocumented migrants or rightwing identitarian protest);
  • Strong interests in questions of democratic and political theory;
    Strong organizational skills and ability to work autonomously;
  • Excellent interpersonal skills and demonstrated ability to work in a team and accommodating of diverse views;
  • Very good command of English, both in writing and in speaking (further language skills are an asset, e.g. French, Arabic, Spanish);
  • Two letters of recommendation (German or English) should be sent by the referees to: sekretariat-polre@polsoz.fu-berlin.de

All applications quoting the reference code should be addressed no later than January 29, 2018 as an email to Prof. Dr. Christian Volk: sekretariat-polre@polsoz.fu-berlin.de

We look forward to receiving your electronic application via Email in one PDF file (maximum 5 MB), including your CV, letter of motivation, as well as a short research proposal in English (2500 words) for one of the four issue areas addressing the question of how to study and analyze the respective protest movements.

For more information, candidates are encouraged to consult the website of the research unit.

Click here for the PDF version of the call.

Call for Papers: Soziale Arbeit, Empowerment & kollektive Organisierung, Hochschule Düsseldorf, 6.-7. April 2018, Organisator*innen: Sara Madjlessi-Roudi & Fabian Virchow

›Empowerment‹ ist ein vielfach beachtetes Konzept in zahlreichen Feldern der Sozialen Arbeit. Es zielt auf individueller, kollektiver und organisationaler Ebene auf Maßnahmen und Strategien ab, die den Grad der Selbstbestimmung und Autonomie im Leben von Menschen und Gemeinschaften erhöhen – insbesondere durch die selbstverantwortliche Vertretung der jeweiligen Interessen. ›Empowerment‹-Praxen und -Standpunkte haben auch in zahlreichen sozialen Bewegungen und kollektiven Ansätzen der Organisierung eine wichtige Rolle gespielt.

Das Fachforum Soziale Arbeit, Empowerment & kollektive Organisierung zielt auf eine kritische Würdigung von Theorie und Praxis von ›Empowerment‹ und die Weiterentwicklung von theoretischen und praktischen Perspektiven jenseits einer neoliberalen Indienstnahme. Wir laden konzeptionell-theoretische Beiträge und empirische Analysen zu Ansätzen, Traditionslinien, Möglichkeiten, Grenzen und Ambivalenzen von ›Empowerment‹ in Kontexten Sozialer Arbeit sowie Ansätzen kollektiver Organisierung ein. Wir freuen uns über Empowerment-Projekte, die sich im Rahmen des Forums vorstellen möchten.

Bitte senden Sie Ihr abstract im Umfang von maximal 500 Worten sowie einen kurzen CV bis zum 15.12.2017 an folgende Adresse: empowerment-fachforum(at)hs-duesseldorf.de

Verfasser*innen angenommener Beiträge werden bis zum 05.01.2018 benachrichtigt.

Die Veranstaltung findet in deutscher und englischer Sprache (z.T. Simultanübersetzung) statt.

Der Call als pdf-Datei (deutsch und englisch).

Call for Applications: Promotionsprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung: „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“, 4 Stipendien, Bewerbungsschluss: 10. Januar 2018

Ziel des Promotionsprogramms:
Motiviert durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll.

Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen.

Forschungsleitend können Fragen die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftliche n und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa. Forschungsleitend könnten beispielsweise dabei auch Fragen zur modernen Demokratiegeschichte sein, gedacht als Erforschung der Sozialen Demokratie(n) in der politischen Praxis. Dabei sollten verschiedene gesellschaftspolitische Dimensionen beleuchtet werden.

Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden. Zu möglichen Ausrichtungen zählen Studien zur Sozialen Demokratie(n) und ihren Bewegungen Auseinandersetzungen mit Blick auf alle drei Dimensionen der Politik.

  • Polity: Ansätze zu formalen, institutionellen und verfassungsmäßigen Strukturen und Ordnungen. Hierunter könnten Arbeiten fallen, die sich mit Fragen der Entwicklung des Gemeinwesens die damit verbundenen wertebezogenen Grundhaltungen thematisieren.
  • Policy: Ansätze zu Erforschung inhaltlicher Arenen der Politik. Hierunter fallen Arbeiten, die Politiken und Politikfelder und hierbei eine Neuvermessung politischer Kräftefelder in Deutschland, Europa und der Welt vornehmen oder an neue Ideengeschichtliche Arbeiten anknüpfen.
  • Politics: Ansätze zu Machträumen und Wirkungen im Spiegel von Willensbildungs- und Entscheidungsbildungsprozessen.

Beispiele:
Zum Verhältnis von Freiheit und Sicherheit der Gründung der Sozialdemokratie fokussieren, das je nach Zeitraum der Untersuchung unterschiedlich ausgeleuchtet werden kann. Dies können Untersuchungen zu innerparteilichen Aushandlungen bei der Auseinandersetzung mit Extremismus und Terrorismus seit den 1970er Jahren sein, inter- oder transnationale vergleichende Studien, die Krisenregime sozialdemokratischer respektive Labour- Regierungen genauer beleuchten.

Gleiches gilt für Themen, die mit Terrorismusbekämpfung in Verbindung stehen, wie z.B. Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung und Schleierfahndung. Ebenso fehlen nach wie vor Arbeiten, die sich mit Fokus auf Soziale Demokratie(n) und ihre Bewegung um die Erforschung von Politiken und Politikfeldern zu den Stichworten Gender, Inklusion und Disability verdient machen.

Förderung:
Die Förderung erfolgt mit einem Vollzeitstipendium des Begabtenförderwerks der Friedrich-Ebert- Stiftung (FES). Mit der Strategie „Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt“ werden vor allem Studierende mit bildungsfernem Hintergrund, herausragender wissenschaftlicher Kompetenz und besonderem gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein materiell und ideell gefördert. Als politische Stiftung teilen unsere Stipendiat_innen einen sozialdemokratischen Wertekanon.

Fachliche Anbindung:
Gleichzeitig gehören zur Friedrich-Ebert-Stiftung eines der wichtigsten Archive zur Erforschung sozialer Bewegungen und die größte Gewerkschaftsbibliothek der Welt. Die Bedeutung des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) als Zentrum historischer Forschungen spiegelt sich nicht zuletzt in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte wider, die im Referat Public History des AdsD angesiedelt ist. Die Promotionsförderlinie erfährt dadurch eine direkte fachliche Anbindung.

  • Forschungen, die einen Blick auf Überwachung der SPD durch die Staatssicherheit ihrer Berliner Gliederungen werfen sowie die Beziehungen zu den verschiedenen Akteuren der Sozialdemokratie im Längsschnitt untersuchen, können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der FU Berlin eingebunden und hier auch von Professor Dr. Arnd Bauerkämper betreut werden.
  • Forschungen zur Arbeiterwohlfahrt können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der Deutschen Sporthochschule der Universität zu Köln eingebunden und hier auch von Professor Dr. Jürgen Mittag betreut werden.

Die Bewerbung erfolgt online:
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Zulassung zur Promotion ohne Auflagen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Das vorangegangene Studium sollte mit überdurchschnittlichem Ergebnis und zügig abgeschlossen sein. Neben der fachwissenschaftlichen Qualifikation wird ein ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Bei der Online-Bewerbung sollte der Bezug zum Promotionsprogramm im Motivationsschreiben ausdrücklich erwähnt werden. Der Bewerbungsschluss ist der 10. Januar 2018.
Weitere Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen sind hier zu finden unter:

Kontakt/Beratung:
Dr. Ursula Bitzegeio
Ref. Promotionsförderung , Doktorierendenprogramme und Wissenschaftliche Begleitveranstaltungen
Friedrich-Ebert-Stiftung
Godesberger Allee 149
D-53175 Bonn
Ursula.Bitzegeio(at)fes.de

Call for Panels: DVPW-Kongress 2018 „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ – Arbeitskreis soziale Bewegungen

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der nächste DVPW Kongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ statt.

Vorschläge für Panels im Rahmen des Arbeitskreises soziale Bewegungen mit Bezug zum Thema des Kongresses können bis zum 25.10. an die Sprecher_innen geschickt werden. Details zum Format der Vorschläge und zum Kongressthema finden sich im Call for Panels der DVPW.

Call for Contributions: Kolloquium Politik von unten – Programm Herbst/Winter 2017

– Scroll down for English –

Für das nächste Programm des Kolloquiums „Politik von unten“ laden wir alle Interessierten ein, bis zum 5. September ihren Vorschlag für einen Beitrag einzureichen.

Im Kolloquium diskutieren wir seit 2011 Forschungsprojekte und Texte zu kollektivem politischem Handeln. Dies umfasst unter anderem die Themen politische Mobilisierung, Protest, soziale Bewegungen und Revolutionen. Gleichzeitig soll das Kolloquium eine Möglichkeit sein, Forscher_innen mit ähnlichen Interessen regelmäßig zu treffen.

Das Kolloquium findet 14-tägig Montags um 18:00 Uhr im Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin statt. In der Regel wird im Vorfeld ein Text verschickt und als bekannt vorausgesetzt. Diskutiert werden zum einen Entwürfe von Aufsätzen/Kapiteln (vor der Publikation); zum anderen Forschungsprojekte, die den Entwurfsstatus überschritten haben. Die Texte sollten 20 Seiten nicht überschreiten.

Als alternative Formate sind auch kurze Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen möglich.

Wer einen Vorschlag einreichen möchte, kann dies direkt in dem folgenden EtherPad tun: https://pad.riseup.net/p/pvuprogrammII2017. Dort finden sich weitere Informationen zum Vorgehen und zum Kolloquium.

Mehr Informationen zum Kolloquium und zu den zurückliegenden Programmen auf der Kolloquiumsseite.

Bei Rückfragen stehen Simon Teune (simon.teune(at)gmail.com) und Jannis Grimm (jj.grimm(at)fu-berlin.de) zur Verfügung.

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Call for Contributions: Colloquium politics from below – program fall/winter 2017

Interested scholars are kindly invited to submit their proposal for a contribution to the fall/winter program of the colloquium ‚politics from below‘ by September 5th.

We have created the colloquium in 2011 to discuss research projects and texts tackling collective political action. We are looking for topics such as political mobilization, protest, social movements, and revolutions. The colloquium is also an opportunity to meet scholars with similar interests on a regular basis.

The colloquium takes place on every second Monday at 18:00 in the Center for Technology and Society at Technische Universität Berlin. Usually, we start our discussion right away based on a text that is circulated in advance. Texts may be draft chapters or articles as well as research proposals. For a dense discussion, less than 20 pages have proven to be most productive. Alternative formats include short presentations or moderated discussions.

If you want to propose a contribution, please leave your name, proposed title, and email-address for every date that fits your schedule in this EtherPad: https://pad.riseup.net/p/pvuprogrammII2017

For more information on the colloquium (in German) and past programs visit the colloquium’s website.

For questions regarding format and logistics, please contact Simon Teune (simon.teune(at)gmail.com) or Jannis Grimm (jj.grimm(at)fu-berlin.de)

Call for Papers Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 4. bis 6 . Oktober 2017, Organisation: Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in der DGPuK und Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität

Weltweit setzten und setzen sich feministische Aktivist*innen und Bewegungen für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein; dabei berufen sich (queer-, lesbisch-)feministische Bündnisse auf unterschiedliche Feminismen, wählen verschiedene Formen zur Artikulation von Protest und zielen dabei auf die Herstellung verschiedener Öffentlichkeit(en) : Selbstverständigung und politische Forderungen wurden und werden sowohl in Netzwerken im Privatraum als auch in alternativen öffentlich-politischen Kontexten ausgehandelt , dafür Öffentlichkeit hergestellt oder versucht, sie in bestehende Öffentlichkeiten hineinzutragen; bis heute werden hierfür verschiedene Kommunikationsformen und unterschiedliche Medien genutzt. Akteur*innen, ihr Medienhandeln und die dadurch erzeugten Räume konstituieren dabei unterschiedliche Öffentlichkeitsebenen, in denen verschiedene Strategien zur Durchsetzung von Themen zum Tragen kommen können; diese Kommunikationsformen und Strategien verändern sich unter den aktuellen Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten.
Aktivismus und Intervention in (queer-)feministischen Öffentlichkeiten stehen auf unterschiedliche Weisen in der Tradition historischer Emanzipationsbewegungen von Frauen* und waren stets begleitet von theoretischen Überlegungen und Erkenntnissen: Feministische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Öffentlichkeit haben beispielsweise deren Abgrenzung zur privaten Sphäre kritisch beleuchtet und das asymmetrische Machtverhältnis in den Blick genommen , auf dem eine solche Trennung beruht und die es stützt.

Im Zentrum der Jahrestagung der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main stehen feministische Kritik und Praktiken des Widerstands im medialen Wandel sowie die damit in Gang gesetzten Veränderungen im Verständnis und in der Formierung von Öffentlichkeiten. Dies wirft vielfältige Fragen auf: Welche Debatten prägen das feministische Verständnis von Öffentlichkeit(en)? Welcher Öffentlichkeiten bedienen sich feministische Akteur*innen und wie stellt sich das durchaus ambivalente Verhältnis zu traditionellen Massenmedien dar? Welche Rolle hat der feministische Journalismus in der Geschichte der Frauen*bewegungen bis heute gespielt? Welchen Herausforderungen müssen sich Frauen*bewegungen und queer-feministische Interventionen historisch und gegenwärtig stellen? Was bedeutet die Infragestellung von Geschlechterkategorien für feministische Handlungsmacht und die Artikulation feministischer Forderungen in medialen Öffentlichkeiten? In welcher Form finden feministische Forderungen und Positionen in fiktionalen, non-fiktionalen und sozialen Medien Verbreitung? Und wie werden diese rezipiert?
Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppen Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Universität Frankfurt am Main widmet sich diesen und weiteren Fragen unter dem Titel „Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel“.
Im Rahmen der Tagung laden wir dazu ein, Fragestellungen nach dem Verhältnis von Feminismus und Öffentlichkeit insbesondere entlang von drei Themenfeldern nachzugehen:

Themengebiet 1: Frauen*bewegungen in historischer und aktueller Perspektive
Im Zuge der historischen und neuen Frauenbewegung en entstanden zahlreiche feministische Initiativen und Gruppen, die sich gegen die Diskriminierung von Frauen* richteten und ein verändertes gesellschaftliches Frauenbild präsentierten. Ulla Wischermann hat beispielsweise gezeigt, wie es den historischen Frauenbewegungen gelang, ihre Forderungen nach Frauenwahlrecht und Sexualstrafrechtsreformen durchzusetzen, obwohl sie damals noch von der Teilnahme an der bürgerlichen Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Dabei griffen die Frauenbewegungen auf vielfältige Medien und Kommunikationsformen zurück, angefangen von Tagebüchern und Briefen, über Vorträge und Vereinspresse bis hin zur Ansprache der Massenmedien. Feministische Publizist*innen und Journalist*innen spiel(t)en für den Erfolg der Bewegungen eine tragende Rolle. Entscheidend für die Herstellung feministischer Öffentlichkeit, die sich als Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur formierte, waren die meist regionalen Frauenzeitschriften und der Rundfunk. Mittlerweile ist das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten und kommunikativen Foren dazu getreten, in dem sich (queer-)feministische Gegenöffentlichkeiten bilden, die ebenso die traditionelle Öffentlichkeit der Massenmedien und des Parlaments erreichen können. Die Debatte um (queer-)feministische Anliegen findet heute vermehrt im Wechselspiel zwischen alten und neuen Medien statt. Es stellen sich somit u.a. folgende Fragen:

  • Welcher Interventionen bedienen sich Frauen*bewegungen in unterschiedlichen Ländern und/oder transnational sowohl in historischer als auch aktueller Perspektive?
  • Welche Unterschiede und Parallelen zeigen Vergleiche von aktuell en zu früheren Aktionsformen der Frauen*bewegungen?
  • Wie werden Zugehörigkeiten zu Frauen*bewegungen verhandelt und wie wird eine gemeinsame Identität konstruiert und zugleich Diversität ausgehandelt?
  • Wie stellt sich das Verhältnis von Journalismus und Feminismus dar?
  • Welche Methoden bieten sich zur Erforschung sowohl historischer als auch aktueller Frauen*bewegungen an?

Themengebiet 2: (Queer- )Feministische Bewegungsöffentlichkeiten und Bewegungsmedien
Feministische Bewegungen und feministische Protestformen haben sich seit dem Beginn der Frauenbewegung en vielfältiger Kommunikationsformen und Medien bedient. Gegenwärtig sind es vielfach digitale Medien, die der Mobilisierung, Selbstverständigung aber auch als Orte des Protests dienen. Dabei sind es beispielweise (queer-)feministische Zines, die eine immer größere Verbreitung erfahren. Ein „communicative turn“ in den Repertoires feministischer Bewegungen äußert sich in einer Entwicklung von einem Offline- zu einem Online-Aktivismus sowie von einer kontinuierlichen Mobilisierung von Bewegungsöffentlichkeiten hin zu einzelnen Protesten und Kampagnen. Feministische, queere und postkoloniale Theoretiker*innen weisen auf die Möglichkeiten dezentrierter Öffentlichkeiten hin, die etablierte Strukturen in Frage stellen und vielfältigen gesellschaftlichen Interessen und Erfahrungen eine Stimme verleihen können. Gleichzeitig werden feministische Interventionen und Frauen*bewegungen in den traditionellen Medien thematisiert; oft jedoch so, dass deren kritische Perspektive auf strukturelle Ungleichheiten verloren geht . Somit entstehen u.a. folgende Fragestellungen, die wir zu diskutieren einladen:

  • Welche Bedeutung haben Bewegungsmedien für feministische Interventionen?
  • Wie werden (Bewegungs-)Öffentlichkeiten hergestellt und welche Rolle spielen Emotionen und Affekte für diese Bewegungen?
  • Wie verändert sich durch sogenannte Ad-Hoc-Öffentlichkeiten und flüchtige Zusammenschlüsse vor allem im Internet politisches feministisches Handeln?
  • Wie werden feministische Protestartikulationen von den Massenmedien und in sozialen Medien aufgegriffen und gerahmt? Wie werden sie rezipiert?

Themengebiet 3: Gegenangriffe: Antifeministische Öffentlichkeiten
Neben feministischen und emanzipatorischen Öffentlichkeiten und Bewegungen sind es jedoch auch antifeministische Bewegungen, die sich verstärkt öffentlich artikulieren und in und durch Medien agieren. Gegenwärtig zeigt sich ein Antifeminismus bzw. „Anti-Genderismus“, der nationalkonservative und rechtsextreme Einstellungen und Politiken in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern verbindet. Die darin enthaltenen antifeministischen Anfeindungen polemisieren oft pauschal gegen einen als einheitlich wahrgenommenen bzw. als uniform konstruierten Feminismus, unter den sowohl jegliche gleichstellungspolitische Maßnahmen als auch Gender Studies und Queer Theory undifferenziert subsumiert werden. Diese Anfeindungen sind nicht neu, deutlich erkennbar ist die historische Dimension antifeministischer Haltungen; bereits im Kaiserreich gab es eine gut vernetzte Abwehrbewegung gegenüber Frauenrechtlerinnen. Diskutieren möchten wir u.a. die folgenden Fragen:

  • Welcher Öffentlichkeiten, medialen Netzwerke und Argumentationsmuster bedient(e) sich der historische und aktuelle Antifeminismus?
  • Wie lassen sich Kenntnisse über die Dynamiken in digitalen Öffentlichkeiten für das Verstehen antifeministischer Hate Speech nutzbar machen?
  • Welche Wirkungen und Folgen haben antifeministische Angriffe in Bezug auf individuelle Akteur*innen und sowie auf die Handlungsspielräume von queer-feministischen Bewegungen in verschieden en Öffentlichkeiten?
  • Schließlich, darüber hinausgehend, welche Strategien im Umgang mit antifeministischen Akteur*innen und Gruppierungen sowie welche (medialen) Gegeninitiativen und Interventionen in antifeministische Öffentlichkeiten gibt es?

Tagungsablauf
Die Tagung findet anlässlich der Verabschiedung von Ulla Wischermann an der Goethe – Universität Frankfurt am Main statt. Sie wird am Mittwoch, dem 4. Oktober, abends mit einem Get together eröffnet und endet am Freitag, dem 6. Oktober, am frühen Nachmittag. Genaue Angaben zu Programm, Veranstaltungsort, Anreise, Unterkünften etc. werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Einreichung von Abstracts
Willkommen sind Vorschläge für 15 bis 20- minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für Panels und innovative Diskussionsformen zu der im Call umrissenen Thematik. Wir bitten Sie, Ihren Vorschlag per E-Mail bis zum 30. April 2017 in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000 bis 6.000 Zeichen) einzureichen und einem der drei Themengebiete zuzuordnen. Besonders freuen wir uns über Vorschläge von Nachwuchswissenschafter*innen. Weiter besteht für Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit, Qualifikationsarbeiten (Masterarbeiten oder Dissertationen) als work-in-progress für einen Workshop des wissenschaftlichen Nachwuchses einzureichen. Ein entsprechender Call wird gesondert verschickt. Bitte senden Sie Ihr Abstract an Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke(at)sbg.ac.at). Die Vorschläge werden in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet. Deshalb sind die Abstracts mit einem Deckblatt zu versehen, auf welchem der Beitragstitel sowie Name und Adresse des/der Einreichenden vermerkt sind. Bis Anfang Juni 2017 werden wir über die Annahme der Beiträge informieren.

Für das Organisationsteam in Frankfurt/Main Dr. Marianne Schmidbaur Für die Fachgruppe Dr. Ricarda Drüeke Dr. Elke Grittmann

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for Contributions: RIOTS – Violence as politics? International Conference, 19-20 May 2017, Berlin, Organizers: Working Group Riots within the Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb)

“Riots” continue to make headlines in the media, usually as a violent reaction to occurrences of police brutality, or in the context of broader political protest and movement mobilizations as, for example, in demonstrations turning violent or movements applying both violent and non-violent forms of action as given in the context of the “Nuit Débout” protests directed against the labour market reforms 2016 in France. However, all too often the notion of “riots” is used in a seemingly self-evident way, leaving more questions than answers. While there have arguably been new developments in conceptualizing and studying riots in recent scientific publications, this critical observation still holds true not only for discourses on riots in the mass media, but also for many scientific contributions dealing with riots in one way or the other.

Apart from describing clashes with the police, sometimes involving attacks on private or public property, looting or arson, there is no shared definition of the term “riots”, nor is there an agreement on how to study riots, their effects concerning social change or processes of political subjectivation. With its focus on durable organizational frameworks and long-lasting processes of mobilization, the research on social movements often excludes the seemingly spontaneous, unorganized and violent forms of action. The fact that rioters may not always articulate their demands in conventional ways, like offering messages and claims on signs and leaflets, seems to further interfere with their inclusion into Social Movement Studies. On the other hand, when riots are addressed through the lens of collective violence, they are often dealt with as one form of violent group behavior among others, thereby disregarding the specific motivational and structural aspects regularly involved in the emergence of riots. Therefore, both Social Movement Studies as well as research on (collective) violence often still exclude riots as a subject of research, or they tend to describe riots as somehow apolitical phenomena. Even when social inequality is acknowledged as a causal factor, studies often describe riots as a fatalistic reaction to social circumstances and living conditions, thus failing to recognize rioters as political subjects and the processes of political subjectivation involved.

Following up on the Riot-Workshop series of the Arbeitskreis Riot (AK Riot) at the Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) in Berlin, we are pleased to invite you to the 6th workshop as part of the international two-day conference “Riots. Violence as politics?”.

We want to discuss with you riots as a concept and phenomenon and therefore give room for presentations of your research regarding riots. We would like to invite you to send us a short proposal for a presentation on the following (or related) questions:

The pros and cons of the term “riot”
The term “riot” contains the terminological danger of unifying social phenomena that differ in their forms, contents and backgrounds. Against this backdrop, the term “riot” can be put into question: is the term as such scientifically capable of grasping forms of protest that are outside established forms of political articulation? Or would it be more reasonable to abandon the notion of “riots” and adopt other terminological concepts such as “collective violence”? For example, it could be argued that reading riots as a form of collective violence refers to a comparably low common denominator of different social phenomena, but avoids transgressing historical and contextual specificities and differences.

Riots and violence
What is the role of violence in riots? How can we understand different forms of violence in relation to riots? How can violence be conceptualized as a form of action? Can violence in the context of riots be understood as a means of communication? What role do violent actions play for the representation of riots in the public discourse?

Riots and political subjectivation
Why do people participate in riots? Are riots to be understood as a rejection of representational forms of political involvement? Are riots even political at all? What kind of political subjectivity do riots presuppose? How do they affect or constitute processes of political subjectivation?

Riots and social movements
How can we understand and conceptualize the relation between social movements and riots? How can riots be fruitfully included in Social Movement Studies? Can riots be a starting point for the formation of more organized and lasting collective actors? How do social movement organizations position themselves in relation to riots and other forms of violent action?

We warmly welcome presentations of your research projects, bachelor or master theses, PhD chapters or proposals, article drafts or other scientific work in progress. If you want to present and discuss your work and ideas, please submit your proposal (1-2 pages) to riot_workshop(at)riseup.net until 15 March 2017. The workshop as well as the conference will be held in English, so both your proposal or draft paper as well as the presentation should be in English. In order to have enough time to discuss all contributions, your presentation should not exceed 20 minutes.

If you would like to participate without holding a presentation, please let us also know until 31 March 2017. In case you have any questions, please do not hesitate to contact us. We are looking forward to hearing from you!

Janna Frenzel, Philippe Greif, Fabian Klein and Sarah Uhlmann
(Organizational team / AK Riots )

In cooperation with
Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb), Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG), TU Berlin

Funded by
Hans Böckler Stiftung

Download: Call as pdf document

Ausschreibung von drei Promotionsstipendien in der Nachwuchsgruppe „Protest und Reform in der globalen politischen Ökonomie aus der Perspektive einer postkolonialen Politikforschung“, Universität Kassel

Die Nachwuchsgruppe untersucht die Auswirkungen der globalen Protestbewegung seit den 1990er Jahren auf institutionelle Reformen in der globalen politischen Ökonomie (z.B. von Weltbank, IWF, WTO) unter Anwendung postkolonialer Konzepte.

Die neoliberale Globalisierung der Ökonomie hat aufgrund ihrer negativen sozialen, politischen und ökologischen Konsequenzen in den 1990er Jahren zu einer neuen globalen Protestbewegung geführt. Diese manifestierte sich in den zahlreichen Protesten gegen die Institutionen der globalen Wirtschaftspolitik, allen voran Weltbank, IWF und WTO (wie in Genf 1998, Seattle 1999, Prag 2000 oder Genua 2001), aber auch im Netzwerk Peoples‘ Global Action (PGA), im Weltsozialforum von Porto Alegre oder in attac. Die Nachwuchsgruppe untersucht die Auswirkungen dieses Protests in Form von Reformen in der globalen politischen Ökonomie, insbesondere in den drei erwähnten Organisationen. Dabei sollen Konzepte der postkolonialen Studien zur Anwendung kommen, wie z.B. Othering und Orientalismus (Said), subalterne Artikulation und Repräsentation (Spivak), Provinzialisierung Europas (Chakrabrty) und Hybridität (Bhabha). Mögliche Themenfelder der Dissertationen sind z.B. die Reform der Strukturanpassungsprogramme oder die Etablierung des Inspection Panels der Weltbank, der Vorschlag eines Staateninsolvenzverfahrens im IWF, die TRIPs-Reform in der WTO oder die Auseinandersetzung um eine Devisentransaktionssteuer oder multilaterale Investititionsabkommen.
Ausschreibung von 3 Promotionsstipendien

Im Rahmen der von der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Kassel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften eingerichteten Nachwuchsforschungsgruppe sind zum 1.10. 2017 drei Promotionsstipendien in Höhe von 1.450 € monatlich für eine Laufzeit von maximal drei Jahren zu vergeben.
Über die Stipendien wird nach den Auswahl- und Förderungskriterien der Hans-Böckler-Stiftung entschieden. Bewerber*innen müssen einen überdurchschnittlichen Studienabschluss sowie ein gewerkschaftliches oder gesellschaftspolitisches Engagement nachweisen.
Die Bewerbungsunterlagen der Hans-Böckler-Stiftung finden Sie auf den Seiten der Stiftung. Diese sind zusammen mit einem Kurz-Exposé (ca. 3 Seiten) einzureichen, in dem das geplante Vorhaben skizziert und in das Forschungsprogramm der Nachwuchsgruppe eingeordnet wird. Wenn Sie in die engere Auswahl kommen, ist nach Absprache ein reguläres Exposé (ca. 10 Seiten) nachzureichen. Ein Gutachten muss nicht eingereicht werden, dieses wird für Sie zu einem späteren Zeitpunkt durch den Leiter der Nachwuchsgruppe erstellt.
Einreichungen sind bis spätestens zum 28.2.2017 zu senden an Prof. Dr. Aram Ziai.

Download: Die Ausschreibung als pdf-Datei

Call for Papers für ein Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen: „Soziale Bewegungen und industrielle Beziehungen“, Herausgeberinnen: Sabrina Zajak und Britta Rehder (Ruhr-Universität Bochum)

In den industriellen Beziehungen wurden die Gewerkschaften als soziale Bewegungen wiederentdeckt. Die Literatur über gewerkschaftliche Revitalisierung und „social movement unionism“ knüpft bisher allerdings nur sehr lose an die theoretischen Konzepte und empirischen Befunde der Bewegungsforschung an. Dies lässt eine grundlegende und umfassendere Analyse der Beziehungsgeflechte zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften auf der einen sowie Versuche der Integration der industriellen Beziehungs- und Bewegungsforschung auf der anderen Seite unterberücksichtigt. Zudem werden soziale Bewegungen meist nur in ihren Interaktionsbeziehungen mit den Gewerkschaften untersucht, nicht aber in ihrem Zusammenspiel mit der betrieblichen Arena der Arbeitsbeziehungen. So wissen wir bisher kaum etwas darüber, ob Forderungen sozialer Bewegungen nach mehr Partizipation und Demokratisierung von Unternehmen dazu beitragen, etablierte Mitbestimmungsstrukturen entweder zu stärken oder aber zu verdrängen bzw. zu ersetzen. Der Austausch und Dialog zwischen den Forschungsgebieten ist in dem Maße relevant, in dem die Bedeutung sozialer Bewegungen im sozialen und politischen Prozess weltweit (wieder) zu wachsen scheint. Nicht wenige Beobachter/innen sehen Kooperationen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Zeiten kontinuierlicher Krisen als Kernelement einer Gegenbewegung und als wichtiges Heilmittel gegen die Auswüchse neoliberaler Globalisierung und deren wirtschaftliche und politische Krisendynamiken. Dabei lassen sich Allianzen in verschiedenen Themenfeldern auch jenseits der Erwerbsregulierung feststellen, z.B. in Handels- und Austeritätsprotesten ebenso wie in den Bereichen (globaler) Umweltregulierung, der Energiewende, der Flüchtlingspolitik oder im Kampf gegen Rechtspopulismus- und -extremismus. Gleichzeitig ist es nicht selbstverständlich, dass es zu Bündnissen kommt, und wir wissen bisher wenig darüber wie und unter welchen Bedingungen ideologische Differenzen, unterschiedliche historische Entwicklungspfade und Konkurrenzverhältnisse zwischen unterschiedlichen Organisationsformen überwunden werden.

In dem geplanten Schwerpunktheft sollen daher sowohl empirisch als auch konzeptionell-theoretisch angelegte Beiträge zum Thema ‚Industrielle Beziehungen und soziale Bewegungen’ veröffentlicht werden. Diese können und sollen mit fachlich unterschiedlichen Perspektiven arbeiten (z.B. Soziologie, Politikwissenschaft, Gender Studies, Wirtschaftswissenschaften, Ethnologie, politische Ökonomie, Geschichtswissenschaften, Arbeitsrechtswissenschaft). Auch international bzw. transnational angelegte oder komparative Beiträge sind sehr willkommen. Die Manuskripte könnten beispielsweise die folgenden Themen adressieren und kombinieren:

Theorieintegration

Welche theoretischen Konzepte der Bewegungsforschung sind besonders anschlussfähig und gewinnbringend für die Perspektive der industriellen Beziehungen? Was können beide Bereiche voneinander lernen? In der Bewegungsforschung spielen z.B. Theorieschulen eine große Rolle, die im weitesten Sinne den interpretativen oder konstruktivistischen Ansätzen nahe stehen (z.B. Framing). Diese werden in der Literatur über industrielle Beziehungen bisher nur sehr zögerlich rezipiert. Wie ist das zu erklären, und lässt sich die Theoriedivergenz in fruchtbarer Weise überwinden?

Kooperation und Konflikt zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen:

Gibt es Themenbereiche, Politikfelder und Kontextbedingungen, die Allianzen wahrscheinlicher machen? Welchen Einfluss hat die nationale und/oder sektorale institutionelle Verfasstheit der Systeme der Arbeitsbeziehungen auf die Entstehung von Konflikt oder Kooperation? Machen ein starker Staat und/oder organisationsmächtige Verbände (bzw. die Abwesenheit dieser Faktoren) einen Unterschied? Welche Institutionalisierungsgrade von Kooperation lassen sich feststellen und wie lassen diese sich begründen? Welche Themenhierarchien, ideologischen Diskrepanzen, und (Macht-)Konflikte lassen sich innerhalb von Allianzen beobachten? Gibt es Gewerkschaften oder Bewegungen, die besonders resistent gegenüber Kooperation sind und warum?

Soziale Bewegungen und betriebliche Arbeitsbeziehungen:

Inwiefern tragen soziale Bewegungen zur Schaffung neuer Partizipationsformen am Arbeitsplatz bei? Ergänzen diese die etablierten Mitbestimmungsstrukturen oder stehen sie in Konkurrenz? Welche Rolle spielen Betriebsräte in den und für die Interaktionsbeziehungen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, z.B. im Fall unternehmenszentrierter Kampagnen? Unter welchen Bedingungen fördern sie die Kooperation der Gewerkschaften mit Bewegungsakteuren, in welchen Fällen treten sie als Bremser auf? Lassen sich Muster feststellen bzgl. verschiedener Betriebsratstypen? Und sind Fragen des Konflikts bzw. der Kooperation auch relevant und ertragreich in Bezug auf die Management- und Arbeitgeberseite? Lassen sich Fälle identifizieren und erklären, in denen Koalitionen mit sozialen Bewegungen und gegen die Arbeitnehmerinteressen geschlossen werden?

Mehrebenendynamiken:

Ist Kooperation zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen auf lokaler oder globaler Ebene wahrscheinlicher? Sind Kooperationen besonders dafür geeignet, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu mobilisieren? Welche Rolle spielen supranationale Akteure, z.B. Europäische Betriebsräte oder Dachverbände der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, für die Interaktionsbeziehungen?

Zu diesen (und verwandten) Themen erbitten wir bis zum 20.01.2017 zunächst ein Abstract (ca. 1-2 Seiten) mit Arbeitstitel, Fragestellung, methodischer Herangehensweise, evtl. verwendeter Datengrundlage sowie einer kurzen Erläuterung des theoretischen Bezugs des Beitrags als PDF- oder Word-Datei.

Zeitplan

Der Zeitplan sieht wie folgt aus:
20.01.2017: Einreichung der Abstracts
15.02.2017: Mitteilung über (Nicht-)Annahme
31.08.2017: Full papers liegen vor
31.10.2017: Gutachten liegen vor
31.12.2017: Ggf. Abgabe der Überarbeitung
31.01.2018: Ergebnis der Nachbegutachtung
28.02.2018: Letzte Überarbeitungen liegen vor
Ca. 15.04.2018: Erscheinen des Hefts

Abstracts bitte an Rainer Hampp Verlag: E-Mail: Hampp(at)RHVerlag.de

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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