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Mit dem diesjährigen Kongress der DVPW, der vom 25. bis 28. September in Frankfurt (Main) stattfindet, änderte sich erstmals auch das Procedere in der Programmgestaltung. Panels wurden nicht mehr von den einzelnen DVPW-Gliederungen (Sektionen und Arbeitskreise) organisert, sondern bei einer Programmkommission eingereicht und von dieser ausgewählt.

Die Calls zu diesen Panels hat die DVPW-Geschäftsstelle in einer Datei veröffentlicht. Bis zum 31. Januar können Vorschläge für Beiträge dann direkt bei den Panel-Organisator_innen eingereicht werden.

Bei den Sprecher_innen des AK soziale Bewegungen wurden 15 Panel zur Unterstützung eingereicht, neun davon wurden mit unserer Unterstützung eingereicht. Ausgewählt wurden schließlich drei offene Panels und ein Roundtable.

Wir freuen uns über Einreichungen für den Roundtable und in den offenen Panels:

Roundtable: Die entfernten Folgen sozialer Bewegungen

Veranstalter_innen des Roundtables: Sebastian Haunss (Universität Bremen), Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Sabrina Zajak (Ruhr-Universität Bochum)

Unterstützt von: Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft & AK Soziale Bewegungen

Soziale Bewegungen sind zentrale Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels. Die Arbeiter-, Frauen- oder Umweltbewegungen, die antikolonialen Befreiungsbewegungen, die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings oder die Bewegung des 15. Mai in Spanien, die faschistischen Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre und die rechtspopulistischen Bewegungen der Gegenwart haben in den jeweiligen Gesellschaften deutliche Spuren hinterlassen. In vielen Fällen haben soziale Bewegungen zumindest einige ihrer unmittelbaren politischen Ziele erreicht – wenn auch oft nicht sofort, sondern erst nach lange andauernden Auseinandersetzungen. Politische Institutionen und Organisationen haben sich unter dem Druck von Protesten gewandelt oder sind neu entstanden – wie zum Beispiel die Partei Die Grünen oder die Beteiligungsform der runden Tische. Darüber hinaus haben soziale Bewegungen kulturelle Wandlungsprozesse befördert, Subkulturen selbst hervorgebracht oder wesentlich beeinflusst und zu einem Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen beigetragen. Während die politischen Erfolge nicht selten nur von kurzer Dauer waren, können die kulturellen Auswirkungen sozialer Bewegungen langfristiger und weitreichender sein und selbst dann Spuren im kulturellen Gefüge von Gesellschaften hinterlassen, wenn Bewegungen bei der Durchsetzung ihrer konkreten Ziele nicht erfolgreich waren. Diese indirekten und langfristigen Spuren, die soziale Bewegungen hinterlassen, sind allerdings bisher höchstens punktuell erforscht worden, und sollen daher im Fokus des vorgeschlagenen Panels stehen.
Konkret sollen die Beiträge des Panels die folgenden Fragen entweder aus theoretisch-konzeptioneller oder empirischer Perspektive adressieren:

  • Wie lassen sich indirekte Wirkungen sozialer Bewegungen messen?
  • In welchen Bereichen zeitigen soziale Bewegungen langfristige Folgen, in welchen nicht?
  • Wie verändern vorangegangene Bewegungen die Bedingungen gegenwärtigen und zukünftigen Protests.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an haunss(at)uni-bremen.de, sabrina.zajak(at)rub.de und daphi(at)hsfk.de.

Panel: Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen

Veranstalterinnen des Panels: Dr. Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz
-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Dr. Antonia Witt (Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Soziologie der
internationalen Beziehungen

In den letzten Jahren lässt sich eine Vielzahl von Protesten gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse beobachten, die eine Rückkehr zu nationalen Identitäten und traditionellen Werten fordern. Nicht selten spielt dabei eine zentrale Rolle, dass das Internationale als Raum beschränkter Partizipationsmöglichkeiten – also begrenzter Demokratie – angesehen wird. Während das Internationale im Sinne kosmopolitischer Werte und Offenheit in diesen Protesten abgelehnt und eher als Gefahrenraum konstruiert wird, beziehen sich diese Proteste paradoxerweise gleichzeitig auf das Internationale, etwa indem transnationale Netzwerke und Ideen zur Mobilisierung genutzt werden oder explizit andere Internationale imaginiert werden.

Das Panel fragt nach der Imagination und Konstituierung des Internationalen in aktuellen reaktionären Protesten: welche Vorstellungen vom Internationalen werden in diesen Protesten evoziert? Inwieweit wird diesen Vorstellungen durch die eigene Praxis widersprochen? Und wie beeinflussen diese Proteste die Idee vom Internationalen anderer Gruppen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesen Beobachtungen für die Rolle von Wissenschaft in der öffentlichen Debatte ziehen, das Internationale (anders/besser) begreifbar zu machen?

Wir freuen uns über theoretische wie empirische Beiträge. Willkommen sind empirische Beiträge mit Einzelfall- oder vergleichenden Studien sowie Reflektionen über methodische, theoretische und praktische Grundlagen und Konsequenzen der Erforschung von Imaginationen des Internationalen.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an daphi(at)hsfk.de und witt(at)hsfk.de.

Panel: Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen

Veranstalter_innen des Panels: Dr. Ingmar Hagemann (Universität Duisburg-Essen) und Dr. des. Johanna Leinius (Universität Kassel)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Politik und Geschlecht

Viele soziale Bewegungen sind Grenzphänomene des Demokratischen: Von den 1968-Bewegungen bis zu queeren und feministischen Bewegungen weltweit, der Landlosenbewegung in Brasilien oder Pegida in Deutschland schließen sich Menschen außerhalb der etablierten Kanäle des demokratischen Systems zusammen, um ihre Forderungen oder ihre Kritik zu artikulieren.

Die Analyse dieser häufig an den Rändern des etablierten politischen Systems agierenden Bewegungen kann neue Perspektiven auf die Demokratie eröffnen. Soziale Bewegungen erproben alternative Formen politischer Praxis, artikulieren kritische Perspektiven auf Herrschaftsverhältnisse und tarieren das Sagbare und Machbare in der Demokratie neu aus. Demokratie erscheint aus dieser poststrukturalistischen Analyseperspektive stärker als gesamtgesellschaftliches, im Alltagshandeln kontinuierlich reproduziertes Phänomen und nicht vor allem als Prozess der politischen Einflussnahme über den Weg verfassungsrechtlicher Institutionen.

Eine solche Perspektive betrachtet Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt als konstitutiv für Gesellschaft. Sie bietet ein Theorie-Methoden-Set, um Demokratie in ihrer historischen Gewordenheit zu analysieren und die ständige Neuverhandlung ihrer Grenzen anhand der Praktiken und Artikulationen derjenigen nachzuzeichnen, die diese radikal in Frage stellen. Die Untersuchung dieses Wechselverhältnisses von Demokratie und sozialen Bewegungen bietet somit Einsichten in die Wirkungsweise von Demokratie und die Grenzen des Demokratischen.

Das Panel möchte poststrukturalistische Analysen versammeln, die in ihren Arbeiten besonders den Charakter sozialer Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen herausarbeiten, empirische Analysen mit gesellschaftstheoretischen Diskussionen verbinden, und dabei die enge, zum Teil auch spannungsvolle Verbindung von sozialen Bewegungen und Demokratie verdeutlichen. Wir erbitten kurze Abstracts von 300 Wörtern.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail -Adressen der Veranstalter/innen des Panels: ingmar.hagemann(at)uni-due.de und leinius@uni-kassel.de

Panel: Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten

Veranstalter_innen des Panels: Nicole Doerr (Universität Kopenhagen) und Simon Teune (TU Berlin)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen

Ein Merkmal rechtspopulistischer Strategien ist die Indienstnahme demokratischer Argumente gegen die liberale Demokratie. In den Deutungsangeboten von Pegida, AfD und traditionellen Akteuren der extremen Rechten verbindet sich ein verschwörungsideologischer Anti-Elitismus mit völkisch begründeten direktdemokratischen Forderungen. Tatsächlich ist es der neuen völkischen Akteurskonstellation gelungen, Bürger_innen zu aktivieren: Stimmen für die AfD rekrutieren sich zu großen Teilen aus der Gruppe der Nichtwähler_innen, Pegida und ähnlich gelagerte Proteste haben viele Teilnehmende zum ersten Mal auf die Straße gebracht. Wenn die neu aufgestellte Rechte mit einem demokratisch begründeten Angebot reüssiert, wie verändert das Konzepte einer an Menschenrechten und Vielfalt orientierten Demokratie

Das Panel lädt Beiträge ein, die sich der Herausforderung der Demokratie aus beiden Richtungen widmen. Auf der einen Seite ist für die neue Rechte zu klären, welche Vorstellungen von Demokratie hier entwickelt werden und inwiefern diese an frühere Phasen der extremen Rechten anschließen. Gibt es über die Rhetorik und das Versprechen der Repräsentation marginalisierter Positionen hinaus ein reales demokratisches Angebot? Auf der anderen Seite fragen wir danach, welche demokratischen Ideen und Praktiken dieser Entwicklung entgegengesetzt werden. Wie werden Grenzen des Sagbaren begründet? Wie werden Ausschlüsse und Ungleichheitsverhältnisse verhandelt? Und wie werden sie überbrückt, um zu inklusiven Entscheidungen zu kommen?

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag im Umfang von einer Seite bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail-Adressen der Veranstalter/innen des Panels: nd(at)soc.ku.dk und teune(at)ztg.tu-berlin.de.

Bei der Auswahl der Vorträge koordinieren sich die Veranstalter/innen mit Kolleg/innen in thematisch verwandten Panels, so dass die Zuordnung einzelner Vorträge zu einem anderen Panel vorbehalten bleibt.

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Call for Panels: DVPW-Kongress 2018 „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ – Arbeitskreis soziale Bewegungen

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der nächste DVPW Kongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ statt.

Vorschläge für Panels im Rahmen des Arbeitskreises soziale Bewegungen mit Bezug zum Thema des Kongresses können bis zum 25.10. an die Sprecher_innen geschickt werden. Details zum Format der Vorschläge und zum Kongressthema finden sich im Call for Panels der DVPW.

Deutschland zwischen parlamentarischer Repräsentation und sozialen Bewegungen. Wie verändern Forderungen nach direkter Demokratie die politische Teilhabe und welche neuen Partizipationsformen entwickeln sich jenseits von Parteien und Parlamenten? DGfP-Nachwuchstagung im Rahmen der Jahreskonferenz der DGfP zum Thema: „Standortbestimmung Deutschlands“, Politische Akademie Tutzing, Freitag, 15. November 2013, 9.00-12.30 Uhr, Inhaltliche Leitung: Dr. Saskia Richter, Universität Hildesheim

In den letzten Jahren ist in Deutschland der wachsende Wunsch der Bürger zu beobachten, an politischen Entscheidungen stärker teilhaben zu wollen. Zunächst demonstrierten „Wutbürger“ am Stuttgarter Bahnhof gegen steigende Kosten und den Eingriff in Natur und Stadtbild, später im Rahmen der internationalen Occupy-Bewegung gegen die Maßlosigkeit des Investmentbankings. Bürgerinitiativen werden angestrengt und sind erfolgreich: so etwa die Initiativen zum Transparenzgesetz in Hamburg und gegen Studiengebühren in Bayern. Vielfältige Phänomene deuten auf ein verändertes Verständnis und veränderte Ansprüche von demokratischer Teilhabe in Deutschland hin. Forderungen nach direkter Demokratie, aber auch nach mehr Mitsprache vor und während politischer Entscheidungsprozesse werden laut. Parteineugründungen wie die der Piratenpartei und ihre anfänglichen Erfolge belegen zudem eine gewisse Unzufriedenheit mit etablierten Parteien und ihrem Politikstil. Im Jahr 2013 wird gleichzeitig der 18. Deutsche Bundestag gewählt. Auch hier haben sich innerparteiliche Willensbildung und Vorgehensweisen im Wahlkampf verändert: Mit dem Web 2.0 erfolgen politische Partizipation und Engagement nicht mehr nur über die Stimmabgabe und in Vereinen direkt vor Ort sondern zunehmend auch in Online-Foren, Facebook und Twitter sowie innerhalb mancher Parteien wie zuerst bei den Piraten mit Liquid Democracy.

Im Rahmen der Nachwuchstagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) gehen wir der Frage nach wie diese Forderungen und Partizipationszusammenhänge die Politik in Deutschland verändern und wie sich im Zuge dessen, auch mit den Möglichkeiten neuer Kommunikationstechniken, neue Partizipationsformen in das Spannungsfeld zwischen
Repräsentation und direkter Demokratie sowie sozialen Bewegungen einfügen. Zusammenhänge mit der europäischen Verschuldungskrise sollen aufgespürt und falsifiziert werden. Es ist nicht auszuschließen, dass Proteste gegen Infrastrukturprojekte auch ohne die Krise stattgefunden hätten. Gleichzeitig bietet die europäische Krise mit Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland, Spanien und Portugal vor dem Hintergrund riesiger finanzieller Rettungspakete für zahlreiche Banken in Europa auch für die Bürger Deutschlands vielfach Gründe dafür, das bestehende politische System in Frage zu stellen und von Politik und Wirtschaft Rechenschaft zu verlangen. Einzelne Demonstrationszusammenhänge wären dann eher als Symptom denn als Ursache für den politisch-gesellschaftlichen Wandel zu deuten.

Willkommen sind Beiträge, die sich mit theoretischen Ansätzen sowie empirischen Analysen dem Thema nähern sowie sich mit Konzeptionen zu folgenden Themen mit Deutschlandbezug beschäftigen:

  • Theorien politischer Partizipation, direkte und repräsentative Demokratie
  • Studien zu Protestzusammenhängen mit Bezug zum Standort Deutschland
  • Online-Petitionen und Parlamente sowie dem Wandel parlamentarischer Arbeit
  • Innovative Partizipationsformen in Parteien sowie außerparlamentarische Partizipation jenseits bekannter Strukturen
  • Aktuelle soziale Bewegungen in transnationaler und/oder in historischer Perspektive

Interessierte (Promovierende und Postdoktoran_innen) schicken per E-Mail ein Abstract von max. 300 Wörtern inklusive eines Kurz-CV (max. 1 Seite) bis 31. Juli 2013 an Dr. Saskia Richter, Universität Hildesheim (saskia.richter(at)uni-hildesheim.de). Sie werden über die Annahme Ihres Beitrages bis zum 15. August 2013 informiert!

Der CfP als pdf-Datei

Donatella della Porta and Dieter Rucht (eds.): Meeting Democracy. Power and Deliberation in Global Justice Movements. Cambridge: Cambridge University Press 2013

dellaPorta & Rucht 2013The concepts of power and democracy have been extensively studied at the global, national and local levels and within institutions including states, international organizations and political parties. However, the interplay of those concepts within social movements is given far less attention. Studies have so far mainly focused on their protest activities rather than the internal practices of deliberation and democratic decision-making. Meeting Democracy presents empirical research that examines in detail how power is distributed and how consensus is reached in twelve global justice movement organizations, with detailed observations of how they operate in France, Germany, Italy, Spain, Switzerland and the UK. Written by leading political scientists and sociologists, this work contributes significantly to the wider literature on power and deliberative democracy within political science and sociology.

More information on the website of Cambridge University Press

Kongress der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft, Tübingen, 24.-28. September 2012

Im September 2012 wird in Tübingen der 25. Kongress der DVPW unter dem Titel „die Versprechen der Demokratie“ stattfinden. Angesichts der Demokratiebewegungen des letzten Jahres schreit das Kongressthema nach einem sichtbaren Beitrag aus der Forschung zu Protesten und sozialen Bewegungen. Die Proteste vom Stuttgarter Schloßpark, über den Tahrir-Platz bis zur Wall Street (und zuletzt auf den Straßen und Plätzen Moskaus) haben gezeigt, dass Demokratie auf der Straße eingefordert, erkämpft und neu erfunden wird. Das Versprechen der Demokratie treibt Menschen auch angesichts erschütternder Repression zur Teilnahme an Protesten. Es motiviert Protestierende überall auf der Welt, sich egalitär zu organisieren und Alternativen im Kleinen einzuüben.

Auf dem Kongress der DVPW organisiert der Arbeitskreis soziale Bewegungen zwei Panels und kooperiert bei einem weiteren mit der Sektion Internationale Politik. Wir hoffen auf viele Vorschläge für Vorträge und eine rege Beteiligung auf dem Kongress. Einsendeschluss für Abstracts zu möglichen Vorträgen ist der 1. März 2012. Die Themen sind im Einzelnen:

Demokratisierung der Demokratie. Eine Protestwelle zwischen Stuttgart 21 und Puerta del Sol
organisiert von Heike Walk und Simon Teune
In dem Panel sollen Beiträge diskutiert werden, die die Kritik an der repräsentativen Demokratie in den jüngsten Protestbewegungen in liberalen Demokratien analysieren. Ob Bahnhofsgegner_innen in Stuttgart, Wütende in Madrid oder Okkupist_innen in New York – alle diese Bewegungen zeichnen sich durch eine fundamentale Kritik am Funktionieren der Demokratie aus. Woran entzündet sich die Kritik, wie wird sie artikuliert und welche Alternativen scheinen in den Protesten auf?
CfP als Pdf

Demokratie als Schlachtruf. Zivilgesellschaftliche Mobilisierungen und Demokratisierungsprozesse
organisiert von Wolfgang Stuppert
Die Umbrüche im arabischen Raum in diesem Jahr zeigen einmal mehr, dass die Bürger_innen in autoritären Regimen durch Straßenproteste weitreichende Veränderungen einleiten und gestalten können. Das Panel soll Ansätze der Bewegungs- und Transitionsforschung in Dialog bringen, um Demokratisierungsprozesse zu verstehen, die von zivilgesellschaftlichen Akteuren angestoßen werden.
CfP als Pdf

Globale Opposition? Postnationale Governance und ihre KritikerInnen
organisiert in Kooperation mit der Sektion Internationale Politik von Nicole Deitelhoff und Simon Teune
Obwohl die Bedeutung zunimmt und weitreichende Entscheidungen der Kontrolle nationaler Parlamente weitgehend entzogen sind, ist ein Verständnis von Opposition in internationalen Governance-Arrangements noch weitgehend unterentwickelt. Welche Akteure von einzelnen Regierungen bis zu transnationalen Protestkoalitionen können hier als Opposition verstanden werden? Welche Legitimität kann Opposition in diesem Kontext beanspruchen? Und wie ist die Unterentwicklung transnationaler Opposition demokratietheoretisch zu deuten?
CfP als Pdf

Südkurier: „Jugend auf der Straße“ (Simon Teune)

Wiener Zeitung: „Gewalttätige Sprachlosigkeit“ (Simon Teune)

DPA: „Protestforscher: Krawalle sind Sozialrevolte“ (Simon Teune)

WDR5: „Internationale Jugendproteste“ (Simon Teune)

Zeit Online: „Der Gegner ist diffus“ (Interview mit Dieter Rucht)

An diesem Freitag findet zum dritten Mal das Kolloquium Politik von unten statt. Zum einen diskutieren wir einen bereits veröffentlichten Text von Viviana Uriona über den Kampf um die Gegenhegemonie in der argentinischen Mediendemokratie (in Leo Gabriel und Herbert Berger (Hrsg.): Lateinamerikas Demokratien im Umbruch. Wien: Mandelbaum Verlag 2009, S. 277-299). Zum anderen besprechen wir den ersten Entwurf für einen Zeitschriften-Artikel von Nina Ramid, Wolfgang Stuppert und Simon Teune zu „Protest und Demokratie. Einstellungen und Politisierungsprozesse der Gegner_innen von Stuttgart 21.“

Das Kolloquium findet Freitag um 17.00 Uhr im Wissenschaftszentrum Berlin (Raum B 002/003) statt. Mehr Details zum Kolloquium auf dieser Seite.

Brigitte Geißel: Kritische Bürger. Gefahr oder Ressource für die Demokratie? Frankfurt am Main und New York: Campus 2011

Ist politische Kritik ein Potenzial oder eine Gefahr für die Weiterentwicklung von Demokratien? Anders gefragt: Welche Bürgerorientierungen sind ideal für demokratische Entwicklung? Brigitte Geißel untersucht dieses Kernproblem der Demokratieforschung, wobei sie Kritik zweidimensional als Unzufriedenheit und als Kritikbereitschaft definiert. Geißel zeigt, dass die Verbreitung von Kritikbereitschaft positive Auswirkungen auf die demokratische Entwicklung hat, während das Ausmaß politischer (Un-)Zufriedenheit keine Effekte zeigt. Die Studie weist nach, dass kritikbereite Bürger als Potenzial für demokratische Entwicklung zu werten sind.

Details auf der Verlagsseite

ESA Research Network Social Movements in cooperation with ECPR Standing Group ‘Forms of Participation’ announce the ESA RN 25 Mid-Term Conference “Transnational Democracy: mobilization, organisation and communication” EUI, 20-21 January 2011

The second mid-term conference of the RN Social Movements will take place in Florence (It) at the European University Institute in January 2011. The workshop “Transnational Democracy: mobilization, organisation and communication” is jointly organised with the ECPR Standing Group on “Forms of Participation”, and aims at bringing together scholars with different disciplinary perspectives who are interested in the theme of democracy and organizational innovation in movements in transnational publics and pluralist societies.

The workshop addresses the transnational condition of participation in globalized societies and Europe’s multilevel polity to explore the cultural and political context for democracy and organization in social movements.

Theories of global democracy and political communication have addressed the potential of social movements to re-invent cultures of democracy and organization by creating transnational participatory publics and cross-border networks. New work on political sociology and protest shows the relevance of transnational citizen assemblies, public spaces and online forums as a promising field to explore democratic and organizational innovation created through collective action in pluralist polities and globalized societies. Contrasting low participation in electoral politics and political parties, comparative analysts of European integration note an increase in forms of transnational participation, reaching from interest groups over populist resistance and protests on issues such as social justice, climate change or privatization in the EU or at the global level. What is the democratic potential, and the access points to emerging transnational public spaces created in social movements, given structural and linguistic hurdles? How do social and political organizers build cultural strategies of translation, and which constraints do they face trying to communicate over ICT and/or organize joint collective action?

The workshop will bring together social movement scholars interested in democracy and cultures of participation with media scholars and political analysts of protest and comparative politics. When activists from different countries decide on joint protest on EU politics or frame their local events as part of global protest, they need very specific skills, resources and cultural practices to network with others or to reach a broader public. Transnational discourse settings also present challenging opportunities for institutional organizers of citizen assemblies or European policy-making to interact with protesters, NGOs and lobbyists. Workshop participants may explore how transnational protest activities and practices of communication transform traditional cultures of organizing, participating and decision-making in social movement groups or civil society institutions.

Paper givers may want to explore how the transnational context of action, or new media technologies and ICT environments transform traditional cultures of organizing, decision-making and protest in social movement groups and institutions.

We welcome papers with a focus on:

– challenges for democracy in globalized social movements (e.g. translation, communication)
– innovations in the organizing of (transnational) protest
– local networking, and (transnational) alternative media cultures
– citizen assemblies and online forums for public deliberation

Mehr Informationen im CfP (pdf)

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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