Call for Papers: Globale Proteste zwischen Organisation und Bewegung, PROKLA 177 (Dezember 2014)

Die seit 2011 weltweit entflammten Massenproteste, die ihren Anfang in den arabischen Ländern genommen haben, überraschten WissenschaftlerInnen wie AktivistInnen gleichermaßen. Trotz der umfassenden sozialen Proteste gegen die Globalisierung in den 2000er Jahren hätte vermutlich kaum jemand soziale und politische Proteste von derartigem Ausmaß oder gar den Fall starker autoritärer Regime wie in Tunesien und Ägypten erwartet. Die Dynamik der Proteste 2011 erfasste nicht allein die arabischen Länder. Gegen die Krise und Austeritätspolitik kam es zu spektakulären Mobilisierungen in Spanien, Griechenland, Portugal und den USA. In vielen weiteren Ländern fanden breite Proteste statt, in Israel, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Chile, England oder der Türkei. In zahlreichen Ländern werden Kämpfe um Energie geführt, 2012 kam es zu einer starken europaweiten Bewegung und Selbstorganisierung von refugees.

Die Gründe, Motive und unmittelbaren Anlässe waren oft unterschiedlich, ebenso die Logik der Proteste – vor allem, wenn man die Bewegungen und Aufstände in unterschiedlichen Weltregionen vergleicht. Doch die brutale Austeritätspolitik, mit der die politischen Eliten weltweit auf die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/2008 reagiert haben, sowie die (damit oftmals eng zusammenhängende) Tendenz zu einer fortschreitenden politischen Entdemokratisierung haben sich als wichtige Themenfelder für die aktuellen globalen Proteste herauskristallisiert.

Deutlich geworden ist aber ebenso, dass die Proteste – von wenigen Fällen abgesehen – kaum einen progressiven Politikwechsel erreichen konnten und in vielen Ländern weitgehend ausgesessen werden. Die Bewegungen des arabischen Frühlings haben fast überall massive reaktionäre Kräfte mobilisiert. Weder in Europa noch den USA haben die Proteste zu einer nennenswerten Veränderung der Austeritätspolitik geführt. Stattdessen lässt sich eine Brutalisierung beim Einsatz staatlicher Gewaltmittel und eine Aussetzung bzw. schleichende Aushöhlung rechtstaatlicher Elemente beobachten – zu Gunsten einer kleinen Gruppe von Vermögensbesitzern, Kapitaleignern und korrupten Eliten. In diesem Kontext ist auch keineswegs abwegig, die umfassende Beobachtung des internationalen Email-Verkehrs und anderer Kommunikationswege durch amerikanische Geheimdienste mit dem Versuch zu erklären, die Strukturen und Prozesse des Protestes, in dem soziale Medien eine gewichtige Rolle spielen, genauer im Blick zu behalten, und die grenzübergreifende Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten weiter auszubauen.
Vier Jahre nach Beginn des aktuellen Protestzyklus stellen sich damit vor allem folgende Fragen:

  • Zum einen ist unklar, inwieweit wir derzeit tatsächlich eine globale Protestwelle im Sinne eines zusammenhängenden transnationalen Bewegungszyklus erleben: Wie eng ist der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen pro-demokratischen Protestbewegungen, die in den vergangenen Jahren in verschiedenen Weltregionen entstanden sind? Worin bestehen die Wechselwirkungen zwischen Bewegungen und Aufständen in verschiedenen Ländern? Wie ist der Austausch zwischen den Bewegungen organisiert und welche Impulse geben sie sich wechselseitig? Wie lässt sich andererseits das Ausbleiben größerer Protestbewegungen, beispielsweise in Irland, erklären?
  • Darüber hinaus gilt es zu klären, welche neuen Protestformen in den vergangenen Jahren entstanden sind und wie diese sich in ihren jeweils spezifischen Kontexten organisieren: Wo haben die aktuellen Bewegungen ihre Vorläufer? In welchem Verhältnis stehen sie zu ‘klassischen’ Akteuren wie Gewerkschaften und Parteien? Wie haben insbesondere Bewegungsorganisationen wie Attac, bewegungsnahe NGOs oder Gewerkschaften auf die Proteste reagiert? Und welche Rolle spielen Soziale Medien in diesem Prozess? Entstehen neue Verhältnisse zwischen sozialen Bewegungen und linken Parteien und linken Regierungen und was sind ihre Handlungsspielräume?
  • Auf welche Schwierigkeiten die neuen Proteste gestoßen sind: Welche eigenen Formen der Organisierung können sie finden und Bewegungspolitik konsolidieren? Welche Rolle spielen ein theoretisch verkürzter Antikapitalismus oder auch idealistische Vorstellungen von Staat, Recht und Nation im Hinblick auf mögliche Schwächen aktueller Proteste?
  • Schließlich ist der Blick auch auf Gegentendenzen zu richten: Wie nimmt die Gesellschaft die Bewegungen auf und versucht, sie zu absorbieren und zu normalisieren? Welche reaktionären Gegenbewegungen entstehen und welche Rolle spielen sie (rechtspopulistische Kampagnen gegen Migration, gegen Steuern, gegen die Schwulenehe, gegen die Abtreibung)? Was ist an neuen Formen staatlicher Gegenmaßnahmen bis hin zu harten Repressionen zu beobachten?

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 7. April 2014 ein. Die fertigen Artikel sollen bis zum 1. September 2014 vorliegen und einen Umfang von 48.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten und Literaturverzeichnis) nicht überschreiten.

Zusendung bitte als word- oder RTF-Datei an demirovic(at)em.uni-frankfurt.de, etienne.schneider(at)posteo.de, henrik.lebuhn(at)wbk.in-berlin.de und redaktion(at)prokla.de.

ViCe, the interdisciplinary PhD programme Visual Culture at the University of Graz, encourages ethnographic study of social movements with a focus on, but not restricted to cities in south-eastern Europe. A team of three or four PhD students will be supported in applying for a joint DOCteam grant at the Austrian Academy of Sciences (ÖAW).
With this call, we are looking for researchers who are exploring this field, prepared to work in an interdisciplinary team and wish to direct attention to visual aspects of protest.

If you are interested, please send a short outline of your PhD project (1-2 pages), CV and covering letter until April 30th, 2014 to marion.hamm(at)uni-graz.at. The joint grant application to ÖAW will be finalised in August and September, deadline for submission at ÖAW is October 31st, 2014. If accepted, the grant would start in April 2015 and run for 3 years.

For formal requirements of ÖAW, please refer to their website, section DOCteam. Thematic requirements are outlined below. If you have any questions on the PhD programme Visual Culture, on supervision or subject area, please do not hesitate to contact me at marion.hamm(at)uni-graz.at.

Project outline: Performativity and Visibility. Visual Forms of Protest in urban social movements in Southeastern Europe

Visual forms of expression are firmly established in modern protest movements’ action repertoire. Red flag, human chain or colourful tent city; poster, banner, digital image or public performance: Such are the visuals used by social movements across time and space, such as the historical labour movement, the new social movements or the present post-identitarian movements. Nevertheless, investigation of the visual dimension of protest and its practices is still at an early stage.

By establishing a DOCteam, the PhD programme Visual Culture seeks to address this desideratum. In interdisciplinary collaboration, the envisaged DOCteam will draw, amongst others, on cultural anthropology, political science, history, southeastern European studies, religious studies and intercultural theology as well as social movement studies. Supported by the expertise available in ViCe, the DOCteam will put these approaches into interaction to develop analyses of protest with a focus on the explanatory power and potency of visual aspects.

Depending on individual PhD projects, the research period stretches roughly from the 1980s up to the present. As research fields, cities in Greece (e.g. Athens, Thessaloniki) and on the territory of former Yugoslavia (e.g. Belgrade, Pristina) are stipulated. Comparative studies of cities in neighbouring regions (e.g. Vienna, Prague) will also be considered. By focusing on south eastern European cities, ViCe aims to contribute to a decentralisation of social movement studies, which to date is still heavily transatlantic in its orientation.

All individual PhD projects will take a qualitative approach to the chosen city/cities, using ethnographic methods to approach their field (field research, participant observation, qualitative interviews) and hermeneutic methods of interpretation. They may also draw on archival sources. A working knowledge of the respective regional languages is indispensable for this approach.

The proposed interpretative and contextualising studies of visual protest repertoires in urban space will tackle research questions concerning adoption and functions of visual forms of protest. They will explore how they take effect in activist methods of mobilisation, in the affective construction of political subjectivities, in interaction with urban space and in the cross-regional circulation of conflict.

DOCteam Profile and Supervision

The individual PhD theses in this DOCteam will be supervised by Johanna Rolshoven (professor of cultural anthropology), Karl Kaser (professor of south-eastern European history/anthropology), Basilius J. Groen (professor of liturgical studies) und Florian Bieber (professor of political science/history/south-eastern European studies), all at the University of Graz.

PhD candidates will be able to draw on the expertise gathered in the PhD programme ViCe first for their grant application and later for their research process. An established space of interdisciplinary debate, ViCe incorporates influences from feminism, gender- and media studies, structuralism and post-structuralism, objective hermeneutics, critical theory and post-operaism. Contacts with relevant institutions abroad are also available.

In correspondence to ViCe’s receptiveness for a wide range of theoretical approaches, the academic profile of the future members of the DOCteam is considerably open. Besides excellent academic qualifications, a disposition to engage in interdisciplinary reflections on the visual dimension of protest throughout the research process, experience with ethnographic, interactive and dialogic research methods, and a working knowledge of the relevant languages are essential.

According to the formal requirements for a DOCteam grant at the Austrian Academy of Sciences, applicants must be younger than 30 years at submission date, or they must have completed their MA course later than Jan 1st, 2010. They also must be prepared to spend six months at an institution outside Austria. The PhDs will be situated at the University of Graz. The grant amounts to an annual 35000 Euro per person for 36 months.

We are looking forward to receiving your PhD outlines, CVs and covering letters until April 30th, 2014.

Johanna Rolshoven, Karl Kaser, Florian Bieber, Basilius Groen, Marion Hamm

Prof. Johanna Rolshoven (ViCe spokesperson)
Prof. Karl Kaser (ViCe deputy spokesperson)
Prof. Florian Bieber (ViCe member)
Prof. Basilius Groen (ViCe member)
Dr. des. Marion Hamm (ViCe coordinator)

The Centre for European Research at the University of Gothenburg (CERGU), Sweden, is pleased to announce the opening of 3 two-year postdoctoral research positions.

CERGU promotes cross-disciplinary research on a broad range of European issues, but there are certain thematic areas in which we currently have a stronger profile. These areas include Cultural Borders and Identity, Migration, Global Europe, Societal Challenges and Actors, and EU Institutions. These themes are described in more detail on the CERGU website.

CERGU welcomes research that is situated in, but also collaborates with the fields of humanities, social sciences, as well as economy and law. Applicants are asked to explain how their proposed research can benefit from, and/or contribute to, the CERGU-environment as a whole and our specific thematic areas in particular.
For more information about CERGU, please visit our website and Facebook page.

More details, including the application process, can be found here.

Deadline for application: May 5, 2014

Call for Papers: Mediatisierung von Protesthandeln. Digitale Praktiken und die Transformation der Ordnung der Repräsentation, Sektionsveranstaltung der Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie auf dem DGS-Kongress in Trier, im Oktober 2014

Im wissenschaftlichen Diskurs werden zeitgenössische Protestpraktiken mehr und mehr hinsichtlich des Einsatzes von digitalen Medien zur Mobilisierung, Selbstverständigung, Inszenierung und Aufbereitung von Protest thematisiert. Zunehmend spielen dabei zwei Dimensionen eine Rolle: Die Transmedialität und Transnationalität des Medienhandelns. Protestakteur_innen beschränken sich längst nicht mehr auf einzelne Medienformate, um ihrem Anliegen Aufmerksamkeit zu verschaffen, sondern nutzen eine Vielzahl von Medien für ihre Protestartikulation(en), sei es durch professionelle Internetauftritte, Koordination und Mobilisierung via Twitter und Facebook oder Internetdemonstrationen und -blockaden. Sowohl die Praktiken des Protests als auch die damit verbundenen medialen Diskurse gehen über die Grenzziehungen entlang von Ländern und Kulturen hinaus. Zu denken ist hier an transnational und auch transkulturell agierende Protestakteur_innen wie z.B. die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, die Frauenbewegung Femen, Greenpeace, Occupy, aber auch verschiedenste rechtsextreme Gruppierungen. Wissenschaftliche Analysen nehmen dabei einerseits Veränderungen in den Praktiken der Mobilisierung von Protest, den Formen der Selbstpräsentation und Aufbereitung von Protestanliegen seitens Aktivist_innen, andererseits die damit im Wechselverhältnis stehenden medialen Diskurse in den Blick. Die Sektionsveranstaltung adressiert insbesondere Fragen nach den unterschiedlichen Formen von Protestartikulationen im Hinblick auf deren Repräsentation und Kommunikation, deren Dynamiken und Konjunkturen. Denn Medien(handeln) bilden Protestartikulationen nicht nur ab, sondern sie stellen vor allem – wie Stuart Hall mit seinem Begriff der Repräsentation betont – Bedeutung her und schaffen eine Ordnung der Repräsentation.

Die zentralen Fragestellungen, die in der Sektionsveranstaltung diskutiert werden sollen, lauten: Wie verändern sich aufgrund von Mediatisierungsprozessen die Praktiken von Aktivist_innen als auch die Berichterstattung über sie? Welche Strategien werden entwickelt, um einerseits in und über Medien präsent und aktiv zu sein, andererseits Protest auch vor Ort bzw. „face-to-face“ zu artikulieren? Wie kann Protest intervenieren, die Ordnung der Repräsentation stören und gesellschaftliche Transformationen in Gang setzen? Auch Fragen nach dem Verhältnis von Online- und Offline-Protestpraktiken, nach Akzeptanz und Handlungsfähigkeit, Verwobenheit von Sichtbarkeit und Sagbarkeit, Professionalisierungstendenzen von Protest als auch deren Kommodifizierung sollen thematisiert werden.

Abstracts (Umfang: 1 Seite) zu möglichen Beiträgen werden bis zum 30.4.2014 erbeten an: Prof. Dr. Tanja Thomas (tthomas(at)uni-bremen.de), Andrea Pabst, M.A. (pabst(at)unibremen.de) und Prof. Dr. Rainer Winter (rainer.winter(at)aau.at).

Der Call als pdf-Datei

Call for Papers: 6. Kolloquium des Nachwuchsnetzwerks politische Kommunikation (NapoKo) vom 12. bis 14. Juni 2014 in Lüneburg

Das Nachwuchsnetzwerk politische Kommunikation und das Zentrum für Demokratieforschung (ZDEMO) der Leuphana Universität Lüneburg laden zur Teilnahme am 6. NapoKo‐Kolloquium ein, das vom 12. bis 14. Juni 2014 (Donnerstag bis Samstag) in Lüneburg stattfinden wird: #napoko14.

Das Nachwuchsnetzwerk politische Kommunikation (NapoKo) richtet sich bereits seit 2004 an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Absolventen und Studierende, die sich für Fragen der politischen Kommunikation interessieren sowie nach Möglichkeiten des informellen und interdisziplinären Austausches mit Gleichgesinnten suchen. Das Netzwerk veranstaltet Workshops und Kolloquien und bietet den Mitgliedern über seine Webseite weitere Gelegenheiten zum Informationsaustausch. NapoKo wird durch den DVPW-Arbeitskreis Politik und Kommunikation sowie die DGPuK-Fachgruppe Kommunikation und Politik unterstützt.

Das Kolloquium findet jährlich statt und stellt Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern im Bereich der politischen Kommunikation eine interdisziplinäre Plattform zur Präsentation und Diskussion abgeschlossener und laufender Forschungsarbeiten und –projekte zur Verfügung, insbesondere von Dissertationsvorhaben. Die Konferenz bietet dabei ein Forum für den interdisziplinären Austausch mit renommierten politik- und kommunikationswissenschaftlichen Fachvertretern (Respondents) und für die informelle Vernetzung zwischen den Teilnehmenden im Bereich der politischen Kommunikationsforschung. Im Mittelpunkt steht daher die Diskussion von Forschungsarbeiten untereinander sowie mit den Experten, die im Gespräch mit den Vortragenden neue Bezugspunkte, interessante theoretische und methodische Schnittstellen und vielfältige Anregungen zur Weiterentwicklung der Forschungsarbeiten liefern. Das Kolloquium ist thematisch offen. Dieser breite und interdisziplinär ausgerichtete Ansatz heißt Einreichungen aus allen Themengebieten der politischen Kommunikationsforschung und alle an politischer Kommunikation interessierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aller Qualifikationsstufen (vom Bachelor bis zum Post-Doc) aus der Politik‐ und Kommunikationswissenschaft sowie aus angrenzenden Fächern willkommen.

Informationen über frühere NapoKo-Kolloquien, Vortragende und Respondents sind unter napoko.de/veranstaltungen zu finden.

Der vollständige call als pdf

Call for Contributions: Workshop “Riot!” Part II, February 28th, 2014, 10am to 6pm, Institut für Protest- und Bewegungsforschung i.G., Berlin

Following up to the fruitful and interdisciplinary discussions At the first „Riot!“ workshop in December 2013, where we discussed a broad range of research projects (MA and PhD theses), engaging with the topic of riots and rioting in different geographical and historical contexts, from squatting movements in Potsdam in the 1980s and 1990s, to urban uprisings in Manchester, Paris and Stockholm, to food riots in Burkina Faso and 18th century slave insurrections in the Caribbean, we are glad to announce that a second workshop will take place in late February.

To keep interesting discussions going in an inclusive way, we would like to direct this call especially to people who did not take part in the first workshop, and to encourage them to participate.

We are planning to divide the second workshop into two parts:

  • in the first part you will get the opportunity to present and discuss your own research project / paper / paper draft;
  • in the second part we will engage in group discussions about one or several of the following topics:

1. Riot / Revolt vs. ‘Political protest’

‘Articulate messages’ vs. ‘Communication through frustration/violence’ What are the defining criteria for riots / revolts and social movements? In which ways are they similar or different, for instance in regard to their repertoire of action and the ways they articulate themselves? Subjectivities Concerning the actors in riots or social movements – what counts as legitimate political subjectivity? Age/Youth as category of disqualification of rioters (intersecting with gender, ‘race’, class)

2. Aspects of organising and representation

Perception of riots as a preliminary stage of recognition and representation; Reproach of boycotting ‘legitimate’, institutionalised forms of participation; Are riots an expression of the ‘crisis of representation’, or ‘post-politics’? Or are these merely new terms describing old phenomena? In how far are riots an inherent, always reoccurring part within capitalist societies / representative democracies and other state forms? What is (not) new about riots? Can everything that is usually referred to by the term ‘riots’ be
put in one category?

3. Methodological approaches

Analysis of causalities vs. narratives: Which possibilities and traps do these approaches entail, which consequences follow from their application?

4. Who conducts research on what and with which aim?

Discussion about the researcher’s perspective and own involvement (for instance the risk of romanticizing riots and rioters, or reifying categories like ‘marginalisation’), as well as risks of appropriation of knowledge for ends not intended (e.g. by the police and other state organs)

5. Relation between (urban) space and riots

How do rioters make use of space, how do they transform space? Urban space as site for social conflict and social change; Notions of public space and legitimate uses of public space.

If you would like to participate, send us an email before the 30th of January. If you want to present your own work, please indicate the topic so we can include it in our programme. For all presentations, please prepare a handout or a draft paper and send it to us by the 21st of February, so we can circulate it among all participants. Presentations and handouts can be in English or German.

It would be great if you could let us know which of the topics above would interest you most for the group discussion part, so that we can select a few in line with the participants’ interests.

In case you have any questions, please do not hesitate to contact us. We are looking forward to hearing from you!
Philippe Greif (phi.greif(at)googlemail.com) Janna Frenzel (jannafrenzel(at)gmx.de)

CfC as pdf document

Calls for Papers: ecpr General Conference, Glasgow, 3-6 September 2014

Section
Citizens’ Resilience in Times of Crisis. Section chair: Marco Giugni (University of Geneva), Section co-chair: Maria Grasso (University of Sheffield)

This section aims to provide evidence-based knowledge about citizens’ resilience in times of economic crises allowing for providing more effective policy responses to the negative consequences of such crises. It examines in particular the ways in which European citizens have reacted to the crisis that, at different degree of intensity in different countries, struck Europe since 2008, but also how they deal with economic crises and their consequences more generally. This may encompass a wide range of strategies and forms of resilience by citizens, from exiting from the political sphere and withdrawing from political engagement to voicing their concerns and engage in political action. It may also refer to citizens who choose different channels and strategies to make their voice heard as an active reaction to crises. Not only can they engage in political action and protest, but they may seek access to justice at various levels (from local to European and international) and take part in the associational life of their community. Economic crises may also open up new opportunities for political parties – in particular, right-wing populist parties – which voters might consider as providing attractive solutions to cope with the negative consequences of the crisis. In addition, citizens might develop new attitudes and practices towards the economic system, society at large, and their own place within it. Studies show the existence of a wide repertoire of non-capitalist practices that involve citizens lowering their cost of living, connecting to other communities and assisting others. Alternative forms of resilience include the strengthening of social and family networks and community practices to foster solidarity in the face of crises, change of lifestyles towards more sustainable forms of consumption and production, developing new artistic expressions, moving abroad for short or long durations (or on the contrary reducing mobility). In brief, the section examines both individual and collective responses by citizens, both the private and the public dimensions of such responses, and both political and non-political responses. In addition, special attention will be paid to new and alternative forms of resilience in times of crises.

The section relates to the EU-funded project LIVEWHAT (Living with Hard Times: How European Citizens Deal with Economic Crises and Their Social and Political Consequences), which is coordinated by the section chair. The aim is to create a dialogue as well as a cross-fertilization of finding between the research outputs of this project and the wider scholarly community working in this field, also with the aim of establishing a research network of scholars working on this topic. The section is supported by the Standing Group on Participation and Mobilization. Panel 3 is also part of the section on Forms of Political Violence.

Panels

  • Changing interactions between publics and policies in times of crises. Panel chair: Manlio Cinalli (Sciences Po Paris)
  • Political responsiveness in times of crisis. Panel chair: Katrin Uba (Uppsala University), discussant: Laura Morales (University of Leicester)
  • Political violence in times of economic crisis. Panel chairs: Lorenzo Bosi (European University Institute) and Lorenzo Zamponi (European University Institute)
  • Economic crises and social citizenship. Panel chair: Maria Theiss (University of Warsaw)
  • Economic crises and the rise of populism. Panel chair: Jordi Muñoz (Autonomous University of Barcelona)
  • Citizens’ political responses to economic crises: Grievances or opportunities? Panel chair: Maria Grasso (University of Sheffield)
  • Resource-poor people in times of crisis. Panel chair: Christian Lahusen (University of Siegen)
  • Alternative forms of resilience in times of crisis. Panel chair: Maria Kousis (University of Crete)

See abstracts for all panels in the joint call for papers.

Panel
Social Movements and Memories. Chair: Priska Daphi (Humboldt University Berlin), discussant: Lorenzo Zamponi (European University Institute)

Though large protests often surprise observers, they hardly start from scratch. Mostly, they are rooted in previous mobilisations with respect to their diagnostic framing, forms of organisation, and repertoires. Memories of previous mobilisations crucially influence which activities are considered helpful or successful and which are not. Hence, analysing memories allows crucial insights into social movement dynamics and continuity. Memories are, at the same time, outcomes of mobilisation and significant factors in shaping further mobilisation. In the last few years, the interest in collective memory has been constantly growing among scholars of contentious politics. In this context, memory studies and in particular the sociology of memory based on the seminal work of Maurice Halbwachs, have become fundamental tools in advancing our understanding of social movements. These approaches provide useful insights into the symbolic construction of the reality in which collective action takes place. On the other hand, contentious politics approaches inform the growing number of studies on the conflictual dynamics of memory. This panel aims to discuss the role of memories in social movements. How does the past and its public representation influence mobilisation? How do social movements participate in the construction of public memory? How and why do some specific events from the past become fundamental symbols for social and political contention, while others do not? How does diffusion of practices, symbols, and repertoires of mobilisation work over time?

We welcome submissions coming from different disciplinary fields, in the attempt to bring together the scholarships on social movements and memory studies. Each abstract will be evaluated for: quality and clarity of the research question; methodological precision of the comparative approach; theoretical originality of the contribution and discussion of available knowledge; relevance and pertinence to the panel’s theme.

Please send paper abstracts (max. 250 words) by 26 January 2014 to: p.daphi(at)hu-berlin.de or lorenzo.zamponi(at)eui.eu.

Call for Papers: June–Uprising in Turkey: Background, Dynamics and Perspectives. Workshop at University of Kassel, 16 May 2014. Organisers: Anıl Al-Rebholz, Emre Arslan, Ilker Ataç, Errol Babacan, Özgür Genç, John Kannankulam, Ismail Karatepe, Bülent Küçük, Aslı E. Odman, Ulaş Şener, Özge Yaka

The mass uprising in Turkey, sparked by the occupation of Gezi Park in Istanbul, did not only trigger new debates regarding the political future of the country. It also opened up a space for critical perspectives on the politics of the last decade. Neoliberal authoritarianism, religious conservatism, media censorship and repression are the salient concepts which are used to analyse the AKP. On the other hand democratization, resistance, political participation, novel daily life practices, cultural diversity and solidarity are associated with the movement that has emanated from the Gezi Park protests. With this workshop, we aim to look into the dynamic relations between the politics and struggles of the last decade and the uprising. Which political, cultural, and socio-economic dynamics characterize the 2000s? How are they related to the current protests in Turkey? Does the protest mark a turning point in the country’s history? And if it is the case, to what extent?

In addition to the examination of the country-specific dynamics, we ask participants to explore the uprising in the framework of a global protest cycle. Occupation and encampment as a new political form of protest as well as resistance against neoliberal authoritarianism/ austerity policies appears as a common global tendency. Questions concerning the crisis of political representation, economic participation, and the practices and modes of political participation follow. How can the protests in Turkey be located in a global context?

For this purpose, with this workshop, we invite you to discuss empirical and theoretical findings on the June-Uprising as well as its background and outcomes. Case studies are welcome, and so are conceptual thematizations. Possible, albeit by no means exhaustive, topics are:

  • What are the major political, cultural and socio-economic transformation processes that need to be taken account to understand the politics of the AKP-government and the mass uprising in Turkey?
  • How is the June uprising embedded in a history of social struggles in Turkey (e.g. the relevance of new segments of working class and trade unions, critical urban movement and new social movements)?
  • What could be the main axis of a comparative perspective to analyse global social movements and struggles?
  • What are the new constitutive practices (e.g. novel daily life practices, grassroot democracy experiments, the modes of participation, domination practices, the repertoire of protest forms)?
  • Who are the actors and the social organizing bodies of the uprising?

Please send abstracts of no more than 500 words to tagung.juniaufstand(at)gmail.com by February 7 2014. Abstracts can be submitted either in German or in English. The presentations will be held likewise in both languages. Successful participants will be notified by February 15, 2014. The submission of full papers is due by May 1, 2014.

The workshop will take place on May 16, 2014 at the University of Kassel. We plan to publish the workshop proceedings. Further information will be posted on the workshop website. The workshop is organized in cooperation with the International Center for Development and Decent Work at the University of Kassel and the Rosa-Luxemburg Foundation Hessen.

Im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ sind an der Professur für Internationale Organisationen (Prof. Daase) und der Professur für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen (Prof. Deitelhoff) der Goethe-Universität Frankfurt folgende Positionen zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen für die Dauer von zunächst drei Jahren zu besetzen:

1 Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter (E13 TV-G-U)

1 Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter (E13 TV-G-U, 50 %  Teilzeit)

Bei Bedarf kann die ganze Stelle geteilt werden. Gesucht werden Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, die sich gleichermaßen für empirische wie normative Fragen internationaler Politik interessieren und zum Forschungsprofil einer der genannten Professuren passen. Erwartet wird theorieorientierte Forschung zu Fragen der normativen Struktur des internationalen Systems, zur Rolle von internationalen Normen und Institutionen und zur Bedeutung von Herrschaft und Widerstand sowie ausgewiesene Sachkenntnis in mindestens einem Politikfeld der internationalen Politik.

Darüber hinaus sind im Rahmen eines von der DFG geförderten Projektes „Alternativlos? Gesellschaftlicher Protest in der Globalisierungskritischen Bewegung zwischen Opposition und Dissidenz“ folgende Stellen zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen:

2 Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (E13 TV-G-U, 65 % Teilzeit)

Gesucht werden Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, die Radikalisierungsprozesse innerhalb von sozialen Bewegungen vergleichend analysieren. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der Rekonstruktion der internen Diskursprozesse liegen.

Wir erwarten sehr gute sozialwissenschaftliche Hochschulabschlüsse, einschlägige theoretische und methodische Kenntnisse, Kreativität und Eigenständigkeit sowie Kooperations- und Teamfähigkeit. Die Möglichkeit zur akademischen Qualifikation ist gegeben. Für die ganze Mitarbeiterstelle ist eine sehr gute Promotion erforderlich.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte bis zum 10.01.2014 an Beate Stein, Goethe-Universität Frankfurt, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Bitte beachten Sie, dass Bewerbungsunterlagen nicht zurückgeschickt und nach Ablauf des Verfahrens vernichtet werden.

Call for Papers: Social Movements. Sociology and Critical Perspectives Conference, Mimar Sinan Fine Arts University, Istanbul, 12-14 May 2014

 Sociology and Critical Perspectives Conference will focus on Social Movements while relating different fields of research on history, politics and sociology.

DAKAM invites scholars from across the globe to come together in SOCIO CRI’14 (Sociology and Critical Perspectives Conference) to discuss the concept of “social movements”, a theme obviously includes the most influential sociological questions of the present day. Political science and sociology have developed a variety of theories and empirical research on social movements. With regard to these studies, subjects such as definitions of social movements, functions of social movements, and possible forms of social movements at different scales are going to come under spotlight. The history and theory of social movements will be focused and case studies in relation to different places, time and political directions will be addressed. Papers and presentations are welcomed from any perspective to take a broad view of social movements and that may be critical of social movements in the past or present.

SOCIO CRI’14 Conference will be held during May 12-14, 2014 at MSGSÜ (Mimar Sinan Fine Arts University) organized by DAKAM (Eastern Mediterranean Academic Research Center).

For more information see the conference website.

Titelbild: Streik von Müllmännern in Memphis 1968 (Foto: Ernest C. Withers, c)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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