Call for Papers „Riots“ – Arbeitstitel für ein sub\urban Themenheft

Die Konzentration verschiedener sozialer Ungleichheiten macht urbane Räume auf ganz unterschiedliche Weise zu Schauplätzen sozialer Konflikte. Historisch wie aktuell sind sie Austragungsort für Massendemonstrationen und andere Aktionsformen von Protestbewegungen, und immer wieder auch für sogenannte riots: Jugendaufstände in marginalisierten Vierteln europäischer Metropolen, food riots als Proteste gegen steigende Lebensmittelpreise in Städten des globalen Südens und ritualisierte Kämpfe zwischen linken Gruppierungen und staatlichen Ordnungsinstitutionen sind einige Beispiele hierfür. Trotz der unterschiedlichen Kontexte, in denen riots stattfinden, werden ihnen gemeinhin Charakteristika wie Spontanität, Unorganisiertheit und Gewalt zugeschrieben.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Protestformen und widerständigen Praktiken ist bisher vor allem in der Sozialen Bewegungsforschung zu verorten. Somit stellen Phänomene oder Ereignisse, die sich nicht mit den gängigen Definitionskriterien für neue soziale Bewegungen erfassen lassen, in diesem Rahmen eine analytische Herausforderung dar. So wird kontrovers diskutiert, ob riots überhaupt als politisch gelten können. Daher bleiben sie als Forschungsobjekte tendenziell ausgeschlossen. Zwar gibt es Analysen, die untersuchen, welche Beweggründe Menschen dazu motivieren, an einem riot teilzunehmen und sich damit für eine bestimmte Art der Artikulation im öffentlichen Raum zu entscheiden. Ebenso ist gefragt worden, wie riots diskursiv verhandelt, repräsentiert, vereinnahmt und in Beziehung zu anderen gesellschaftlichen Konflikten gesetzt werden. Aber es bleibt umstritten, was der Begriff riot umfasst, welchen analytischen Mehrwert er hat, und in welchem Verhältnis er zu Begriffen wie „Revolte“, „Aufstand“ oder „Massenprotest“ steht.

Das geplante Themenheft zu riots möchte diese konzeptuelle Offenheit als Chance begreifen, um sich aus verschiedenen theoretischen Perspektiven dem Phänomen kritisch anzunähern. Folgende Fragenkomplexe sollen hierbei als Denkanstöße fungieren:

  • Inwiefern lässt sich der Gegenstand riots definitorisch fassen? Inwiefern handelt es sich bei gewaltvollen Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftung um zentrale Charakteristika von riots?
  • Können soziale Bewegungen und riots getrennt voneinander analysiert werden? Ist die häufige definitorische Unterscheidung zwischen sozialen Bewegungen als kollektiver, zielgerichteter und nachhaltiger Aktions- und Organisierungsform und riots als punktuelles, emotional initiiertes und in seiner Wirkung destruktives Ereignis zutreffend? Oder ist es eher notwendig zu fragen, wie sich soziale Bewegungen und riots zueinander verhalten, und welche Wechselwirkungen zwischen ihnen bestehen?
  • Handelt es sich bei riots um abgrenzbare Ereignisse, oder sind sie Teil eines umfassenderen Prozesses? Wie stehen riots mit alltäglichen konfliktiven Verhältnissen in Zusammenhang? Inwiefern lassen sich riots aus einer prozess-orientierten Perspektive mit alltäglichen Formen von Widerständigkeit und Protest erklären?
  • Können spezifische Faktoren als ursächlich für die Entstehung von riots identifiziert werden? Wie lassen sich ggf. die Zusammenhänge zwischen sozialer Benachteiligungen, Marginalisierungs- und Exklusionserfahrungen und individueller sowie kollektiver Motivstruktur der Aufständischen fassen?
  • Welche Relevanz hat die Stadt als Sozialraum für soziale und politische Auseinandersetzungen? Welche Rolle spielen die sich in der Stadt räumlich ausprägenden sozialen Ungleichheiten? Wie trägt Urbanität mit ihrer Infrastruktur und ihrer Pluralität zur Herausbildung von Protesten bei? Welche Rolle spielt etwa die Verfügung über Netzwerke und Ressourcen bei der Entstehung von sozialen Bewegungen oder riots?
  • Wie werden riots in der Öffentlichkeit verhandelt? Welche Bedeutungen werden riots in Medien, Politik und Wissenschaft diskursiv zugeschrieben, und welche Verschränkungen bestehen etwa zu Diskursen über benachteiligte Quartiere, Kriminalität oder öffentlicher Sicherheit? In welchem Verhältnis stehen dabei Selbst-Inszenierungen und Fremdzuschreibungen aller beteiligten Akteure? Welche Auswirkungen haben verschiedene gewaltvolle Ausprägungen von Widerstand auf die öffentliche Wahrnehmung und Verhandlung von Protest und dessen Legitimität? Welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, Alter sowie Ethnizität werden über riots generell und Gewalt im Speziellen (re)produziert?
  • Wer beteiligt sich auf welche Weise an riots und welche sozialstrukturellen Kategorien sind dabei relevant? Was bedeutet die Gewaltförmigkeit eines riots und die soziale Dynamik, die durch Gewalt produziert wird, konkret für den Ein- und Ausschluss von Teilnehmenden, wenn beispielsweise der rechtliche Status, körperliche Befähigung und soziale Kategorien wie Geschlecht mit berücksichtigt werden?
  • Wie lassen sich riots im Spannungsfeld von (progressivem) sozialem Wandel einerseits und der Stabilisierung bestehender Macht- und Herrschaftsverhältnisse andererseits verorten? Können riots als Ausgangspunkt für die politische Subjektwerdung, für Kollektivierungs- und Organisierungsprozesse marginalisierter Bevölkerungsgruppen dienen? Erweitern sie deren politische Handlungsspielräume und den Zugang zum Diskurs, indem sie Forderungen sichtbar machen, oder ist das Gegenteil der Fall?

Wir bitten um die Einreichung von Abstracts (300 – 700 Wörter) für Aufsätze bis zum 23. Januar 2015. Diese können sich gerne auf eine oder mehrere der hier formulierten Fragenkomplexe beziehen, wir möchten aber auch zu eigenen kritisch-innovativen Ideen und Ansätzen ermutigen. Sowohl theoretisch-methodische Beiträge als auch empirische Untersuchungen sind willkommen. Das Themenheft ist aus globaler Perspektive offen für die Vielfältigkeit des Phänomens riots. Empirische Beispiele aus verschiedenen geographischen Kontexten sowie historische Untersuchungen sind willkommen.

Außerdem bitten wir um Einreichungen für die offene Rubrik „Magazin“. Hier freuen wir uns über Rezensionen, Interviews, photographische Arbeiten, literarische Texte und andere kreative Formate mit Bezug zum Thema riots. Wie in der sub\urban üblich, ist auch eine Debatte geplant, in der mehrere Autor_innen auf einen Text reagieren und dazu Stellung beziehen. Hier soll die Frage diskutiert werden, wie sich der politische Gehalt von riots und urbanen Bewegungen, und deren etwaiges emanzipatives Potenzial fassen lassen können. Wer Interesse hat, sich an der Debatte zu beteiligen, kann sich gerne bei uns melden.

Abstracts sowie Fragen können an folgende Adresse geschickt werden: themenheft_suburban(at)riseup.net

Wir sind gespannt und freuen uns auf eure/Ihre Einreichungen.

Janna Frenzel, Philippe Greif, Fabian Klein, Sarah Uhlmann

Der Call for Papers als pdf-Datei

Call for Papers: Protest_Räume? Zum Verhältnis von Protest und Raum in der geographischen Debatte. Panel auf dem Deutschen Kongress für Geographie, Berlin, 1.-6. Oktober 2015. Organisator_innen: Catarina Gomes de Matos und Daniel Mullis

Der arabische Frühling, die Occupy- und Indignadosproteste und vielfältige ‚Recht auf Stadt‘-Bewegungen haben in den letzten Jahren zu einer verstärkten sozialwissenschaftlichen Beschäftigung mit Protesten geführt (vgl. Birke/Henninger 2012). Dabei zeigt sich, nicht zuletzt angefacht durch den spatial turn, eine zaghafte Tendenz, Raum in der Analyse von sozialen Bewegungen implizit oder explizit mitzudenken. So ist etwa für Judith Butler (2011) das Einende der Protestereignisse in den letzten Jahren, dass sich Körper in einem Raum bewegen und dabei Anspruch auf einen spezifischen Raum erheben. Jenseits allgemeiner Verweise auf die Wichtigkeit räumlicher Praktiken kommen konkrete Auseinandersetzungen mit Raum(produktionen) aber oftmals zu kurz.

Im Gegensatz wird in der stadtgeographischen Debatte und den Urban Social Movements-Studies Stadt und Urbanität eine zentrale Bedeutung zugesprochen. So wird etwa darauf verwiesen, dass Städte als Orte selektiver Integration, sozialen Ausschlusses, Segregation und Verdrängung (Mullis 2014) eine spezifische Subjektivierung hervorbringen, die Protest in einer besonderen Weise befördert. Gleichzeitig seien Städte zu immobilen Symbolen der Macht geworden, an denen Proteste Antagonismen artikulieren könnten (Arampatzi/Nicholls 2012). Hier stellt sich eher die Frage nach einer Übersignifikanz des Raumbegriffs, die womöglich den Blick auf andere Merkmale verstellt.

Die Fachsitzung soll einen Ort schaffen, den Zusammenhang von Protest und Raum zu diskutieren sowie Möglichkeiten und Grenzen geographischer Forschung zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ Beachtung von Raum auszuloten. Diskutiert werden die Rolle von Raum(produktionen) in sozialen Bewegungen sowie im wissenschaftlichen Blick darauf.

Für die Session sind vier 20 minütige Vorträge geplant, die zu Blöcken gebündelt diskutiert werden. Wir möchten insbesondere Nachwuchswissenschaftler_innen ermuntern, Vorschläge einzureichen. Diese können u.a. zur Diskussion der folgenden Fragen beitragen:

  • Wie verräumlichen soziale Bewegungen ihre teilweise abstrakten Forderungen?
  • Wie kann es gelingen, in der geographischen Forschung sowohl die Bedeutung von Raum als auch eine Nicht-Bedeutung von Raum zu erfassen?
  • Wie verhält sich die Raumdebatte aus postkolonialer und feministischer Perspektive sowie mit Blick auf gesellschaftliche Klassen?
  • Welche Rolle spielen Karten bei der (Re-)Produktion von Raumbildern in aktivistischer Praxis und Wissenschaft?

Mehr Informationen auf der Kongressseite.
Vorschläge können bis zum 11.01.2015 online eingereicht werden.Die Nummer der Fachsitzung lautet: SL-FS-40+

Literatur

Arampatzi, Athina; Nicholls, Walter J. (2012): The urban roots of anti-neoliberal social movements: the case of Athens, Greece. In: Environ. Plann. A 44(11), S. 2591–2610.

Birke, Peter; Henninger, Max (2012): Krisen Proteste. Beiträge aus Sozial.Geschichte Online. Berlin/Hamburg: Assoziation A.

Butler, Judith (2011): Bodies in Alliance and the Politics of the Street. In: transversal – EIPCP multilingual webjournal Sept. 11. Online verfügbar unter http://www.eipcp.net/transversal/1011/butler/en, zuletzt geprüft am 19.09.2013.

Candeias, Mario; Völpel, Eva (2013): Plätze sichern! Über Occupy, Indignados, Syntagma und die Lernfähigkeit des Mosaiks Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Hamburg: VSA.

Kastner, Jens; Lorey, Isabell; Rauning, Gerald; Waibel Tom (Hgg.) (2012): Occupy! Die aktuellen Kämpfe um die Besetzung des Politischen. Wien/Berlin: Turia + Kant.

Mullis, Daniel (2014): Recht auf die Stadt. Von Selbstverwaltung und radikaler Demokratie. Münster: Unrast.

Uitermark, Justus (2004): Looking Forward by Looking Back: May Day Protests in London and the Strategic Significance of the Urban. In: Antipode 36(4), S. 706–727.

Zibechi, Raúl (2011): Territorien des Widerstandes. Eine politische Kartografie der urbanen Peripherien Lateinamerikas. Berlin: Assoziation A.

Call for Papers: Die Ökologie im rechten und linken Spektrum: Konvergenzen und Divergenzen zwischen Deutschland und Frankreich von den 1970er Jahren bis heute. Deutsch-französischer Workshop für NachwuchswissenschaftlerInnen, Université de Lorraine/Universität des Saarlandes, Herbst 2015

Die gegenwärtig „natürlich“ erscheinende Verortung der Ökologie im linken politischen Lager ist ein relativ neues Phänomen und keineswegs selbstverständlich, auch wenn die Mehrzahl der Grünen und der französischen Verts als Alt-Achtundsechziger und somit als Erben der unkonventionellen „neuen Linken“ und ihrer Forderung nach individueller Emanzipation und Selbstverwirklichung auftreten. Die jüngsten Debatten um die Bildung schwarz-grüner Koalitionen oder die um mögliche Bündnisse zwischen Umweltschützern und regionalistischen Bewegungen weisen erneut auf die politischen Ambivalenzen der Ökologie hin und rufen öffentliche Kontroversen hervor. Auch wenn die grünen Parteien weiterhin größtenteils als Sprachrohre progressiver Forderungen wahrgenommen werden (Naturschutz, Anti-Atomkraft, Feminismus, Pazifismus, Solidarität für die Dritte-Welt, usw.), werden sie auch häufig bezichtigt, die Träger eines rückwärtsgewandten Pessimismus bzw. einer reaktionären Feindseligkeit gegenüber technologischen Entwicklungen zu sein, gar eine gefährliche Nähe zum rechtsextremen Lager aufzuweisen, sobald sie etwa auf Parallelen zwischen Artenvielfalt und kultureller Vielfalt in der Gesellschaft pochen. Gegner der Vereinnahmung des Umweltschutzes durch das linke politische Lager werden nicht müde, die Ökologie als „genuin konservatives Anliegen“ (Heinz-Siegfried Strelow) darzustellen und fordern das rechte politische Lager auf, jene in seinem Diskurs wiederaufzugreifen, um dieses verlassene Terrain wiederzubesetzen.

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Britta Baumgarten, Priska Daphi and Peter Ullrich (eds.) (2014): Conceptualizing Culture in Social Movement Research, Houndsmills, Basingstoke: Palgrave Macmillan

Blog post written by Peter Ullrich

Baumgarten et al. 2014Britta Baumgarten, Priska Daphi, and Peter Ullrich have edited a collected volume on cultural analyses of social movements which just came out with Palgrave. The book “Conceptualizing Culture in Social Movement Research” resulted from several author workshops organized by the editors together with the research network “New Perspectives on Social Movements and Protest”.

In line with the general ideas of the network (bringing state-of-the-art theoretical debate from the social sciences to protest research) they systematicallv address some lacunas in the existing cultural approches to social movements. Many experienced and younger scholars from different countries elaborate specific theories and apply them to the subject of social movement research. Chapters were written by the editors, James Jasper, June Nash, Laurence Cox, Reiner Keller, Jochen Roose, Cristina Flesher Fominaya, Nicole Doerr, Jeffrey Juris, Olga Malets, Sabrina Zajak, and Erik Neveu (table of contents).

Luckily, large parts of the book can be acessed for free on Google Books. It is also possible to buy copies with a discount with this flyer.

The publisher announces it as follows:

Culture has become a prominent concept in social movement research. It is, however, often employed in an unsystematic and limited way. This volume introduces and compares different concepts of culture in social movement research. It assesses advantages and shortcomings of existing concepts and introduces new approaches. In particular, it addresses facets of cultural theory that have hitherto been largely neglected in the literature on social movements. This includes ideas from anthropology, discourse analysis, sociology of emotions, narration, spatial theory, and others. The chapters in this volume address three relationships between social movements and culture: culture as a framework for movements, social movements’ internal culture, and culture and cultural change as a result of social movement activity. For the purpose of making concepts easily accessible, each contribution explains its approach to culture in an understandable way and illustrates it with recent cases of mobilization.

The book already had quite a warm reception. Read what others said about the book:

A valuable and timely contribution. The authors and editors of this terrific volume provide the tools for figuring out how culture matters to movements with a useful conceptual framework and case studies chock-full of theoretical insights. (Francesca Polletta, University of California, Irvine).

In line with the more general cultural turn in the social sciences, this state of the art collection of essays and analyses provides stimulating ideas and insights into theoretical, methodological and empirical aspects of culture in social movements. It is a must for both curious newcomers and experienced scholars working in this field (Dieter Rucht, Prof. em., Free University Berlin and WZB Berlin Social Science Center)/i>.

Das von der Hamburger Landesforschungsförderung unterstützte interdisziplinäre Graduiertenkolleg

Lose Verbindungen: Kollektivität im digitalen und urbanen Raum

(Sprecher: Prof. Dr. Urs Stäheli; stellv. Sprecherin: Prof. Dr. Gabriele Klein)

vergibt zum 1. Januar 2015 für 3 Jahre 8 Promotionsstipendien (Euro 1.350/Monat) und 1 Postdoc-Stelle (Vollzeit, EGr. 13 TV-L).

Forschungsprogramm
Neue Formen von Kollektivität gehen zunehmend auf die Verschränkung urbaner und digitaler Räume zurück. Das Kolleg untersucht, inwiefern Kollektivität – anders als klassische Gemeinschaften, die auf Traditionen und Vertrautheit zurückgreifen können – dadurch immer stärker auf ‚losen Verbindungen’ beruht. Es handelt sich um temporäre und heterogene Formen des Zusammenseins, die sich durch das Ineinandergreifen urbaner und medialer Infrastrukturen organisieren und sich spontan als Einheit erfahren. Beispiele für solche Figurationen sind: politisches Besetzen (z.B. Occupy), das über Social Media organisiert ist; digitales Schwärmen, das körperliche Ausdrucksformen findet (z.B. Anonymous oder Flashmobs); oder neue Praktiken der Gastfreundschaft unter Fremden (z.B. Couchsurfing). Systematisch interessieren uns vier Aspekte, die auch die Module des Kollegs bilden: 1. Urban/digitale Räume der Kollektivität, 2. die Erfahrung und Bewegungsordnung von Kollektivität, 3. Taktiken und Strategien der Kollektivität und 4. Genealogie und Theorien der Kollektivität. (Weitere Informationen auf der Webseite der Uni HH)

Angebot
Das Kolleg bietet ein interdisziplinäres Umfeld mit einem breitgefächerten Spektrum an BetreuerInnen aus den Sozial- und Kulturwissenschaften. Das Kolleg fördert die Internationalisierung (u.a. Gastaufenthalte im Ausland), bietet strukturierte Seminare für Doktorandinnen und Doktoranden, ein spezielles Betreuungsprogramm und die Möglichkeit zu selbstorganisierten Kolloquien.

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
PD Dr. Ulrich Bielefeld (Hamburger Institut für Sozialforschung); Prof. Dr. Kathrin Fahlenbrach (UHH, Medienwissenschaft); Jun.-Prof. Dr. Sina Farzin (UHH, Soziologie); Prof. Dr. Alexa Färber (HCU, Stadtanthropologie/-ethnografie); Prof. Dr. Gabriele Klein (UHH, Performance Studies); Prof. Dr. Katharina Liebsch (HSU, Soziologie); Prof. Dr. Claus Pias (Leuphana Universität Lüneburg, Kultur und Ästhetik digitaler Medien); Prof. Dr. Urs Stäheli (UHH, Soziologie)

Anforderungen
Sozial- oder kulturwissenschaftlicher Studienabschluss (bzw. Promotion für die Postdoc-Stelle); Teamfähigkeit; Bereitschaft zur aktiven Teilnahme am Promotionsprogramm; kurzes Expose für Dissertationsprojekt (max. 4000 Zeichen) oder Postdocprojekt (max. 8000 Zeichen) im Rahmen unseres Forschungsprogramms. Der/die Postdoc entwickelt ein eigenes Projekt, beteiligt sich an der Betreuung/Beratung der Promovierenden und ist wesentlich am Aufbau eines Methoden/Theorie-Moduls beteiligt. Die ausführliche Stellenausschreibung finden Sie auf unserer Homepage.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Motivationsschreiben, CV, Scans der Studienabschlüsse, ggf. Publikations-/Vortragsverzeichnis, Expose) sollen per E-Mail in einer PDF-Datei an den Sprecher des Kollegs, Prof. Dr. Urs Stäheli (Sekretariat-AllgemeineSoziologie[at]wiso.uni-hamburg.de) bis zum 16.10.2014 gesendet werden.

Ausschreibung als pdf-Datei

CfP: Studying socioeconomic protest and political change in the Global South: Potential and limitations of the contentious politics approach, Panel at the conference “World Regions Compared: Polity, Politics and Policy“, GIGA, Hamburg, 25- 27 February 2015, Panel chairs: Irene Weipert-Fenner, University of Marburg/Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), and Jonas Wolff, PRIF

Socioeconomic grievances were among the major forces driving the recent series of political upheavals in the MENA region. In Egypt and Tunisia, socioeconomic protests continue to put pressure on the evolving political regimes. The failure of autocracies to deliver on socioeconomic demands was also an important factor during the so-called “third wave of democratization”. Still, at least in Latin America, the democratic regimes that resulted from this wave have continued to face socioeconomic protests – leading, in recent years, to a renewed regional wave of political change (“leftist turn”).

In this panel, we want to bring together papers that deal with the interplay of socioeconomic protests and political regimes with a view to understanding their consequences for processes of political change. Contributions may be based on research on individual world regions or on inter-regional comparisons, may focus on specific protest actors (such as labor unions or unemployed movements) or on specific socioeconomic issues.

Theoretically, the panel invites papers to reflect on the contentious political approach developed by Tilly, Tarrow and colleagues. The aim is to explore its potential and limits for the study of regions of the so-called Global South and for inter-regional comparison.

Paper proposals (max. 500 words) should be sent directly to the panel chairs (irene.weipertfenner[at]staff.uni-marburg.de and wolff[at]hsfk.de), and no later than November 15, 2014.

The context of this panel is a new research project funded by the VolkswagenStiftung and directed by the two panel chairs that deals with “Socioeconomic protests and political transformation. Dynamics of contentious politics in Egypt and Tunisia against the background of South American experiences” (see http://www.hsfk.de/Socioeconomic-protests-and-political-transformatio.905.0.html?&L=1). Papers, however, may also deal with regions other than those studied in this project (Arab world, Latin America).

Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter am Institut für soziale Bewegungen, Besoldungsgruppe E 13 TV-L (65%), befristet bis zum 31.07.2015

Am „Institut für soziale Bewegungen“ der Ruhr-Universität Bochum ist in dem von der Mercator-Stiftung geförderten Projekt  „Entwicklungspfade transnationalen Arbeitsrechtsaktivismus: Konflikte um Arbeitsbedingungen in asiatischen Lieferbetrieben“ schnellstmöglich die Stelle eines/einer

wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters mit einer 65% Stelle (Besoldungsgruppe E 13 TV-L)

zu besetzen. Die Stelle ist zunächst bis zum 31.07.2015 befristet.

Das „Institut für soziale Bewegungen“ ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Ruhr-Universität, die sich insbesondere der vergleichenden Erforschung der Geschichte und Gegenwart sozialer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrgebietes widmet.

Die Einstellung erfolgt im Rahmen eines Forschungsprojektes, das sich mit den verschiedenen Formen transnationalen Arbeitsrechtsaktivismus in den Konsumgüterindustrien zwischen Ländern der europäischen Union und Asien von den 1990er Jahren bis heute beschäftigt. Ziel ist es auf Basis explorativer Studien einen umfassenderen Projektantrag zu stellen. Leiterin des Projektes ist Jun.-Prof. Dr Sabrina Zajak.

Im Einzelnen umfasst das Aufgabenfeld der Stelle folgende Tätigkeiten:

  • Konzeptionelle Mitarbeit an einem DFG-Antrag
  • Durchführung (und Auswertung) qualitativer Interviews auf Deutsch und Englisch u.a. mit Gewerkschaften und NGOs
  • Beteiligung an der Entwicklung eines inhaltsanalytischen Kodierschemas von Medienberichten zu transnationaler Arbeitsrechtskonflikten
  • Mitwirkung an der Organisation einer Tagung

Die Stelle bietet die Möglichkeit zur Vorbereitung eines Promotionsvorhabens.

Einstellungsvoraussetzung ist ein überdurchschnittlich abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium der Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft oder Soziologie) oder der Asienwissenschaften mit Schwerpunkt auf industrielle Beziehungen, soziale Bewegungen und/oder politische Ökonomie. Kenntnisse inhaltsanalytischer Verfahren, sowie Landeskenntnisse Südostasiens (+ China und Indien) sind von Vorteil. Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt.

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen sind bis zum 15.10.2014 in digitaler Form an sabrina.zajak[at]rub.de zu richten. Auch für Rückfragen wenden Sie sich bitte an diese email-Adresse.

Die Stellenausschreibung auf der Seite der Ruhr-Universität Bochum

Helmut Fehr: Eliten und zivile Gesellschaft. Legitimitätskonflikte in Ostmitteleuropa, Wiesbaden 2014: Springer

Fehr 2014In dieser Studie werden Eliten in Ostmitteleuropa unter vergleichenden Gesichtspunkten untersucht. Das Spektrum der Eliten reicht von den kommunistischen Führungsgruppen bis zu neuen Machteliten und Gegeneliten, der Untersuchungszeitraum von 1968 bis 2013. Auf breiter empirischer Basis (ausführliche Interviews, Dokumente, Printmedien) beleuchtet der Autor den Elitenwandel in Polen, der Tschechischen Republik und der DDR/Ostdeutschland. Dabei geht es um ein tieferes Verständnis der Demokratisierung, der Elitenbildung und der Legitimitätskonflikte vor und nach den revolutionären Umbrüchen von 1989.

Hier gibt es das Vorwort als pdf-Datei.

Und hier weitere Informationen auf der Verlagsseite.

Fachtagung “Soziale Bewegungen als Chance für Hochschule und Gesellschaft”, Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin, 20.-22.10.2014

Im Rahmen des Deutsch-Türkischen Jahres der Forschung, Bildung und Innovation 2014 lädt die Alice Salomon Hochschule Berlin Interessierte aus Wissenschaft und Praxis ein, über das Verhältnis zwischen Hochschulen und sozialen Bewegungen in den beiden Ländern zu diskutieren.

Was können Hochschulen und sozialen Bewegungen voneinander lernen? Wie kann Wissenschaft zum besseren Verständnis von gesellschaftspolitischen Kontroversen beitragen? Wie finden theoretische Erkenntnisse Eingang in aktivistische Zusammenhänge? Inwiefern prägen zivilgesellschaftliche Impulse den Hochschulalltag, die Entwicklung von Studiengängen, den Gegenstand und Methodik von Lehre und Forschung? Zur Erörterung dieser Fragen haben wir Referentinnen und Referenten aus der Türkei und Deutschland eingeladen, die sich mit den Gezi-Protesten, dem Feminismus, der Queer-Bewegung, Recht auf Stadt Initiativen, Refugee-Protesten und der Friedensbewegung beschäftigen und von ihren Erfahrungen mit Räumen der Begegnung zwischen Wissenschaft und sozialen Bewegungen berichten werden.

Das Programm wird umrahmt durch Lesungen mit renommierten Autoren der deutsch-türkischen Literaturszene und einem Türkischkurs zur Einführung. Für Hochschulangehörige findet außerdem eine Informationsveranstaltung zu Studiums-, Forschungs- und Praktikumsmöglichkeiten in der Türkei statt.

Das aktuelle Konferenzprogramm finden Sie hier.

Diese Veranstaltung wird durch Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Alice Salomon Hochschule Berlin gefördert.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung bis zum 15.10.2014 wird gebeten.

Call for papers: Workshop “Riots IV – Riots and Anarchy”

Date: Friday, November 28, 2014, 10:00 – 18:00
Venue: Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin, Hardenbergstrasse 16-18, Room 6.06
Organizers: Ingo Schröder & Fatma Umul

The fourth riots workshop wants to take a closer look at the kinds of social relationships and collective identifications that emerge from riots and other protest events, both as singular moments and as elements in a larger process of non-hierarchical organizing. The recent rise of global protest movements, among other things, has been responsible for a reinvigorated interest in notions of anarchy among social scientists, in possible ways how non-hierarchical socialities can be established and sustained. Studies of riots, protest events and the “newest social movements” (R. Day) in general have described the – at least temporary – replacing of social hierarchies and institutionalized inequalities by affinity group-based decision-making and notions of reclaiming the commons, in terms of space and sociality alike. More critical voices, by contrast, have cautioned against an overly romantic view of resistance and anarchy and against the premature assumption that singular occasions of collective action are indeed kernels of a new world.

Especially within anthropology, which has a long history of dealing with nonhierarchical social contexts, there is a broad spectrum of conceptual tools for describing social processes within riots and protest events: they may be considered in classical terms as moments of collective effervescence (E. Durkheim), occasions of communitas (V. Turner) or expressions of egalitarianism (J. Woodburn, D. Riches), or, in terms of more recent theorizing, as occasions of the prefiguration of a truly democratic future beyond capitalism (D. Graeber, M. Maeckelbergh) or as starting points for the establishment of horizontal social relations (M. Sitrin).

The workshop participants are invited to reflect on the usefulness of such concepts for coming to terms with the kind of social relations that emerge from riots and, even more importantly, to flesh them out with ethnographic data from their own research experiences. The workshop is designed as a mixture of colloquium and open discussion, aiming to provide an open and interdisciplinary space for sharing ideas, discussing research findings, ongoing projects and methodological and empirical questions. The first part is dedicated to presentations, the second part to an open discussion of general theoretical and empirical issues.

We welcome contributions that address some of the following or related issues:

  • Collective identifications: who is participating in riots and protest events? In what way are existing social boundaries blurred and new forms of collective identifications created? What role do existing forms of organization (political groups) play vis-à-vis the multitude of individual actors?
  • Gender: what role do women and LGBT actors play in riots and protest events? How important is the identification in terms of gender in comparison to others (age, class, etc.)?
  • Leadership: are riots expressions of “leaderless” or “leader-full” movements? What forms of decision-making and leadership emerge? In which ways is the goal of anarchy/egalitarianism pursued and mechanisms of equal participation created and sustained? What idea of sociality underlies the actors’ motivations for pursuing the goal of
    horizontalism?
  • Time: what is the relationship between event and process – can moments of anarchic sociality be stabilized into long-term horizontal social relations? If so, how is this achieved?
  • Theory: are existing analytical concepts adequate for describing the social dynamics in riots and protest events? What are the respective advantages or weaknesses of approaches from sociology, anthropology, social psychology or feminist theory?
  • Methodology: what empirical methods offer themselves for capturing the social moment of collective action? How can the emergence of social relations in collective action be studied? What new concepts emerge from participant observation?

Presentations may be given in English or German and should not exceed 15 minutes in length. We strongly encourage new participants to submit! In order to facilitate discussion, draft papers of the presentation should be submitted until
November 20. Please send your proposals (1-2 pages) until October 31, 2014 to ingo.schroeder(at)staff.uni-marburg.de and fatmaumul(at)gmail.com.

Download Call for Papers (pdf).

Titelbild: Streik von Müllmännern in Memphis 1968 (Foto: Ernest C. Withers, c)

Der Arbeitskreis soziale Bewegungen der DVPW

Seit Mitte der 1980er Jahre bringt der Arbeitskreis soziale Bewegungen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Menschen zusammen, die sich wissenschaftlich-systematisch mit sozialen Bewegungen und Protest, Formen der Partizipation und Organisation von unten beschäftigen.

Diese Seite soll einen Überblick über die aktuelle Forschung geben und Möglichkeiten zur Vernetzung eröffnen.

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