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Torben Ehlers: Soziale Proteste in Lateinamerika. Bolívars Erben im Kampf um Eigenmacht, Identität und Selbstbestimmung. Hamburg: Argument Verlag 2013.

Ehlers 2013Für die lateinamerikanischen Länder markieren die 1980er Jahre einen entscheidenden Bruch in ihrer sozioökonomischen Entwicklungsstrategie. Zuvor hatten sie ihre gesellschaftliche Prosperität unter Wahrung gemeinwohlorientierter Import-Perspektiven selbst gesteuert, staatlicher Interventionismus galt als sinnvolles Instrument für ein Eingehen auf öffentliche Interessen und Bedürfnisse. Gründe für den Bruch waren vor allem das Ende des Bretton-Woods-Systems, der Anstieg des Ölpreises in den 1970er Jahren und ein erhöhtes Zinsniveau für Industrialisierungskredite. Ihre dadurch untragbare Verschuldung zwang die lateinamerikanischen Staaten, keynesianische Ausrichtungen aufzugeben und sich neoliberal anzupassen. Die erforderliche Transformation auf exportorientierte Agrarwirtschaften wurde vom IWF und der WTO gefördert – um den Preis schwerer Aufl agen zu Lasten der Binnenwirtschaft, die umfangreiche Privatisierungen verlangten. Bei diesem Prozess kam es zu langfristigen »Zersplitterungs- und Pulverisierungstendenzen« (Dieter Boris) in der Sozialstruktur aller Gesellschaften Lateinamerikas, gegen die vor allem außerparlamentarische Kräfte protestieren.

Die Anthologie untersucht mit Beiträgen über Mexiko, Guatemala, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Chile, Brasilien, Argentinien, Kuba und Jamaika, wie sich außerparlamentarische Opposition im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Assimilation durch den Staatsapparat entwickelt und wie eine Reparatur vernachlässigter oder zerstörter Infrastruktur durch Wiederherstellung bzw. Schaffung von sozialen Netzwerken gelingen kann.

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Internet & Partizipation. Bottom up oder Top down? Politische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet. Tagung am 1. Dezember 2012, Universität Hamburg. Organisatorin: Kathrin Voss

Mit dem Internet wurde schon früh die Vision einer partizipativen Gesellschaft verbunden, die Vorstellung, das neue Medium würde zu politisch besser informierten Bürgern und zu mehr Bürgerbeteiligung führen. Skeptiker hingegen gehen davon aus, dass die bestehenden Barrieren zwischen Individuum und politischer Öffentlichkeit nicht technischer, sondern sozialer Natur sind und daher auch durch das Internet nicht aufgehoben werden können. Zwischen der eher technikdeterministischen und der technikindifferenten Position bewegen wir uns auch noch heute. Mit dem Social Web sind neue Möglichkeiten entstanden, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen ebenso eingesetzt werden wie von Parteien oder von staatlicher Seite – von E-Petitionen bis zur Piratenpartei, von Wikis bis zu Open Data und Adhocracy. Was funktioniert? Wer beteiligt sich? Wie lassen sich Menschen online mobilisieren? Welchen Einfluss haben die neuen Online-Tools auf die politische Kommunikation, auf politische Entscheidungen und auf das politische System selbst. Diese Tagung wird sich dem Thema „Internet und Partizipation“ aus unterschiedlichen Perspektiven widmen, sowohl von der zivilgesellschaftlichen Seite, also bottom-up, als auch von Seiten der Politik, also top-down. Dabei sollen nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse zusammengetragen und diskutiert werden, es soll auch eine Brücke von der Wissenschaft zur Praxis gebaut werden und Erkenntnisse und Erfahrungen sollen ausgetauscht werden. Deshalb werden sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch Vertreter aus der Praxis, aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, aus der Politik aber auch aus den Medien eingeladen. Für die Konferenz wurde ein Format gewählt, das viel Raum für Diskussionen lässt.

Programm, Anmeldung und alle Details auf der Kongressseite
Programm als pdf

Legitimationen politischer Gewalt II, 16.12.2010-17.12.2010, Internationales Begegnungszentrum (IBZ) der Universität Bielefeld

Die Tagung „Legitimationen politischer Gewalt II“ knüpft an eine gleichnamige Tagung an, die im Oktober 2009 an der Universität Bielefeld stattfand. Sie ging von zwei Grundannahmen aus: Gesellschaftliche Konflikte sind ein ubiquitärer Bestandteil menschlicher Gesellschaften und politische Gewalt ist ein periodisch wiederkehrendes Phänomen. Politische Gewalt – einerseits ausgeübt von Individuen, Gruppen oder sozialen Bewegungen, andererseits aber auch von staatlichen Institutionen – bedarf zumeist der Legitimation, zumindest kommt sie selten ohne Legitimationsstrategien aus. Es wurde danach gefragt, wie solche Legitimierungen von Gewalt aussehen, welche Legitimationsmuster differenziert werden können und ob gegebenenfalls Zusammenhänge zwischen bestimmten Gewaltformen und einzelnen Legitimationsmustern bestehen. Die kommende Tagung will diese Fragen aufgreifen und dabei den Fokus stärker auf das Verhältnis von Legalität und Legitimität legen. Empirisch soll insbesondere das Verhältnis von Staatsgewalt und sozialen Protestbewegungen im Mittelpunkt stehen.

Tagungsprogramm und andere Details bei H-Soz-Kult

Rheinische Post: „Auf Socken, ohne Stiefel“

taz: „Stiefelverbot für Neonazis“

Frankfurter Rundschau: „Neonazis auf Strümpfen

Die Studie als pdf: Roland Roth: „Demokratie braucht Qualität! : Beispiele guter Praxis und Handlungsempfehlungen für erfolgreiches Engagement gegen Rechtsextremismus

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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