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Call for Applications: Promotionsprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung: „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“, 4 Stipendien, Bewerbungsschluss: 10. Januar 2018

Ziel des Promotionsprogramms:
Motiviert durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll.

Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen.

Forschungsleitend können Fragen die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftliche n und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa. Forschungsleitend könnten beispielsweise dabei auch Fragen zur modernen Demokratiegeschichte sein, gedacht als Erforschung der Sozialen Demokratie(n) in der politischen Praxis. Dabei sollten verschiedene gesellschaftspolitische Dimensionen beleuchtet werden.

Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden. Zu möglichen Ausrichtungen zählen Studien zur Sozialen Demokratie(n) und ihren Bewegungen Auseinandersetzungen mit Blick auf alle drei Dimensionen der Politik.

  • Polity: Ansätze zu formalen, institutionellen und verfassungsmäßigen Strukturen und Ordnungen. Hierunter könnten Arbeiten fallen, die sich mit Fragen der Entwicklung des Gemeinwesens die damit verbundenen wertebezogenen Grundhaltungen thematisieren.
  • Policy: Ansätze zu Erforschung inhaltlicher Arenen der Politik. Hierunter fallen Arbeiten, die Politiken und Politikfelder und hierbei eine Neuvermessung politischer Kräftefelder in Deutschland, Europa und der Welt vornehmen oder an neue Ideengeschichtliche Arbeiten anknüpfen.
  • Politics: Ansätze zu Machträumen und Wirkungen im Spiegel von Willensbildungs- und Entscheidungsbildungsprozessen.

Beispiele:
Zum Verhältnis von Freiheit und Sicherheit der Gründung der Sozialdemokratie fokussieren, das je nach Zeitraum der Untersuchung unterschiedlich ausgeleuchtet werden kann. Dies können Untersuchungen zu innerparteilichen Aushandlungen bei der Auseinandersetzung mit Extremismus und Terrorismus seit den 1970er Jahren sein, inter- oder transnationale vergleichende Studien, die Krisenregime sozialdemokratischer respektive Labour- Regierungen genauer beleuchten.

Gleiches gilt für Themen, die mit Terrorismusbekämpfung in Verbindung stehen, wie z.B. Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung und Schleierfahndung. Ebenso fehlen nach wie vor Arbeiten, die sich mit Fokus auf Soziale Demokratie(n) und ihre Bewegung um die Erforschung von Politiken und Politikfeldern zu den Stichworten Gender, Inklusion und Disability verdient machen.

Förderung:
Die Förderung erfolgt mit einem Vollzeitstipendium des Begabtenförderwerks der Friedrich-Ebert- Stiftung (FES). Mit der Strategie „Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt“ werden vor allem Studierende mit bildungsfernem Hintergrund, herausragender wissenschaftlicher Kompetenz und besonderem gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein materiell und ideell gefördert. Als politische Stiftung teilen unsere Stipendiat_innen einen sozialdemokratischen Wertekanon.

Fachliche Anbindung:
Gleichzeitig gehören zur Friedrich-Ebert-Stiftung eines der wichtigsten Archive zur Erforschung sozialer Bewegungen und die größte Gewerkschaftsbibliothek der Welt. Die Bedeutung des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) als Zentrum historischer Forschungen spiegelt sich nicht zuletzt in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte wider, die im Referat Public History des AdsD angesiedelt ist. Die Promotionsförderlinie erfährt dadurch eine direkte fachliche Anbindung.

  • Forschungen, die einen Blick auf Überwachung der SPD durch die Staatssicherheit ihrer Berliner Gliederungen werfen sowie die Beziehungen zu den verschiedenen Akteuren der Sozialdemokratie im Längsschnitt untersuchen, können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der FU Berlin eingebunden und hier auch von Professor Dr. Arnd Bauerkämper betreut werden.
  • Forschungen zur Arbeiterwohlfahrt können ggf. in einen größeren Forschungsverbund der Deutschen Sporthochschule der Universität zu Köln eingebunden und hier auch von Professor Dr. Jürgen Mittag betreut werden.

Die Bewerbung erfolgt online:
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Zulassung zur Promotion ohne Auflagen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Das vorangegangene Studium sollte mit überdurchschnittlichem Ergebnis und zügig abgeschlossen sein. Neben der fachwissenschaftlichen Qualifikation wird ein ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Bei der Online-Bewerbung sollte der Bezug zum Promotionsprogramm im Motivationsschreiben ausdrücklich erwähnt werden. Der Bewerbungsschluss ist der 10. Januar 2018.
Weitere Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen sind hier zu finden unter:

Kontakt/Beratung:
Dr. Ursula Bitzegeio
Ref. Promotionsförderung , Doktorierendenprogramme und Wissenschaftliche Begleitveranstaltungen
Friedrich-Ebert-Stiftung
Godesberger Allee 149
D-53175 Bonn
Ursula.Bitzegeio(at)fes.de

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Moving the Social. Journal of Social History and the History of Social Movements (Mitteilungsblatt des Instituts fur soziale Bewegungen). Essen: Klartext Verlag

Moving the Social – Journal of Social History and the History of Social Movements is a multi-disciplinary, international and peer-reviewed journal. It focuses on transnational and comparative perspectives on the history of social movements set in a wider context of social history. It appears twice yearly.

Moving the Social publishes research at the cutting edge of social history, broadly defined. This involves in particular the analysis of the diversity of economic, social, political and mental structures of social movements, from historical and social science perspectives, and the introduction of new research that is relevant to the field of social movement studies.

Moving the Social is published by Klartext publishers, one of the foremost academic publishers in Germany. The journal is the continuation of the Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen, which has been successfully published for many years. The new title indicates a desire to internationalise the journal’s profile. However, the editors recognise that in the medium term, the journal will continue to publish also articles in German – despite its declared preference for English-language publications.

The editors welcome articles on the „old“ labour movements, „new“ social movements, regional and global perspectives on social history, as well as the history and theory of historiography, especially where historiographies of social movements and theoretical perspectives on social history are concerned.

For any enquiries please contact: Christian.Wicke(at)rub.de

The journal at Klartext Publishers and at the Institute for Social Movements.

Revolutionäre Realpolitik in Zeiten von Kürzungspolitik und Krise. Transformative Organizing – Strategies to Challenge the Cuts and Change Society

Ort: IG Metall, Alte Jakobstraße 149, Berlin Kreuzberg
Zeit:  22.-24. September 2011

Schuldenbremsen, „Austerity Politics“ und Sozialabbau zwingen soziale Bewegungen und linke Politik in vielfache Abwehrkämpfe. Oft gelingt es dabei nicht, Perspektiven über den aktuellen Horizont hinaus zu entwickeln. Die Orientierung auf kurzfristige Verbesserungen oder längerfristige Transformation wird oft als Gegensatz behandelt und ist Gegenstand von Konflikten und gegenseitiger Isolierung – Fundis gegen Realos, Reformer gegen Antikapitalisten. Welche Strategien können dagegen gefunden werden?

In den USA mobilisieren Community-Organizing-Projekte meist pragmatisch um konkrete Belange der betroffenen Gruppierungen, Gemeinden, Interessenverbänden. Unter dem Begriff „Transformative Organizing“ wird versucht, eine Perspektive der Transformation systematisch in die alltägliche Arbeit einzubeziehen. Können von hier Anstöße für die Konzipierung von Einstiegsprojekten, für eine „revolutionäre Realpolitik“ (Rosa Luxemburg) gewonnen werden?

Erfahrungen aus amerikanischen wie deutschen Projekten, Bewegungen und Mobilisierungen sollen auf der Tagung präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Wie wird in den Projekten konkret vorgegangen, was sind die Erfahrungen in der Praxis?
  • Welche spezifischen Probleme ergeben sich in den USA, worin liegen zentrale Unterschiede (Finanzierung, Staatsverständnis, politische Kultur)? Was lässt sich von den Erfahrungen für den deutschen / europäischen Kontext lernen?
  • Allgemeiner: welchen Beitrag könnte (transformatives) Community-Organizing für die Förderung der Mosaik-Linken leisten?
  • Welches Interesse kann/sollte eine institutionalisierte Linke an einer Stärkung und eigenständigen Entwicklung von Armen- und anderen sozialen Bewegungen haben?

Mehr Informationen und das Programm auf der Seite der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Call for chapter submissions (edited book): “The European social movement experience: rethinking ‘new social movements’, historicising the alterglobalisation movement and understanding the new wave of protest”

European social movements, and social movement theories, have rarely been taken on their own terms in the English-language literature, but rather as counterpoints to the American experience. While such comparisons have been fruitful in some ways, they have lacked a sense of history and culture and failed to take European social movement theory seriously on its own terms. This has been exacerbated by the failure of Anglophone social movement theorists to pay attention to the substantial literatures in languages such as French, German, Spanish or Italian.

This is particularly problematic because these same movements – from the European eruptions of 1968, east and west, through to the European marches of the unemployed, the roads protest movements or autonomist culture in the 1980s and 1990s – have been central to the construction of the “alterglobalisation movement”, which began with alliances between, for example, French ATTAC and Brazilian movement organisations, or between Italian social centre activists and the Zapatistas. Among other things, what is often missed is the extent to which key European movements represent a continuation of the “New Left” problematic – the experience of a mainly extra-institutional left movement culture in political contexts marked by the institutionalisation of a more moderate left.

This book sets out to take the European social movement experience seriously on its own terms, including (a) the European tradition of social movement theorising, particularly in its attempt to understand the development of movements from the 1960s onwards; (b) the extent to which European movements between 1968 and 1999 became precursor movements for the contemporary anti-globalisation movement; (c) the construction of the “movement of movements” within the European setting around a variety of themes; and (d) the new “M-15” mobilisations in Iceland, Greece, the UK, Spain, Portugal and elsewhere.

Details im CfP (pdf)

Panel Discussion with Cilja Harders, Dontella della Porta and Roland Roth, moderated by Bernd Pickert

Venue: Social Science Research Center Berlin, Reichpietschufer 50, 10785 Berlin, Room A 300
Date: 24 June 2011, 6.00 p.m.

In times of the Arab Spring that swept away autocratic regimes in Northern Africa, the role of social movements in processes of democratization once again comes to the fore. After decades of heavy-handed rule, citizens took the streets and forced autocrats out of office. While the urge for freedom was vibrant in the whole region, the differences between countries are remarkable. The different dynamics pose questions that partly resemble the discussion after the fall of the Iron Curtain and during the electoral Revolutions in Central and Eastern Europe: What are the preconditions for a successful overthrow of autocratic regimes? What made people unite despite repression? How do ideas and strategies travel from one country to another? Which role do transnational interventions play?

While Arab protesters struggle for the realization of basic civil rights, also liberal democratic regimes have been challenged by a recent wave of protests. Their common aim was to re-appropriate civil rights and to democratize democracy. From Spanish indignados to German opponents of a low level railway station in Stuttgart, the carriers of protest and the issues triggering claims for a re-invention of democracy vary significantly. But they raise similar questions: How will the claims for more participation change the representative institutional system and what role do and should protests have in democratic regimes?

The discussion is part of the conference ‘Outcomes of social movements and protest’ that marks the end of the WZB research group ‘Civil Society, Citizenship and Political Mobilization in Europe’.

Panelists:

Cilja Harders, professor of political science at Free University of Berlin, head of the Center for Middle Eastern and North African Politics

Donatella della Porta, professor of political Science at European University Institute

Roland Roth, professor of political science at Magdeburg-Stendal University of Applied Science

Moderator:

Bernd Pickert, foreign correspondent for die tageszeitung

Michaela Köttig, Christine Müller-Botsch and Martina Schiebel (eds.): Biography and Politics. Special issue of Forum: Qualitative Social Research 12/2 (2011)

In the analysis of historical and current political phenomena, the potential for the use of social theories of knowledge and theories based on interactional and biographical perspectives have not received much attention. This article introduces the topic „Biography and Politics“ which was the result of a workshop held in Berlin in 2009. It includes the discussion of political action as biographically contextualized action: Within which societal and biographical contexts does political action take place? To what extent do political activities represent forms of coping with specific biographical experiences? What consequences do concrete political actions have for further biographical and societal developments?

Based on recent empirical work, this issue contributes to the discussion of the conceptualization of the relationship between political action and biography based on the perspective of biographical theories. In addition, specific features of this field of research will be delineated. The articles from various disciplines concern empirical research projects, making use of various resources with different conceptual considerations and methodological approaches. They permit a discussion of the achievements and limits of analyses based on biographical-theoretical approaches as well as the relationship between politics and biographies.

FQS is an open access journal. The special issue is available on the FQS website.

Intermediäre Akteure im Wandel. Parteien, Verbände, Interessengruppen und soziale Bewegungen vor neuen kommunikativen Herausforderungen. Gemeinsame Jahrestagung der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der DGPuK, des Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ der DVPW sowie der Fachgruppe „Politische Kommunikation“ der SGKM

Ort: Universität Zürich
Datum: 09.02. 2012 – 11.02.2012

Gesellschaftliche und politische Wandlungsprozesse in modernen Demokratien wie volatile Mitgliedschaften, der Bedeutungsgewinn massenmedialer Kommunikation sowie Transnationalisierungsprozesse stellen die Vermittlungsleistungen intermediärer politischer Akteure zunehmend vor kommunikative Herausforderungen.

Ziel der gemeinsamen Jahrestagung „Intermediäre Akteure im Wandel. Parteien, Verbände, Interessengruppen und soziale Bewegungen vor neuen kommunikativen Herausforderungen“ des Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ der DVPW sowie der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK)  ist es, den Umgang der intermediären Akteure mit den neuen kommunikativen Bedingungen zu analysieren und die Folgen des Wandels intermediärer Akteure für den demokratischen Prozess zu diskutieren.

Cfp als pdf

Buchvorstellung und Podiumsgespräch »Die Gewinner der Krise« mit Felix Lee

Ort: Kultwerk West – das öffentliche Wohnzimmer, Kleine Freiheit 42, 22767 Hamburg
Datum: Donnerstag, 19. Mai 2011
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Eintritt: 5.- Euro

Wird die Kluft zwischen reicher Stadtbevölkerung und armer Landbevölkerung zu Aufständen wie in Nordafrika führen? Wie entwickeln sich der Arbeitsmarkt und die sozialen Bedingungen in China? Welche sozialen Bewegungen gibt es im Land der Mitte? Wie kommt das Land zu seinen phänomenalen Wachstumsraten und wer profitiert davon? Ein Kultwerk-Gespräch mit Dr. Günter Schucher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA-Institut für Asien-Studien in Hamburg und dem Autor und taz-Redakteur Felix Lee. Lee verbrachte die letzten 12 Monate in China und erlebte die aufkeimenden Proteste vor Ort. In seinem Buch »Die Gewinner der Krise: Was der Westen von China lernen kann« beschreibt er die aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen. ‘

Das Gespräch moderiert Tina Stadlmayer.

Die googlelabs-Seite lädt ein zum Zeitvertreib. Mit Ngrams kann man die über googlebooks zugänglichen Bücher durchsuchen und sich die Ergebnisse im Zeitverlauf anzeigen lassen. Sucht man z.B. nach Arbeiter-, Frauen- und Friedensbewegung, so tun sich auf der einen Seite deutliche Unterschiede auf: die Arbeiterbewegung wird dreimal so häufig erwähnt (was angesichts der ideologischen Unverzichtbarkeit in der DDR kaum verwundert). Die Höhepunkte liegen für die Arbeiterbewegung um 1980, für die Freidensbewegung nach den großen Demonstrationen Anfang der 1980er und für die Frauenbewegung im Zuge der Institutionalisierung erst Anfang der 1990er Jahre. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch eine  Gemeinsamkeit: alle Kurven sinken in jüngster Zeit deutlich ab.

Á propos sinkende Kurven: um die Bewegungs- und Protestforschung ist es nach diesem Maßstab auch nicht gut bestellt. Nach einer Hochphase in den 1980er und in der ersten Hälfte der 1990er Jahre geht es mit der Protestforschung genauso bergab, wie mit der Bewegungsforschung, die ihren Höhepunkt um das Jahr 2000 herum hatte.

Gleiches gilt für die entsprechende Konzepte Protestbewegung und soziale Bewegung. Beide wurden in den 1980er und 1990er Jahren am häufigsten thematisiert und sind seit dem immer seltener zu finden. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass die deutschsprachigen Forscher_innen vor allem in Englisch publizieren. In Englisch sehen die Kurven für die beiden zentralen Begriffe collective action und social movement nämlich ganz anders aus. Sie steigen kontinuierlich an.

Mark Herkenrath: Die Globalisierung der sozialen Bewegungen. Transnationale Zivilgesellschaft und die Suche nach einer gerechten Weltordnung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011

Nicht nur Wirtschaftsunternehmen organisieren sich global. Auch soziale Bewegungen gehen immer häufiger Koalitionen ein, die weit über einzelne Landesgrenzen und Kulturräume hinausreichen. Damit erhöht sich aber nicht nur das politische Gewicht ihrer Anliegen, sondern auch die Gefahr von Zielkonflikten und internen Machtungleichheiten. Die Koalitionsmitglieder müssen ein prekäres Gleichgewicht zwischen transnationaler Koordination und lokaler Autonomie finden. In diesem Buch zeigt der Autor auf, mit welchen Mitteln die beteiligten sozialen Bewegungen diese Herausforderungen bewältigen. Gleichzeitig werden weiterhin bestehende Probleme deutlich, etwa die mangelhafte transnationale Vernetzung von Bewegungen außerhalb der Großstädte. Die Studie stützt sich auf eine Umfrage zu Interessenkonflikten am Weltsozialforum und eine ethnographische Untersuchung des panamerikanischen Widerstandes gegen den Freihandel.

Details auf der Verlagsseite

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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