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Call for Papers Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 4. bis 6 . Oktober 2017, Organisation: Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in der DGPuK und Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität

Weltweit setzten und setzen sich feministische Aktivist*innen und Bewegungen für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein; dabei berufen sich (queer-, lesbisch-)feministische Bündnisse auf unterschiedliche Feminismen, wählen verschiedene Formen zur Artikulation von Protest und zielen dabei auf die Herstellung verschiedener Öffentlichkeit(en) : Selbstverständigung und politische Forderungen wurden und werden sowohl in Netzwerken im Privatraum als auch in alternativen öffentlich-politischen Kontexten ausgehandelt , dafür Öffentlichkeit hergestellt oder versucht, sie in bestehende Öffentlichkeiten hineinzutragen; bis heute werden hierfür verschiedene Kommunikationsformen und unterschiedliche Medien genutzt. Akteur*innen, ihr Medienhandeln und die dadurch erzeugten Räume konstituieren dabei unterschiedliche Öffentlichkeitsebenen, in denen verschiedene Strategien zur Durchsetzung von Themen zum Tragen kommen können; diese Kommunikationsformen und Strategien verändern sich unter den aktuellen Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten.
Aktivismus und Intervention in (queer-)feministischen Öffentlichkeiten stehen auf unterschiedliche Weisen in der Tradition historischer Emanzipationsbewegungen von Frauen* und waren stets begleitet von theoretischen Überlegungen und Erkenntnissen: Feministische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Öffentlichkeit haben beispielsweise deren Abgrenzung zur privaten Sphäre kritisch beleuchtet und das asymmetrische Machtverhältnis in den Blick genommen , auf dem eine solche Trennung beruht und die es stützt.

Im Zentrum der Jahrestagung der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main stehen feministische Kritik und Praktiken des Widerstands im medialen Wandel sowie die damit in Gang gesetzten Veränderungen im Verständnis und in der Formierung von Öffentlichkeiten. Dies wirft vielfältige Fragen auf: Welche Debatten prägen das feministische Verständnis von Öffentlichkeit(en)? Welcher Öffentlichkeiten bedienen sich feministische Akteur*innen und wie stellt sich das durchaus ambivalente Verhältnis zu traditionellen Massenmedien dar? Welche Rolle hat der feministische Journalismus in der Geschichte der Frauen*bewegungen bis heute gespielt? Welchen Herausforderungen müssen sich Frauen*bewegungen und queer-feministische Interventionen historisch und gegenwärtig stellen? Was bedeutet die Infragestellung von Geschlechterkategorien für feministische Handlungsmacht und die Artikulation feministischer Forderungen in medialen Öffentlichkeiten? In welcher Form finden feministische Forderungen und Positionen in fiktionalen, non-fiktionalen und sozialen Medien Verbreitung? Und wie werden diese rezipiert?
Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppen Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Universität Frankfurt am Main widmet sich diesen und weiteren Fragen unter dem Titel „Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel“.
Im Rahmen der Tagung laden wir dazu ein, Fragestellungen nach dem Verhältnis von Feminismus und Öffentlichkeit insbesondere entlang von drei Themenfeldern nachzugehen:

Themengebiet 1: Frauen*bewegungen in historischer und aktueller Perspektive
Im Zuge der historischen und neuen Frauenbewegung en entstanden zahlreiche feministische Initiativen und Gruppen, die sich gegen die Diskriminierung von Frauen* richteten und ein verändertes gesellschaftliches Frauenbild präsentierten. Ulla Wischermann hat beispielsweise gezeigt, wie es den historischen Frauenbewegungen gelang, ihre Forderungen nach Frauenwahlrecht und Sexualstrafrechtsreformen durchzusetzen, obwohl sie damals noch von der Teilnahme an der bürgerlichen Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Dabei griffen die Frauenbewegungen auf vielfältige Medien und Kommunikationsformen zurück, angefangen von Tagebüchern und Briefen, über Vorträge und Vereinspresse bis hin zur Ansprache der Massenmedien. Feministische Publizist*innen und Journalist*innen spiel(t)en für den Erfolg der Bewegungen eine tragende Rolle. Entscheidend für die Herstellung feministischer Öffentlichkeit, die sich als Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur formierte, waren die meist regionalen Frauenzeitschriften und der Rundfunk. Mittlerweile ist das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten und kommunikativen Foren dazu getreten, in dem sich (queer-)feministische Gegenöffentlichkeiten bilden, die ebenso die traditionelle Öffentlichkeit der Massenmedien und des Parlaments erreichen können. Die Debatte um (queer-)feministische Anliegen findet heute vermehrt im Wechselspiel zwischen alten und neuen Medien statt. Es stellen sich somit u.a. folgende Fragen:

  • Welcher Interventionen bedienen sich Frauen*bewegungen in unterschiedlichen Ländern und/oder transnational sowohl in historischer als auch aktueller Perspektive?
  • Welche Unterschiede und Parallelen zeigen Vergleiche von aktuell en zu früheren Aktionsformen der Frauen*bewegungen?
  • Wie werden Zugehörigkeiten zu Frauen*bewegungen verhandelt und wie wird eine gemeinsame Identität konstruiert und zugleich Diversität ausgehandelt?
  • Wie stellt sich das Verhältnis von Journalismus und Feminismus dar?
  • Welche Methoden bieten sich zur Erforschung sowohl historischer als auch aktueller Frauen*bewegungen an?

Themengebiet 2: (Queer- )Feministische Bewegungsöffentlichkeiten und Bewegungsmedien
Feministische Bewegungen und feministische Protestformen haben sich seit dem Beginn der Frauenbewegung en vielfältiger Kommunikationsformen und Medien bedient. Gegenwärtig sind es vielfach digitale Medien, die der Mobilisierung, Selbstverständigung aber auch als Orte des Protests dienen. Dabei sind es beispielweise (queer-)feministische Zines, die eine immer größere Verbreitung erfahren. Ein „communicative turn“ in den Repertoires feministischer Bewegungen äußert sich in einer Entwicklung von einem Offline- zu einem Online-Aktivismus sowie von einer kontinuierlichen Mobilisierung von Bewegungsöffentlichkeiten hin zu einzelnen Protesten und Kampagnen. Feministische, queere und postkoloniale Theoretiker*innen weisen auf die Möglichkeiten dezentrierter Öffentlichkeiten hin, die etablierte Strukturen in Frage stellen und vielfältigen gesellschaftlichen Interessen und Erfahrungen eine Stimme verleihen können. Gleichzeitig werden feministische Interventionen und Frauen*bewegungen in den traditionellen Medien thematisiert; oft jedoch so, dass deren kritische Perspektive auf strukturelle Ungleichheiten verloren geht . Somit entstehen u.a. folgende Fragestellungen, die wir zu diskutieren einladen:

  • Welche Bedeutung haben Bewegungsmedien für feministische Interventionen?
  • Wie werden (Bewegungs-)Öffentlichkeiten hergestellt und welche Rolle spielen Emotionen und Affekte für diese Bewegungen?
  • Wie verändert sich durch sogenannte Ad-Hoc-Öffentlichkeiten und flüchtige Zusammenschlüsse vor allem im Internet politisches feministisches Handeln?
  • Wie werden feministische Protestartikulationen von den Massenmedien und in sozialen Medien aufgegriffen und gerahmt? Wie werden sie rezipiert?

Themengebiet 3: Gegenangriffe: Antifeministische Öffentlichkeiten
Neben feministischen und emanzipatorischen Öffentlichkeiten und Bewegungen sind es jedoch auch antifeministische Bewegungen, die sich verstärkt öffentlich artikulieren und in und durch Medien agieren. Gegenwärtig zeigt sich ein Antifeminismus bzw. „Anti-Genderismus“, der nationalkonservative und rechtsextreme Einstellungen und Politiken in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern verbindet. Die darin enthaltenen antifeministischen Anfeindungen polemisieren oft pauschal gegen einen als einheitlich wahrgenommenen bzw. als uniform konstruierten Feminismus, unter den sowohl jegliche gleichstellungspolitische Maßnahmen als auch Gender Studies und Queer Theory undifferenziert subsumiert werden. Diese Anfeindungen sind nicht neu, deutlich erkennbar ist die historische Dimension antifeministischer Haltungen; bereits im Kaiserreich gab es eine gut vernetzte Abwehrbewegung gegenüber Frauenrechtlerinnen. Diskutieren möchten wir u.a. die folgenden Fragen:

  • Welcher Öffentlichkeiten, medialen Netzwerke und Argumentationsmuster bedient(e) sich der historische und aktuelle Antifeminismus?
  • Wie lassen sich Kenntnisse über die Dynamiken in digitalen Öffentlichkeiten für das Verstehen antifeministischer Hate Speech nutzbar machen?
  • Welche Wirkungen und Folgen haben antifeministische Angriffe in Bezug auf individuelle Akteur*innen und sowie auf die Handlungsspielräume von queer-feministischen Bewegungen in verschieden en Öffentlichkeiten?
  • Schließlich, darüber hinausgehend, welche Strategien im Umgang mit antifeministischen Akteur*innen und Gruppierungen sowie welche (medialen) Gegeninitiativen und Interventionen in antifeministische Öffentlichkeiten gibt es?

Tagungsablauf
Die Tagung findet anlässlich der Verabschiedung von Ulla Wischermann an der Goethe – Universität Frankfurt am Main statt. Sie wird am Mittwoch, dem 4. Oktober, abends mit einem Get together eröffnet und endet am Freitag, dem 6. Oktober, am frühen Nachmittag. Genaue Angaben zu Programm, Veranstaltungsort, Anreise, Unterkünften etc. werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Einreichung von Abstracts
Willkommen sind Vorschläge für 15 bis 20- minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für Panels und innovative Diskussionsformen zu der im Call umrissenen Thematik. Wir bitten Sie, Ihren Vorschlag per E-Mail bis zum 30. April 2017 in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000 bis 6.000 Zeichen) einzureichen und einem der drei Themengebiete zuzuordnen. Besonders freuen wir uns über Vorschläge von Nachwuchswissenschafter*innen. Weiter besteht für Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit, Qualifikationsarbeiten (Masterarbeiten oder Dissertationen) als work-in-progress für einen Workshop des wissenschaftlichen Nachwuchses einzureichen. Ein entsprechender Call wird gesondert verschickt. Bitte senden Sie Ihr Abstract an Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke(at)sbg.ac.at). Die Vorschläge werden in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet. Deshalb sind die Abstracts mit einem Deckblatt zu versehen, auf welchem der Beitragstitel sowie Name und Adresse des/der Einreichenden vermerkt sind. Bis Anfang Juni 2017 werden wir über die Annahme der Beiträge informieren.

Für das Organisationsteam in Frankfurt/Main Dr. Marianne Schmidbaur Für die Fachgruppe Dr. Ricarda Drüeke Dr. Elke Grittmann

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for Contributions: feministische studien (Heft 1/2017): Gesellschaftskritik in Frauenbewegungen und (queer)feministischen Öffentlichkeiten, Gastherausgeberinnen: Elisabeth Klaus, Tanja Thomas und Susanne Kinnebrock

Feministische Interventionen in gesellschaftliche Transformationsprozesse, ein von feministischer Gesellschaftskritik geschärfter Blick auf „soziale, kulturelle, politische Verhältnisse und Entwicklungen und die Analyse gesellschaftlicher Ungleichheit, aber auch die Kritik an Kapitalismus, Neoliberalismus sowie Patriarchalismus und Heteronormatitvität sind unverzichtbar im Kampf um mehr Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit“ (Wischermann 2013: 188).

In der Vergangenheit und bis heute setzen sich Frauenclubs, Frauenvereine, Frauenbewegungen, lesbisch-feministische Bewegungen und queere Bündnisse weltweit für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein: Lokal, überregional und transnational kämpfen sie gegen mangelnde Achtung und unzureichende Förderung  sowie für den Schutz  der Rechte von Menschen aller Geschlechter. Sie protestieren gegen Ungleichheit zwischen Männern* und Frauen* und für die Teilhabe an der Macht und an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen etwa der Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung, Umwelt und Friedenssicherung. In diesen Kämpfen haben sich Frauenbewegungen wie (queer-)feministische Öffentlichkeiten zugleich neue symbolische wie materielle Räume angeeignet und diese ausgestaltet, Grenzen des Sichtbaren und Sagbaren verändert und eigene kulturelle Ausdrucksformen gefunden. Damit einher ging eine Kritik an rationalistischen Vorstellungen von Politik und an objektivistischen Vorstellungen von Wissen.

Die Frauenbewegungsforschung hat gezeigt, dass  Medien  in feministischen Gegenöffentlichkeiten  eine zentrale Rolle spielen. Vom Flugblatt bis zu Twitter wurden und werden Medien  für die wirkmächtige Thematisierung ihrer Forderungen  genutzt,  sie werden als Instrumente zur öffentlichen Skandalisierung und Visualisierung eingesetzt; Ungerechtigkeiten und Exklusionen werden somit sichtbar gemacht und Teilhabe an der hegemonialen Öffentlichkeit eingefordert. Mediale und kulturelle Produktionen wie  Bewegungszeitschriften,  Zines und Blogs  waren und  sind  aber auch für feministische Selbstverständigungsprozesse, die Herausbildung  einer eigenen Bewegungskultur und  feministischer Netzwerke bedeutsam. Sie befördern  feministisches Bewusstsein, wecken die Lust am gemeinsamen Lernen auch in Kontroverse und ermöglichen die ermächtigende Erfahrung der kollektiven Durchsetzung von Forderungen. Damit liefern feministische Öffentlichkeiten zugleich Anstöße für die Erweiterung der  eigenen  Handlungsmöglichkeiten  ihrer Akteur*innen  –  Gesellschaftsveränderung war und ist stets mit Prozessen der Selbstveränderung verbunden. Die Formen des Zugangs und der produktive Gebrauch von Medien haben einen Anteil an der Verfestigung alter oder der Begründung neuer Machtverhältnisse und Hierarchien  auch  innerhalb feministischer Bewegungen, die  von  vielfältigen Kontroversen und Debatten begleitet waren und sind.

Feministische Öffentlichkeiten haben stets das Spektrum an medialen Kommunikationsmöglichkeiten für die Vernetzung über lokale Räume und nationalstaatliche Grenzsetzungen hinweg ausgenutzt und verbreiten heute etwa die Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal via YouTube und anderen Social Media Anwendungen.  Zweifellos haben sich  Kommunikationsforen und  -formen von  Frauenbewegungen und(queer-)feministischen Bewegungen vervielfältigt, doch bleibt die Frage, inwiefern damit auch eine Stärkung ihrer Positionen einhergeht.

Stets wurden und werden feministische Bewegungen in hegemonialen Öffentlichkeiten und Medien reflektiert und repräsentiert, oft auf eine Weise, die ihre Handlungsmöglichkeiten einschränken und Sanktionen gegen ihre Akteur*innen legitimieren.  In den Medien werden Widerstände artikuliert und Akteur*innen bedroht und diffamiert. Antifeministische Netzwerke, die sich derzeit im Internet besonders vehement artikulieren, sind dabei kein ganz neues Phänomen, sondern ebenso historisch wirkmächtig gewesen, und wurden und werden auch von Frauen* mitgetragen. Dazu kommt, dass auch unabhängig von organisierten antifeministischen Bündnissen in hegemonialen Öffentlichkeiten Grenzen errichtet werden, zwischen „guten“ und „schlechten“ feministischen Positionierungen, zwischen Akteur*innen, die in den traditionellen Medien zu Wort kommen und solchen, die keine Stimme haben. Forderungen feministischer Bewegungen konnten so von ihrem gesellschaftskritischen Impetus abgespalten und für Modernisierungen im neoliberalen Kapitalismus genutzt werden. Das gilt etwa für die in den 1970er Jahren geforderte Neugestaltung von Produktions- und Reproduktionsbereich, die zwar den Eintritt von Frauen in das Arbeitsleben  forciert, aber die gesellschaftliche Geringschätzung von häuslicher Pflegeleistung und Reproduktionsarbeit nicht verändert hat. Das gilt auch für die öffentliche Thematisierung von sexueller Gewalt, die heute für rassistische Positionen missbraucht wird. Das wirft die Frage nach den Strategien und Möglichkeiten auf, sich gegen Enteignungen, Spaltungen und Antifeminismus zur Wehr zu setzen. Damit verbunden stellt sich die Frage, wie einer Re-Artikulation feministischer Bewegungen und dem Verlust eines kollektiven Gedächtnisses über feministische Gesellschaftskritik begegnet werden kann.

Mit diesem Call wollen wir Autor*innen einladen, die Frauenbewegungen bzw. (queer-)feministische Bewegungen untersuchen und Fragen stellen nach

  • der Bedeutung von Medien für die Strategien, Artikulations- und Interventionsmöglichkeiten in verschiedenen historischen Phasen,
  • dem Stellenwert von kulturellen und medialen Produktionen, von Performativität und Affektivität für Bewegungskulturen und Bewegungsöffentlichkeiten sowie deren Akteur*innen,
  • den Veränderungen für die Formierung und Entfaltung  von feministischen Bewegungen, die mit digitalen Medien einhergehen,
  • der historischen und aktuellen Bedeutung des Mediengebrauchs und den diesen  innewohnenden Ambivalenzen,
  • nach konkreten Praktiken des Mediengebrauchs auf den unterschiedlichen Ebenen feministischer Öffentlichkeit,
  • dem translokalen (transnationalen) Vernetzungspotential mittels Medien, das womöglich zugleich Machtverhältnisse zu irritieren wie zu stabilisieren vermag,
  • den Potentialen von Medien, aber auch ihren Grenzen  für individuelle und kollektive Erfahrungen und für die Entwicklung eines feministischen Bewusstseins,
  • den Möglichkeiten der Verhandlung von Erinnerungen und der Konstituierung feministischer Bewegungsgedächtnisse,
  • der medialen Repräsentationen und dessen Relevanz für Handlungsfähigkeit,
  • dem Charakter, den Formen und Ursachen antifeministischer Bewegungen, ihrer Bedeutung für die Einschränkung feministischer Öffentlichkeiten und den Möglichkeiten, diesen wirkmächtig zu begegnen.

Die Zeitschrift feministische studien – Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung Nr. 1/2016 wird 6 bis 8 Beiträge zu diesem Schwerpunkt enthalten, und zwar Aufsätze (bis 40.000 Zeichen) und Diskussionsbeiträge (bis 25.000 Zeichen), die nach einem peer-review-Verfahren ausgewählt werden. Erwünscht sind auch Tagungsberichte sowie Rezensionen oder Sammelrezensionen zu Veröffentlichungen, die sich vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, mit dem Schwerpunkt dieses Heftes beschäftigen.

Wir laden Sie herzlich ein, bis zum 03.07.2016 ein Abstract von bis zu 2.500 Zeichen bei den Herausgeberinnen des Schwerpunktheftes, Prof. Dr.  Elisabeth Klaus  (Universität Salzburg),  Prof. Dr. Tanja Thomas (Universität Tübingen) und Prof. Dr. Susanne Kinnebrock (Universität Augsburg) einzureichen. Einreichung: manuskripte@feministische-studien.de

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for Papers: Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten Grassroots zwischen Autonomie, Aufschrei und Überwachung. Tagung am 28./29. November 2014, Historische Sternwarte, Georg-August-Universität Göttingen

Frist für Einreichungen: 20. Juni 2014
Weitere Informationen: http://digitale-oeffentlichkeiten.de

Digitale Öffentlichkeiten sind einer der Kristallisationspunkte des Politischen im frühen 21. Jahrhundert. Ereignisse wie der #Aufschrei gegen Sexismus oder aktivistische Tools wie der Castorticker sind Beispiele dafür, wie sich Menschen digitale Technologien aneignen, um ihren politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen. Derartige Graswurzelprozesse bewegen sich indes in einem Spannungsfeld: Während ihre Eigendynamik zu Kontollverlusten sowohl aufseiten von Institutionen und Organisationen als auch der Aktivist*innen selbst führt, sind digitale Öffentlichkeiten zugleich höchst anfällig für Formen der Überwachung und Manipulation. Die jüngst in der Türkei verhängte Sperre von Twitter ist ein Beispiel für die zahlreichen Einhegungsversuche, die gegen die eruptiven Effekte digitaler Vernetzung in Anschlag gebracht werden. Dieses Problem wird seit langem diskutiert; seine Lösung scheint nach den Erkenntnissen durch die Snowden-Leaks weit in die Ferne gerückt.

Forscher*innen, die sich für politisches Handeln, Zivilgesellschaft und Soziale Bewegungen interessieren, stehen vor der Herausforderung, digitale Phänomene und Entwicklungen theoretisch einzuordnen und zu analysieren. Dies erfordert in die Logiken und Dynamiken des Digitalen einzutauchen und das Neuartige der digitalen Welt zu verstehen, zu bestaunen und kritisch zu reflektieren. In digitalen Öffentlichkeiten entwickeln sich, so Felix Stalder, spezifische Formen von Autonomie und Solidarität. Gleichzeitig finden sich viele Parallelen zu früheren Sozialen und Protest-Bewegungen, wodurch es möglich ist, an fundierte Theorien verschiedener Reichweite sowie Forschungsmethoden anzuknüpfen.

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CfP: Popular culture and protest repertoires in 20th century Europe. Consortium on Social Movements Workshop, European University Institute, Florence, 27 May 2013. Convenors: Ilaria Favretto (Professor of Contemporary European History, Kingston University, London), Xabier Itçaina (CNRS Research fellow-Sciences Po Bordeaux – Marie Curie Fellow European University Institute, Florence)

In the footsteps of Charles Tilly’s influential study of contentious politics in France and Great Britain, scholars of social movements tend to distinguish between pre-industrial and post-1789 forms of collective action. In early modern Europe, protest repertoires mainly revolved around community-based forms of direct action, which included attacks on property, field invasion, physical violence to persons. Charivari rites in particular, that is rituals of public humiliation through which small communities denounced and sanctioned certain breaches of commonly accepted customary rules, held significant prominence. However, as a result of industrialisation, the rise of the nation-state and the spread of association politics, pre-industrial communitarian forms of protest were to gradually fade away. A new modern repertoire, which included boycotts, barricades, petitions, demonstrations, strikes, came to replace it.

Traditional forms of collective action did not disappear overnight. In particular, political charivari – that is rough music, mock trials, mock funerals, ride on donkeys, shaving, effigy burning or hanging, soiling, etc – continued to be practiced and adapted to new political needs well up to the 20th c. On the model of E. P. Thompson and Natalie Zemon Davis’ seminal work on popular culture(s) and protest, 19th and 20th c. historians and historical anthropologists have well documented the survival and practice of rituals of folk justice in later periods, mostly in the context of 19th c. liberal
revolutions, peasant protest, Fascist violence, WWII Resistance movements, 19th c. and 20thc. industrial conflict, nationalist movements and new social movements. However, particularly in the study of 20th c. protest movements, these repertoires have been little investigated and, overall, poorly deciphered.

We believe that a better understanding of old repertoires and their underlying cultures and symbolism is crucial to fully comprehend modern protest. Therefore, the purpose of the workshop is to bring together scholars from different subject areas -historians, social anthropologists, political scientists and social movement scholars- to reflect in an interdisciplinary and comparative European perspective upon the influence of popular cultures and old repertoires of contention on modern protest.

We will address the following questions:

  • To what extent, why and in what kind of contexts traditional pre-industrial repertoires continued to be practiced in the modern period (19th and 20th c.)?
  • How did old repertoires of contention and traditional protest cultures survive industrialisation and urbanisation? Are there any European variations? If so, why?
  • How did old protest routines integrate into modern protest tactics? Which factors account for their use and revival over time? Are there any specific groups of protesters who have practiced these repertoires?
  • How have these repertoires been received and understood by public opinion, the media or political actors such as political parties or trade unions?

Contributions to theoretical approaches to the topic will also be welcome.
Please send your proposal (max 400 words; preferably in English) and information about your institutional affiliation and status (100 words) by 21 January 2013 via Email to: Ilaria Favretto (I.Favretto(at)Kingston.ac.uk) and Xabier Itcaina (Xabier.Itcaina(at)eui.eu)

Please note that participation at the workshop (that is accommodation and travel expenses) will be self-funded. Selected participants will be expected to send a short version of their paper (1500-2000 words) by 13 May 2013. Provided we find a suitable publisher, we are planning to publish papers (in English) either as an edited volume or as an academic journal special issue. Longer and final versions of papers will be expected by 1 September 2013.

CfP as pdf file

Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit. 3. gemeinsamer Kongress für Soziologie der DGS, ÖGS und SGS, Innsbruck, 29.9.-1.10.2011

Der dritte Dreiländerkongress von Deutscher, Österreichischer und Schweizer Gesellschaft für Soziologie findet vom 29. September bis zum 1. Oktober 2011 in Innsbruck statt. Nachdem in einer ersten Runde Themenachsen (streams) definiert wurden, wird jetzt mit einem Call for Papers um Beteiligung geworben.

Das Panel, das sich explizit an Bewegungsforscher_innen richtet, findet sich im stream „Populismus“ und widmet sich der „Skandalisierung und Dramatisierung politischen Protestes“ (CfP).

Einsendeschluss für Vortragsthemen ist der 11. April 2011.

Rainer Winter (unter Mitarbeit von Sonja Kutschera-Groinig): Widerstand im Netz. Zur Herausbildung einer transnationalen Öffentlichkeit durch netzbasierte Kommunikation. Bielefeld: Transcript 2010

Während im Leitmedium Fernsehen politische Themen zunehmend als »cultural fast food« (Pierre Bourdieu) aufbereitet werden, entstehen im Internet transnationale (Gegen-)Öffentlichkeiten, die die neoliberale Ordnung in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts in Frage stellen und für eine Demokratisierung der Lebensverhältnisse eintreten. Das Buch untersucht, wie diese transnationalen zivilgesellschaftlichen Netzwerke entstehen und welches kommunikative Potenzial sie entfalten können. Eine wichtige Frage ist dabei, ob sich kosmopolitische Sichtweisen und Praktiken herausbilden, die am Dialog orientiert sind und ausgehend vom transnationalen Charakter gesellschaftlicher Entwicklungen nach sozialen und kulturellen Veränderungen streben. Am Beispiel unterschiedlicher virtueller Netzwerke zu Themen wie Menschenrechte oder ökologische Fragen werden Formen des globalen Aktivismus analysiert und ihre Bedeutung für eine Revitalisierung der Demokratie diskutiert.

Mehr Informationen auf der Verlagsseite

„Ausverkauft und abgeschaltet? Politische Öffentlichkeit zwischen Pressekrise und digitaler Revolution.“ Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 22, 2010, Heft 3

Wikileaks, Enquetekommission Internet und digitale Gesellschaft und iPad einerseits, anhaltende Finanzierungsprobleme von Qualitätsjournalismus und politischer Presse andererseits – der Strukturwandel der Öffentlichkeit 2.0 ist in vollem Gang. Das aktuelle Themenheft des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen wagt in dieser Situation einen Blick auf die Produktionsbedingungen öffentlicher Meinung. Jenseits ausgetretener Kontroversen zwischen Bloggern und politischen Journalisten geben ausgewiesene Autoren mit sachkundigen Analysen Orientierungen zur Frage, welche Öffentlichkeit die Demokratie braucht und wie aktuelle Herausforderungen der öffentlichen Meinungsbildung zu bewerten sind.

Als einer der Mitinitiatoren des Kongresses „Öffentlichkeit und Demokratie“ (1.-3.Oktober in Berlin), den das Forschungsjournal im Rahmen einer Medienpartnerschaft unterstützt, stellt Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin aktuelle Befunde und Konzepte aus der sozialwissenschaftlichen Forschung vor. Die bekannte US-amerikanische Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser skizziert auf den Spuren von Jürgen Habermas Konturen einer „Kritischen Theorie im neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit“. Sie demonstriert die unersetzliche Bedeutung einer vitalen Öffentlichkeit für demokratische Prozesse. Rüstzeug zu einem aufgeklärten Verständnis der Leistungen und Grenzen politischer Öffentlichkeit auf dem aktuellen Stand soziologischen Wissens bietet auch der Beitrag von Friedhelm Neidhardt zu Funktionen politischer Öffentlichkeit.

Weitere Beiträge liefern profunde Einschätzungen zum Zustand der politischen Öffentlichkeit zwischen Pressekrise und digitaler Revolution. Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz nehmen eine kritische Inspektion des Qualitätsjournalismus am Beispiel des Wirtschaftsjournalismus im Vorfeld der weltweiten Finanzkrise vor. Stephan Weichert und Leif Kramp stellen 15 Thesen zum Journalismus der Zukunft zur Diskussion und bilanzieren die Diskussion um neue Geschäftsmodelle und Bezahloptionen. Ute Pannen wirbt für eine unverstellte Wahrnehmung der sozialen Medien und sieht Chancen für eine neue politische Beteiligungskultur. Andreas Elter demonstriert allerdings auch die fortbestehenden Schwierigkeiten der deutschen Parteien, sich im digitalen Raum so souverän zu bewegen wie Barack Obama. Jan-Felix Schrape bietet eine Auswertung von aktuellen Daten zur Nutzung des Internet und leitet daraus einen fortbestehenden Bedarf an den Selektionsleistungen des professionellen Journalismus ab.

Auch Ansätze zur Gestaltung der politischen Öffentlichkeit werden nicht ausgeblendet: So plädiert Günter Bartsch als Geschäftsführer des Netzwerks Recherche für die Förderung des investigativen Journalismus. Und die grüne Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner gibt Einblicke in die Arbeit der jüngst konstituierten Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“.

Ein Sonderschwerpunkt fasst die Ergebnisse des fünften „Forum Bürgergesellschaft“ zusammen, das die Stiftung „Bürger für Bürger“ jährlich in Schloss Diedersdorf bei Berlin ausrichtet. In diesem Jahr wurden „Eckpunkte einer Engagementstrategie für Ältere“ diskutiert.

Editorial und der Artikel von Dieter Rucht sind online verfügbar.

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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