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Call for Papers: Dissonanzen und Solidarisierungen. Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen, Jahrestagung 2018 der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ in der DGPuK in Kooperation mit der Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung, Datum: 26.-28.09.2018, Tagungsort: Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft

CfP zum Workshop „Mediale Verhandlungen von sozialen Bewegungen und Protest“ im Rahmen der Tagung (zum Call als pdf-Datei)

Verstehen wir Partizipation als einen essentiellen Bestandteil demokratischer Gesellschaften und als eng verflochten mit früheren und gegenwärtigen Medienkulturen, treten auch Fragen nach der Mitwirkung von marginalisierten Gruppen an gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen in den Vordergrund. Die Möglichkeiten und Grenzen von und die Bedingungen und Ressourcen für Partizipation in Medienkulturen stehen im Fokus dieser Tagung.

Einerseits ist die Diskussion um Partizipation durch unterschiedliche Perspektiven zum Beispiel als partizipative Kultur, als Teilnahme und Teilhabe an Entscheidungsprozessen oder als zivile Kultur gekennzeichnet, andererseits ist sie oft noch immer stark durch die von Habermas im Kontext der Theorie des kommunikativen Handelns entwickelten (und androzentristischen) Perspektive der politischen Partizipation als Beteiligung am öffentlichen Diskurs geprägt. Feministische Wissenschaftler*innen und Geschlechterforscher*innen haben bereits früh diese Engführung kritisiert und Konzepte einer fragmentierten und konfliktiven Öffentlichkeit, sowie das Konzept des Cultural Citizenship in die Diskussion um Partizipation und Öffentlichkeit eingebracht. Öffentlichkeiten sind demnach nicht nur gekennzeichnet durch Konsens und Gemeinschaft, sondern auch durch Dissonanzen und Fragmentierungen, die wiederum zu neuen Konnektivitäten und Solidarisierungen führen können. Daran möchten wir mit der Jahrestagung der Fachgruppe „Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht“ zum Thema „Dissonanzen und Solidarisierungen: Feministische und intersektionale Perspektiven auf Partizipation in Medienkulturen“ anknüpfen und neue Perspektiven in der Diskussion um Partizipation, Kommunikation und Medien eröffnen.

Nicht nur kann Partizipation in und über Medien in der Gesellschaft als Zugang, Interaktion und Teilhabe an Entscheidungsprozessen qua rationalem Diskurs erfolgen, sondern es sind auch solche Formen der Partizipation in Demokratien relevant, die als Einspruch, Widerspruch oder Protest gegen gesellschaftliche Missstände auch über und durch Medien artikuliert werden. Dazu zählen Formen der Intervention, die über ‚klassische’ Straßenproteste, kreative und künstlerische Aktionen und Ausdrucksformen (wie etwa feministische Zines, Graffitis, etc.) oder in digitalen Öffentlichkeiten z.B. über Hashtags sichtbar werden. Solche Dissonanzen in demokratischen Gesellschaften genauer in den Blick zu nehmen und zu diskutieren, ist ein Anliegen der Tagung. Es sollen weiterhin auch solche Formen der Kooperation, Kollaboration und Solidarisierungen von und durch marginalisierte Gruppen sichtbar gemacht und diskutiert werden, die eine Teilnahme und Teilhabe an Gesellschaft und Politik einfordern und erreichen. Ferner sind Formen einer als ambivalent zu bewertenden Partizipation in Medienkulturen von Interesse, die im Sinne exkludierender Solidarität Ausgrenzung und Marginalisierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Subjekte intensivieren. Digitale Medien und mediale Netzwerke können beispielsweise für die Organisation von Protest und Partizipation, für die Herstellung von Handlungsfähigkeit und Solidarität, sowie für Interventionen in Online- und OfflineÖffentlichkeiten von entscheidender Bedeutung sein.

Für die Tagung wünschen wir uns theoretische und empirische Beiträge zu Partizipation in Medienkulturen aus geschlechtertheoretischer, queerer, feministischer und/oder intersektionaler Perspektive. Wir freuen uns genauso über historische Betrachtungen von Partizipation in Medienkulturen, als auch über Analysen gegenwärtiger Dissonanzen und Solidarisierungen in Medienkulturen. Insbesondere möchten wir bei dieser Tagung auch dazu einladen, den Dialog bzw. Transfer zwischen den Wissenschaften und gesellschaftlichen Initiativen zur Förderung von Partizipation in demokratischen Gesellschaften in und durch Medien zu stärken. Beiträge von und mit Journalist*innen, Initiativen und auch Aktivist*innen sind deshalb herzlich willkommen!

Mögliche Schwerpunktthemen (andere Themenbereiche sind auch willkommen!):

  • Medien, Partizipation und Migration
    • Teilnahme und Teilhabe von Geflüchteten an politischen und kulturellen
      Prozessen und medialen Öffentlichkeiten
    • Mediale Proteste von und für Geflüchtete
    • Aushandlungen von Flucht und Migration in digitalen Öffentlichkeiten
  • Medien, Partizipation und Ungleichheiten
    • Medien, Partizipation und Prozesse von In- und Exklusionen
    • Mediale Formen ambivalenter Partizipation (z.B. bei Anti-Feminismus, Rechtspopulismus und rechten Bewegungen)
    • Bedingungen für und Grenzen von Partizipation für marginalisierte Gruppen
  • Medien, Partizipation und Digitalisierung
    • Digitaler Protest und (feministischer) Hashtag-Aktivismus
    • Vergeschlechtlichte digitale Arbeit
    • Überwachung, Kontrolle und Ko-option von Nutzer*innendaten
    • Medientechnologien, Partizipation und Geschlecht

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Formen der kritischen Intervention entstehen in und über Medien? Welche Ansätze für emanzipatorische Solidarisierungen lassen sich in und über Medien
    beobachten?
  • Wie stellt sich historisch und gegenwärtig Teilnahme und Teilhabe in und durch Medien dar?
  • Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen in Medienkulturen gegeben
    sein, um möglichst vielen Menschen in demokratischen Gesellschaften Zugang zu
    Partizipation zu ermöglichen? Welche Rollen spielen dabei Prozesse der
    Digitalisierung?
  • Wo sind aus geschlechtertheoretischer und queer-/feministischer Perspektive die (theoretisch und empirisch) ‚blinden Flecken’ in der Forschung zu
    Medienpartizipation?
  • Welche sozialen Ungleichheiten, die sich etwa in Bezug auf Geschlecht, Ethnizität oder Klasse manifestieren können, finden sich in historischen und gegenwärtigen Partizipationsprozessen?
  • Welche Formen von Partizipation in Medienkulturen werden in öffentlichen Debatten von wem wie (de-) legitimiert? Welche normativen Diskurse werden sichtbar?
  • Wie können Institutionen und Initiativen einen Beitrag zur Förderung von
    Medienpartizipation in demokratischen Gesellschaften leisten?
  • Wie kann man einer Medienpartizipation, die exkludierende
    rechtspopulistische/neoreaktionäre und antifeministische Diskurse fördert, entgegen treten?

Einreichungen von Abstracts:
Willkommen sind Vorschläge für 15- bis 20-minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für organisierte Panels mit 3-4 einzelnen Beiträgen zu einem übergeordneten Thema. Besonders freuen wir uns auch über Vorschläge von Nachwuchswissenschaftler*innen. Wir möchten Sie bitten, Ihren Vorschlag in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000-6.000 Zeichen, exkl. Literatur) bis zum 30. April 2018 per Email an miriam.stehling(at)unituebingen.de zu senden. Für organisierte Panels reichen Sie bitte ein Extended Panel Abstract ein, das auch Kurzabstracts zu den einzelnen Beiträgen (ca. 300-400 Zeichen pro Beitrag) enthält. Bitte versehen Sie die Abstracts mit einem Deckblatt, auf dem der Panel bzw.Beitragstitel, sowie Name und Adresse der Einreichenden vermerkt sind. Das Abstract selbst sollte keinerlei Hinweise auf Ihre Person haben, da die Vorschläge in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet werden. Es ist geplant, bis ca. Anfang Juni 2018 über die Annahme der Beiträge zu informieren.

Tagungsablauf:
Die Tagung beginnt am Abend des 26. September 2018 ab ca. 18:00 Uhr mit einer Veranstaltung und einem Get together. Die Tagung wird am Freitag, den 28. September 2018 gegen 15:00 Uhr enden. Im Vorfeld der Eröffnung am Mittwoch wird ein Workshop für Wissenschaftler*innen aller Statusgruppen stattfinden, bei dem laufende Forschungsprojekte diskutiert werden können. Dieser Workshop wird organisiert durch die Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Universität Tübingen, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung. Hierzu wird ein separater Call for Papers veröffentlicht.

Organisation:

  • Dr. Miriam Stehling, Eberhard Karls Universität Tübingen (local organizer und Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Ass. Prof. Dr. Ricarda Drüeke, Universität Salzburg (Sprecherin der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit, Geschlecht)
  • Lina Brink, Helena Körner und Julika Mücke als Mitglieder der
    Nachwuchsforscher*innengruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Medienkulturen“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen (Leitung: Prof. Dr. Tanja Thomas)

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf www.critical-media-studies.net! Der call als pdf-Datei.

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Call for Papers: Acting on media: pioneer communities, social movements and civil society organizations, 13 and 14 October 2016, University of Bremen, Germany, organizers: Andreas Hepp, Sigrid Kannengießer and Sebastian Kubitschko

In one way or the other the current transformation of society is related to media, which are understood to mean organizations, content and technologies. As a consequence, media themselves are gaining increasing relevance in political debates and for political activity per se. Actors like hacker collectives, alternative media or open source movements do not only use media to organize, collaborate and to mobilize, but explicitly center their activities on media-related questions. Pioneer communities like the Quantified Self or Makers movement have emerged as new kinds of collectivities at the crossroads between social movements and think tanks, in their support of new forms of media practice. At the same time, new initiatives critically deal with media and point to problems caused by current media appropriation. One prominent case is Repair Cafés where people maintain their devices to avoid buying new ones, pointing to the socio-ecological damage the production and disposal of media technologies cause. The number of examples that could be added to this list is constantly growing.

What the actors mentioned have in common is that they tinker around with media, tease them apart, explore and modify them. They thematize how media are dominantly used in society and they often influence the way media are constructed and perceived in public discourse. Overall, by putting media at the center of their involvement, they are acting on media. Along with this development, apparently clear distinctions between ‘alternative’ and ‘established’ groups, between ‘insider’ and ‘outsider’ tactics, between ‘traditional’ and ‘new’ forms of media-related engagement become blurred. The core idea of this workshop is to bring together empirical analysis and critical reflections on different forms of acting on media.

With this focus in mind, we would like to discuss the following questions:

  • Who are the actors (individual, collective, movement-based, etc.) that thematize, problematize and/or politicize contemporary media?
  • How do actors act on media? What are their concrete aims and practices? What is their role in our social world?
  • Which contradictions can we perceive regarding these actors and media appropriation – either in the initiatives themselves or between them?
  • Which relevance and influence have and which constraints do these initiatives face in highly media-saturated societies?
  • What kind of influence and effects result from these activities/actions?

We explicitly encourage contributions from actors analyzing in different research areas and disciplines – ranging from communities, organizations, think tanks, movements, and the like – that put media in the center of their activities. Besides presentations of empirical studies, we also ask for theoretical contributions and methodological reflections on how to analyze the research object outlined above.

Doctoral students
We ask PhD students to indicate on their abstracts whether the submission is part of a doctoral project. This status will be taken into account in the review process. During the conference, accepted PhD students will present during the regular conference program. In addition, carefully selected respondents will comment on the doctoral projects and discuss the research with PhD students in a special panel.

Submission
Please send your submission of no more than 500 words (cover with contact details and a separate abstract, prepared for anonymous review) by 30 April 2016 to sigrid.kannengiesser(at)uni-bremen.de. Acceptance and rejection letters will be sent out in early June 2016.

Download Call
CfP as pdf file

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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