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NGOs und soziale Bewegungen im Klimaregime. Ausdruck eines neuen Spannungsfeldes sozialer und ökologischer Fragen? Ad-hoc-Gruppe auf dem DGS-Kongress „Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen“ am 24.-28. September 2018 in Göttingen

Auf der UN-Klimakonferenz in Bonn Ende letzten Jahres wurde deutlich, dass zivilgesellschaftliche Initiativen, Netzwerke, aber auch weniger institutionalisierte Bewegungen von wachsender Bedeutung für den medialen Diskurs und das politische Framing der internationalen Klimaverhandlungen sind. NGOs und soziale Bewegungen erheben jedoch nicht nur bei den internationalen Klimaverhandlungen ihre Stimme, auch über die offiziellen Foren hinaus lässt sich eine Pluralisierung des sozialen Engagements im Klimaregime beobachten. Gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten sowie Kritik- und Protestformen werden neu justiert und auf die UN-Klimaverhandlungen und die dort diskutierten Lösungsansätze, Governance-Instrumente und Verhandlungsroutinen ausgerichtet. In diesem Zusammenhang treten auch zivilgesellschaftliche Akteure auf, die sich erst seit Kurzem an Dialog, Aktivitäten und Meinungstausch zu Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, etwa Verbände, Vereine, Stiftungen und informelle Initiativen und Netzwerke.

Die im Entstehen begriffene Klimabewegung bezieht globale, nationale und lokale Konfliktdimensionen aufeinander, was sich in neuen Formen des Protests und der Teilhabe zivilgesellschaftlicher Initiativen widerspiegelt. Die Spannungsfelder zwischen organisierten und wenig institutionalisierten, eingeladenen und nicht eingeladenen, global und lokal agierenden Akteuren sowie die Machtrelationen zwischen diesen gilt es zu untersuchen, um die Dynamik dieser Bewegung zu verstehen. Durch das Aufgreifen der Klimaproblematik seitens zivilgesellschaftlicher Akteure entsteht ein Diskursraum, der die internationale Aufmerksamkeit auf Klimawandelursachen und -lösungen lenkt, zugleich aber widersprüchliche Klimaschutzverständnisse beherbergt. Denn die sozialen, ökologischen und ökonomischen Konflikte des Klimawandels sowie die Umsetzung geplanter Maßnahmen treffen auf bestimmte lokale, politische und kulturell geprägte Kontexte.

In der Ad-hoc-Gruppe sollen anhand von ausgewählten Aspekten empirisch fassbare Trends und theoretische Perspektiven der Klimabewegung diskutiert werden. Mögliche Themenaspekte und Fragestellungen lauten:

  • Protest- und Teilhabepraktiken im Handlungsfeld Klimaschutz als Spiegel sozialer Konfliktfelder
    Wie werden soziale Konflikte bezüglich Klimaschutz und -anpassung in den Protest- und Teilhabepraktiken sichtbar gemacht? Welche unterschiedlichen Klimaschutzverständnisse prallen hierbei aufeinander und mit welchen politischen und ethischen Perspektiven sind diese verbunden?
  • Verhältnis zu und Konflikte mit anderen sozialen Bewegungen und Subbewegungen
    Wie genau gestaltet sich aktuell das Verhältnis zu anderen sozialen Bewegungen, etwa zur ehemaligen Anti-Atomkraft-Bewegung? Lassen sich hier neue Legitimationsstrategien, Praktiken und Netzwerke der Teilhabe und des Protests finden? Welche Verortungen und Veränderungen bezüglich der Klimabewegung können beobachtet werden, gerade mit Blick auf Subbewegungen und Formen der Radikalisierung?
  • Die Rolle und Einflussnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen
    Auf welche Weise eignen sich bereits bestehende zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGOs) wie Verbände, Vereine, Stiftungen oder Kirchen aktuelle Diskussionen zu Klimaschutzmaßnahmen an und wie verschaffen sie sich Legitimation und Stimme im Diskurs?
  • Kann von der Klimabewegung gesprochen werden?
    Lässt sich eine neue soziale Dynamik im zivilgesellschaftlichen Sektor beschreiben, für die der Klimawandel als globales Referenz- und Resonanzthema dient oder wird über Klimakonflikte vornehmlich unter anderen Begrifflichkeiten und Handlungsfeldern diskutiert? Kann insgesamt von der Klimabewegung gesprochen werden oder handelt es sich um ein ausdifferenziertes Netzwerk bereits bestehender sozialer Bewegungen, die Klimaaspekte inkludieren?

Beiträge aus der sozialwissenschaftlichen Klimaforschung, der Organisations- und Bewegungsforschung sowie der politischen Soziologie bilden die theoretische und empirische Basis, um eine fruchtbare Diskussion anzustoßen. Methodisch sind qualitative Fallstudien zu bestimmten Akteursgruppen oder (vergleichende) Länder-Cases denkbar. Zugleich stellen auch diskursanalytisch ausgerichtete Arbeiten einen möglichen Zugang dar, um das Thema umfassend zu beleuchten und einen konstruktiven Austausch zu ermöglichen.
Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge können bis zum 30.04.2018 zugeschickt werden:
annabarbara.friedrich(at)wiso.uni-hamburg.de

OrganisatorInnen:
Annabarbara Friedrich, Dr. Michael Kunkis, Dr. Angela Pohlmann (Universität Hamburg)
Mirko Suhari (Energy Cultures, Nachwuchsgruppe, Zeppelin Universität)

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Call for Papers: Die Umwelt– und Klimabewegung im Spannungsfeld von Protest und Partizipationsverfahren, Auftakt-Workshop des Arbeitskreises Umwelt- und Klimabewegungen, Berlin, 30.01.2016, Organisator_innen: Jana Bosse (Freie Universität Berlin), Sebastian Krätzig (Leibniz Universität Hannover), Romina Ranke (Leibniz Universität Hannover)

Gesellschaftliche Konflikte um den Schutz der Umwelt und natürlicher Lebensräume sowie die Nutzung von Flächen und natürlichen Ressourcen haben im 21. Jahrhundert keineswegs an Relevanz verloren. Das Spektrum reicht dabei vom konkreten Schutz seltener Vogelarten bis hin zum scheinbar abstrakten Schutz des Klimas. Verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure versuchen, mit unterschiedlichen Strategien Einfluss auf politische und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse zu nehmen und Themen neu auf die politische Agenda zu bringen. Dabei nutzen sie verschiedene Formen politischen Engagements und gesellschaftlicher Einflussnahme. Dies reicht von eher klassischen Formaten wie Streiks und Demonstrationen bis hin zu zivilem Ungehorsam oder rein digitalem Cyberaktivismus, von organisierten Partizipationsverfahren und Hintergrundgesprächen über (medial inszenierten) Protest bis hin zu Widerstandspraktiken und Direct Action.

Durch transnationale Vernetzungsprozesse finden auch Perspektiven aus dem globalen Süden sowie der „Environmentalism of the Poor“ vermehrt Eingang in öffentliche Diskurse. Zudem lässt sich eine Vernetzung verschiedener Themenfelder wie Umwelt, Klima, Wirtschaft und Ernährung beobachten. Eine Diversifizierung findet ebenso statt wie eine strategische Nutzung des Umweltframes zur Durchsetzung lokaler Interessen. Dies macht es immer schwieriger, den Kern dessen zu definieren, was eigentlich die Umwelt- und Klimabewegung ausmacht.

Somit steht auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Umweltbewegung vor neuen Herausforderungen: mit welchen Theorien und Methoden können wir uns dem Gegenstand nähern? Wie können wir empirische Phänomene adäquat beschreiben? Worauf verweisen die Dynamiken im Spannungsfeld zwischen Partizipation und Protest mit Blick auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen? Wie erfolgen innerhalb zivilgesellschaftlicher Gruppen Aushandlungsprozesse über Strategien und Handlungsformen und wie erfolgversprechend sind sie?

Um diese und weiterführende Fragen zu diskutieren, laden wir zu einem eintägigen Workshop am 30.01.2016 in Berlin ein. Der Workshop soll Raum bieten für die Vernetzung mit anderen Bewegungsforscher_innen im Themenfeld „Umwelt und Klima“ sowie für den Austausch über unsere jeweilige Forschungsarbeit. Im ersten Teil des Workshops soll die Möglichkeit bestehen, Feedback zu eigenen Texten zu erhalten. Anschließend möchten wir einen Open Space zur Diskussion gemeinsamer Fragestellungen und möglicher Zusammenarbeit durchführen. Dabei soll auch die Frage im Raum stehen, ob wir zukünftig in einem „Arbeitskreis Umwelt und Klima“ enger zusammenarbeiten möchten, welche Ziele wir hierbei verfolgen und welches Format dafür in Frage kommt.

Interessierte bitten wir, sich bis zum 01.11.2015 mit einer E-Mail bei uns zu melden. Bitte schreibt einige Stichwörter dazu, zu welchen Fragestellungen Ihr arbeitet, worüber Ihr Euch gerne inhaltlich austauschen möchtet und in welchen Bereichen Ihr Euch eine Zusammenarbeit wünscht. Einsendeschluss für die Texte oder Paper als Diskussionsgrundlage für den ersten Teil des Workshops ist der 31.12.2015. Sie werden anschließend zur Vorbereitung an alle Teilnehmenden verschickt.

Termine:
bis 01.11.2015: Anmeldung per E-Mail an sebastian.kraetzig(at)hotmail.de
bis 31.12.2015: Einreichung der Beiträge (Paper, Kapitelentwürfe oder ausführliche Abstracts)
30.01.2016: Workshop

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Call for Papers: Wissenschaftliche Praxis und (öko-)politischer Aktivismus. Neue Perspektiven für die Umweltsoziologie, 12. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie (NGU), 22./23.10.2015 an der Zeppelin Universität Friedrichshafen

Wie das Verhältnis von Wissenschaft und Sozialen Bewegungen zu denken sei, diese Frage hat innerhalb der Soziologie immer wieder zu kontroversen Debatten geführt. Insbesondere im Kontext von ökologischen Krisendiskursen und Kontroversen werden aktuell die Differenzen, Überlagerungen und Wechselwirkungen zwischen den beiden Sphären sichtbar und neu verhandelt. Für die Umweltsoziologie, so meinen wir, Gelegenheit und Herausforderung zur kritischen Analyse, Reflexion und Positionierung.

Das Spannungsfeld von wissenschaftlicher Praxis und (öko-)politischem Aktivismus hat sich historisch wie aktuell immer wieder gewandelt und unterschiedliche Konstellationen hervorgebracht. In Deutschland konnten sich beispielsweise Teile der Antiatomkraftbewegung innerhalb des wissenschaftlichen Systems institutionalisieren, um von dort (natur-) wissenschaftliche Gegenexpertise zum dominanten Modus der Nuklearforschung zu artikulieren. Ein jüngeres Beispiel aus Deutschland war der Degrowth-Kongress in Leipzig. Über 3000 Personen aus Politik, Zivilgesellschaft, Umweltbewegung und eben auch der Wissenschaft waren hier zusammengekommen, um sich über die ökologischen und sozialen Grenzen heutiger Wachstumsökonomien auszutauschen und politische Strategien für die Überwindung des Wachstumsparadigmas zu entwickeln. Auch auf der globalen Ebene werden neue Konstellationen sichtbar. So haben sich die UN-Klimakonferenzen mittlerweile als Kristallisationspunkt für eine im Entstehen begriffene Klimabewegung etabliert, die neue Perspektiven in den Klimadiskurs einspielt und damit auch das wissenschaftliche „Framing“ des Klimawandels mit verhandelt.

Viele Wissenschaftsfelder weisen nicht nur thematisch eine besondere Nähe zur Umweltbewegung auf, sondern vertreten auch explizit politische, normative oder kritische Ansprüche. Überschneidungen zwischen beiden Sphären lassen sich beispielsweise im Bereich der „Nachhaltigkeitsforschung“, der „Human-Animal Studies“ oder der „Environmental Justice Studies“ erkennen. Aber auch bestimmte Theorieangebote (z.B. Ökofeminismus, Gaia- Hypothese oder Politische Ökologie) weisen eine enge Verbindung zur Umweltbewegung auf, sind teilweise aus ihr entstanden oder haben diese beeinflusst. Auch innerhalb ökologischer Bewegungen selbst spielt Wissenschaft eine wichtige Rolle. Zum einen ist aus der Umweltbewegung heraus immer wieder neues Wissen entstanden und es sind Innovationen angestoßen worden (z.B. Windenergie, Nachhaltiger Konsum). Zum anderen nutzen Umweltbewegungen wissenschaftliches Wissen für kritische Interventionen in kontroversen Themenfeldern, wie beispielsweise Gentechnik, Biodiversität oder Klimagerechtigkeit. Oft wird zu diesem Zweck auch selbst Expertise produziert und in den öffentlichen Diskurs getragen.

Auf der 12. Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie möchten wir die vielfältigen Dynamiken und Interaktionen im Spannungsfeld von wissenschaftlicher Praxis und (öko-)politischem Aktivismus in den Blick nehmen. Die Beiträge können sich dabei zum einen mit den Impulsen auseinandersetzen, die durch ökologische Bewegungen in die Sphäre der Wissenschaft getragen werden. Zum anderen können sich die Beiträge mit der Rolle von Wissenschaft innerhalb (öko-)politischer Bewegungen befassen. Für beide Perspektiven sollen insbesondere die Schnittstellen im Fokus stehen, an denen das Selbstverständnis beider Sphären verhandelt wird und sich inhaltliche, epistemologische und methodologische Ausrichtungen verändern.

Mögliche Fragestellungen lauten:

  • Wo verortet sich die Umweltsoziologie im Spannungsfeld von Wissenschaft und (öko-)politischem Aktivismus? Welche methodologischen und theoretischen Angebote aus dem Bereich der Umweltsoziologie eignen sich für die Untersuchung dieses Spannungsfeldes?
  • Welche Rolle spielen (öko-)politische Bewegungen für die Setzung neuer Forschungsthemen sowie für methodologische und theoretische Innovationen innerhalb der Wissenschaften?
  • Wo und nach welchen Maßstäben werden die Grenzen zwischen Wissenschaft und (öko-)politischem Aktivismus konstruiert? Wo werden sie brüchig und neu verhandelt? Welche Rolle spielen dabei Objektivität, Legitimität und Normativität von wissenschaftlichem Wissen?
  • Welche Herausforderungen ergeben sich durch neue Kooperationsformen, in denen mit hybriden Praktiken experimentiert wird z.B. durch neue Forschungsansätze, wie „Militant Research“, „Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung“ oder „Citizen Science“?
  • Was sind die Identitäten, Handlungsmöglichkeiten und Grenzen von Forschenden, die sich ausdrücklich auch als Aktivist_innen und somit ihre Wissenschaft als politische Praxis verstehen?
  • Inwieweit und auf welche Weise bedienen sich Umweltbewegungen wissenschaftlicher Erkenntnisse, um ihre politischen Ambitionen zur Sprache zu bringen? Gibt es bestimmte Formen wissenschaftlichen Wissen, die für einen solchen Anwendungsbezug eine besondere Eignung aufweisen?
  • Auf welche Weise lassen sich bestimmte Praktiken innerhalb von Umweltbewegungen auch selbst als eine Form der (wissenschaftlichen) Wissensproduktion begreifen? Welche Rolle spielen „nichtakademische“ Wissensproduzent_innen für die Entwicklung und Diffusion von Innovationen?

Die Tagung findet am 22./23.10.2015 an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen statt. Nachwuchswissenschaftler_innen vom BA bis zum Post-Doc ebenso wie politisch Aktive möchten wir herzlich einladen, einen Beitrag für einen Vortrag einzureichen. Da wir in diesem Jahr den Methoden wissenschaftlicher Praxis und (öko-)politischem Aktivismus einen eigenen Raum geben wollen, gibt es für Euch außerdem die Möglichkeit Ideen für Workshops einzureichen, die sich mit Methoden der Forschung, Methoden des (öko-)politischen Aktivismus oder beidem zugleich beschäftigen können. Abstracts (300-500 Wörter) für Vorträge und Workshop-Ideen können bis zum 31.07.2015 per Mail geschickt werden an mirko.suhari(at)zu.de. Weitere Informationen auf der Webseite der NGU.

Organisations Team:
Sarah Glück, Thomas Pfister, Martin Schweighofer, Mirko Suhari (EnergyCultures Nachwuchsgruppe, ZU), Livia Boscardin (Universität Basel)

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Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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