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Call for Papers für ein Schwerpunktheft der Zeitschrift Industrielle Beziehungen: „Soziale Bewegungen und industrielle Beziehungen“, Herausgeberinnen: Sabrina Zajak und Britta Rehder (Ruhr-Universität Bochum)

In den industriellen Beziehungen wurden die Gewerkschaften als soziale Bewegungen wiederentdeckt. Die Literatur über gewerkschaftliche Revitalisierung und „social movement unionism“ knüpft bisher allerdings nur sehr lose an die theoretischen Konzepte und empirischen Befunde der Bewegungsforschung an. Dies lässt eine grundlegende und umfassendere Analyse der Beziehungsgeflechte zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften auf der einen sowie Versuche der Integration der industriellen Beziehungs- und Bewegungsforschung auf der anderen Seite unterberücksichtigt. Zudem werden soziale Bewegungen meist nur in ihren Interaktionsbeziehungen mit den Gewerkschaften untersucht, nicht aber in ihrem Zusammenspiel mit der betrieblichen Arena der Arbeitsbeziehungen. So wissen wir bisher kaum etwas darüber, ob Forderungen sozialer Bewegungen nach mehr Partizipation und Demokratisierung von Unternehmen dazu beitragen, etablierte Mitbestimmungsstrukturen entweder zu stärken oder aber zu verdrängen bzw. zu ersetzen. Der Austausch und Dialog zwischen den Forschungsgebieten ist in dem Maße relevant, in dem die Bedeutung sozialer Bewegungen im sozialen und politischen Prozess weltweit (wieder) zu wachsen scheint. Nicht wenige Beobachter/innen sehen Kooperationen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Zeiten kontinuierlicher Krisen als Kernelement einer Gegenbewegung und als wichtiges Heilmittel gegen die Auswüchse neoliberaler Globalisierung und deren wirtschaftliche und politische Krisendynamiken. Dabei lassen sich Allianzen in verschiedenen Themenfeldern auch jenseits der Erwerbsregulierung feststellen, z.B. in Handels- und Austeritätsprotesten ebenso wie in den Bereichen (globaler) Umweltregulierung, der Energiewende, der Flüchtlingspolitik oder im Kampf gegen Rechtspopulismus- und -extremismus. Gleichzeitig ist es nicht selbstverständlich, dass es zu Bündnissen kommt, und wir wissen bisher wenig darüber wie und unter welchen Bedingungen ideologische Differenzen, unterschiedliche historische Entwicklungspfade und Konkurrenzverhältnisse zwischen unterschiedlichen Organisationsformen überwunden werden.

In dem geplanten Schwerpunktheft sollen daher sowohl empirisch als auch konzeptionell-theoretisch angelegte Beiträge zum Thema ‚Industrielle Beziehungen und soziale Bewegungen’ veröffentlicht werden. Diese können und sollen mit fachlich unterschiedlichen Perspektiven arbeiten (z.B. Soziologie, Politikwissenschaft, Gender Studies, Wirtschaftswissenschaften, Ethnologie, politische Ökonomie, Geschichtswissenschaften, Arbeitsrechtswissenschaft). Auch international bzw. transnational angelegte oder komparative Beiträge sind sehr willkommen. Die Manuskripte könnten beispielsweise die folgenden Themen adressieren und kombinieren:

Theorieintegration

Welche theoretischen Konzepte der Bewegungsforschung sind besonders anschlussfähig und gewinnbringend für die Perspektive der industriellen Beziehungen? Was können beide Bereiche voneinander lernen? In der Bewegungsforschung spielen z.B. Theorieschulen eine große Rolle, die im weitesten Sinne den interpretativen oder konstruktivistischen Ansätzen nahe stehen (z.B. Framing). Diese werden in der Literatur über industrielle Beziehungen bisher nur sehr zögerlich rezipiert. Wie ist das zu erklären, und lässt sich die Theoriedivergenz in fruchtbarer Weise überwinden?

Kooperation und Konflikt zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen:

Gibt es Themenbereiche, Politikfelder und Kontextbedingungen, die Allianzen wahrscheinlicher machen? Welchen Einfluss hat die nationale und/oder sektorale institutionelle Verfasstheit der Systeme der Arbeitsbeziehungen auf die Entstehung von Konflikt oder Kooperation? Machen ein starker Staat und/oder organisationsmächtige Verbände (bzw. die Abwesenheit dieser Faktoren) einen Unterschied? Welche Institutionalisierungsgrade von Kooperation lassen sich feststellen und wie lassen diese sich begründen? Welche Themenhierarchien, ideologischen Diskrepanzen, und (Macht-)Konflikte lassen sich innerhalb von Allianzen beobachten? Gibt es Gewerkschaften oder Bewegungen, die besonders resistent gegenüber Kooperation sind und warum?

Soziale Bewegungen und betriebliche Arbeitsbeziehungen:

Inwiefern tragen soziale Bewegungen zur Schaffung neuer Partizipationsformen am Arbeitsplatz bei? Ergänzen diese die etablierten Mitbestimmungsstrukturen oder stehen sie in Konkurrenz? Welche Rolle spielen Betriebsräte in den und für die Interaktionsbeziehungen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, z.B. im Fall unternehmenszentrierter Kampagnen? Unter welchen Bedingungen fördern sie die Kooperation der Gewerkschaften mit Bewegungsakteuren, in welchen Fällen treten sie als Bremser auf? Lassen sich Muster feststellen bzgl. verschiedener Betriebsratstypen? Und sind Fragen des Konflikts bzw. der Kooperation auch relevant und ertragreich in Bezug auf die Management- und Arbeitgeberseite? Lassen sich Fälle identifizieren und erklären, in denen Koalitionen mit sozialen Bewegungen und gegen die Arbeitnehmerinteressen geschlossen werden?

Mehrebenendynamiken:

Ist Kooperation zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen auf lokaler oder globaler Ebene wahrscheinlicher? Sind Kooperationen besonders dafür geeignet, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu mobilisieren? Welche Rolle spielen supranationale Akteure, z.B. Europäische Betriebsräte oder Dachverbände der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, für die Interaktionsbeziehungen?

Zu diesen (und verwandten) Themen erbitten wir bis zum 20.01.2017 zunächst ein Abstract (ca. 1-2 Seiten) mit Arbeitstitel, Fragestellung, methodischer Herangehensweise, evtl. verwendeter Datengrundlage sowie einer kurzen Erläuterung des theoretischen Bezugs des Beitrags als PDF- oder Word-Datei.

Zeitplan

Der Zeitplan sieht wie folgt aus:
20.01.2017: Einreichung der Abstracts
15.02.2017: Mitteilung über (Nicht-)Annahme
31.08.2017: Full papers liegen vor
31.10.2017: Gutachten liegen vor
31.12.2017: Ggf. Abgabe der Überarbeitung
31.01.2018: Ergebnis der Nachbegutachtung
28.02.2018: Letzte Überarbeitungen liegen vor
Ca. 15.04.2018: Erscheinen des Hefts

Abstracts bitte an Rainer Hampp Verlag: E-Mail: Hampp(at)RHVerlag.de

Ausschreibung von 3 Promotionsstipendien in der Nachwuchsgruppe „Transnationale Allianzen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Europa“

Die Hans-Böckler-Stiftung vergibt 3 Promotionsstipendien im Rahmen der am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum angesiedelten Nachwuchsgruppe „Transnationale Allianzen zwischen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Europa“ (Konzept auf der Seite der RUB). Leiterin der Nachwuchsgruppe ist Prof. Dr. Sabrina Zajak.

Die Nachwuchsgruppe untersucht die Entstehung, interne Koordinationsmechanismen und Wirkungsweisen von transnationalen Allianzen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen in Europa. Vorgesehene Themenschwerpunkte sind die Kooperationsbildung auf europäischen Sozialforen, Allianzen im Kontext europäischer Austeritätspolitik und die Mobilisierung gegen Freihandelsabkommen (Beispiel TTIP).

Die Nachwuchsgruppe bietet einen intensiven fachlichen Austausch mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie mit Prof. Zajak und den anderen Wissenschaftlern am Institut für soziale Bewegungen. Darüber hinaus garantiert die Einbindung innerhalb der im Zuge der Exzellenzinitiative eingerichteten Ruhr-University Research School den DoktorandInnen ein internationales Forschungsumfeld, in dessen Mittelpunkt die vertiefte wissenschaftliche Qualifikation und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen stehen.

Die Ausschreibung als pdf-Datei

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Call for Papers: Erste Sommerschule “Strukturwandel der Arbeitsbeziehungen und der Interessenorganisation“ (Summer School “Trade Union Research“), Organisatoren: Wolfgang Schroeder (Uni Kassel), Samuel Greef (Uni Kassel), Ulrich Brinkmann (Uni Trier), Oliver Nachtwey (Uni Trier), Werner Fiedler (HBS)

Termin: 29.07.-02.08.2013

Ort: IGM Bildungsstätte Pichelsee, Berlin

Veranstalter: Universität Kassel/Universität Trier/Hans-Böckler-Stiftung

Übernachtung und Verpflegung werden von den Veranstaltern gestellt, Reisekosten tragen die TeilnehmerInnen selbst

Bewerbung: Exposé (max. 5 S.) und Curriculum Vitae (CV)

Bewerbungsschluss: 01.04.2013

Die Universitäten Kassel und Trier veranstalten zusammen mit der Hans-Böckler-Stiftung 2013 eine Sommerschule zum Thema “Strukturwandel der Arbeitsbeziehungen und der Interessenorganisation“ (Summer School “Trade Union Research“). Die Sommerschule bietet Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung, Methoden sowie die historische Entwicklung der Forschung zu Arbeitsbeziehungen und kollektiver Interessenvertretung. Das zentrale Anliegen ist es, den TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu geben, eigene Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Texte vorzustellen und zu diskutieren. Interessierte WissenschaftlerInnen werden um die Einsendung von Exposés gebeten, die sich mit aktuellen Formen kollektiven Handelns unter den gewandelten Bedingungen heutiger Arbeitsgesellschaften befassen. Den besonderen Schwerpunkt der Veranstaltung bilden gewerkschaftliche Strategien und Aktivitäten vor allem in Europa und Nordamerika. Zentrale Themen und Fragestellungen sind folgende:

  • Mit welchen Mitteln versuchen Gewerkschaften, Mitgliederschwund, schwindendem politischen Einfluss oder der zunehmenden Prekarisierung der abhängig Beschäftigten zu begegnen?
  • Stellt die aktuelle Finanzkrise einen Ansatzpunkt für eine strategische Neuorientierung von Gewerkschaften dar?
  • Wie ist das Verhältnis von Korporatismus und Konflikt in der kollektiven Interessenvertretung? Sind die Pfade nachhaltig und/oder können sie zur gewerkschaftlichen Erneuerung beitragen?
  • Welche Bedeutung haben Berufsverbände und Spartengewerkschaften?
  • Wie modifiziert sich das Tarifsystem angesichts von Dezentralisierung, Verbandsflucht, Verbandsabstinenz und zunehmender OT-Mitgliedschaften in den Arbeitgeberverbänden?
  • Wie reagieren Gewerkschaften auf die Erosion des Flächentarifvertrages?
  • Wie ist es um die politische Koalitionsfähigkeit der Gewerkschaften z.B. mit sozialen Bewegungen wie Occupy bestellt?
  • Wie modifiziert sich das Verhältnis von Gewerkschaften und betrieblichen InteressenvertreterInnen? Wie werden soziale Konflikte in den Betrieben heute ausgetragen?
  • Wie kann Interessenvertretung und kollektives Handeln von sich heterogenisierenden Belegschaften (Stamm- und Randbelegschaft, qualifiziert und unqualifiziert, etc.) erfolgreich praktiziert werden?

Die Veranstaltung bietet Promovierenden, HabilitandInnen, Studierenden in der Abschlussphase und anderen Forschenden ein Forum, in dem die eigenen Fragestellungen, Thesen, Theoriebezüge, methodischen Ansätze sowie empirischen Erhebungs- oder Auswertungsstrategien in Referaten zur Diskussion gestellt werden können.

Die einzureichenden Exposees sollten nicht mehr als fünf Seiten umfassen und sich (wenn möglich und sinnvoll) an dieser Gliederung orientieren:

  • Fragestellung mit Operationalisierung der Forschung
  • Theoriebezug
  • Empirie (Datengewinnung, Datenauswertung)
  • Erste Ergebnisse

Vorträge und Exposés sind auf Deutsch oder Englisch möglich. Zusätzlich bitten wir um ein CV mit Forschungs- oder Studienhintergrund. Exposés und CV bitte im pdf-Format, da wir beabsichtigen, die Texte der angenommenen BewerberInnen als Reader zusammenzustellen und den TeilnehmerInnen vorab zuzusenden. Einsendeschluss für Exposés und CV ist der 01.04.2013. Die Veranstalter bemühen sich um eine zeitnahe Rückmeldung.

Die Unterlagen bitten wir elektronisch an Clara Bückart s4clbuec(at)uni-trier.de zu senden.

CfP als pdf-Datei

Revolutionäre Realpolitik in Zeiten von Kürzungspolitik und Krise. Transformative Organizing – Strategies to Challenge the Cuts and Change Society

Ort: IG Metall, Alte Jakobstraße 149, Berlin Kreuzberg
Zeit:  22.-24. September 2011

Schuldenbremsen, „Austerity Politics“ und Sozialabbau zwingen soziale Bewegungen und linke Politik in vielfache Abwehrkämpfe. Oft gelingt es dabei nicht, Perspektiven über den aktuellen Horizont hinaus zu entwickeln. Die Orientierung auf kurzfristige Verbesserungen oder längerfristige Transformation wird oft als Gegensatz behandelt und ist Gegenstand von Konflikten und gegenseitiger Isolierung – Fundis gegen Realos, Reformer gegen Antikapitalisten. Welche Strategien können dagegen gefunden werden?

In den USA mobilisieren Community-Organizing-Projekte meist pragmatisch um konkrete Belange der betroffenen Gruppierungen, Gemeinden, Interessenverbänden. Unter dem Begriff „Transformative Organizing“ wird versucht, eine Perspektive der Transformation systematisch in die alltägliche Arbeit einzubeziehen. Können von hier Anstöße für die Konzipierung von Einstiegsprojekten, für eine „revolutionäre Realpolitik“ (Rosa Luxemburg) gewonnen werden?

Erfahrungen aus amerikanischen wie deutschen Projekten, Bewegungen und Mobilisierungen sollen auf der Tagung präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Wie wird in den Projekten konkret vorgegangen, was sind die Erfahrungen in der Praxis?
  • Welche spezifischen Probleme ergeben sich in den USA, worin liegen zentrale Unterschiede (Finanzierung, Staatsverständnis, politische Kultur)? Was lässt sich von den Erfahrungen für den deutschen / europäischen Kontext lernen?
  • Allgemeiner: welchen Beitrag könnte (transformatives) Community-Organizing für die Förderung der Mosaik-Linken leisten?
  • Welches Interesse kann/sollte eine institutionalisierte Linke an einer Stärkung und eigenständigen Entwicklung von Armen- und anderen sozialen Bewegungen haben?

Mehr Informationen und das Programm auf der Seite der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Postdoc position at the University of Lausanne, Institute for political and international studies (IEPI) and center for gender studies (Liege), for a research on gender and unions in Switzerland, funded by the Swiss National Science Foundation. Starting on February 1st or later. Deadline for applications: December 20.

Job Description

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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