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Mit dem diesjährigen Kongress der DVPW, der vom 25. bis 28. September in Frankfurt (Main) stattfindet, änderte sich erstmals auch das Procedere in der Programmgestaltung. Panels wurden nicht mehr von den einzelnen DVPW-Gliederungen (Sektionen und Arbeitskreise) organisert, sondern bei einer Programmkommission eingereicht und von dieser ausgewählt.

Die Calls zu diesen Panels hat die DVPW-Geschäftsstelle in einer Datei veröffentlicht. Bis zum 31. Januar können Vorschläge für Beiträge dann direkt bei den Panel-Organisator_innen eingereicht werden.

Bei den Sprecher_innen des AK soziale Bewegungen wurden 15 Panel zur Unterstützung eingereicht, neun davon wurden mit unserer Unterstützung eingereicht. Ausgewählt wurden schließlich drei offene Panels und ein Roundtable.

Wir freuen uns über Einreichungen für den Roundtable und in den offenen Panels:

Roundtable: Die entfernten Folgen sozialer Bewegungen

Veranstalter_innen des Roundtables: Sebastian Haunss (Universität Bremen), Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Sabrina Zajak (Ruhr-Universität Bochum)

Unterstützt von: Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft & AK Soziale Bewegungen

Soziale Bewegungen sind zentrale Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels. Die Arbeiter-, Frauen- oder Umweltbewegungen, die antikolonialen Befreiungsbewegungen, die Protestbewegungen des Arabischen Frühlings oder die Bewegung des 15. Mai in Spanien, die faschistischen Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre und die rechtspopulistischen Bewegungen der Gegenwart haben in den jeweiligen Gesellschaften deutliche Spuren hinterlassen. In vielen Fällen haben soziale Bewegungen zumindest einige ihrer unmittelbaren politischen Ziele erreicht – wenn auch oft nicht sofort, sondern erst nach lange andauernden Auseinandersetzungen. Politische Institutionen und Organisationen haben sich unter dem Druck von Protesten gewandelt oder sind neu entstanden – wie zum Beispiel die Partei Die Grünen oder die Beteiligungsform der runden Tische. Darüber hinaus haben soziale Bewegungen kulturelle Wandlungsprozesse befördert, Subkulturen selbst hervorgebracht oder wesentlich beeinflusst und zu einem Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen beigetragen. Während die politischen Erfolge nicht selten nur von kurzer Dauer waren, können die kulturellen Auswirkungen sozialer Bewegungen langfristiger und weitreichender sein und selbst dann Spuren im kulturellen Gefüge von Gesellschaften hinterlassen, wenn Bewegungen bei der Durchsetzung ihrer konkreten Ziele nicht erfolgreich waren. Diese indirekten und langfristigen Spuren, die soziale Bewegungen hinterlassen, sind allerdings bisher höchstens punktuell erforscht worden, und sollen daher im Fokus des vorgeschlagenen Panels stehen.
Konkret sollen die Beiträge des Panels die folgenden Fragen entweder aus theoretisch-konzeptioneller oder empirischer Perspektive adressieren:

  • Wie lassen sich indirekte Wirkungen sozialer Bewegungen messen?
  • In welchen Bereichen zeitigen soziale Bewegungen langfristige Folgen, in welchen nicht?
  • Wie verändern vorangegangene Bewegungen die Bedingungen gegenwärtigen und zukünftigen Protests.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an haunss(at)uni-bremen.de, sabrina.zajak(at)rub.de und daphi(at)hsfk.de.

Panel: Reaktionäre Proteste und die Imagination des Internationalen

Veranstalterinnen des Panels: Dr. Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt/Leibniz
-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und Dr. Antonia Witt (Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Soziologie der
internationalen Beziehungen

In den letzten Jahren lässt sich eine Vielzahl von Protesten gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse beobachten, die eine Rückkehr zu nationalen Identitäten und traditionellen Werten fordern. Nicht selten spielt dabei eine zentrale Rolle, dass das Internationale als Raum beschränkter Partizipationsmöglichkeiten – also begrenzter Demokratie – angesehen wird. Während das Internationale im Sinne kosmopolitischer Werte und Offenheit in diesen Protesten abgelehnt und eher als Gefahrenraum konstruiert wird, beziehen sich diese Proteste paradoxerweise gleichzeitig auf das Internationale, etwa indem transnationale Netzwerke und Ideen zur Mobilisierung genutzt werden oder explizit andere Internationale imaginiert werden.

Das Panel fragt nach der Imagination und Konstituierung des Internationalen in aktuellen reaktionären Protesten: welche Vorstellungen vom Internationalen werden in diesen Protesten evoziert? Inwieweit wird diesen Vorstellungen durch die eigene Praxis widersprochen? Und wie beeinflussen diese Proteste die Idee vom Internationalen anderer Gruppen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesen Beobachtungen für die Rolle von Wissenschaft in der öffentlichen Debatte ziehen, das Internationale (anders/besser) begreifbar zu machen?

Wir freuen uns über theoretische wie empirische Beiträge. Willkommen sind empirische Beiträge mit Einzelfall- oder vergleichenden Studien sowie Reflektionen über methodische, theoretische und praktische Grundlagen und Konsequenzen der Erforschung von Imaginationen des Internationalen.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte schicken Sie Ihren Abstract von nicht mehr als 250 Wörtern bis zum 31. Januar 2018 an daphi(at)hsfk.de und witt(at)hsfk.de.

Panel: Soziale Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen

Veranstalter_innen des Panels: Dr. Ingmar Hagemann (Universität Duisburg-Essen) und Dr. des. Johanna Leinius (Universität Kassel)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen & AK Politik und Geschlecht

Viele soziale Bewegungen sind Grenzphänomene des Demokratischen: Von den 1968-Bewegungen bis zu queeren und feministischen Bewegungen weltweit, der Landlosenbewegung in Brasilien oder Pegida in Deutschland schließen sich Menschen außerhalb der etablierten Kanäle des demokratischen Systems zusammen, um ihre Forderungen oder ihre Kritik zu artikulieren.

Die Analyse dieser häufig an den Rändern des etablierten politischen Systems agierenden Bewegungen kann neue Perspektiven auf die Demokratie eröffnen. Soziale Bewegungen erproben alternative Formen politischer Praxis, artikulieren kritische Perspektiven auf Herrschaftsverhältnisse und tarieren das Sagbare und Machbare in der Demokratie neu aus. Demokratie erscheint aus dieser poststrukturalistischen Analyseperspektive stärker als gesamtgesellschaftliches, im Alltagshandeln kontinuierlich reproduziertes Phänomen und nicht vor allem als Prozess der politischen Einflussnahme über den Weg verfassungsrechtlicher Institutionen.

Eine solche Perspektive betrachtet Phänomene des Bruchs, der Abweichung und der Vielfalt als konstitutiv für Gesellschaft. Sie bietet ein Theorie-Methoden-Set, um Demokratie in ihrer historischen Gewordenheit zu analysieren und die ständige Neuverhandlung ihrer Grenzen anhand der Praktiken und Artikulationen derjenigen nachzuzeichnen, die diese radikal in Frage stellen. Die Untersuchung dieses Wechselverhältnisses von Demokratie und sozialen Bewegungen bietet somit Einsichten in die Wirkungsweise von Demokratie und die Grenzen des Demokratischen.

Das Panel möchte poststrukturalistische Analysen versammeln, die in ihren Arbeiten besonders den Charakter sozialer Bewegungen als Grenzphänomene des Demokratischen herausarbeiten, empirische Analysen mit gesellschaftstheoretischen Diskussionen verbinden, und dabei die enge, zum Teil auch spannungsvolle Verbindung von sozialen Bewegungen und Demokratie verdeutlichen. Wir erbitten kurze Abstracts von 300 Wörtern.

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail -Adressen der Veranstalter/innen des Panels: ingmar.hagemann(at)uni-due.de und leinius@uni-kassel.de

Panel: Die rechtspopulistische Herausforderung und die Neuerfindung der Demokratie von unten

Veranstalter_innen des Panels: Nicole Doerr (Universität Kopenhagen) und Simon Teune (TU Berlin)

Unterstützt von: AK Soziale Bewegungen

Ein Merkmal rechtspopulistischer Strategien ist die Indienstnahme demokratischer Argumente gegen die liberale Demokratie. In den Deutungsangeboten von Pegida, AfD und traditionellen Akteuren der extremen Rechten verbindet sich ein verschwörungsideologischer Anti-Elitismus mit völkisch begründeten direktdemokratischen Forderungen. Tatsächlich ist es der neuen völkischen Akteurskonstellation gelungen, Bürger_innen zu aktivieren: Stimmen für die AfD rekrutieren sich zu großen Teilen aus der Gruppe der Nichtwähler_innen, Pegida und ähnlich gelagerte Proteste haben viele Teilnehmende zum ersten Mal auf die Straße gebracht. Wenn die neu aufgestellte Rechte mit einem demokratisch begründeten Angebot reüssiert, wie verändert das Konzepte einer an Menschenrechten und Vielfalt orientierten Demokratie

Das Panel lädt Beiträge ein, die sich der Herausforderung der Demokratie aus beiden Richtungen widmen. Auf der einen Seite ist für die neue Rechte zu klären, welche Vorstellungen von Demokratie hier entwickelt werden und inwiefern diese an frühere Phasen der extremen Rechten anschließen. Gibt es über die Rhetorik und das Versprechen der Repräsentation marginalisierter Positionen hinaus ein reales demokratisches Angebot? Auf der anderen Seite fragen wir danach, welche demokratischen Ideen und Praktiken dieser Entwicklung entgegengesetzt werden. Wie werden Grenzen des Sagbaren begründet? Wie werden Ausschlüsse und Ungleichheitsverhältnisse verhandelt? Und wie werden sie überbrückt, um zu inklusiven Entscheidungen zu kommen?

Der Vorstand der DVPW möchte auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance eröffnen, sich an den Veranstaltungen der DVPW zu beteiligen; ebenso ist erwünscht, dass mehr Frauen als bisher aktiv am Kongress teilnehmen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag im Umfang von einer Seite bis zum 31. Januar 2018 an folgende E-Mail-Adressen der Veranstalter/innen des Panels: nd(at)soc.ku.dk und teune(at)ztg.tu-berlin.de.

Bei der Auswahl der Vorträge koordinieren sich die Veranstalter/innen mit Kolleg/innen in thematisch verwandten Panels, so dass die Zuordnung einzelner Vorträge zu einem anderen Panel vorbehalten bleibt.

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Call for Panels: DVPW-Kongress 2018 „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ – Arbeitskreis soziale Bewegungen

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der nächste DVPW Kongress an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zum Thema „Grenzen der Demokratie / Frontiers of Democracy“ statt.

Vorschläge für Panels im Rahmen des Arbeitskreises soziale Bewegungen mit Bezug zum Thema des Kongresses können bis zum 25.10. an die Sprecher_innen geschickt werden. Details zum Format der Vorschläge und zum Kongressthema finden sich im Call for Panels der DVPW.

Call for Papers Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 4. bis 6 . Oktober 2017, Organisation: Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in der DGPuK und Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität

Weltweit setzten und setzen sich feministische Aktivist*innen und Bewegungen für Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit ein; dabei berufen sich (queer-, lesbisch-)feministische Bündnisse auf unterschiedliche Feminismen, wählen verschiedene Formen zur Artikulation von Protest und zielen dabei auf die Herstellung verschiedener Öffentlichkeit(en) : Selbstverständigung und politische Forderungen wurden und werden sowohl in Netzwerken im Privatraum als auch in alternativen öffentlich-politischen Kontexten ausgehandelt , dafür Öffentlichkeit hergestellt oder versucht, sie in bestehende Öffentlichkeiten hineinzutragen; bis heute werden hierfür verschiedene Kommunikationsformen und unterschiedliche Medien genutzt. Akteur*innen, ihr Medienhandeln und die dadurch erzeugten Räume konstituieren dabei unterschiedliche Öffentlichkeitsebenen, in denen verschiedene Strategien zur Durchsetzung von Themen zum Tragen kommen können; diese Kommunikationsformen und Strategien verändern sich unter den aktuellen Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten.
Aktivismus und Intervention in (queer-)feministischen Öffentlichkeiten stehen auf unterschiedliche Weisen in der Tradition historischer Emanzipationsbewegungen von Frauen* und waren stets begleitet von theoretischen Überlegungen und Erkenntnissen: Feministische Auseinandersetzungen mit Konzepten von Öffentlichkeit haben beispielsweise deren Abgrenzung zur privaten Sphäre kritisch beleuchtet und das asymmetrische Machtverhältnis in den Blick genommen , auf dem eine solche Trennung beruht und die es stützt.

Im Zentrum der Jahrestagung der Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main stehen feministische Kritik und Praktiken des Widerstands im medialen Wandel sowie die damit in Gang gesetzten Veränderungen im Verständnis und in der Formierung von Öffentlichkeiten. Dies wirft vielfältige Fragen auf: Welche Debatten prägen das feministische Verständnis von Öffentlichkeit(en)? Welcher Öffentlichkeiten bedienen sich feministische Akteur*innen und wie stellt sich das durchaus ambivalente Verhältnis zu traditionellen Massenmedien dar? Welche Rolle hat der feministische Journalismus in der Geschichte der Frauen*bewegungen bis heute gespielt? Welchen Herausforderungen müssen sich Frauen*bewegungen und queer-feministische Interventionen historisch und gegenwärtig stellen? Was bedeutet die Infragestellung von Geschlechterkategorien für feministische Handlungsmacht und die Artikulation feministischer Forderungen in medialen Öffentlichkeiten? In welcher Form finden feministische Forderungen und Positionen in fiktionalen, non-fiktionalen und sozialen Medien Verbreitung? Und wie werden diese rezipiert?
Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppen Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Universität Frankfurt am Main widmet sich diesen und weiteren Fragen unter dem Titel „Feminismus und Öffentlichkeit: Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel“.
Im Rahmen der Tagung laden wir dazu ein, Fragestellungen nach dem Verhältnis von Feminismus und Öffentlichkeit insbesondere entlang von drei Themenfeldern nachzugehen:

Themengebiet 1: Frauen*bewegungen in historischer und aktueller Perspektive
Im Zuge der historischen und neuen Frauenbewegung en entstanden zahlreiche feministische Initiativen und Gruppen, die sich gegen die Diskriminierung von Frauen* richteten und ein verändertes gesellschaftliches Frauenbild präsentierten. Ulla Wischermann hat beispielsweise gezeigt, wie es den historischen Frauenbewegungen gelang, ihre Forderungen nach Frauenwahlrecht und Sexualstrafrechtsreformen durchzusetzen, obwohl sie damals noch von der Teilnahme an der bürgerlichen Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Dabei griffen die Frauenbewegungen auf vielfältige Medien und Kommunikationsformen zurück, angefangen von Tagebüchern und Briefen, über Vorträge und Vereinspresse bis hin zur Ansprache der Massenmedien. Feministische Publizist*innen und Journalist*innen spiel(t)en für den Erfolg der Bewegungen eine tragende Rolle. Entscheidend für die Herstellung feministischer Öffentlichkeit, die sich als Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur formierte, waren die meist regionalen Frauenzeitschriften und der Rundfunk. Mittlerweile ist das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten und kommunikativen Foren dazu getreten, in dem sich (queer-)feministische Gegenöffentlichkeiten bilden, die ebenso die traditionelle Öffentlichkeit der Massenmedien und des Parlaments erreichen können. Die Debatte um (queer-)feministische Anliegen findet heute vermehrt im Wechselspiel zwischen alten und neuen Medien statt. Es stellen sich somit u.a. folgende Fragen:

  • Welcher Interventionen bedienen sich Frauen*bewegungen in unterschiedlichen Ländern und/oder transnational sowohl in historischer als auch aktueller Perspektive?
  • Welche Unterschiede und Parallelen zeigen Vergleiche von aktuell en zu früheren Aktionsformen der Frauen*bewegungen?
  • Wie werden Zugehörigkeiten zu Frauen*bewegungen verhandelt und wie wird eine gemeinsame Identität konstruiert und zugleich Diversität ausgehandelt?
  • Wie stellt sich das Verhältnis von Journalismus und Feminismus dar?
  • Welche Methoden bieten sich zur Erforschung sowohl historischer als auch aktueller Frauen*bewegungen an?

Themengebiet 2: (Queer- )Feministische Bewegungsöffentlichkeiten und Bewegungsmedien
Feministische Bewegungen und feministische Protestformen haben sich seit dem Beginn der Frauenbewegung en vielfältiger Kommunikationsformen und Medien bedient. Gegenwärtig sind es vielfach digitale Medien, die der Mobilisierung, Selbstverständigung aber auch als Orte des Protests dienen. Dabei sind es beispielweise (queer-)feministische Zines, die eine immer größere Verbreitung erfahren. Ein „communicative turn“ in den Repertoires feministischer Bewegungen äußert sich in einer Entwicklung von einem Offline- zu einem Online-Aktivismus sowie von einer kontinuierlichen Mobilisierung von Bewegungsöffentlichkeiten hin zu einzelnen Protesten und Kampagnen. Feministische, queere und postkoloniale Theoretiker*innen weisen auf die Möglichkeiten dezentrierter Öffentlichkeiten hin, die etablierte Strukturen in Frage stellen und vielfältigen gesellschaftlichen Interessen und Erfahrungen eine Stimme verleihen können. Gleichzeitig werden feministische Interventionen und Frauen*bewegungen in den traditionellen Medien thematisiert; oft jedoch so, dass deren kritische Perspektive auf strukturelle Ungleichheiten verloren geht . Somit entstehen u.a. folgende Fragestellungen, die wir zu diskutieren einladen:

  • Welche Bedeutung haben Bewegungsmedien für feministische Interventionen?
  • Wie werden (Bewegungs-)Öffentlichkeiten hergestellt und welche Rolle spielen Emotionen und Affekte für diese Bewegungen?
  • Wie verändert sich durch sogenannte Ad-Hoc-Öffentlichkeiten und flüchtige Zusammenschlüsse vor allem im Internet politisches feministisches Handeln?
  • Wie werden feministische Protestartikulationen von den Massenmedien und in sozialen Medien aufgegriffen und gerahmt? Wie werden sie rezipiert?

Themengebiet 3: Gegenangriffe: Antifeministische Öffentlichkeiten
Neben feministischen und emanzipatorischen Öffentlichkeiten und Bewegungen sind es jedoch auch antifeministische Bewegungen, die sich verstärkt öffentlich artikulieren und in und durch Medien agieren. Gegenwärtig zeigt sich ein Antifeminismus bzw. „Anti-Genderismus“, der nationalkonservative und rechtsextreme Einstellungen und Politiken in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern verbindet. Die darin enthaltenen antifeministischen Anfeindungen polemisieren oft pauschal gegen einen als einheitlich wahrgenommenen bzw. als uniform konstruierten Feminismus, unter den sowohl jegliche gleichstellungspolitische Maßnahmen als auch Gender Studies und Queer Theory undifferenziert subsumiert werden. Diese Anfeindungen sind nicht neu, deutlich erkennbar ist die historische Dimension antifeministischer Haltungen; bereits im Kaiserreich gab es eine gut vernetzte Abwehrbewegung gegenüber Frauenrechtlerinnen. Diskutieren möchten wir u.a. die folgenden Fragen:

  • Welcher Öffentlichkeiten, medialen Netzwerke und Argumentationsmuster bedient(e) sich der historische und aktuelle Antifeminismus?
  • Wie lassen sich Kenntnisse über die Dynamiken in digitalen Öffentlichkeiten für das Verstehen antifeministischer Hate Speech nutzbar machen?
  • Welche Wirkungen und Folgen haben antifeministische Angriffe in Bezug auf individuelle Akteur*innen und sowie auf die Handlungsspielräume von queer-feministischen Bewegungen in verschieden en Öffentlichkeiten?
  • Schließlich, darüber hinausgehend, welche Strategien im Umgang mit antifeministischen Akteur*innen und Gruppierungen sowie welche (medialen) Gegeninitiativen und Interventionen in antifeministische Öffentlichkeiten gibt es?

Tagungsablauf
Die Tagung findet anlässlich der Verabschiedung von Ulla Wischermann an der Goethe – Universität Frankfurt am Main statt. Sie wird am Mittwoch, dem 4. Oktober, abends mit einem Get together eröffnet und endet am Freitag, dem 6. Oktober, am frühen Nachmittag. Genaue Angaben zu Programm, Veranstaltungsort, Anreise, Unterkünften etc. werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Einreichung von Abstracts
Willkommen sind Vorschläge für 15 bis 20- minütige Vorträge und Diskussionsbeiträge sowie für Panels und innovative Diskussionsformen zu der im Call umrissenen Thematik. Wir bitten Sie, Ihren Vorschlag per E-Mail bis zum 30. April 2017 in Form eines Extended Abstracts (ca. 4.000 bis 6.000 Zeichen) einzureichen und einem der drei Themengebiete zuzuordnen. Besonders freuen wir uns über Vorschläge von Nachwuchswissenschafter*innen. Weiter besteht für Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit, Qualifikationsarbeiten (Masterarbeiten oder Dissertationen) als work-in-progress für einen Workshop des wissenschaftlichen Nachwuchses einzureichen. Ein entsprechender Call wird gesondert verschickt. Bitte senden Sie Ihr Abstract an Ricarda Drüeke (ricarda.drueeke(at)sbg.ac.at). Die Vorschläge werden in einem anonymisierten Review-Verfahren begutachtet. Deshalb sind die Abstracts mit einem Deckblatt zu versehen, auf welchem der Beitragstitel sowie Name und Adresse des/der Einreichenden vermerkt sind. Bis Anfang Juni 2017 werden wir über die Annahme der Beiträge informieren.

Für das Organisationsteam in Frankfurt/Main Dr. Marianne Schmidbaur Für die Fachgruppe Dr. Ricarda Drüeke Dr. Elke Grittmann

Download: Der Call als pdf-Datei

Call for Papers: International Dissidence. Rule and Resistance in a Globalized World, International Conference, Frankfurt, 2-4 March 2017

From Occupy Wall Street and radical jihadism to protests against UN peacekeeping, right-wing mobilization in Europe and India’s exit from the Non-Proliferation Treaty – resistance remains a ubiquitous but ambiguous aspect of global social and political life. It takes many courses, purposes and guises. In parallel, rule has been re-fashioned for both academic and political purposes. It is present in the power of the international banking system, ‘Western’ imperialism, the legitimation of violence, in a homogenizing globalism and asymmetrical global rules. But how can we make sense of the dynamic relationship between resistance and rule in today’s globalized world? How has resistance changed across time and social spaces? And how is it affected by or does it affect transnationalization?

Resistance challenges and sometimes produces or reproduces systems of rule. This constitutive relationship between rule and resistance, however, seldom attracts scholarly attention. This negligence is partly due to the fragmentation of academic discourses. Some scholars focus on specific types of resistance (e.g. populist movements, cyber activism, terrorist groups or the extreme right) or specific processes (e.g. radicalization, deradicalization, or transnationalization). Still others study the variety of forms and practices of rule in reaction to various forms of resistance. While such specialization has yielded deeper insights into the significance and operation of rule and resistance in particular instances, it has also occluded the bigger picture. Scholarly understanding of the relationship between resistance and systems of rule has suffered as a result. The conference will attend to this bigger picture.

We invite scholars from various disciplines, including sociology, history, political science, political theory, international relations, anthropology, and area studies, whose work contributes to one of the conference sections. Section 1 focuses on resistance to specific systems of rule, ranging from international norms, regulations and bureaucracies to rule by elites. Section 2 zooms into the dynamic interactions between authorities and resistance movements, including how international organizations cope with protest, reactions to digital dissidence, and various forms of international disciplining of protest within the state. Section 3 finally traces how resistance movements change from “opposition”, referring to resistance according to established rules, to “dissidence”, referring to revolutionary resistance availing itself of unconventional means (for a more detailed description of the sections and panels, click on http://dissidenz.net/konferenz-2017/).

The conference is part of the collaborative research project “International Dissidence” based at the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders” at Goethe University Frankfurt (for more information, click on dissidenz.net/en).

To encourage in-depth discussion, presentations will span 20 minutes and will be held in plenary sessions.

Please send your abstract of no more than 300 words to conference(at)dissidenz.net by 1 June 2016. Please indicate your panel of interest. Travel and lodging expenses will be covered for those accepted.

Im Rahmen eines von der Kommission der Europäischen Union (7. Forschungsrahmenprogramm) geförderten Projektes ist an der Professur für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen (Prof. Deitelhoff) der Goethe-Universität Frankfurt vorbehaltlich der Mittelbewilligung folgende Position zum 01.01.2016 befristet für die Dauer von zwei Jahren zu besetzen:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter (E13 TV-G-U, 60%-Teilzeit)

Gesucht wird ein/e Wissenschaftler/in, die/der am deutschen Teilprojekt des internationalen Projektes „Living together with difficult memories and diverse identities“ (LIVINGMEMORIES, ERA-NET RUS Plus Projekt) mit Kooperationspartnern in Finnland, Lettland, Estland, der Türkei und Russland arbeitet. Das deutsche Teilprojekt „Protest und Erinnerung: Zum Bezug gegenwärtiger Proteste auf die „langen 1960er Jahre“ in Ost- und Westdeutschland“ vergleicht die aktuelle öffentliche Erinnerung an die „langen 60er“ mit Erinnerungen in sozialen Bewegungen auf der Grundlage von Medienanalyse, Interviews und teilnehmender Beobachtung.

Wir erwarten sehr gute sozialwissenschaftliche Hochschulabschlüsse, einschlägige theoretische und methodische Kenntnisse, Kreativität und Eigenständigkeit sowie Kooperations- und Teamfähigkeit. Erfahrungen in der Durchführung eines Forschungsprojektes, in der Erforschung sozialer Bewegungen sowie in der qualitativen Datenauswertung mit MaxQDA sind von Vorteil.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte bis zum 18.11.2015 an Beate Stein, Goethe-Universität Frankfurt, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Max-Horkheimer-Straße 2, 60323 Frankfurt am Main.

Bitte beachten Sie, dass Bewerbungsunterlagen nicht zurückgeschickt und nach Ablauf des Verfahrens vernichtet werden.

Die Ausschreibung als pdf-Datei

Titelbild: Performance von Pussy Riot auf dem Roten Platz (Foto: Pussy Riot Blog)

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