Stipendienprogramm „Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“, 4 Stipendien sind zu vergeben, Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2016

Ziel des Promotionsprogramms:
Angeregt durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll.

Forschungsleitend können Fragen an die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa.

Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen. Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden. Denkbare thematische Schwerpunkte der Arbeit wären:

  • Problemgeschichtliche Studien zur Geschichte der Sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen, die kritische Periodisierungen vornehmen, Kontinuitäten und Diskontinuitäten beschreiben, Umbrüche analysieren und mit gegenwärtigen Effekten in Beziehung setzen. Hierbei sollten kritische politik-, macht-, krisen- und reform- und wirkungsgeschichtliche Untersuchungen stattfinden.
  • Studien zur Geschichte der Sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen, die sich mit dem Wandel von Arbeits- und Lebenswelten befassen. Die besondere Berücksichtigung der Policy, Gender und Disability Studies, aber auch ländervergleichende Perspektiven und qualitative und/oder quantitative sozialwissenschaftliche Ansätze wären wünschenswert.
  • Methodisch begrüßen wir regionale, transnationale, globalgeschichtliche und vergleichende Studien zur Geschichte der Sozialen Demokratie und sozialistischer Bewegungen, die Aspekte von Medialisierung, Vernetzung und Kommunikation mitdenken und Kategorien wie „labour“, „class“, „race“, „religion“ und „gender“ kritisch und präzise reflektieren.
  • Studien zur Geschichte der sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen aus dem Bereich Intellectual History, die sozialdemokratische Werte, Ideen, Programmatiken und Semantiken untersuchen und/oder problemorientiert biografische beziehungsweise kollektivbiografische Methoden anwenden.
  • Arbeiten, die sich mit der (Arbeiter-)Wohlfahrtsgeschichte befassen und in einen größeren Forschungsrahmen eingebettet werden können. (Informationen hierzu können unter der in der pdf-Datei stehenden Kontaktadresse erfragt werden).

Förderung:
Die Förderung erfolgt mit einem Vollzeitstipendium des Begabtenförderwerks der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Mit der Strategie „Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt“ werden vor allem Studierende mit bildungsfernem Hintergrund, herausragender wissenschaftlicher Kompetenz und besonderem gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein materiell und ideell gefördert. Als politische Stiftung teilen unsere Stipendiat_innen einen sozialdemokratischen Wertekanon.

Fachliche Anbindung:
Gleichzeitig gehören zur Friedrich-Ebert-Stiftung eines der wichtigsten Archive zur Erforschung sozialer Bewegungen und die größte Gewerkschaftsbibliothek der Welt. Die Bedeutung des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) als Zentrum historischer Forschungen spiegelt sich nicht zuletzt in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte wider, die im Referat Public History des AdsD angesiedelt ist. Die Promotionsförderlinie erfährt dadurch eine direkte fachliche Anbindung.

Die Bewerbung erfolgt online:
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Zulassung zur Promotion ohne Auflagen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Das vorangegangene Studium sollte mit überdurchschnittlichem Ergebnis und zügig abgeschlossen sein. Neben der fachwissenschaftlichen Qualifikation wird ein ausgeprägtes gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Bei der Online-Bewerbung sollte der Bezug zum Promotionsprogramm im Motivationsschreiben ausdrücklich erwähnt werden. Der Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2016. Weitere Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren und den einzureichenden Unterlagen sind online zu finden.

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