Call for Papers: Konsumkritische Projekte und Praktiken: Ziele, Muster und Folgen gemeinschaftlichen Konsums, Universität Bremen, 23-24.6.2016, Organisatorinnen: Prof. Dr. Ines Weller und Dr. Sigrid Kannengießer

Konsumkritische Projekte und Praktiken des kritischen Konsums entstehen und verbreiten sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland, Westeuropa, und Nordamerika: Repair Cafés, Transition Towns, Urban Gardening, Tauschbörsen/-ringe, Nachbarschaftsautos und FabLabs sind nur einige Beispiele für Projekte, in denen die derzeitige Konsumgesellschaft hinterfragt und Alternativen zum dominierenden kapitalistischen Wirtschaftssystem entwickelt und praktiziert werden können. Ihre Nutzer*innen und Mitglieder reparieren defekte Alltagsgegenstände, bauen selbst Obst und Gemüse in urbanen Gärten an, tauschen ihre Güter oder versuchen nachhaltige Wirtschaftssysteme zu etablieren. Die verschiedenen Projekte lassen sich in den Kontext gemeinschaftlichen Konsums und einer Sharing Economy einordnen. An sie richten sich zum Teil hohe Erwartungen in Hinblick auf die Transformation der derzeitigen nicht nachhaltigen Formen von Produktion und Konsum. Erwartet werden u.a. die Herausbildung neuer konsumkritischer Werte und Praktiken, die Entwicklung sozialer Innovationen und Stärkung der Gemeinschaftsorientierung als auch ökologische Entlastungen durch die Schonung von Ressourcen.

Die Erforschung dieser konsumkritischen Projekte steht aber erst am Anfang. Noch wenig systematisch untersucht sind beispielsweise folgende Fragen:

  • Wer sind die Akteure, die konsumkritische Projekte organisieren und sich an
    ihnen beteiligen? Wer macht mit, wer nicht?
  • Handelt es sich dabei eher um kurzfristige oder eher um langfristige Aktivitäten?
  • Welche Motive und Ziele verfolgen die Beteiligten?
  • Welche gesellschaftliche Bedeutung schreiben sie ihren Projekten zu?
  • Können Brüche in der Praxis des kritischen Konsums identifiziert werden und
    Unterschiede innerhalb der Gruppe der Beteiligten?
  • Welche Beziehungen lassen sich zwischen dem Engagement in konsumkritischen
    Projekten und den alltäglichen Konsummustern erkennen? Wie stehen sie in Re-
    lation zur Mediatisierung und Digitalisierung des Alltags?

Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns während des Workshops beschäftigen.

Wir laden zur Einreichung von Abstracts ein, die sich mit konsumkritischen Projekten und Praktiken des kritischen Konsums beschäftigen. Neben empirischen Fallstudien begrüßen wir auch theoretische Beiträge und methodische Reflektionen, anhand derer diskutiert werden kann, wie diese gesellschaftlichen Phänomene untersucht werden können.

Bitte schicken Sie eine Zusammenfassung Ihres Vortrags von bis zu 1000 Wörtern bis zum 28.02.2016 an sigrid.kannengiesser(at)uni-bremen.de und/oder weller(at)uni-bremen.de.

Download: Der Call als pdf-Datei

Advertisements