Call for Papers: Weltkrieg und Widerstand – Arbeit und Soziale Bewegungen im „Großen Krieg“ 1914-1918. Schwerpunktheft des „JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung“

Der Erste Weltkrieg als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ hat in der Geschichtswissenschaft zu Recht viel Aufmerksamkeit erfahren. Denn seine Auswirkungen in Politik, Kultur und Gesellschaft bis in unsere heutige Zeit sind unbestritten und überaus vielschichtig. Trotz der intensiven Forschungen zu diesem Konflikt sind wichtige Aspekte in der neueren Forschung in den Hintergrund geraten. Dazu zählt insbesondere die Rolle der sozialen Bewegungen vor, während und nach den bewaffneten Auseinandersetzungen – also das Engagement der Arbeiterbewegung, der Frauenbewegung und anderer emanzipatorischer Kräfte gegen den Krieg und seine verheerenden Auswirkungen in allen beteiligten Ländern und Weltregionen.

Diesem weiten Feld an organisierten und spontanen Aktivitäten, von Streiks und Demonstrationen über parlamentarische Obstruktion und publizistischen Widerstand bis hin zu alltäglicher Resistenz, wollen wir vom JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung ein Schwerpunktheft widmen, das im Mai 2014 erscheinen wird. Neben Aktionen in und durch traditionelle Organisationen wie Parteien und Gewerkschaften interessieren uns auch widerständige, emanzipatorische Praxen die sich außerhalb von diesen oder im Widerspruch zu ihnen entwickelten. Denn die Haltung zum Krieg war in allen Ländern Gegenstand heftiger Kontroversen, bis hin zu offenen Spaltungen und Brüchen. Alle sozialen Bewegungen transformierten sich in diesen Jahren tiefgreifend. Darüber hinaus sind Beiträge zu affirmativem Handeln sozialer Bewegungen und Mechanismen ihrer Integration in die Kriegsgesellschaften erwünscht, ebenso Beiträge zu Arbeitsregimes und Veränderungen der Arbeitswelt, etwa durch zunehmende Frauenarbeit, Zwangsarbeit und kriegswirtschaftliche Regulierung der Produktion. Methodisch soll das Schwerpunktheft verschiedene Teildisziplinen wie Politik- und Sozialgeschichte, Gender Studies, Lokal- und Globalgeschichte sowie Alltagsgeschichte in einen Austausch setzen.

Wir bitten um die Einsendung von Exposés (maximal 2.000 Zeichen) bis 30. September 2013; die Aufsätze selbst (max. 40.000 Zeichen) müssen bis 31. Dezember 2013 vorliegen. Ergänzend zu den Aufsätzen werden wir auch thematisch passende Rezensionen ab Erscheinungsdatum 2012 publizieren. Auch hier sind Beiträge willkommen. Texte können in Deutsch und Englisch eingereicht werden, die Publikation erfolgt in deutscher Sprache. Ausführlichere Hinweise zur Textformatierung schicken wir Interessierten auf Anfrage gerne zu.

Das JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung ist eine deutschsprachige historische Fachzeitschrift mit Sitz in Berlin und erscheint seit 2002 dreimal jährlich.

Kontakt über Axel Weipert, Redakteur: axelweipert(at)hotmail.com

Der Call als pdf-Datei

Advertisements