Arne Schäfer, Mathias D. Witte und Uwe Sander (Hrsg.) Kulturen jugendlichen Aufbegehrens: Jugendproteste und soziale Ungleichheit. Weinheim: Juventa 2011.

Barrikaden und Blogs, Flash Mobs und Farbbeutel, Sitzblockaden und Schulstreiks Jugendprotest ist in seinen Ausdrucksformen und strukturellen Charakteristika nicht nur ein Element jugendlicher Lebenswelt, sondern auch ein gegenwartsdiagnostischer Hinweis auf die Verfasstheit von Gesellschaften. In Zeiten voranschreitender Globalisierung hat sich auch jugendliches Aufbegehren verändert. Dies hängt mit der lebensweltlichen Erfahrung von Armut und Reichtum, von Abstieg und Aufstieg, von Schattenseiten und Sonnenseiten der Globalisierung zusammen. Wachsende soziale Ungleichheit in einer globalisierten Welt scheint ein Motor von Jugendprotest zu sein.
Dieser Sammelband zeichnet den Zusammenhang von Jugendprotest und sozialer Ungleichheit in historischer Perspektive nach und liefert allgemeine theoretische Überlegungen zur Entstehung, zum Verlauf und zur Struktur von Jugendprotesten. Die theoretischen Beiträge reagieren auf die Ausdifferenzierung jugendlichen Protestverhaltens. Zudem gehen Länderstudien der Frage nach, wie die Formierung von Jugendprotest in soziokulturelle Kontexte eingebettet ist und welchen Einfluss die Erfahrung sozialer Ungleichheit auf das Protestverhalten hat. Im Fokus stehen die USA, Lateinamerika, Frankreich, Griechenland, Palästina und Deutschland.

Rezension von Christian Kaindl bei H-Soz-Kult

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