Forschungsjournal Soziale Bewegungen 01/2011: Geld stinkt nicht? Zivilgesellschaft zwischen Abhängigkeit und Autonomie

Geht es wirklich einzig und allein im Leben darum, irgendwie an Geld zu kommen und damit etwas (vermeintlich) Sinnvolles zu tun? Diese Frage ist eine der Fragen rund um Abhängigkeit und Autonomie in der Zivilgesellschaft, welche das aktuelle Forschungsjournal untersucht. Auf zwei Artikel sei besonders hingewiesen.

Frank Adloff und Rupert Graf Strachwitz untersuchen in ihrem Beitrag, warum Stiftungen in den letzten Jahren eine große Aufmerksamkeit und positive Resonanz erfahren. Dabei auch die Gründe deutlich, warum Stiftungen sogar anderen gemeinnützigen Organisationen vorgezogen werden. Dabei erleben Stiftungen ein Image, welches nicht nur besonders positiv ist, sondern auch größtenteils völlig unreflektiert unterstellt wird. Warum also erfahren Stiftungen, die wohlmöglich gar nicht zur Idee der modernen Demokratie gehören, weil diese zum Teil doch weit weg von basisdemokratischen Entscheidungen stehen,  so einen Zulauf? Warum hält sich bei Vereinen ein eingestaubtes Image, das meist mit Gartenverein und Taubenzüchtern assoziiert wird?

Neue Modelle der gemeinwohltorientierten Tätigkeiten finden sich im Beitrag von Philipp Hoelscher. Soziale Investitionen werden genauer betrachtet und gezeigt, dass Investitionen über den Aspekt der sozialen Investition durchaus auch Gewinne abwerfen. Die kann durchaus den  Anreiz darstellen, um zum Investor zu werden. Ob diese Form der Investition neue Impulse setzt für das Gemeinwohl lesen sie in angegebenen Beitrag.

Inhalt von Heft 01/2011

Editorial
Geld stinkt nicht? Zivilgesellschaft zwischen Abhängigkeit und Autonomie

Aktuelle Analyse
Jochen Roose: Nordafrika 2011: Revolutions- und Bewegungstheorien und die (Un)Vorhersehbarkeit von Protest

Themenschwerpunkt
Knut Bergmann/Susanna Krüger: Die Einkommensquellen der Zivilgesellschaft
Philipp Hoelscher: Kredit statt Spende? Venture Philanthropy als Soziale Investition
Brigitte Behrens: Unermüdlich und unbestechlich. Greenpeace lehnt staatliche Fördergelder ab
Olaf Tschimpke: Staatliche Förderung von Umweltverbänden– Warum nicht?!
Gabriele Lingelbach: Die Entwicklung von Transparenzgeboten im bundesrepublikanischen Spendenwesen
Frank Adloff/Rupert Graf Strachwitz: Eine Privilegierung von Stiftungen – wozu?
Birgit Weitemeyer: Der Nutzen von steuerlicher Begünstigung für Spenden. Eine evolutionsbiologische Perspektive auf Privat- und Unternehmensspenden

Pulsschlag
Ulrich von Alemann: 40 Jahre Bürgerbeteiligung – Demokratie als Wagnis
Roland Roth: Die Blockade zwischen Staat und Bürgern – Demokratie im Wandel
Leif Kramp/Jörg-Uwe Nieland/Stephan Weichert: Das Publikum als Qualitätsinstanz. Plädoyer für eine neue Beschwerdekultur
Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus in der globalisierungskritischen Bewegung und dem Netzwerk „Attac“

Literatur
Anna Wolf: Anpassen, um zu überleben. Strachwitz,Rupert Graf: Die Stiftung – ein Paradox? Zur Legitimität von Stiftungen in einer politischen Ordnung
Karin Urich: Dem Geist der friedlichen Revolution auf der Spur. Sammelbesprechung zur Wandeldynamik der Wende in Ostdeutschland 1989
Myriam Kagischke/Stephanie Schmoliner/ Lena Lehmann: Vom Golf zum Prekariat. Huber, Berthold/Wetzel, Detlef: Junge Generation. Studien und Befunde zur Lebenslage und den Perspektiven der bis 35-Jährigen

Zusammenfassungen der Artikel finden sich auf der Internetseite des Forschungsjournals. Das Forschungsjournal 02/2011 erscheint unter dem Titel: Engagierte Einwanderer. Chancen und Probleme der Partizipation von Migranten.

Advertisements