Die googlelabs-Seite lädt ein zum Zeitvertreib. Mit Ngrams kann man die über googlebooks zugänglichen Bücher durchsuchen und sich die Ergebnisse im Zeitverlauf anzeigen lassen. Sucht man z.B. nach Arbeiter-, Frauen- und Friedensbewegung, so tun sich auf der einen Seite deutliche Unterschiede auf: die Arbeiterbewegung wird dreimal so häufig erwähnt (was angesichts der ideologischen Unverzichtbarkeit in der DDR kaum verwundert). Die Höhepunkte liegen für die Arbeiterbewegung um 1980, für die Freidensbewegung nach den großen Demonstrationen Anfang der 1980er und für die Frauenbewegung im Zuge der Institutionalisierung erst Anfang der 1990er Jahre. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch eine  Gemeinsamkeit: alle Kurven sinken in jüngster Zeit deutlich ab.

Á propos sinkende Kurven: um die Bewegungs- und Protestforschung ist es nach diesem Maßstab auch nicht gut bestellt. Nach einer Hochphase in den 1980er und in der ersten Hälfte der 1990er Jahre geht es mit der Protestforschung genauso bergab, wie mit der Bewegungsforschung, die ihren Höhepunkt um das Jahr 2000 herum hatte.

Gleiches gilt für die entsprechende Konzepte Protestbewegung und soziale Bewegung. Beide wurden in den 1980er und 1990er Jahren am häufigsten thematisiert und sind seit dem immer seltener zu finden. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass die deutschsprachigen Forscher_innen vor allem in Englisch publizieren. In Englisch sehen die Kurven für die beiden zentralen Begriffe collective action und social movement nämlich ganz anders aus. Sie steigen kontinuierlich an.

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