Phantasie an die Macht – Politik im Künstlerplakat. Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 18. März bis 30. Juni 2011

Die Ausstellung im MKG zeigt über 180 Arbeiten von rund 90 international renommierten Künstlern und eröffnet dem Betrachter einen neuen und umfassenden Blick auf die Protest- und Oppositionsbewegungen der letzten 60 Jahre. Zugleich zeichnet sie das Spannungsfeld zwischen Utopie, dem Wunsch nach Mitbestimmung und politischer Geschichte nach – ein angesichts der zurzeit wieder erstarkenden Protestbewegungen höchst aktuelles Thema. Künstlerplakate erzählen die Geschichte des Protestes, des Engagements für Freiheit und Menschenrechte, der Forderung nach Gleichheit und Toleranz. „Phantasie an die Macht“ – mit diesem Aufruf unterstützte der Künstler Pierre Soulages den Aufstand der Pariser Studenten im Mai 1968. Auf die Nachkriegszeit, in der Picasso mit seinen Friedenstauben dem Kampf für Frieden Nachdruck verlieh, folgte das Aufbegehren der 60er Jahre. Im nächsten Jahrzehnt ging es um die Freiheit von Minderheiten, wenig später wurde die Verschmutzung der Umwelt ein großes Anliegen von Künstlern wie Joseph Beuys. Mitte der 80er Jahre lenkte die Immunschwäche AIDS den Blick auf Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten und die Idee der Gleichheit fand neuen Ausdruck vor allem bei amerikanischen Künstlern wie Keith Haring oder Jenny Holzer. Auch die Globalisierung nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 schlug sich in Plakaten von Robert Rauschenberg und anderen nieder. Die Geschichte der internationalen Protestbewegungen, erzählt mit eindringlichen Entwürfen der großen Künstler unserer Zeit, ist zugleich eine Geschichte der Kunst der vergangen Jahrzehnte.

Unabhängig von der Ausstellung lohnt sich auch immer wieder ein Blick in das von HKS13 erstellte linke Plakatarchiv, aus dem auch das obige Plakat entnommen ist.