Claudia Lepp: Zwischen Konfrontation und Kooperation: Kirchen und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik (1950–1983), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 7 (2010), H. 3.

Aus der Einleitung:

Dem Soziologen José Casanova zufolge wandelte sich die katholische Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) „from a state-centered to a society-centered institution“. Überträgt man diese These eines kirchlichen Orientierungswandels hin zur zivilgesellschaftlichen Präsenz auf die gemischtkonfessionelle Bundesrepublik, so ist zu klären, wie sich die beiden Großkirchen zu wichtigen Organisationselementen der westdeutschen Zivilgesellschaft verhielten. Im vorliegenden Beitrag soll daher das Verhältnis der Kirchen zu den Protestbewegungen der jungen Bundesrepublik sowie zu den Neuen Sozialen Bewegungen der 1970er- und frühen 1980er-Jahre analysiert werden. Der Schwerpunkt liegt auf der „Reformzeit“ und den „Krisenjahren“ der Bundesrepublik, den Jahren voller Zukunftsutopie und Zukunftsangst, die von einem wachsenden zivilgesellschaftlichen Engagement und einer vielfältigen Protestkultur geprägt waren. Kirchlich gesehen war diese Zeit durch eine „beschleunigte Ablösung von kirchlichen Vorgaben“, durch Reformprozesse sowie eine breite „Krisensemantik“ bestimmt. …

Der Artikel ist hier online zugänglich.

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